Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

Naheris
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Da baut man also dann eine Wasserstoff-Produktion für sündhaft viel Geld auf, und schaltet sie dann nur ein, wenn gerade überschüssiger Windstrom da ist? Warum will ich das einfach nicht glauben.

Faktisch wird so eine Wasserstoff-Produktion einfach nur zur Grundlast.
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

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Nein auf gar keinen Fall! Der Wasserstoff wird natürlich ausschließlich mit der Windstromüberproduktion hergestellt!!!!!111elf
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

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Naheris hat geschrieben:Da baut man also dann eine Wasserstoff-Produktion für sündhaft viel Geld auf, und schaltet sie dann nur ein, wenn gerade überschüssiger Windstrom da ist? Warum will ich das einfach nicht glauben.
Faktisch wird so eine Wasserstoff-Produktion einfach nur zur Grundlast.
Die Befürchtung ist da. Aber in dem Moment wird es dann leider nicht mehr energetisch sinnvoll.
Man müsste wohl das Vergütungsmodell ändern, so dass sinnvolles Verhalten belohnt wird.
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

zitic
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Ja, das wäre aber auch wieder ein großer Subventionswust, den die etablierte Wirtschaft mitnimmt. Sinnvoll ist dann auch was anderes. Letztlich lohnt beides lange noch nicht. Durchlaufenden Elektrolyseure können die Investitionskosten auf mehr Wasserstoff verteilen und sind einfacher/billiger in der Anschaffung. Der konstante Strombedarf, macht den Strom selbst teurer(und in jedem Fall auch so noch unwirtschaftlich) und das ganze dient nur beschränkt der Energiewende, die auf entsprechend flexible Lasten angewiesen ist. Daraus ergeben sich dann auch die Vor- und Nachteile flexibler Elektrolyseurführung.

Das ganze befindet sich halt noch nicht ansatzweise auf einem sinnvollen technischen Niveau. Und wenn man sieht, welche Mengen Erdgas täglich in Wasserstoff unter Emission von CO2 umgewandelt werden, ist es abstrus dann ein neues Fass aufzumachen um den Wasserstoffbedarf in unsinnigen Bereich (Brennstoffzelle z.B. im Auto) anzukurbeln. Die Elektrolysetechnik ist voranzutreiben, allein um den aktuellen Bedarf und zukünftige Bedarfe, die sonst keine Alternativen haben (wie der erwähnte Stahl), irgendwann abzudecken. Und auch die Brennstoffzelle wird mittelfristig für bestimmte Spezialbereiche gebraucht.

Eine flächendenkende, subventionsgetriebene Einführung in künstlich generierten Bereichen hilft da aber nicht weiter. Der Bedarf an Grundlagenforschungist noch sehr groß. Da kann man gerne ordentlich fördern.

Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

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@zitic: Volle Zustimmung!

Die gesamte Pro-Wasserstoff-Argumentation beruht auf hypothetischen Grundlagen. Zwar wird anerkannt, dass die Wasserstofftechnik derzeit keinen Sinn hat, aber sofort verweist man dann auf die Zukunft, wo hypothetisch ein riesiger Überschuss an regenerativer Energie vorhanden sein soll, den man dann in Form von Wasserstoff speichern kann.
Man könnte, wollte, wenn und falls...

Dabei ist noch nicht einmal klar, ob wir diesen Überschuss jemals haben werden. Jede Technik, die eine geringe Energieeffizienz in Kauf nimmt, wird auf alle absehbare Zukunft allenfalls ein Nischendasein führen, und auch Subventionen in diese Richtung sind hinausgeworfenes Geld, denn das Sparen von Energie ist derzeit unsere größte ungenutzte Ressource, und gerade da liegt noch viel Potenzial. Die Entwicklung der Batterietechnik hat dazu geführt, dass den meisten Einsatzgebieten von H2-Brennstoffzellen der Rang abgelaufen wurde, und dies wird sich sicher verstärken.
Warum sollte man Energie aufwändig in Wasserstoff umwandeln, wenn man sie wesentlich effizienter auch in gebraucht-Akkus aus ausgedienten Autos speichern kann? Bei stationären Anlagen spielt die Energiedichte nur eine untergeordnete Rolle, und hier noch mehr als im mobilen Einsatz wird es die H2-Technik schwer haben.
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

