Allgemeiner Thread zu Bränden / Feuern bei Elektroautos (bitte sachlich bleiben)

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Elektroautos und Feuerwehren

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    spark-ed
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folder Di 19. Mär 2019, 20:31
In diesem Artikel werden mal wieder sämtliche Urängste technologiefeindlicher Mitmenschen hinsichtlich Gefahren verunfallter Elektrofahrzeuge geschürt.
https://ecomento.de/2019/03/19/thuering ... ktroautos/
Der Sprecher des Thüringer Feuerwehrverbandes fordert gar:
"eine deutliche optische Kennzeichnung ähnlich wie bei Gefahrguttransportern vorn und hinten mit Schildern am Fahrzeug. “
Mich wundert, das nicht gleich eine fahnenschwenkende Person, die vor dem Fahrzeug herlaufen muss gefordert wird.

Wie ich das kenne, wird ohne die vorgeschriebene flammhemmende Nomex-Schutzbekleidung und umluftunabhängigem Atemschutz sowieso niemand vorgeschickt, sobald Anzeichen einer möglichen Entzündung bestehen. Was bei einem potentiell mit 50 bis 80Liter Benzin betanktem Fahrzeug Sicherheit verschafft, sollte für ein verunfalltes Elektrofahrzeug erst recht gelten.

In der Phantasie der thüringischen Feuerwehrvertreter scheinen Elektroautos ja geradezu vermint zu sein mit spannungsführenden, unisolierten Bauteilen.
Und warum die Feuerwehr-Ehre erst gar nicht die Vorstellung zulässt bei gegebener Lage tatsächlich mal ein Fahrzeug kontrolliert abbrennen zu lassen, wird sich mir auch nie erschließen.
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Re: Elektroautos und Feuerwehren

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Steff
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folder Mi 20. Mär 2019, 08:50
Die logische Schlussfolgerung wäre doch eine Kennzeichungspflicht für Fahrzeuge mit Gefahrengut wie z.B. Benzin und Diesel. Beides läuft gerne nach Unfall aus, Brennt und ist Trinkwassergefährdung. Zumal in ein paar Jahren die Verbrennerautos weniger auf den Straßen fahren wie E-Autos.
PV 4,98 KW/p Bj 2010, PV 9,88 KW/p Bj 2011 Sion bestellt, bis dahin muss mein Kangoo Bj 1999 noch halten.

Re: Elektroautos und Feuerwehren

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Kellergeist2
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folder Mi 20. Mär 2019, 09:56
"Wer etwas will, der sucht nach Wegen, wer etwas nicht will, der sucht nach Gründen."

Ich kenne mindestens zwei Berufsfeuerwehren, die bei einem noch nicht vollständig brennenden PKW (ohne Personen an Bord) nicht mit dem Schnell-Angriffs-Schlauch losrennen, sondern erstmal die Wasserversorgung herstellen und dann mit dem C-Rohr löschen.
Bis zum "Wasser marsch" hat sich der PKW-Brand dann soweit ausgebreitet, dass es für die Versicherung ein Totalschaden ist.
Hätten sie mit dem Schnellangriffsschlauch gelöscht, hätte die Versicherung nur die direkt vom Feuer beschädigten Teile ersetzt, nicht jedoch die anderen Teile, die vom Löschwasser / -schaum in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Und dann war da noch die Feuerwehr, die sich der neuen Gefahr von Elektroautos bewusst war.
Nachdem der brennende Smart ED mit viel Wasser gelöscht war, hatten sie ihn einfach mit dem Feuerwehrkran in einen AB-Mulde voller Wasser getaucht.
Win-Win-Situation:
Die Feuerwehr stellt dadurch ohne zusätzlichen Personalaufwand sicher, dass sich der Akku durch die permanente Kühlung nicht erneut entzündet, und der Halter des Fahrzeuges bekommt von seiner Versicherung einen Totalschaden ersetzt.

Auch die 400V- bzw. zukünftig 800V-Bordspannung ist kein Problem, da sämtliche Löschmittel (schon seit vielen Jahren) ab 1m Abstand bis 1000V genutzt werden können und dürfen.

