Starthilfe geben?

Starthilfe geben?

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Mal eine eher theoretische Frage:
Kann ich mit einem elektrischen UpMiiGo einem Verbrennerfahrzeug Starthilfe geben?
(Oder eher: ist der DC/DC-Wandler des UpMiiGo stark genug, den benötigten Strom dafür bereitzustellen?)
In der Anleitung des Citigo-e steht ja nur ein Kapitel darüber, wie man dem eigenen Fahrzeug (=Citigo-e) von anderen Fahrzeugen Starthilfe geben kann (wobei hier der Sinn hinterfragt werden muss, ist vermutlich eher eines der Relikte aus der alten Verbrenner-Anleitung :roll: )
Bild

Aber es ist in der Anleitung nichts dazu geschrieben, ob man bei eingeschalteter "Zündung" (DC/DC-Wandler läd die 12V-Batterie) einem anderen Fahrzeug Starthilfe geben kann / darf, ähnlich wie man das beim Verbrenner mit laufendem Motor des Spenderfahrzeugs machen würde.

Würde mich halt interessieren, damit ich die richtige Antwort geben kann, falls ich mal in die Situation kommen sollte. Nicht, dass man es dann versucht, und sich die eigene Fahrzeugelektrik dabei ruiniert...
mfg der Kevin

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Re: Starthilfe geben?

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Die Starthilfe wird über die 12V Batterie gemacht, der DCDC regelt auf dessen maximale Leistung herunter. Normalerweise hat der DCDC 2-3kW, das ist zum Starten zu wenig. Daher kommt die Energie für die Starthilfe auch beim Verbrenner aus der 12V Batterie. So hohe Ströme (600A++) kann ein DCDC aber auch kein Generator leisten. Den Motor lässt man nur laufen, damit dieser im Falle des Falles nicht stehend ohne Saft in der Batterie dasteht. Ist aber sehr gefährlich, bei laufendem Motor das Nehmer Fahrzeug an zu hängen. Wenn man da auf einen satten Kurzschluss schaltet, kann es sehr schnell sehr viel Schaden geben. Der Kurzschluss kann auch beim Anstecken über die Kabel passieren.

Man muss deutlich darauf hinweisen, das bei EV in der Betriebsanleitung steht, das nicht zu tun. Wenn, würde ich (habe ich schon oft) folgendes machen:

1.) Spenderfahrzeug ist abgeschaltet. Rotes Kabel an den Pluspol des Nehmer Fahrzeuges hängen, zweites Ende sehr hoch halten.
2.) Rotes Kabel an den Pluspol des Spender Fahrzeuges anschließen
3.) Schwarzes Kabel an den Minuspol des Spender Fahrzeuges hängen.
4.) Schwarzes Kabel an die Karosserie des Nehmer Fahrzeuges hängen. Vorsichtig antasten, ob es nicht zu einem Kurzschluss kommt, Funken wird es auf jeden Fall.
5.) Prüfen ob das Nehmer Fahrzeug Funktionen zeigt wie Innenraumbeleuchtung. Wenn nicht, Abklemmen und keine weiteren Versuche
6.) Zündung des Nehmer Fahruzeuges einschalten. Der Tacho muss leuchten, Radio muss funktionieren.
7.) Jetzt die "Zündung" des Spenderfahrzeuges einschalten. Dieses ladet nun die Nehmer Batterie. Ein paar Minuten Warten.
8.) Startversuch des Nehmerfahrzeuges.

Wenn man noch Vorsichtiger sein will, benötigt aber eine sehr gute 12V Batterie im Spenderfahrzeug, aber wem die Sicherheit am Wichtigsten ist:
Da es sein kann, dass durch den Starter selber ein Kurzschluss passiert, kann man vor Punkt 7 noch kurz den Starter Anpulsen. Das geht bei neuen Fahrzeugen nur durch sofortiges Stopp drücken. Es geht bei diesem Pulsen nur darum zu erkennen, ob der Starter auch dreht oder ob ein Fehler vorliegt. Wenn dieser Impuls zu einem kurzen drehen führt, kann mit Punkt 7 fort gesetzt werden. Wenn der Nehmer Wagen schon jetzt angesprungen ist, auch gut.

