Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

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Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

keyfob
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Warum ist die beantwortung der Frage eigentlich wichtig das es sich lohnt Jahrelang darüber zu debatieren?
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Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

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"Don´t Feed the Troll."
Mann sollte nicht auf jeden Blödsinn antworten!

"Es ist schon alles gesagt, nur nicht von allen." (Karl Valentin)
Nach 57 Seiten ist das Thema mehr als ausreichend behandelt worden!

Mehrere Leute haben das Thema hier auch schon versucht zusammenzufassen.
Z. B. meine Zusammenfassung auf Seite 53.

Wenn man mit "Sprit" nicht Benzin und Diesel meint,
sondern E-Fuels (Wasserstoff und synthetische Treibstoffe),
dann hat das BMU (Bundeministerium für Umwelt) das Thema in der Infografik von Seite 55 zusammengefasst.

Der Thementitel ist nicht eindeutig gewählt, daher gab´s zwischenzeitlich auch das Thema Energiebedarf für die Erzeugung von Benzin.
Aber die üblichen Verdächtigen haben auch dort die Diskussion ad absurdum geführt.

Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

Duke711
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Casamatteo hat geschrieben: "Der Blödsinn von Duke 711 geht also weiter.", Zitat von 2019. Immerhin, die 14 Leerzeilen enthalten keine Fehler, der Rest ist Leere mit Buchstaben.
Ja wenn man eben keine Argumente hat und nichts von Physik versteht.

JoDa hat geschrieben: /viewtopic.php?p=1049477#p1049477]Energiebedarf für die Erzeugung von Benzin[/url].
Aber die üblichen Verdächtigen haben auch dort die Diskussion ad absurdum geführt.
Ad absurdum ist eigentlich nur wenn man sich der einfachen Mathematik bedient ohne sich an den Rahmenbedingung der Physik zu halten. Denn Aufgrund des Emissionsverhältnis kann man nicht eben auf den Energiebedarf schließen, das wurde auch so in keiner Studie gemacht.

Wenn man aber das Emissionsverhältnis mit dem Wirkungsgrad verwechselt, kann das eben auch nichts werden. Vielleicht mal darüber nachdenken warum das in keiner Studie gemacht wird.

Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

Duke711
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@Joda

Im übrigen sind dass die wissenschafltichen Standards die in sämtlichen Studien genannt werden:

Benzin 18,4 g/MJ
Benzin E5 17,8 g/MJ
Diesel 16,5 g/MJ

Wie man hier angeblich auf 30% bezüglich Benzin kommen will, bleibt ein Rätsel.

2337 / [42,6 * 18,4 + 2337] = 0,749.

Vielleicht mal aufmerksamer die Studien lesen, da werden auch öft für Benzin die 3,12 kg genannt!

Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

Casamatteo
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Du hast jetzt pompös mit hingeknallten Werten ohne Einheiten etwas berechnet was ich oben schon bezogen auf ein Liter Benzin vorgerechnet habe.
Du hast offenbar 42 MJ Heizwert von einem Kilogramm Benzin hergenommen, mit den angeblichen 18g CO2-Emission pro MJ Stoffmenge in der Vorkette multipliziert, und damit 784g CO2 erhalten die durch Herstellung eines Kilogramm Benzin emittiert werden. Bei mir waren es 576g da pro Liter bezogen.

Die 784g pro kg addierst du nun offenbar zu den ca. 2,3 kg CO2, die die Verbrennung von 1 Liter Benzin freisetzt, und erhältst mit 3,12 kg einen Zahlenwert der für die CO2-Emission von einem Liter Diesel inkl. Vorkette passt, aber bei deiner Kilo-Liter-Mixtur keinen Sinn ergibt.

Dann rechnest du mit den falsch addierten Werten von kg und Liter auch noch den Kehrwert aus, anstatt konsistent mit den Werten pro Liter (2300g+576g)/2300g= 1,25 zu erhalten, also zur direkten Verbrennung noch +25% Emission in der Vorkette, mit dem Wert "Benzin 18,4 g/MJ" den du dahergebracht hast. Wie gesagt, bezogen auf ca. 9 kWh Heizwert pro Liter Benzin sind das ca. 2 kWh Brennstoffeinsatz in der Vorkette. Déjà vu.