Das einzig wirklich Problematische ist, dass die Positionen der HV-Notabschaltung nicht standardisiert sind.
Bei einigen Modellen sind sie vorbildlich an zwei gegenüberliegenden Punkten (z. B. vorne rechts und hinten links) von außen erreichbar, bei anderen Modellen soll sie sich (ausschließlich) unter einer verschraubten(?) Platte im Beifahrer-Fußraum befinden.
Gruß, Kellergeist2
Tesla Model S 85

Re: Elektroautos und Feuerwehren

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    spark-ed
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folder Mi 20. Mär 2019, 19:22
Kellergeist2 hat geschrieben:
Mi 20. Mär 2019, 09:56
Und dann war da noch die Feuerwehr, die sich der neuen Gefahr von Elektroautos bewusst war.
Nachdem der brennende Smart ED mit viel Wasser gelöscht war, hatten sie ihn einfach mit dem Feuerwehrkran in einen AB-Mulde voller Wasser getaucht.
Win-Win-Situation:
Die Feuerwehr stellt dadurch ohne zusätzlichen Personalaufwand sicher, dass sich der Akku durch die permanente Kühlung nicht erneut entzündet, und der Halter des Fahrzeuges bekommt von seiner Versicherung einen Totalschaden ersetzt.
Dass so ein Löschcontainer super funktioniert, will ich gar nicht bestreiten. Aber ob jede Stützpunktfeuerwehr jetzt mit so einem Spezialcontainer nebst Abroll- Wechselbrückenfahrzeug und passender Fahrzeughalle ausgestattet werden sollte? Die Wehrführer, die ich so kenne, hätten vermutlich keine Skrupel so einen Vorschlag zu unterstützen ;)

Ich persönlich halte die Unterbrechung der Reaktionen in einem beschädigten Batterieblock um jeden Preis eigentlich sogar für kontraproduktiv.
Die Zellen, die durch die massive Abkühlung am Durchgehen gehindert wurden, haben noch jede Menge pot. Energie und neben einem beschädigten Gehäuse evtl. geschädigte oder teilw kurzgeschlossene Kontaktierungen. Das werden dann tatsächlich unkontrollierbare Langzeitzünder.

Entweder müssen die Wracks dann wochenlang im kühlenden Bad verbleiben, oder werden auf Quarantäneplätzen unter Beobachtung gestellt.
Die 20m³ aus dem Container mussen dann theoretisch jedes Mal als gefährlicher Abfall entsorgt werden.

Also warum nicht (natürlich nach Menschenrettung) auf Löschversuche verzichten und möglichst gezielt ausbrennen lassen.
Die Situation ließe das bei 80% der mir bekannt gewordenen Fahrzeugbrände zu.
Klar sieht das spektakulär aus, aber selbst wenn durch Rauchgase und Strahlungswärme je nach Wind und örtlichen Gegebenheiten eine latente Restgefahr besteht, das Spektakel ist im Kern sowieso vermutlich nach 30 bis 60 Minuten vorbei und so richtig löschen kann man eine durchgegangene Batterie eh nicht 100%ig

Restenergie wäre dann zuverlässig abgebaut, die unbrennbaren Metallteile und schwelenden Reste können abgelöscht werden und die Wrackteile ohne das Risiko einer erneuten Selbstentzündung abtransportiert werden.

Eine wirklich gut gemachte Schulungsunterlage zu dem allgemeinen Thema hat meiner Meinung nach der user @past_petrol aus dem TFF erstellt
Da steckt sehr viel Arbeit drin. Der Ersteller wünscht ausdrücklich Verbreitung im Sinne des Themas, daher verlinke ich das hier mal.

https://tff-forum.de/viewtopic.php?f=22 ... hr#p537947

Re: Elektroautos und Feuerwehren

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folder Do 21. Mär 2019, 06:57
spark-ed hat geschrieben:
Di 19. Mär 2019, 20:31
"eine deutliche optische Kennzeichnung ähnlich wie bei Gefahrguttransportern vorn und hinten mit Schildern am Fahrzeug. “
dann muss ich doch eigentlich nur das E-Kennzeichen verpflichtend vorschreiben und schon weiß ich, das dieses Auto Batterien an Bord hat....