ABER: Alles auf eigene Gefahr, Granite oder so ist sicher keine vorhanden. Vor allem wenn man das Nehmer Fahrzeug nicht kennt und auch nicht die Ursache des Problems, sollte man ganz vorsichtig sein. Wenn der Wagen allerdings gerade "jammernd" versucht hat zu starten, man also alle Funktionen gehört und gesehen hat, ist die Gefahr gleich Null auf einen Kurzschluss zu schalten und man kann sehr entspannt Starthilfe geben. Das Anpulsen des Startes macht dann keinen Sinn.
ZOE Live Q210 6/2013 * AHK legal Typisiert 18.07.2017 * 40kWh Batterie 12.03.2019
Aktuell: 100.000 km

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Re: Starthilfe geben?

knutik
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Wenn, dann würde ich am Spenderfahrzeug also am Elektroauto definitiv die "Zündung" auslassen! Wenn der Saft der 12-Volt Hilfsbatterie nicht reicht dann eben Pech. Ich habe es einmal probiert mit eingeschalteter Zündung und prompt ist das Auto in den Notaus gefallen also das Spenderauto...

Fällt die 12 Volt Hilfsbatterie einmal unter einen bestimmten Schwellwert, der mir nicht bekannt ist aber den ich auf 10,8 Volt vermute schaltet sich das E- Auto in Notaus. (Warnblinker eingeschaltet, P Stellung blockiert) Habe dann die Hilfsbatterie vom Spender Auto abgeklemmt, ein paar Minuten gewartet und wieder angeklemmt also ein Reset gemacht. Ich war froh dass danach wieder alles funktioniert hat und ich würde es mit "eingeschaltetem" Spenderfahrzeug sicher nie mehr wieder ausprobieren wollen.

Dass Funkenbildung im Allgemeinen unbedingt zu vermeiden ist wegen Explosionsgefahr/ Knallgas, ist sowieso klar. Starthilfe geben ist ein ganz schön gefährlicher Vorgang, das ist vielen Leuten nicht bewusst und sie sagen: ach das habe ich schon 100 mal gemacht es ist noch nie etwas passiert... Alles klar.

Re: Starthilfe geben?

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knutik hat geschrieben: Wenn, dann würde ich am Spenderfahrzeug also am Elektroauto definitiv die "Zündung" auslassen! Wenn der Saft der 12-Volt Hilfsbatterie nicht reicht dann eben Pech. Ich habe es einmal probiert mit eingeschalteter Zündung und prompt ist das Auto in den Notaus gefallen also das Spenderauto...
Danke, genau sowas kam mir auch in den Sinn... das Antriebssystem ist halt beim E-Auto nicht mehr dafür ausgelegt, solche enormen Stromstärken im 12V-System bereitzustellen, wie man das beim Verbrenner zum Anlassen braucht.
ich hätte halt erwartet, dass in der Anleitung zum UpMIiGo dann auch ein entsprechender Hinweis steht, dass man keine Starthilfe geben soll (vor allem, wenn der komische Absatz zum Starthilfe empfangen immer noch drin ist).
mfg der Kevin

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Re: Starthilfe geben?

knutik
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Starthilfe bekommen könnte schon mal notwendig sein! Der Begriff Starthilfe geht hier natürlich etwas fehl, weil ja kein Anlasser gedreht werden muss, es braucht also längst nicht so viel Strom wie bei einem Verbrenner Auto...

Aber, wenn deine 12-Volt Hilfsbatterie in deinem Elektroauto aus welchen Gründen auch immer nicht genug Spannung hat, (ich vermute eben eine unterste Spannungsgrenze von 10,8 Volt, möchte es aber nicht austesten) kann dein Elektroauto nicht mehr hochfahren. Diese kleine Batterie ist sozusagen die Achillesferse von dem schönen Elektroauto. In diesem Fall musst du der 12 V Batterie irgendwie auf die Sprünge helfen und wenn du keine Möglichkeit hast sie schön in Ruhe kontrolliert aufzuladen mit einem ordentlichen Ladegerät, dann bleibt dir nichts anderes übrig als ein anderes Auto beispielsweise ein Elektroauto anzuschließen so dass deine 12-Volt Hilfsbatterie wieder die benötigte Spannung hat. Wie schon beschrieben, falls dein E-Auto in den Notaus geraten ist wegen der Unterspannung, musst du vorher einen Reset machen also deine leere Batterie abklemmen für ein paar Minuten.

Ich würde sie abklemmen, im abgeklemmten Zustand wie bei Starthilfe für z.b. 10 Minuten "anladen" und dann wieder anklemmen und hoffen dass es schon reicht zum Hochfahren des Systems. Wenn das nicht funktioniert, würde ich einen zweiten Versuch machen und tatsächlich dem leeren E Auto während des Anschaltens "Starthilfe" geben.

Ich finde, dass in den Elektroautos viel leistungsstärkere 12 Volt Hilfsbatterien eingebaut werden sollten, am besten gleich zyklenfeste Lifepo oder mindestens Blei-Gel.

Auch die Ladeschlussspannung erscheint mir etwas sehr tief, deswegen lade ich ab und zu die Hilfsbatterie auf mit einem guten CTEK Ladegerät im refresh Programm um der Sulfatierung entgegen zu wirken.

