Fragen, Probefahrt und „Einweisung“ durch den Verkäufer

Re: Fragen, Probefahrt und „Einweisung“ durch den Verkäufer

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Hallo.

Ich wohne zwar im Voralpenraum, könnte aber den Allrad mangels Schnee seit Januar nicht testen.

Die Sitze sind, wie mein Vorredner schon schrieb, reine Empfindungssache. Ich finde sie gemütlich, allerdings haben sie natürlich nicht den Seitenhalt, den ich von den Sportsitzen aus dem vorigen Fahrzeug gewohnt war. Zumal ich nicht beurteilen kann, ob die Top Version andere Sitze hat als mein Basis (natürlich bis auf das Material).

Zum Steckenprofil kann man auch recht wenig sagen. Das musst Du nochmal (wenn nicht schon geschehen) mit den Bedingungen testen, wie Du sie tatsächlich haben solltest. Also mit vollem Akku von zuhause los fahren usw.! Wie in anderen Threads schon mehrfach geschrieben wurde, ist der Outlander am effizientesten, wenn man unter Landstraßentempo fährt. Falls also Autobahnpassagen auf dem zugrunde gelegten Steckenprofil dabei sind, würde ich behaupten daß der Outi nicht zu deinen Anforderungen passt.

Gerne würde ich noch dein "Testergebnis" mit dem Outi hier lesen.

Gruß Claus
Wer das Watt nicht ehrt, ist das kW nicht wert! 🤣
Geladen wird bei jeder Gelegenheit. Egal ob Chademo, Typ2 oder Ladeziegel. 👍
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Re: Fragen, Probefahrt und „Einweisung“ durch den Verkäufer

4504
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Hi Tenken,
bei dem Profil würde ich nicht rein elektrisch den Berg hochfahren. Vorzugsweise den Outlander voll laden und dann im SPORTMODUS den Berg hoch und einmal schauen wie weit und mit welchem Verbrauch man am Scheitelpunkt auf 1800 Meter ankommt. Sollten bei 1800 Meter am Scheitelpunkt noch ca. 50% E-Ladung vorhanden sein und der Verbrauch unter deinem alten Wagen liegen, kannst du entscheiden ob es passt.

Bei dem Höhenprofil halte ich rein elektrisches Fahren für nicht möglich. Im Sportmodus kannst Du bei feinfühligen Gasfuß das Zusammenspiel von Verbrenner-/Elektroantrieb nutzen, bis zu einem Akkustand von ca. 50% klappt das ganz gut. Über flaches Land bei konstant 120km/h auf der Autobahn komme ich so auf 4l/100km plus ca. 4,5kWh aus dem Akku. Bergfahrt mir Serpentinen mag da ganz anders aussehen.

Gruß,
4504

Re: Fragen, Probefahrt und „Einweisung“ durch den Verkäufer

sko
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Tenken hat geschrieben: Leider lässt sich die Allradfunktion mangels Schnee nicht testen. Auf Youtube gibts da einige wenig schmeichelhafte Videos zu dem Thema. Ob das stimmt oder die Jutuber nur nicht die richtigen Knöpfe gedrückt haben weiss man halt nicht.
Gibt es hier auch Bergbewohner mit Wintererfahrung beim Outi?
Ja, er funktioniert - sofern man auch Gas gibt damit (bei einem frei drehenden Rad) die andere Achse auch zieht/schiebt. Der "Held" in dem Video hat das Pedal nur gestreichelt - da liegt noch kaum genug Drehmoment an um das Fahrzeug aus dieser Rollenvorrichtung zu bewegen, aber das reibungsfreie Rad geht natürlich trotzdem schon durch. Kann man auf kleinen Eisplatten ganz leicht nachmachen wenn man sich das Diff ruinieren will...
Der einzige Antrieb der da sofort rausfährt ist ein voll durchgesperrter Allradantrieb, und den will man nicht mehr um Kurven fahren müssen (und brauch Jährlich nen frischen satz Reifen...).