Hast du dir jetzt genug selber widersprochen oder kommt noch eine Runde?
Smart ED3 EZ2013 56000km 2. 22-kW-Lader
6 Liter Diesel brauchen ca. 12 kWh Energie als Brennstoffverbrauch in der Raffinerie, keine 42 kWh als Strom wie Andreas Burkert behauptet. Er hat vermutlich zudem US-Gallonen und Liter verwechselt.

Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

Duke711
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Viele Argumente hast Du ja gerade nicht, das Du schon verzweifelt Fehler suchst.
Es sind immer noch keine kWh. Das Du die falsche Physik ständig wiederholst, stellt diese noch lange nicht richtig.

Aber stimmt, richtigerweise müsste die Rechnung:

2337 / [31,2 * 18,4 + 2337] = 0,8

lauten.

Casamatteo hat geschrieben:
Hast du dir jetzt genug selber widersprochen oder kommt noch eine Runde?
Ich habe mich nirgendswo widersprochen. Das ist und bleibt eine Behauptungen die Du noch nicht mal mit schlüssigen Argumenten begründet kannst. In den Studien steht Äquivalent CO2 und keine kWh. Da helfen Dir deine Ablenkungsmanöver überhaupt nicht. Die kWh sind eine falsche Behauptung deinerseits und beruht auf keinerlei Fakten. Physikalisch bleibt deine Schlussfolgerung nach wie vor falsch. Da kannst Du dich mit der Rechenfehlersuche brüsten wie Du möchstest. Zumal die 2300 ebenfalls nicht ganz richtig sind.


Nachtrag:
Wie wäre es dann mal mit Fakten bezüglich den kWh? Und nein, erspare uns deine alberne Rechnung über das Emissionsverhältnis. Das kann keiner ernst nehmen.

Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

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  • JoDa
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@Duke711
Die Begründung für meine Abschätzungen samt Quellenangaben und Durchrechnung habe ich gepostet.
Tipp: Du solltest bei deinen Abschätzungen auch diese drei Punkte anführen.

Deine mehrmals gepostete aufwendige Berechnung des Gesamtwirkungsgrades der Kette (vom Bohrloch bis zur Tankstelle), durch Berechnung aller Einzelwirkungsgrade der Kette halte ich aus mehreren Gründen für nicht sinnvoll:
1.) Die verwendete Definition des Wirkungsgrad als Heizwert der Produkte pro Heizwert von Rohöl impliziert, dass der Energiebedarf für die Herstellung und für die Aufrechterhaltung der Infrastruktur (Bohrturm, Pipelines, Öltanker, Raffinerien, Tankwagen, Tankstellennetz) nicht berücksichtigt wird.
Das wäre aber OK, wenn man das erwähnen würde. ;)
2.) Diese Definition berücksichtigt auch nicht die verschwendete "Gratisenergie". Also z.B. auch heute noch werden zumeist die Begleitgase abgefackelt, was nicht nur eine Umweltverschmutzung ist, sondern der Heizwert dieser Gase wird nicht im Wirkungsgrad berücksichtigt. (Ebenso impliziert das, dass alle Pipelines zu 100% dicht sind, das die Öltanker nicht mit Meerwasser ausgewaschen werden, ... )
Das wäre aber auch OK, wenn man das erwähnen würde. ;)
3.) Klar kann man die Einzelwirkungsgrade abschätzen, indem man mit Hilfe von physikalischen Gesetzen sich ausrechnet wie hoch jeweils der optimale Wirkungsgrad sein müsste. Leider haben reale Prozesse zumeist weitere, nicht vernachlässigbare, Verluste welche man eben nicht einfach berechnen kann.
Daher ist die Verwendung von gemessenen Werten zu bevorzugen. Leider werden diese tatsächlichen Werte oft nicht veröffentlicht, und daher kann man dann mit Hilfe von physikalischen Gesetzen nur den theoretischen Maximalwert des Wirkungsgrades berechnen.
Das wäre aber auch OK, wenn man das erwähnen würde. ;)
4.) Deine Berechnungen sind prinzipiell nicht nachvollziehbar. Da Begründungen, Quellenangaben und Rechenschritte fehlen.
Das ist nicht OK. :(
5.) Auf konstruktive Kritik reagierst du wie ein "Troll".
Das geht gar nicht. :evil:
Zuletzt geändert von JoDa am So 18. Jul 2021, 08:39, insgesamt 1-mal geändert.

Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

Duke711
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JoDa hat geschrieben: @Duke711
Die Begründung für meine Abschätzungen samt Quellenangaben und Durchrechnung habe ich gepostet.
Tipp: Du solltest bei deinen Abschätzungen auch diese drei Punkte anführen.
Solange die Abschätzung nur über das zweckentfremden der Studien mit einem Emissionsverhältnis führt, hat das leider überhaupt nichts mit der Realität zu tun. Ohne eine Energiebilanz kann man eben das auch nicht abschätzen.



JoDa hat geschrieben: 1.) Die verwendete Definition des Wirkungsgrad als Heizwert der Produkte pro Heizwert von Rohöl impliziert, dass der Energiebedarf für die Herstellung und für die Aufrechterhaltung der Infrastruktur (Bohrturm, Pipelines, Öltanker, Raffinerien, Tankwagen, Tankstellennetz) nicht berücksichtigt wird.
Stimmt, aber wer rechnet mit der Infrastruktur bezüglich des Ladenetzes, da habe ich noch keine Studie gesehen.

JoDa hat geschrieben: 2.) Diese Definition berücksichtigt auch nicht die verschwendete "Gratisenergie". Also z.B. auch heute noch werden zumeist die Begleitgase abgefackelt, was nicht nur eine Umweltverschmutzung ist, sondern der Heizwert dieser Gase wird nicht im Wirkungsgrad berücksichtigt. (Ebenso impliziert das, dass alle Pipelines zu 100% dicht sind, das die Öltanker nicht mit Meerwasser ausgewaschen werden, ... )
Nur hat das aber eben nichts mit den Wirkungsgrad und somit den Energiebedarf der Ölförderung zu tun wenn Nebenprodukte verbrannt werden. Das erhöht dann nur eben die Emissionen. Es sind nur die Punkte relevant die eben zusätzliche Energie benötigen:

Also z.B.

Pumpen
Förderung

etc.

JoDa hat geschrieben: 3.) Klar kann man die Einzelwirkungsgrade abschätzen, indem man mit Hilfe von physikalischen Gesetzen sich ausrechnet wie hoch jeweils der optimale Wirkungsgrad sein müsste. Leider haben reale Prozesse zumeist weitere, nicht vernachlässigbare, Verluste welche man eben nicht einfach berechnen kann.
Es ist bewußt einfach gehalten. Nur sollte man aber auch abschätzen können das gewisse Leckagen und co. darauf keinen relevanten Einfluss, genauso wie die abgeschätzen Pumpverluste, haben.
JoDa hat geschrieben: Daher ist die Verwendung von gemessenen Werten zu bevorzugen. Leider werden diese tatsächlichen Werte oft nicht veröffentlicht, und daher bleibt dann nur die grobe Abschätzung mit Hilfe von physikalischen Gesetzen.
Die wesentlich Punkte wie

- Öltanker
- LKW
- Raffinerie

basierten auf Messungen

JoDa hat geschrieben: 4.) Deine Berechnungen sind prinzipiell nicht nachvollziehbar. Da Begründungen, Quellenangaben und Rechenschritte fehlen.
Nicht nachvollzuziehen. Die Berechnung ist bewusst einfach gehalten. Alle Rechenschritte wurden dargestellt und die Quellenangaben sind als erstes überhalb der einzelnen Schritte wie

- Öltanker
- PKW
- Raffinerie

aufgeführt.

Zumal kann auch jeder über seine Suchmaschine des Vetrauens selber schnell recherchieren was ein beladender LKW für einen typischen Verbrauch hat.

