Chance des Wasserstoff in Energiewende & Elektromobilität

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Chance des Wasserstoff in Energiewende & Elektromobilität

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folder So 17. Jun 2018, 13:42
Bisher war ich nicht bekannt dafür ein großer Fan der Wasserstoff basierten Mobilität zu sein. Marko Bartelsen von „Energie des Nordens“ konnte jedoch bei mir im Kopf im Interview beim Grünstrom Event auf dem GreenTEC Campus in Enge-Sande (Nordfriesland) einige Dämme brechen. Er hat mich nun richtig ins Grübeln gebracht, ob die Idee, aus Strom Wasserstoff herzustellen, doch nicht nur doof ist. :)
Bisher streiten sich die zwei Technologiebereiche Wasserstoff und Batterie um den Platz der besten Antriebsmöglichkeit für die Mobilität der Zukunft. Bevor sich jedoch die Verbrenner-Lobby als lachende Dritte freut, sollte lieber ein Schulterschluss gefunden werden und gemeinsam die Mobilität gestaltet werden – jede Technik in ihrem Bereich! Die Zukunft gehört der Brennstoffzelle UND dem Batterieelektrischen Fahrzeug.
Insbesondere im Schwerlastverkehr (Bahn, LKW und Schifffahrt) dürfte ihr Haupteinsatzzweck liegen. Damit der Wasserstoff nachhaltig hergestellt wird, werden aktuell in Nordfriesland zwei Elektrolyseure gebaut, welche bei drohender Zwangsabschaltung (zuviel Strom im Netz) Wasserstoff aus Windenergie herstellen sollen. Das ist eindeutig sinnvoller, als die Windräder sinnlos abgeschaltet rumstehen zu lassen.
Ein sehenswertes Interview mit Projekt-Ingeneur Marko Bartelsen:

Offizieller Elektroautoguru des T-magazin :-P
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Re: Chance des Wasserstoff in Energiewende & Elektromobilitä

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folder So 17. Jun 2018, 14:24
Ich habs doch schon immer gesagt: Wasserstoff in den Schwerlastverkehr, wo richtig viel Energie verbraucht wird. Kostet zwar eine Menge Ökostrom, aber immer noch besser als die aktuelle Stinkerei auf dem Wasser und in der Luft.
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Re: Chance des Wasserstoff in Energiewende & Elektromobilitä

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folder So 17. Jun 2018, 15:29
BuzzingDanZei hat geschrieben: zwei Elektrolyseure gebaut, welche bei drohender Zwangsabschaltung (zuviel Strom im Netz) Wasserstoff aus Windenergie herstellen sollen.
Nur weil die Braunkohlekraftwerke immer mit voller Last durchlaufen dürfen, müssen Windkraftwerke zwangsabgeschaltet werden. Der tolle Wasserstoff wird also aus Braunkohlestrom gemacht.
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Re: Chance des Wasserstoff in Energiewende & Elektromobilitä

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folder So 17. Jun 2018, 15:36
mweisEl hat geschrieben: Nur weil die Braunkohlekraftwerke immer mit voller Last durchlaufen dürfen, müssen Windkraftwerke zwangsabgeschaltet werden. Der tolle Wasserstoff wird also aus Braunkohlestrom gemacht.
Das kann man auch anders herum sehen. Für die Produktion des Wasserstoffs wird kein zusätzlicher Kohlestrom benötigt.
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Re: Chance des Wasserstoff in Energiewende & Elektromobilitä

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folder So 17. Jun 2018, 15:47
Ich war auch in Enge-Sande, konnte mir den überfüllten Vortrag von Marko Bartelsen aber nur noch auf You Tube ansehen. Habe auch mit dem Mann von Linde gesprochen (dem "Lindemann").
Mein Schluss ist ein ganz ähnlicher.
Das BEV mit Akku sollte da eingesetzt werden, wo es möglich ist. Wenn der Akku an seine Grenzen stößt (Fern-Busse und -Lkw, sowie nicht elektrifizierte Bahn) und der Dieselmotor die Alternative wäre, hat vermutlich die Brennstoffzelle ihre Chance. Gegen den Akku im Pkw-Bereich hat sie jedoch keine Chance. Warum?
Es bleibt immer die schlechte Energie-Effizienz bei der Herstellung des Wasserstoffs im Elektrolyseverfahren (das heute kaum einer anwendet, weil es eben so energieaufwendig ist). Der weitaus meiste Wasserstoff wird über die Dampf-Reformierung hergestellt, bei der aber sehr viel CO2 anfällt. Das ist der KO für dieses Verfahren aus Umweltsicht.

Im Elektrolyseverfahren werden 55 kWh elektrische Energie benötigt um 1 kg Wasserstoff herzustellen (Quelle: http://www.cleanenergypartnership.de). Damit fährt ein FCEV rund 100 km. Wie weit fährt ein BEV mit 55 kWh? Mindestens 300 km, jetzt im Sommer auch 400 und mehr km.
Deshalb sollte eine öffentliche Förderung von FCEV als Pkw eingestellt werden, weil das nie sinnvoll werden kann, weil es eine bessere Alternative - das BEV - gibt. Wasserstoffherstellung aus Strom, der ansonsten, wenn er nicht dafür genutzt werden würde abgeregelt wird, scheint sinnvoll zu sein. Einsatzbereich in der Brennstoffzelle im Schwer-Fernverkehr.
Zuletzt geändert von Vanellus am So 17. Jun 2018, 16:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Chance des Wasserstoff in Energiewende & Elektromobilitä

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folder So 17. Jun 2018, 15:48
Warum sollte man die Energie mit Wasserstoff vernichten? Der Wirkungsgrad vom Strom zum Wasserstoff und zurück zum Strom ist gleich schlecht wie beim Verbrenner. Da sollte lieber Mal die Regierung Aufwachen und ein paar Kohlekraftwerke abschalten! Der Kraftwerksbetreiber soll seine Hochlaufzeit bekannt geben und dann bekommt er eine Pufferakku vor die Haustür gestellt der die diese Zeit überbrückt. Wird das Kraftwerk ein Jahr lang nie gebraucht wird es für immer dicht gemacht!

