Reichweite wirklich so schlecht?

Reichweite wirklich so schlecht?

Hellkeeper
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Meine Mutter, bekennende Mazda Fahrerin, ist aktuell mit einem CX-3 unterwegs. Dieser steht viel herum und ist das klassische Bedarfsauto. (Urlaub, Großeinkauf, Personentransport usw.) Jetzt habe ich mal die Urlaubsstrecke, die in den Sommermonaten öfters zurückgelegt wird, in A Better Routeplanner eingetragen. Bei einer Strecke von 250 km und einer Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h werden 2 Ladestopps zu insgesamt 55 Minuten vorgeschlagen. Ich hab ehrlich gesagt nur mit einem Stopp (< 20 Min.) gerechnet.
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Re: Reichweite wirklich so schlecht?

dr205
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Naja, der Wagen wird mit einer Reichweite von 200km angegeben. Bei 130kmh schrumpft die wahrscheinlich auf 130-150 km. Ein bisschen Reserve wird ja auch noch eingerechnet.

Re: Reichweite wirklich so schlecht?

Die Blaue Elise
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Ja, die Reichweite ist so schlecht.
Die Marketingabteilung versucht sich das mit dem Begriff "Rightsizing" schönzureden. Aber da Mazda nicht nur eine sehr kleine Batterie eingebaut hat, sondern dann auch noch eine nur kümmerliche Ladeleistung (6,6 kW AC bzw. 50 kW DC - also in der Realität wahrscheinlich je nach Temperatur und Akkufüllstand nur 25 bis 40 kW an CCS) spendiert, sehe ich das Einsatzgebiet auch nur als Zweitwagen für kürzere Strecken und wenn eine Lademöglichkeit am Haus oder an der Arbeitsstelle vorhanden ist.

Re: Reichweite wirklich so schlecht?

Hellkeeper
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Der MX-30 wäre ohnehin als Zweitwagen vorgesehen und die einzig richtige Bedingung wären die 250 km (im Sommer!) gewesen.

Re: Reichweite wirklich so schlecht?

sunspeed
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Den Wagen gibt es noch nicht auf dem Markt und es liegen daher noch keine Erfahrungswerte aus dem Alltagsbetrieb vor. Die Angaben in ABR sind daher auch noch mit Vorsicht zu genießen. Bei meiner Probefahrt im MX30 lag der Verbrauch bei 13,5 kWh/100km im reinen Stadtverkehr bei voll laufender Klimaanlage. Es ist selbstredend, dass der Verbrauch dann auf der Autobahn bei 130km/h deutlich höher ausfallen wird. Wie hoch wissen wir aber noch nicht.

Aktuell fahren wir einen e-Golf. Dieser hat einen WLTP Verbrauch von 15.8 kWh/100km und eine Netto-Batteriekapazität von 31,5kWh, die angegebene WLTP Reichweite liegt bei 231km. Wir haben bislang einen mittleren Verbrauch gem. Bordcomputer von 11,2 kWh/100km; wir fahren regelmäßig 250-280km mit einer Ladung. Bei moderater Geschwindigkeit auf der Autobahn verbraucht der e-Golf um die 12kWh/100km. (Alle Werte beziehen sich auf den Temperaturbereich von 14-30°C Aussentemperatur)
=> Wie passt das denn nun zusammen?????
1. Der WLTP Verbrauch enthält die Ladeverluste. Dies sind je nach Ladeprozess zwischen 9 und 18%.
2. Der Bordcomputer zeigt nur die Energiemenge an, die der Batterie zum Fahrzeugbetrieb entnommen worden sind.
3. Bei vorausschauender Fahrweise und viel Gleiten und Rekuperieren fällt das Verbrauchsprofil bei Stadt- und Landstrassenfahrten günstiger aus als im WLTC gefahren.

Hier noch an Link der ganz gut die WLTP Messung zusammenfasst: https://generationstrom.com/2019/08/27/wltp/

Wir werden hoffentlich erste Erfahrungen mit dem MX30 im November machen können. Ich werde dann berichten, wie sich der Verbrauch im Alltagsverkehr entwickelt. Meine aktuelle Schätzung ist, dass man im Stadt- und Landstrassenverkehr um die 12-13kWh/100km verbraucht und bei moderater Geschwindigkeit auf der Autobahn ca. 14kWh/100km. Die typischen Reichweiten liegen dann bei 250km (STa.-La.), bzw. 225km (Autob.) bei Ausnutzung der Netto-Batteriekapazität von 90% (Start bei 100%, Ende, bzw. Nachladen bei 10%). Also "unterm Strich" Reichweiten mit denen wir persönlich sehr gut klar kämen. Aber jeder muss für sich selber entscheiden, wie häufig er lange Strecken am Stück fährt und ob diese Reichweiten dann einen persönlich so stark einschränken, dass man damit nur schwer leben kann. Wie viele andere BEV ist der MX30 kein Fahrzeug, dass für häufige und lange Autobahnfahrten ausgelegt worden ist. Aber im Stadt- und Landstraßenverkehr und bei gelegentlichen Autobahnfahrten bietet der Wagen aus meiner Sicht einen exzellenten Komfort bei gleichzeitig niedrigen Gesamtkosten.