Anfahren auf Eis ist mit dem PHEV kein Thema und auf Schnee lenkt das Heck schön kontrolliert unterstützend mit, speziell im Sportmodus. Im "Snow" modus wird die Gaspedalkennlinie _sehr_ stark gedämpft und das Fahrverhalten ist sehr gutmütig; eher neutral bis leicht Untersteuernd - also eher für FWD-Fahrer abgestimmt. Für Bergauffahrten muss man da aber schon Vollgas geben um annähernd die Geschwindigkeit zu halten; ich war deshalb auf Schnee (oder bei heftigem Regen/Aquaplaning) entweder in "Lock" oder meistens in "Sport" unterwegs; da hat man dann im Zweifelsfall auch sofort das Drehmoment auf Abruf um mit etwas mehr Anstellwinkel um die Kurve zu kommen. Da kann man sogar mal mit den Seitenscheiben den Schnee (oder Fliegen) sammeln - bei 2t Lebendgewicht sollte mans aber nicht übertreiben, da die Fuhre wirklich ordentlich nach Aussen zieht. Lastwechsel sind mit dem niedrigen Schwerpunkt bis zum nem erstaunlich hohen Grad (für das Gewicht!) noch machbar; aber auch hier: nicht übertreiben - wenn die 2t doch mal schaukeln wirds schnell eng...
Wie bei jedem Allradantrieb gilt im Fahrbetrieb auf Schnee auch beim PHEV: NIE einfach vom Gas gehen, sonst kann der Antrieb auch nix ausrichten. Damit die Drehmomentverteilung funktioniert muss man auch Drehmoment im Antrieb anliegen haben (gilt für die "virtuellen Sperren" genau wie für alle mechanischen...), also gleichmäßig am Gas bleiben und den Antrieb machen lassen - der zieht im Zweifelsfall dort hin wo das Lenkrad hinzeigt, also auch nicht schreckhaft in der Lenkung reißen oder sogar gegenlenken wenn das Fahrzeug um die Hochachse einlenkt...


Zum Fahrprofil: Ich fahre hier (Alpenvorland/Alpenrand bzw oft auch weiter in die Alpen) auch regelmäßig rein Elektrisch bergauf. Je nach Strecke wird dann eben bei ~25% Akkustand auf "Sport" geschaltet, da er bei leerem Akku auch mit Verbrenner sonst recht träge wird. Bergab kann man hervorragend wieder ordentlich Reichweite generieren. Bin auch schon den Mangartpass (~2050m) zum Großteil rein Elektrisch hochgefahren; oben mit leerem Akku angekommen und später beim runterfahren ins Soçatal wieder auf fast 100% rekuperiert.
Ein häufiges Profil bei mir am Wochenende sind ~20-50km halbwegs ebene (+/- ~300m) Anfahrt und vorm Ziel nochmal einige 100m (steil!) bergauf. Da hat es sich bewährt so zu fahren, dass ich mit <1/4 Akkustand am Ziel ankomme, dann beim Runterfahren wieder auf ~<50% rekuperieren. So kann man im Gesamtschnitt mit ordentlich Höhenunterschieden locker auf einen Verbrauch von 6-7l kommen ohne dabei als Verkehrshindernis rumzuschleichen.
Bei komplett leer gefahrenem Akku ist die max. mögliche Rekuperation ziemlich niedrig, daher lohnt es sich IMHO nicht komplett leer zu fahren und dann am Rückweg die Energie in den Bremsen zu vernichten weil die Rekuperation nicht ausreicht die Geschwindigkeit zu regeln.
2019 Outlander PHEV Top, 1991 Sigma 3.0-24V, 1989 Galant GLS, 1988 Galant VR4, 1970 DKW 502 Extra

Re: Fragen, Probefahrt und „Einweisung“ durch den Verkäufer

Tenken
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Vielen Dank für die vielen konstruktiven Beiträge!
Die anderen können ....

Fazit: Der Heimweg war gestern komplett elektrisch kein Problem, die knapp 400m hoch waren mit ca. 50 % Restladung zu machen - Restreichweite 13km. Geschwindigkeit war niedrig wegen Regen und Nebel. Die fast 1.400m bergab haben dann eine elektrische Restreichweite von 40km ergeben. Die Akkuanzeige mit den Balken hat sich allerdings kaum verändert. Tatsächlich konnte ich dann nur noch 18km elektrisch fahren. Vermutlich errechnet er die Restreichweite aus den zuletzt gefahrenen xx Kilometern.
Heute früh habe ich die 35km inkl. 28km AB bei Tempomat 130 mit Restreichweite 3km rein elektrisch geschafft. Dabei musste er auch noch heizen!
Für so ein großes und schweres Auto wäre das ok für mich.

Aber:
Eigentlich möchte ich einen Allrad-Kombi-Plug-in-Hyybrid mit 50+ km elektrischer Reichweite. Das gibt es nicht wirklich, deshalb bin ich bei dem Outi gelandet. Der ist nicht so ein großer Panzer wie Audi/BMW/cedes etc.. Ich brauche kein Auto für die Nachbarn und fahre nicht auf Waldwegen, sondern brauche einfach ein wintertaugliches Auto für Berge mit Stauraum. Das Gesamtkonzept gefällt mir schon aber ganz überzeugt bin ich nicht. Der Preis wäre auch ok und unsere Mitsubishi-Erfahrungen waren immer gut.
Ich werde wohl noch etwas warten, vielleicht kommt doch noch so ein Kombi auf den Markt.