Und übrigens: ein Brennstoffzellenfahrzeug ist ein E-Auto mit kleinem Akku und einer Brennstoffzelle als REX.
Da mach ich gleich den Akku größer und spar mir das ganze Zeug.
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Zweitauto: Nissan Leaf 2012er mit isolierter Heizung
Sonst keine fossile Dreckschleuder zur Fortbewegung ;)

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Re: Chance des Wasserstoff in Energiewende & Elektromobilitä

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folder So 17. Jun 2018, 16:01
Bei Wasserstoff im PKW kommt mir auch immer in den Sinn, dass verhindert werden soll, dass mit eigener Energie (sprich PV-Strom) gefahren wird. So kann man schön am alten System festhalten für die Massen.
Bei Schwerlastverkehr (vielleicht auch noch Flugzeuge und Binnenschiffe) halte ich es für sinnvoll.
Sicherlich wäre mein Nachbar auch nicht unbedingt damit einverstanden, wenn ich meinen eigenen Wasserstoff in der Garage herstelle

Bis bald

Jens

Re: Chance des Wasserstoff in Energiewende & Elektromobilitä

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Bei allen Kommentaren hier bezüglich des Wirkungsgrades, die hier beschrieben werden, stimme ich vollkommen zu. Habt ihr euch eigentlich das Video mal komplett angeschaut? Wenn das so einfach wäre einfach mal ein Kohlekraftwerk runter zu fahren dann würde das auch gemacht. Doch es fehlt die Stromleitung. Ihr tut ja alle so als ob das Kohlekraftwerk direkt neben dem Windrad steht. Es wurden konkrete Beispiele genannt, die Wasserstofferzeugung direkt mit dem Windrad zu koppeln ohne irgend ein Umspannwerk. So gut wie keine Leitungen oder Verluste diesbezüglich. Die 2. Variante war direkt am Umspannwerk etwas größeres zu errichten wo sich der Strom von den umliegenden Windrädern bündelt. Das ist auf jeden Fall die einfachste Variante den Strom sinnvoll zu benutzen als die Windräder einfach abzuschalten.

Re: Chance des Wasserstoff in Energiewende & Elektromobilitä

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folder So 17. Jun 2018, 16:18
attach_fileBNetzAgentur_Quartalsbericht_Q4_Gesamt_2016.pdf
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Ich hab doch geschrieben: im Pkw ist der Akku die preisgünstigste und energieeffizienteste Lösung. Bei sehr langen täglichen Laufzeiten und sehr großen zu bewegenden Massen kommt aber irgendwann der Punkt, w der Akku allein wenig sinnvoll ist.

In DE wurden 2015 14,5 TWh abgeregelt (Quelle: Bundesnetzagentur: Netz- und Systemsicherungsmaßnahmen 2016). Entschädigung dafür 412 Mio. €. Von den Stromkunden (nicht allen!) aufzubringen. Schwerpunkt Schleswig-Holstein. Seit 2016 ist ein Rückgang festzustellen, weil neue Hochspannungsleitungen in Betrieb gegangen sind (2016: 11,5 TWh; 219 Mio. €).
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Re: Chance des Wasserstoff in Energiewende & Elektromobilitä

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Ecano
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folder So 17. Jun 2018, 16:26
Zuerst sollten wir mal mit der Energiewende anfangen.
Lt. EU wird auch bei den Erneuerbaren Deutschland krachend untergehen.
Es wird bei uns viel gelabert und nichts passiert. Der Ausbau wird ja an allen Stellen massiv blockiert.

Aktuell (am Schwachlastsonntag) gerade mal 62% EE bei der Stromerzeugung. Da ist bei diesem schönen, sonnigen und windigem Wetter noch viel Luft nach oben.

Die AKws sollen ja auch noch vom Netz. Die Braunkohlestinker laufen ja auch noch alle. Wegen wegfallender Dividende will da auch niemand ran.

Und dann muss erst mal die Sektorenkopplung umgesetzt werden (1 Mio Elektoautos bis 2020, 30 Mio bis 2030) sowie die Wärmeerzeugung durch Wärmepumpen. Die wollen alle geladen werden und geheizt werden soll auch.

Die neuen Stromverbraucher müssen dann irgendwann auch intelligent zu- und abgeschaltet werden. Die BEVs können auch als Puffer dienen, wenn denn mal interessante Stromtarife dafür entstehen werden.

Und da die Einspeisevergütung niedrig ist und Batteriespeicher durch die langsam anlaufende Massenproduktion attraktiver werden, wird es immer mehr private, lokale Zwischenspeicher geben.

Und wenn das alles geschafft ist, dann kann man über die Speicherung des dann überflüssigen Stroms mit Wasserstoff philosophieren.

Aber da wir ja in D gerne den 3. Schritt vor dem ersten machen, kann sowas schon mal nötig werden.

Oder vielleicht wollen die einfach den nördlichen Überschussstrom wegen der nicht abschaltbaren Braunkohlekraftwerke und der fehlenden Leitungskapazitäten mit LKW in den Süden transportieren?? :D
Smart ED 44, bestellt am 18.1.2018, erhalten 19.10.2018
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