EU-Gerichtsentscheidung - Problem für den Verbrenner

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EU-Gerichtsentscheidung - Problem für den Verbrenner

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folder Do 13. Dez 2018, 16:23
In den Medien liest man heute, dass nach einer Entscheidung des EuGH Europäische Großstädte ab 2021 auch neueste Diesel aussperren dürfen. Dabei hat der EuGH, wenn ich das richtig verstehe, den ganzen RDE-Konformitätsfaktor für unzulässig erklärt. Damit müssten die Hersteller, nach einer Übergangszeit von 14 Monaten, die Grenzwerte zu 100 % einhalten. Dies dürfte so gut wie unmöglich sein... :shock:
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Re: EU-Gerichtsentscheidung - Problem für den Verbrenner

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    AbRiNgOi
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folder Do 13. Dez 2018, 16:36
Für die, denen mal wieder die Quelle fehlt:
https://www.wz.de/panorama/gesellschaft ... d-35104157
https://www.wz.de/politik/inland/das-sa ... d-35109961
Der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) reagierte gelassen auf die Gerichtsentscheidung: „Das Urteil kritisiert weder Messmethode der Abgasstraßenmessungen noch die konkrete Ausgestaltung der Grenzwerte. Das EU-Gericht stellt lediglich fest, dass die Umrechnungsfaktoren für Labor- und Straßenwerte nicht allein von der EU-Kommission vorgegeben werden durften. Hier wäre nach Ansicht des Gerichts eine Änderung der Grundverordnung selbst und damit eine Abstimmung im Parlament und im Rat nötig gewesen. Mit anderen Worten: Nicht die Vorgaben an sich werden als rechtswidrig eingestuft, sondern nur der Weg ihrer Entstehung“, so der VDA.
https://www.zeit.de/mobilitaet/2018-12/ ... eug-urteil
ZOE Live Q210 6/2013 * Ladegerät @60.500km * AHK legal Typisiert 18.07.2017 * neuer Motor @71.250km
40kWh Batterie 12.03.2019 @85100
Aktuell: 86.000 km
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Re: EU-Gerichtsentscheidung - Problem für den Verbrenner

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folder Do 13. Dez 2018, 16:56
Die Aussage des VDA ist zwar richtig. Aber dann müsste die Änderung der Grundverordnung erst einmal vom EU-Parlament verabschiedet werden. Das ist kein Selbstläufer. Und das dabei die bisherigen Konformitätsfaktoren beschlossen werden, erst recht nicht.

Re: EU-Gerichtsentscheidung - Problem für den Verbrenner

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folder Do 28. Mär 2019, 08:40
Der billig VW Polo als 1.6 TDI bläste 19 mg NOx im RDE raus und ist somit besser als einige Benziner und Gasfahrzeuge.
2002 - ... Seat Ibiza Sport 1.9 TDI 130PS 310Nm - 245000km
2015 - ... Seat Leon FR ST 2.0 TDI 184PS 380Nm - 60000km; SUV-INTOLERANT
"Mein nächstes Auto ist ein Eauto > 60kWh"
"Ich sage 10-15% E-Neuwagen ab 2020-2025" - 2016

Re: EU-Gerichtsentscheidung - Problem für den Verbrenner

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Rita
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folder Do 28. Mär 2019, 12:36
was ist "RDE" ??

irgendeine Art Meßzyklus??

Rita

Re: EU-Gerichtsentscheidung - Problem für den Verbrenner

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folder Do 28. Mär 2019, 13:38
Real Driving Emissions. "Emissionen im praktischen Fahrbetrieb". Die Autos werden im realen Fahrbetrieb getestet mit einem nicht genau vorgegebenen Zyklus, sondern nur einem groben Rahmen:
VERORDNUNG (EU) 2016/427 DER KOMMISSION hat geschrieben:

6. ANFORDERUNGEN FÜR DIE FAHRTSTRECKE

6.1. Die Anteile der Fahrt in der Stadt, auf Landstraßen und auf Autobahnen, gekennzeichnet durch die momentanen Geschwindigkeiten gemäß den Nummern 6.3 bis 6.5, sind in Prozent der Gesamtfahrstrecke auszudrücken.