JoDa hat geschrieben: 5.) Auf konstruktive Kritik reagierst du wie ein "Troll".
Das geht gar nicht. :evil:
Stimmt nicht nicht, da es keine konstruktive Kritik gibt. Die Kritik besteht mit "Blödsinn" nur aus simplen und inhaltslosen Einzeiler.
Es ist bewußt zum nachvollziehen einfach gehalten. Fakt ist nunmal das eine simple Dreisatzberechnung des Emissionsfaktor über die Zweckentfremdung aus den Studien nur reiner Quatsch ist und nichts mit Physik zu tun hat. Darum kann man das nicht ernst nehmen und wenn man hier schon danach bestrebt ist Fakten zu veröffentlichten, dann sollte man das unterlassen.
Zumindest ist das weder ein Beweis, noch keine Gegenfakten das meine Rechnung prinzipiell falsch sein sollte. Wenn ihr sinnvolle Kritik mit Gegenfakten üben wollt, dann bleibt entweder nur der Weg über die Energiebilanz bzw. eine Studie die sich damit beschäftigt und sich nicht nur auf die Emissionen beschränkt.
Und solange das nicht passiert ist die einfach gehaltente Rechnung weder widerlegt noch angreifbar.
Vielleicht sollte man einfach einsehen dass die Abschätzung mit der Dreisatzberechnung nichts mit Physik und der Realität zu tun hat sondern nur Blödsinn ist.

Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

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JoDa hat geschrieben: Ich habe meine Zusammenfassung des Themas aktualisiert.
Keine Angst man muss nicht alles lesen, es soll als Nachschlagewerk dienen.
Außerdem ist am Ende eine kurze Zusammenfassung. ;)



"You have enough electricity to power all the cars in the country if you stop refining gasoline“
Elon Musk 2011 [1]

D.h. Elektroautos benötigen zum Laden keine zusätzliche elektrische Energie. Da diese elektrische Energie nicht mehr von den Raffinerien zur Erzeugung von Benzin benötigt wird.

Seit dieser Falschaussage von Elon Musk werden immer wieder ähnliche falsche Behauptungen von Elektroautofans aufgestellt. Ich glaube es ist nicht notwendig zu Lügen, um die Vorteile des Elektroautos gegenüber den Verbrennern zu erkennen. Im Gegenteil, durch solche offensichtlichen Falschaussagen machen sich die Anhänger des Elektroautos nur unglaubwürdig. Daher ist es notwendig diese Aussagen richtig zu stellen.

Die Aussage von Elon Musk geht von Daten von Jake Wand einem Mitarbeiter des Department of Energy DoE aus dem Jahr 2008 [6] aus. Raffinerien in den USA hatten demnach einen Energiebedarf von ca. 6kWh pro amerikanische Gallone (=3,785 l) = 1,6 kWh/l = ca. 20% vom Heizwert von Benzin (=8,4 kWh/l).
Vergleicht man die Fuel Economy in Miles per Gallon MPG, des damals in den USA meistverkauften Elektroautos Tesla S und des meistverkauften Verbrennerautos Ford F 150 so erhält man lt. EPA 17MPG/89MPGe = ebenfalls ca. 20%.
Elon hat offensichtlich geglaubt es handelt sich bei den 6kWh/Gallon um den elektrischem Energiebedarf, stattdessen handelte es sich um den Gesamtenergiebedarf, den man zur besseren Unterscheidung in MJ/Gallon anschreiben sollte.

Wie viel Energie wird zur Produktion von Benzin nun wirklich benötigt?
Für Raffinerien in Deutschland liefert einer Studie der Deutschen Energie Agentur DENA aus dem Jahre 2011 nur ca. die Hälfte des von der DoE angegebenen Gesamtenergiebedarfs pro Liter Benzin. [7]
Aktuellere Daten von einzelnen deutschen Raffinerien findet man in deren Umwelterklärungen, jedoch nicht aufgeschlüsselt auf die einzelnen Produkte. Z.B.: Raffinerie Ingolstadt 2017 [8]: Gesamtenergieverbrauch pro Tonne Rohöl = 0,718MWh/toe (1toe = 11,63MWh) = 0,062 = 6%
Der Energiebedarf vom Bohrloch bis zum Tank (=well to tank), inklusive Energiebedarf für den Bau und die Instandhaltung der Infrastruktur, wird statistisch nicht erfasst. Auf Wikipedia [9] wird nur mehr eine Studie für die Schweiz genannt welche im Auftrag der Stadt Zürich im Jahr 2008 einen Primärenergiefaktor von Benzin von 1,29 berechnete. Also 29% von 8,4kWh/l = 2,4kWh/l. (Mittlerweile ist auch diese Studie nicht mehr allgemein zugänglich.)
Die CO2-Emissionen werden jedoch von den Umweltbundesämtern berechnet. Und da der Energiebedarf der Vorkette fast ausschließlich durch Verbrennung von Erdöl und Erdölprodukten gedeckt wird, schätze ich den Anteil der Vorkette beim Energieaufwand gleich hoch, wie der Anteil der CO2-Emissionen.
Lt. CO2-Rechner des österreichischen Umweltbundesamtes [10] gilt derzeit (Werte werden ca. jedes Jahr aktualisiert) für 1 Liter Benzin in Österreich:
Emissionen indirekt : Emission direkt = 0,602 kgCO2equ : 2,144 kgCO2equ = 0,281 = 28%
Also nahezu das gleiche Ergebnis wie bei der Studie für die Schweiz.