Re: Fragen, Probefahrt und „Einweisung“ durch den Verkäufer

Cinnamon
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Hallo Tenken, meinen bescheidenen Mittelgebirgserfahrungen nach wirst Du diese Strecke - insbesondere im Winter - nicht rein elektrisch schaffen. Ist aber, wie die Vorredner schon ansprachen, auch nicht unbedingt sinnvoll.
Dass sich der Outlander in alle Richtungen verneigt, kann ich nicht bestätigen. Ich war eigentlich wegen der geringen Wankneigung überrascht. Flotte Serpentinenfahrten waren bei mir allerdings auch noch nicht dabei. Den Seitenhalt finde unter normalen Bedingungen auch in Ordnung (Stoffsitze).
Grüße
Cinnamon

Re: Fragen, Probefahrt und „Einweisung“ durch den Verkäufer

jpsvensk
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Hallo, Berge mag kein E-Fahrzeug, das zieht kräftig an der Reichweite.
Was den Allrad betrifft kann ich Dir zumindest sagen, dass er besser funktioniert als mein vorheriger Oktavia Scout.
Allrad mit Haldex-Kupplung hat gegenüber einem E-Motor an beiden Achsen den grundsätzlichen Nachteil, dass erst die Vorderräder Schlupf haben müssen, bevor die Hinterachse zuschaltet. Auf nasser Wiese am Berg mit meinem großen Anhänger hat mein Scout den Dienst quittiert, weil sich durch den Schlupf zuerst die Vorderräder zusetzten und dann die hinteren. Mit dem Outlander ging es problemlos, da im Snow-Betrieb erstens nur sehr sanft beschleunigt wurde und vor allem beide Achsen gleichzeitig.
Die Videos im Netz zeigen meistens das Problem, wenn an der VA und der HA ein Rad durchrutschen. Das kann man aufgrund der fehlenden Sperren leider nicht verhindern, kommt aber in der Realität auch nicht so oft vor.
Grüße
Joachim
Outlander PHEV Top 2019
MB100 Concorde Womo, Citroen Visa und BX

Re: Fragen, Probefahrt und „Einweisung“ durch den Verkäufer

Berni
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Hallo Tenken,

ich wohne in den Alpen, im Winter überhaupt kein Problem mit dem Wagen, wo mit anderen Nicht-Allrad Fahrzeugen lange nichts mehr geht, hat der Outlander überhaupt keine Probleme...
Zur Reichweite: ich habe das 2014er Modell und habe dieses mit 2 Jahren gebraucht gekauft. Damals im Sommer 50km Reichweite, heute (Wagen ist fast 6 Jahre alt) noch ca. 40km Reichweite (immer im mehr oder weniger Flachen, ganz flach ists bei uns nirgends). SOH ca. 79%.
2016 habe ich eine Strecke von 16km mit 850 Höhenmeter gerade noch geschafft mit voller Batterie, das ist heute 4 Jahre später absolut nicht mehr möglich.
Alle Werte beziehen sich übrigens auf den Sommer ohne Benutzung von Heizung oder Klima und eine gemütliche Fahrweise.


Schöne Grüße
Bernhard

Re: Fragen, Probefahrt und „Einweisung“ durch den Verkäufer

sko
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Noch als Hinweis zur Reichweitenanzeige: Das Schätzeisen im Kombiinstrument rechnet mit einer viel zu kurzen Referenzstrecke, die angegebene Reichweite kann man also getrost ignorieren. Ich schaue auch nur noch auf die Akkustandsanzeige - das hat man schnell raus wie weit man welches Streckenprofil damit noch kommt.
Ist nix anderes wie bei der normalen Tankanzeige und der berechneten Reichweite: selbst wenn bei halbem Tank 300km Reichweite im BC angegeben wird kommt man damit ggf auf der AB oder auf Passstraßen keine 150km weit. Komischerweise regt sich bei den Anzeigen in Verbrennern niemand auf, aber bei PHEV/BEVs und der angezeigten e-Reichweite wird da ein Riesentheater gemacht...
2019 Outlander PHEV Top, 1991 Sigma 3.0-24V, 1989 Galant GLS, 1988 Galant VR4, 1970 DKW 502 Extra

Re: Fragen, Probefahrt und „Einweisung“ durch den Verkäufer

Wizard
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Fahren bis die Kröte kommt🤣🤣🤣

Re: Fragen, Probefahrt und „Einweisung“ durch den Verkäufer

sko
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Die kommt übrigens erst _SEHR_ spät....
"Durfte" ich mal unfreiwillig mit einem unserer Vorführwagen ausprobieren - ca 30km AB (mit etlichen Steigungen) mit komplett leeren Balken bei Sprit und Akku und sich ständig wiederholendem Warnton + schnell blinkender Warnlampe. Trotzdem ist er aber noch nicht in den Notlauf ("Schildkröte") gegangen bis ich endlich an der Tanke war...
2019 Outlander PHEV Top, 1991 Sigma 3.0-24V, 1989 Galant GLS, 1988 Galant VR4, 1970 DKW 502 Extra
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