Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

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Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

ganderpe
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Wiese hat geschrieben:Ich habe vor kurzem die Zahlen einer bayrischen Raffinerie studiert, und komme zu folgendem Jahres-Ergebnis:

Rohöleinsatz 8,5 Millionen Tonnen
Sonstige Stoffe wie Biodiesel, Methanol 780.000 Tonnen
Stickstoff, Säuren, Chemikalien, Katalysatoren usw. 24760 Tonnen

Output: 8,62 Millionen Tonnen Diesel, Benzin, Heizöl, Flugbenzin usw.
Diesel und Benzin insgesamt 7,15 Millionen Tonnen

Energieverbrauch:
445 GWh Strom
6,6 GWh Energie aus Gas, Öl usw. (angegeben sind 548.000 Tonnen Treibstoffe die ich mit 12 kWh/kg verrechnet habe)

Wenn ich nun richtig gerechnet habe, sind das 0,043 kWh pro Liter Treibstoff

Auch ich habe erhebliche Zweifel daran, dass der Stromverbrauch einer Raffinerie so groß sein soll, dass man damit alle Autos elektrisch betreiben könnte. Einem anderen Bericht zufolge soll der Stromverbrauch der Raffinerie etwa halb soviel Elektroautos antreiben können wie Verbrennerautos.

Vielleicht kann ja mal jemand nachrechnen ob ich einen Fehler gemacht habe, die Zahlen oben sind offizielle Angaben der Raffinerie. Bei diesen großen Zahlen liegt man leicht mal ein paar Kommastellen daneben.
hallo wiese, du bist ja päpstlicher als der papst :-)
nich alles glauben was man hört, sondern verifizieren ist gut, aber dann bitte auch die gleichen massstäbe an beiträgen pro öllobby anwenden....

kanst du deinen beitrag mit links untermauern?

wenn du deine zahlen schon studiert hast, wieso hast du dann noch fragen?



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Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

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  • Wiese
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sorry, ich bin halt neugierig.

Die links zu den Raffinerien sind hier aus dem Forum, bzw. direkt von den Raffinerien, also einfach googeln.
Unsicher war ich mir, weil ich kein Mathematiker bin, und man sich bei diesen großen Zahlen gerne mal um eine Zehnerpotenz verrechnen kann. Die eigenen Ergebnisse erscheinen auch unrealistisch, wenn man von Anderen stark abweichende Zahlen kennt. In der Zwischenzeit bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass ich richtig gerechnet habe, das Ganze aber nicht wirklich befriedigend ist. Denn was beweist man damit, dass die Herstellung von Kraftstoff 0,6 kWh je Liter verbraucht? Am Ende doch nur, dass ein Verbrenner mehr verbraucht als das was durch den Motor läuft. Das wusste ich aber schon vorher. Jetzt ist nur der Gesamtverbrauch etwas genauer definiert. Am Ende hat der Fahrstil des Fahrers einen wesentlich größeren Einfluss auf den Energieverbrauch als die Effektivität der Raffinerie. Das trifft aber auch beim Elektroauto zu. Hier ist der Unterschied wahrscheinlich sogar noch größer, denn beim Elektromotor entfällt der große Verlust, auf den der Fahrer kaum Einfluss hat. Ein Verbrenner hat sogar den Vorteil, dass bei größerer Leistung der Wirkungsgrad steigt. Bei 200 km/h läuft er je nach Fahrzeug mit 30 oder 40 % Wikungsgrad, bei 80 aber mit nur 10 %. Der Elektromotor liegt aber fast bei jeder Geschwindigkeit bei 95 %, und deshalb wirkt sich hier das Tempo stärker auf den Energieverbrauch aus.
Umweltrelevantes: ab 2007 5,76 kWp PV, ab 2008 Naturstromkunde, ab 2009 20m² Thermie, ab 3. Dez. 19 Ioniq FL Style in blau
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Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

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Eigentlich ist es ja Aufgabe der Politik festzustellen, wieviel CO2 und NOX (verbrennen von öl, Nutzung von Strom, benutzung anderer stoffe die bei ihrer Produktion CO2 und NoX erzeugt haben) pro Liter erzeugt wurden.
Diese Zahl mit dem wirklichen schadstoffausstoss kombiniert, würde sicher viele eher überzeugen, sich von verbrenner abzuwenden.
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Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

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  • secuder
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Aufgabe der Politik? Ich hätte jetzt nicht gedacht, dass das Fachleute für Emissionen sind.

Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

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  • Joerg_R
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Nunja dafür gibt es das Umweltbundesamt. www.uba.de
Schreib sie doch einfach an und frag nach. Die Aussagen des UBA sind meist recht qualifiziert.
Grüße, Jörg
Erdgasfahrer seit 2001 - Egolf seit Juni 2017

Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

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secuder hat geschrieben:Aufgabe der Politik? Ich hätte jetzt nicht gedacht, dass das Fachleute für Emissionen sind.
Die Lobbyisten werden ihnen schon gesagt haben, das solche Infos nicht gut für die Einnahmen durch die Mineralölsteuer sind. Und Arbeitsplätze in der Automobilindustrie würde man sicher auch damit gefaehrden. ;)
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Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

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Wiese hat geschrieben:.......................................................
. Denn was beweist man damit, dass die Herstellung von Kraftstoff 0,6 kWh je Liter verbraucht? Am Ende doch nur, dass ein Verbrenner mehr verbraucht als das was durch den Motor läuft. Das wusste ich aber schon vorher. Jetzt ist nur der Gesamtverbrauch etwas genauer definiert. Am Ende hat der Fahrstil des Fahrers einen wesentlich größeren Einfluss auf den Energieverbrauch als die Effektivität der Raffinerie. Das trifft aber auch beim Elektroauto zu. Hier ist der Unterschied wahrscheinlich sogar noch größer, denn beim Elektromotor entfällt der große Verlust, auf den der Fahrer kaum Einfluss hat. Ein Verbrenner hat sogar den Vorteil, dass bei größerer Leistung der Wirkungsgrad steigt. Bei 200 km/h läuft er je nach Fahrzeug mit 30 oder 40 % Wikungsgrad, bei 80 aber mit nur 10 %. Der Elektromotor liegt aber fast bei jeder Geschwindigkeit bei 95 %, und deshalb wirkt sich hier das Tempo stärker auf den Energieverbrauch aus.
Das die Aussage: "Ein Elektromobil hätte die schlechtere Umweltbilanz, im Vergleich zu einem sparsamen Verbrenner, so z.B. vom ACAC in ihrem Heftchen propagiert........... erstunken & erlogen ist.

Es in Diskussionen mit eCar Skeptikern immer wieder ein einleuchtendes Argument ist und genau diesen Skeptikern zum Teil bewusst wird, dass sie mit dem "Ab einfüllen in den Tank" Argument, für dumm verkauft werden.
Gerade erst hatte ich nämlich den Vorwurf: "Wo soll denn der ganze Strom verkommen"? Und als ich vorrechnen konnte..... wieviele Kilometer ich mit dem Strom b.z.w der Energie die für die Herstellung von Benzin/Diesel gebraucht wird.....fahren kann, gab es viel Zustimmung und Kopfnicken !!

Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

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Ich finde die Darlegungen von Wiese die bislang schlüssigsten. Danke!

Vielleicht wäre folgende Überlegung dennoch legitim:

1. Man bestimmt den Anteil der in einer Raffinerie für die Spritherstellung aufgewendeten Prozesswärmeenergiemenge (durch Differenz zum Gesamtoutput).

2. Überlegung: Wenn man diese Energiemenge statt dessen in Elektroenergie umwandeln würde (Verfeuerung im Wärmekraftwerk mit entsprechend angesetztem Wirkungsgrad) und die so „gewonnene“ Elektroenergie in E-Autos zur Fortbewegung nutzen würde - wäre das immer noch energieeffizienter als mit der eingesetzten Prozesswärmeenergiemenge Sprit herzustellen und diesen in Verbrennungsmotoren zur Fortbewegung zu nutzen? Sehr wahrscheinlich doch ja, oder?
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Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

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  • secuder
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Hm, irgendwann wird das dann halt witzlos. Man könnte ja schließlich einfach den ganzen Sprit nehmen und zu Strom machen...

In der Kette vom Bohrloch zum Auto gibt es Verluste, aber das ist analog bei Strom nicht anders.

Die Zahlen von Wiese finde ich auch schlüssig, sie taugen aber eher weniger zum Aufreger.

Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

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secuder hat geschrieben:Man könnte ja schließlich einfach den ganzen Sprit nehmen und zu Strom machen...
Ginge wahrscheinlich auch und wäre immer noch besser, als ihn in Verbrennungsmotoren zu verheizen. ;) Aber mein Gedankengang setzt ja eine Stufe früher an.
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