Wie viel zusätzliche elektrische Energie wird bei der Produktion von Benzin nun wirklich benötigt?
Wenn man sich die gesamte Kette well-to-tank (vom Bohrloch bis zur Tankstelle) ansieht so benötigen nach den Raffinerien die Pumpen für die Ölpipelines am meisten elektrische Energie.
Der Energiebedarf einer Raffinerie wird zum größten Teil aus Rohöl oder zugekauftem billigen Erdgas gedeckt! Elektrische Energie welche in der Raffinerie selbst erzeugt wird darf nicht berücksichtigt werden, da ohne Raffinerie diese elektrische Energie nicht erzeugt würde. Zu berücksichtigen ist also nur die elektrische Nettoenergie, die angibt um wie viel mehr el. Energie die Raffinerie aus dem Netz entnimmt als einspeist.
Die Daten für den elektrischen Energiebedarf der Raffinerien eines Landes sind nicht ganz einfach zu finden. Für die meisten europäischen Länder findet man die Daten bei EUROSTAT [3]. Statistical Review of World Energy von BP [4] liefert den jährlichen Raffineriedurchsatz an Erdöl eines Landes. Damit kann man für ein Land den elektrischen Energiebedarf der Raffinerien pro Liter Benzin abschätzen wenn man annimmt, dass für jedes Endprodukt (Flüssiggas bis Heizöl) dieselbe Energiemenge pro Kilogramm aufgewendet wird. Typischerweise erhält man dann ca. 0,04 kWh pro Liter Benzin. Oder einfacher formuliert 0,5% vom Heizwert von Benzin (=8,4 kWh/l)

Die elektrischen Pumpen der Ölpipelines sind der zweite große elektrische Energieverbraucher bei der Produktion von Benzin.
Lt. Wikipedia benötigt z.B. die Südeuropäische Pipeline 100GWh/a elektrische Pumpenergie.
Damit könnte man zwar ca. 35 000 Elektroautos antreiben, aber wenn die Pumpen kein Öl mehr transportieren dann fehlt der Heizwert des transportierten Rohöls von 270 000GWh/a! [5]
Die relativen Verluste der Ölpumpen = Pumpenergie : transportierte Energie ist demnach 0,00037 =0,037%. Also ist auch die elektrische Pumpenergie 0,037% des Heizwertes von Benzin.
Je nach Länge der Pipeline variieren die Werte.

Meine Antwort, angegeben in % des Heizwertes von Benzin, lautet daher ca. 0,5% von den Raffinerien + ca. 0,1% von der restlichen Kette well-to-tank.
D.h.: Wenn man mit einem Elektroauto statt einem vergleichbaren Benziner fährt, und die daher nicht benötigte el. Energie zur Erzeugung von Benzin stattdessen zum Laden des Elektroautos verwendet, kann man damit nur 0,6%*3=2% der Strecke fahren. (Der Faktor 3 kommt daher, weil ein Elektroauto mit der gleichen Energiemenge den ca. dreifachen Weg fahren kann wie ein Benziner. Begründung siehe nachfolgend.)