Fazit: Doch, "Starthilfe" könntest du mit dem Elektroauto noch sehr dringend benötigen... Deswegen war die winzige PV-Anlage am Japan Leaf gar keine schlechte Sache! Es würde aber auch ein klitzekleiner jumpstarter reichen um deiner Hilfsbatterie ein bisschen auf die Sprünge zu helfen, man braucht eigentlich nicht ein Spenderfahrzeug und ein dickes Überbrückungskabel. Spannung anheben auf über 12,0 Volt und alles ist gut. Hohe Ströme fließen ja gar nicht.

Re: Starthilfe geben?

Jschirmchen
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Ich hätte überhaupt keine Bedenken, mit einem E-Auto ein anderes Auto fremd zu starten.

Selbst wenn See DC/DC Wandler nicht schnell genug ist, auf Lastspitzen zu reagieren, dass ist eine Lichtmaschine auch nicht, kann das die Batterie allemal.
Im einfachsten Fall reicht ja sogar nur eine geladene 12V Batterie.

Re: Starthilfe geben?

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knutik hat geschrieben: Ich finde, dass in den Elektroautos viel leistungsstärkere 12 Volt Hilfsbatterien eingebaut werden sollten, am besten gleich zyklenfeste Lifepo oder mindestens Blei-Gel. .
https://cs-batteries.de/Lithium-LiFePO4 ... SvEALw_wcB
Ich habe heute bei meinem zuständigen Ordnungsamt,den Bauantrag für eine fossile Tankstelle abgegeben,er wurde prompt abgelehnt,also wurde es wieder eine Solartankstelle Ausbaustufe19,5kWp BYD-Box7.7 https://www.aktion-eigenstrom.net

Re: Starthilfe geben?

der kleine Nik
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Nice ist die freigegeben für E Fahrzeuge?

Re: Starthilfe geben?

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kein plan,irgendwann frage ich die an...vor allem wegen dem laden lifepo ist da sensibler
Ich habe heute bei meinem zuständigen Ordnungsamt,den Bauantrag für eine fossile Tankstelle abgegeben,er wurde prompt abgelehnt,also wurde es wieder eine Solartankstelle Ausbaustufe19,5kWp BYD-Box7.7 https://www.aktion-eigenstrom.net

Re: Starthilfe geben?

knutik
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ar12 hat geschrieben:
knutik hat geschrieben: Ich finde, dass in den Elektroautos viel leistungsstärkere 12 Volt Hilfsbatterien eingebaut werden sollten, am besten gleich zyklenfeste Lifepo oder mindestens Blei-Gel. .
https://cs-batteries.de/Lithium-LiFePO4 ... SvEALw_wcB
Du meinst, zu teuer? Na eine ordentliche Blei-Gel zyklenfeste Batterie, deep-cycle, kostet in der notwendigen Kapazität so was wie 100 bis 120 Euro. Jedenfalls ist es nicht so besonders gut, wenn in einem so tollen und teuren Elektroauto dann nur eine stinknormale Starterbatterie als Hilfsbatterie verbaut ist. Die ist für den Zweck ja genaugenommen völlig ungeeignet. Ja klar kostet die zyklenfeste Batterie doppelt so viel wie die Starterbatterie, wird ja auch viel weniger häufig hergestellt. Aber diese 50-60 Euro Aufpreis finde ich gut investiert. Das ganze Elektroauto steht und fällt halt in seiner Funktion mit der Spannung dieser kleinen unscheinbaren Batterie... es gibt aber auch deutlich preisgünstigere Lifepos als die von Dir ausgesuchte.

Letztlich aber total egal, die original mitgelieferte Starterbatterie tut's ja auch solange sie über 12, x V Spannung hat. Primär gings mir darum, dem Fragesteller zu erklären dass das Bordhandbuch vollkommen zurecht eine Starthilfe Situation beschreibt auch wenn der Ausdruck nicht genau stimmt.

Wenn jemand nach vier oder fünf Jahren seine Hilfs Batterie auszutauschen hat, dann kann er sich ja selbst entscheiden ob er eine teure Blei-Gel oder eine noch teurere Lifepo einbaut oder eben eine billige Starterbatterie die dann öfter zu wechseln ist. Finanziell wohl eh ein Nullsummenspiel.

Richtig interessant wird es erst dann wenn man sowas ähnliches wie Camping Zwecke mit dem Auto vor hat, oder Spannungswandler anzuschließen hat oder Arbeitsscheinwerfer, Kühlboxen oder keine Ahnung was für 12 Volt Verbraucher.... das Auto immer eingeschaltet zu lassen ist manchmal auch nicht gut.
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