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zitic hat geschrieben:Ja, das wäre aber auch wieder ein großer Subventionswust, den die etablierte Wirtschaft mitnimmt. Sinnvoll ist dann auch was anderes.
Muss ja nicht sein. Man sollte CO2 Emissionen verteuern und Flexibilität vergüten. Ganz allgemein, technologieneutral formuliert. Das würde Gaskraftwerke dann gegenüber Kohlekraftwerken schon mal besser stellen.
Wie es genau aussehen soll, kann ich aber leider auch derzeit nicht sagen.
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

zitic
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Da bin ich bei dir, wobei ich glaube, dass dann auch andere Technologien davon noch mehr profitieren. Das könnte den wirklich benötigten Wasserstoff aus Elektrolyse aber schon mal deutlich besser stellen gegenüber der Erdgasvariante.

Wichtig ist halt auch, dass wir dann am besten direkt den Ausgangsstoff, sprich Kohle, Erdgas, damit bepreisen. Wir stehen ja auch vor dem großen Problem, dass wir in der Erzeugung jetzt, politisch gewollt und gefördert, nach der Kohle in die übertriebene Abhängigkeit von Gaskraftwerken (am besten noch GuD) getrieben werden, bei der wir dann dank KWK (Fernwärme) schon heute einen entsprechenden Lock-In-Effekt sehen. Das ist dann auch wieder so eine Hintertür für die Lobby der alten Mineralöllindustrie um sich mit Power2Gas/Methan festzusetzen und die Energiewende unnötig zu verteuern und verschleppen.

Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

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Wenn die Wasserstoff-Technik wirtschaftlich wäre, dann würde man sie doch heute schon als Stromspeicher nutzen. Nachts oder bei anderer Überproduktion ließe sich der "billige" Wasserstoff produzieren, den man bei Spitzenbedarf wieder zurückwandelt und ins Netz einspeist. Solange es das nicht gibt, kann auch niemand erzählen, das das ausgerechnet beim Auto anders aussehen soll.
Alle PNs werden ungelesen gelöscht.

Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

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kriton hat geschrieben:Wenn die Wasserstoff-Technik wirtschaftlich wäre, dann würde man sie doch heute schon als Stromspeicher nutzen.
Und wenn Elektroautos was sinnvolles wären, würden sie doch heute nicht bei 1% rumkrepeln.... merkst Du was?

Dinge ändern sich. Deine Einschätzung zum Wasserstoff teile ich zwar, aber auch das muss man regelmäßig mit dem Stand der Technik abgleichen. Momentan sieht es beim Wasserstoff nicht nach Erfolg aus und es sieht auch nicht so aus, als ob sich das in der nächsten Zeit ändern würde.
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Re: Geht der Trend jetzt doch in Richtung Wasserstoff?

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Die (Betriebs-) Wirtschaftlichkeit und der (volkswirtschaftliche) Sinn von Dingen sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe, wie Du ja eigentlich genau weißt.

Eigentlich sollte eine verantwortliche Regierung durch Steuerungen dafür sorgen, dass sich auf betriebswirtschaftlich nur das lohnt, was auch für die Volkswirtschaft/das Land/die Menschheit sinnvoll ist. Aber da ist den Meisten doch das Hemd näher als die Jacke :roll:

Das eAutos nicht schon längst der Standard sind, liegt ausschließlich am Zufall des billigen Öls und nicht an irgendwelchen Sinnhaftigkeiten. Die extremen Beharrungsstrategien der old economy sind nur ein übliches Bremsmoment. In diesem Fall auch eine Angst der Monopolisten, ihr Monopol über die Betriebsstoffe abzugeben.

Ganz so schlimm wie im 19. Jahrhundert ist es zum Glück nicht mehr, wo ein ganzes Land (China) in den Ruin getrieben wurde, weil mit militärischem Druck der Import von Opium herbeigezwungen wurde. Die Machenschaften sind nur etwas subtiler.
Not-wendig: www.bzfe.de/inhalt/planetary-health-diet-33656.html

Freitag treffen wir uns: https://fridaysforfuture.de/allefuersklima/

Herzliche Grüße
Alex

Rest-CO2 kompensieren: atmosfair.de Goldstandard
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