Die wievielfache Energiemenge muss man durchschnittlich beim Benziner tanken?
(Im Vergleich zur geladenen Energiemenge beim Elektroauto ab Steckdose.)
Für Vergleiche werden Normverbräuche verwendet. In Europa wird seit 2019 der WLTP verwendet, in den USA wird von der EPA das Berechnungsverfahren vorgegeben.
Vergleicht man die Benzin- und die Elektroversion ein und desselben Autos z.B. des VW-Golfs so erhält man lt. WLTP den ca. 4 fachen Energiebedarf beim Benziner bzw. lt. EPA die ca. 4 fache fuel economy beim Elektroauto.
Tatsächlich sind die niedrigen Normverbrauchswerte der Elektroautos in der Praxis vom Durchschnittsfahrer nicht erreichbar, wie man auf spritmonitor.de erkennen kann, wo hauptsächlich sparsame Fahrer ihre Verbrauchswerte eintragen. Die meisten tragen die Verbrauchswerte laut Boardcomputer ein, da dies am einfachsten ist und nicht alle zu Hause einen separaten Stromzähler haben. Macht man sich die Mühe diejenigen einzeln herauszusuchen welche den Stromverbrauch ab Steckdose angeben, so erkennt man, dass deren Werte deutlich höher sind als um die üblicherweise geschätzten +10%. Vergleicht man so den VW Golf TSI 110PS mit dem VW e-Golf so erhält man „nur“ den ca. 3 fachen Energiebedarf (=“Verbrauch“).

Zusammenfassung:

Frage: Wieviel Energie braucht die Benzinherstellung wirklich?
Kurzantwort: Viel! (ca. 30% des Heizwertes von Benzin, ist der Energiebedarf well-to-tank inkl. Energiebedarf für die Infrastruktur.)

Frage: Wieviel zusätzlichen Strom braucht die Benzinherstellung wirklich?
Kurzantwort: Wenig! (ca. 0,6% des Heizwertes von Benzin, wird vom Stromnetz zugekauft.)

Frage: Wen interessiert der Energieverbrauch bei der Benzinherstellung?
Kurzantwort: Niemand! (Den Kunden interessiert nur was der Sprit an der Tanke kostet. Die Industrie macht nur eine effizientere Produktion wenn es sich rechnet. Daher werden z.B. die Begleitgase [11] einfach abgefackelt.)

Quellennachweise:
[1] http://www.businessinsider.com/elon-mus ...
[2] https://www.spritmonitor.de/de/suche.html
[3] http://appsso.eurostat.ec.europa.eu/nui ...
Bei "Energieindikator" die „+“ Schaltfläche drücken und „Verbrauch in Raffinerien“ auswählen.
Bei „Maßeinheiten“ Gigawattstunden auswählen.
[4] http://www.bp.com/en/global/corporate/e ... nergy.html
Unter dem obigen Link als PDF oder xlsx downzuladen. Unterpunkt „Oil –Refinery throughput“ auswählen.
[5] viewtopic.php?p=1025377#p1025377
[6] https://evmc2.wordpress.com/2014/08/28/ ...
[7] https://www.mwv.de/wp-content/uploads/2 ...
Siehe Abbildung 11: 8,7% von 8,4kWh/l . (240/210) =0,84kWh/l
[8] https://gunvor-raffinerie-ingolstadt.de ...
[9] https://de.wikipedia.org/wiki/Well-to-Tank
[10] http://www5.umweltbundesamt.at/emas/co2mon/co2mon.html
[11] https://www.stefanschroeter.com/220-fue ...

👍 super Zusammenstellung.
Findet man diese Zusammenfassung auch im WIKI?

Man könnte nur überlegen, die 30% der Energie der Erzeugung , noch mal in kWh dazustellen, um zu zeigen wie viel es wirklich ist.
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Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

hgerhauser
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Ich kann leider auch sehr wenig von den Berechnungen von Duke nachvollziehen. Richtig ist, dass ein Teil der Well to refinery Emissionen Methanemissionen sind und nicht CO2. Entsprechend der von mir zitierten Quelle sind im Weltschnitt Well to refinery Emissionen von etwa 15% der bei Verbrennung des Benzins entstehenden Emissionen zu konstatieren. Davon ist laut dieser Quelle etwa ein Drittel Methan. Joda zitiert einen Wert von 28% Well to Tank. Für eine Umrechnung in einen Energiebedarf sind dafür etwa 5 Prozentpunkte abzuziehen (ein Drittel von 15%.).

Die Berechnungen zu Pumpverlusten von Duke kann ich nicht nachvollziehen, sie sind aber auch irrelevant, weil der weltweite Durchschnittsenergiebedarf Well to refinery zu sehr großen Teilen durch thermische Energie bestimmt wird (Steam flooding, Steam assisted gravity drainage bei Ölsanden).
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