Gruß
Gunnar

Re: Elektroautos und Feuerwehren

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Kellergeist2
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folder Do 21. Mär 2019, 14:27
spark-ed hat geschrieben:
Mi 20. Mär 2019, 19:22
Aber ob jede Stützpunktfeuerwehr jetzt mit so einem Spezialcontainer nebst Abroll- Wechselbrückenfahrzeug und passender Fahrzeughalle ausgestattet werden sollte?
Nicht unbedingt, denn zu dem Zweck sollten es die Mulden der Abfallentsorger auch tun.
Alternativ könnte ja das für die Region zuständige Abschlepp-Unternehmen entsprechende Mulden anschaffen, denn letztendlich landet das Fahrzeug ja eh bei denen auf dem Hof. :-D

spark-ed hat geschrieben:
Mi 20. Mär 2019, 19:22
Entweder müssen die Wracks dann wochenlang im kühlenden Bad verbleiben, oder werden auf Quarantäneplätzen unter Beobachtung gestellt.
Ein E-Auto muss nicht "wochenlang" in Quarantäne stehen. Wenn ich mich recht entsinne, dann muss das Fahrzeug 24h im Freien stehen, bevor es in eine Halle gestellt werden darf.
Als Quarantäneplatz käme dann der Hof von der örtlichen Feuerwehr oder des Abschlepp-Unternehmens in Frage.
Gruß, Kellergeist2
Tesla Model S 85

Allgemeiner Thread zu Bränden / Feuern bei Elektroautos (bitte sachlich bleiben)

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UTs
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folder Mo 22. Apr 2019, 09:52
Weiß jemand mehr über diesen Vorfall?
https://www.youtube.com/watch?v=lu36d6BTT9M

Re: Verpuffung in Tiefgarage

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AudiDriver
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folder Di 23. Apr 2019, 10:45
Hab mir die Meldung und das Video auf bild.de angesehen, da wirkt es so als hätte jemand die Aktion bewusst eingefädelt. ;)
Das von dir gepostete Video wirkt schon etwas "seriöser"

Aber trotzdem würde es mich nicht wundern wenn es eine geheime Marketing Masche wäre oder zumindest etwas nachgeholfen wurde.
Das der Tesla genau perfekt im Blickfeld der Kamera steht, das Video vorher geschitten ist und abrupt aufhört (normal laufen die Videos ja immer etwas weiter...)
Das abgefilmte vom Bildschirm, die Tatsache das nebendran nur Verbrennerfahrzeuge stehn, das (zumindest auf Bild.de) hinterher im Schnitt im dunkeln das Autowrack gezeigt wird, (warum ist die Beleuchtung ausgefallen?) und die Sequenzen so kurz?

Trotzdem will ich nicht ausschließen das alles so passiert ist und es ein Unfall war. Es wirkt nur etwas komisch das die deutschen Medien extrem negativ gegen Tesla berichten.

Auf der A7 sind 2 normale Autos abgebrannt an Ostern, die Meldung muss man sogar suchen ;)

Re: Verpuffung in Tiefgarage

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    SRAM
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folder Di 23. Apr 2019, 11:04
zum "perfekt im Blickfeld": https://www.youtube.com/watch?v=sxB9E0etdhQ

Aus zwei verschiedenen Perspektiven von zwei Sicherheitskameras incl. nach dem Brand.

Und ja: aus verständlichen Gründen ist das Licht ausgefallen.......



Gruß SRAM
________________________________________________
Empfehlung: End of Landschaft https://www.youtube.com/watch?v=TClKa61lCxc
Bild

Re: Verpuffung in Tiefgarage

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folder Di 23. Apr 2019, 11:10
AudiDriver hat geschrieben:
Di 23. Apr 2019, 10:45
Auf der A7 sind 2 normale Autos abgebrannt an Ostern, die Meldung muss man sogar suchen ;)
Ja, die standen auch auf dem Parkplatz und sind plötzlich explodiert. Aber nur weil es Tesla ist, wird das jetzt wieder in der Presse schlecht gemacht. Dabei ist das doch völlig normal.
Alle PNs werden ungelesen gelöscht.
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