6.2. Die Fahrsequenz muss in der Stadt beginnen und auf Landstraßen und Autobahnen entsprechend den Anteilen gemäß Nummer 6.6 fortgesetzt werden. Der Betrieb in der Stadt sowie auf Landstraßen und Autobahnen muss ohne Unterbrechung erfolgen. Der Betrieb auf Landstraßen kann durch kurzzeitigen Stadtbetrieb unterbrochen werden, wenn die Fahrt durch städtische Gebiete hindurchführt. Der Betrieb auf Autobahnen kann, etwa beim Passieren von Mautstellen oder Abschnitten mit Baustellen, durch kurzzeitigen Stadt- oder Landstraßenbetrieb unterbrochen werden. Ist aus praktischen Gründen eine andere Prüfreihenfolge gerechtfertigt, kann die Abfolge des Stadt-, Landstraßen- und Autobahnbetriebs mit Zustimmung der Genehmigungsbehörde verändert werden.

6.3. Der Stadtbetrieb ist gekennzeichnet durch Fahrzeuggeschwindigkeiten von höchstens 60 km/h.

6.4. Der Landstraßenbetrieb ist gekennzeichnet durch Fahrzeuggeschwindigkeiten zwischen 60 km/h und 90 km/h.

6.5. Der Autobahnbetrieb ist durch Geschwindigkeiten von über 90 km/h gekennzeichnet.

6.6. Die Fahrt muss zu etwa 34 % aus Stadtbetrieb, zu etwa 33 % aus Landstraßenbetrieb und zu etwa 33 % aus Autobahnbetrieb, gekennzeichnet durch die unter den Nummern 6.3 bis 6.5 angegebenen Geschwindigkeiten, bestehen. „Etwa“ bezeichnet dabei einen Bereich von ± 10 Prozentpunkten um die angegebenen Prozentwerte. Der Stadtbetrieb darf jedoch nie weniger als 29 % der Gesamtfahrstrecke ausmachen.

6.7. Die Fahrzeuggeschwindigkeit darf normalerweise 145 km/h nicht überschreiten. Eine Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit um einen Toleranzwert von 15 km/h ist zulässig, wenn der entsprechende Anteil 3 % der Gesamtdauer der Autobahnfahrt nicht überschreitet. Lokale Geschwindigkeitsbegrenzungen bleiben bei einer PEMS-Prüfung unbeschadet sonstiger rechtlicher Folgen in Kraft. Verstöße gegen lokale Geschwindigkeitsbegrenzungen führen als solche nicht dazu, dass die Ergebnisse einer PEMS-Prüfung ungültig werden.

6.8. Beim städtischen Anteil der Fahrstrecke sollte die Durchschnittsgeschwindigkeit (unter Einrechnung der Haltezeiten) zwischen 15 km/h bis 30 km/h betragen. Die Haltezeiten, gekennzeichnet durch eine Fahrzeuggeschwindigkeit von weniger als 1 km/h, müssen mindestens 10 % der Gesamtdauer des Stadtbetriebs ausmachen. Der Stadbetrieb muss mehrere Haltezeiten von mindestens 10 s umfassen. Die Einbeziehung einer übermäßig langen Haltezeit, die allein > 80 % der Gesamtdauer der Haltezeiten des Stadtfahrbetriebs ausmacht, ist zu vermeiden.

6.9. Die Geschwindigkeitsspanne bei der Autobahnfahrt muss einen Bereich zwischen 90 km/h und mindestens 110 km/h in geeigneter Weise abdecken. Die Fahrzeuggeschwindigkeit muss mindestens 5 Minuten lang über 100 km/h betragen.

6.10. Die Dauer der Fahrt muss zwischen 90 und 120 Minuten betragen.

6.11. Ausgangs- und Endpunkt dürfen sich in ihrer Höhe über dem Meeresspiegel um nicht mehr als 100 m unterscheiden.

6.12. Die Mindeststrecke für den Stadtbetrieb, den Landstraßen- sowie den Autobahnbetrieb beträgt jeweils 16 km.
Bisher wurde den Fahrzeugen erlaubt, die für den Messstand vorgeschriebenen Werte um einen RDE-Konformitätsfaktor zu überschreiten. Vom EU-Gerichtshof wurde dies als unzulässig angesehen. Allerdings ist dies, soweit ich dies verstanden habe, kein komplettes Aus für den Faktor. Stattdessen war eher das Problem, wie und von wem in welchem Verfahren der Faktor festgelegt wurde.
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