Re: Reichweite wirklich so schlecht?

murghchanay
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Das halte ich für extrem optimistisch. Bei 13,5 in der Stadt wird man mit 20 auf der Autobahn rechnen müssen (bei Richtgeschwindigkeit 130 km/h). Von auf der Autobahn mit 80 fahren wollen wir mal absehen, es ist ja auch kein LKW. Mein wesentlich schwerer E Soul schafft in der Stadt auch 12. Auf der Autobahn dann 18-20. ID3 hat auch über 20 bei 130km/h.

Re: Reichweite wirklich so schlecht?

nervtoeter
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Was sind moderaten Geschwindigkeiten auf der Autobahn? Hört sich nach 100 km/h him Windschatten an, das ist für mich keine adäquate Geschwindigkeit, 130 km/h müssen drin sein bei 250 KM Reichweite, das ist mein persönlicher Use Case, ansonsten taugt das Auto nicht.
Ich fand es gut wo der i3 und der Golf mit den grösseren Akkus kam, die 30/35 kWh Akkus finde ich grenzwertig, bin aber auch der Meinung dass nicht jedes Auto einen 50 plus Akku braucht. Der Honda kommt auf gut 160 KM im Sommer, also reines Stadtauto, die Tests die ich vom Mazda gesehen habe lagen alle um die 17 kWh, sprich keine 200 KM Reichweite, das waren jeweils Drittelmix inkl. Autobahn und LS. Also halte ich deine 12-13 kWh nicht für Praxisnah, sie mögen für dich hinkommen aber sicherlich nicht für den Durchschnittlichen Fahrer
i3s 120AH 04/2021
NRG Kick

Re: Reichweite wirklich so schlecht?

Helfried
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nervtoeter hat geschrieben: 130 km/h müssen drin sein bei 250 KM (km) Reichweite, das ist mein persönlicher Use Case, ansonsten taugt das Auto nicht.
Du bist im falschen Thread, fürchte ich.

Re: Reichweite wirklich so schlecht?

sunspeed
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Da stimme ich murghchanay absolut zu. Eine Verbrauch bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 130km/h von 20-25kWh ist absolut realistisch. Dabei gilt es jedoch zu bedenken, dass um eine mittlere Geschwindigkeit von 130 km/h zu fahren man auf den freien Strecken fast immer vmax (bei den meisten BEVs: 140-170km/h) fahren muss, um die Passagen mit niedrigeren Geschwindigkeiten (Baustellen, Stop&Go, überholende LKWs, etc.) auszugleichen.

Ich halte für BEVs auf der Autobahn eine mittlere Geschwindigkeit von 90km/h für praxisnah und auch für energetisch sinnvoll. Das hört sich wenig an, schaut man sich jedoch mal die real gefahrenen Durchschnittsgeschwindigkeiten an, so stellt man fest, dass man meist nicht viel schneller auf der Autobahn fährt.

Daher glaube ich, dass ich mit meiner Reichweitenabschätzung für unseren Usecase nicht so weit daneben liege. Das kann natürlich bei jemanden mit einem anderen Usecase (130km/h Durchschnittsgeschwindigkeit ...) ganz anders aussehen. Aber wir werden sehen, was die Praxis ergibt.

Re: Reichweite wirklich so schlecht?

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Hellkeeper hat geschrieben: Jetzt habe ich mal die Urlaubsstrecke, die in den Sommermonaten öfters zurückgelegt wird, in A Better Routeplanner eingetragen. Bei einer Strecke von 250 km und einer Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h werden 2 Ladestopps zu insgesamt 55 Minuten vorgeschlagen. Ich hab ehrlich gesagt nur mit einem Stopp (< 20 Min.) gerechnet.
Ein Stopp ist nicht realistisch bei Zieltempo 130 km/h.

Bei einem Verbrauch von 230 Wh/km (halte ich für einen CUV realistisch) benötigt man für 250 km 57,5 kWh.

Bis zur ersten Ladung kommt man mit 28,8 kWh (von 100% auf 10%) 125 km weit. Dann lädt man auf 80% nach (in vielleicht 30-40 Minuten; hier noch Praxiserfahrungen abwarten) und kann bis zum Ziel von 80% auf 10% 22,4 kWh verbrauchen, was 97 km entspricht.

Mit einem Stopp wären dann also maximal 222 km drin, wenn man bei der Geschwindigkeit keine Kompromisse machen möchte, und der Ladepunkt optimal gelegen ist.
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