Tips & Tricks bei Anschaffung Fiat 500e

Tips & Tricks bei Anschaffung Fiat 500e

frankvier
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Hallo zusammen,

ich plane mir einen Fiat 500e als Pendel-Flitzer für die Arbeit zu zulegen :) Ich habe diesen Thread ( viewtopic.php?f=233&t=54796 ) hoffentlich aufmerksam gelesen und bin so grob im Bilde über eventuelle Vor- und Nachteile.

Meine Frage diesbezüglich wäre, hat ggf., jemanden den ein oder anderen Tip auf was man insbesondere im Rahmen einer Probefahrt achten sollte? Irgendwelche `"Kinderkrankheiten" oder Dinge die immer mal wieder auftreten, die man quasi im Vorfeld prüfen könnte / müsste ?! Den Akku auszulesen scheint jetzt auch nicht ganz ohne zu sein bzw. man benötigt das ein oder andere an Equipment, zumindest las ich das in dem Thread zum diesem Thema.

Vielen Dank vorab für ein paar Tips :)

PS. Fall einer fragt, ich habe mich schon vorgestellt im Forum, der Beitrag ist aber noch nicht sichtbar ;)
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Re: Tips & Tricks bei Anschaffung Fiat 500e

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Hallo Frank,
und herzlich willkommen, auch wenn du bislang ja nur potentieller Käufer des 500e California bist. Danke auch für deine Vorstellung, die ich durchaus einsehen kann.
Bezüglich "Kinderkrankheiten" scheint es bislang keine negativen Auffälligkeiten zu geben, am ehesten fiele mir noch das dazu ein:
Auf Geräusche aus dem Antriebsstrang achten, wie Antriebswellen, Getriebe, Radlager oder doch nur Reifenabrollgeräusche und diese versuchen voneinander zu differenzieren, so denn überhaupt vorhanden.
Alle Recalls sollten durchgeführt sein, einzig die U69 wäre ggf. aus meiner Sicht zu vernachlässigen.

Batteriezustand wäre zwar gut zu wissen und soll ja künftig auch noch einen höheren Stellenwert bekommen, indem man ihn z.B. bei einer Fahrzeugbewertung der Hersteller in Form eines Batteriezertifikats nachweisen kann - aber das nutzt die bei diesem Exot und jetzt auf die Schnelle leider auch nichts.
Könntest Du das auslesen, dann bräuchtest du ja nur auf diese Werte zu gucken:
Full AmpH Capacity: im Verhältnis zum Neuzustand von 63 Ah und ggf. weitere wie SOH, SOH-R, SOH-C, Details siehe z.B.:
viewtopic.php?p=962483#p962483


Du könntest dich vielleicht alternativ auf folgende Art halbwegs versuchen absichern, dabei empfiehlt es sich auf die Werte des Durchschnittsverbrauchs beim des Bordcomputers zu achten, die sind natürlich umso aussagekräftiger, je länger sie nicht zurückgesetzt wurden. Es gibt Bordcomputer A und B Werte, nimm am besten den, der am längsten nicht zurück gesetzt wurde.

Voraussetzung für halbwegs ehrliche Werte wäre, die Batt. muss zu 100% vollgeladen sein:
Nun teilst du die angezeigte Restreichweite in km durch den Durchschnittsverbrauch der hier in ungewöhnlicher Einheit von km/ kWh angezeigt wird und hast grob die verbleibende Batteriekapazität in kWh ermittelt.
Beispiel: Restreichweite 142 km / 7,4 km/kWh = ca. 19,2 kWh Netto-Batteriekapazität.

Ist die Batt. bei Probefahrt Antritt nicht vollgeladen könnte man auch so rechnen:
Zurückgelegte Wegstrecke 20 km + angezeigte Restreichweite 122 km / 7,4 km/kWh = ca. 19,2 kWh Netto-Batteriekapazität.
Hier wäre aber Voraussetzung um nicht betuppt zu werden, dass zwischendrin niemand nachgeladen hat, sonst sitzt man geschönten Werte auf. ;-)

Daumenregel bei sparsamer Fahrweise über längere Zeit: Hier sollte deine so ermittelte Netto-Batterie-Kapazität nicht unter 19 kWh liegen.
Schwieriger zu interpretieren wirds aber, wenn in der letzten Zeit sehr sportlich gefahren wurde, was gerade bei Probefahrten auch von vorherigen Interessenten gern gemacht wird, oder Heizung oder A/C wurde benutzt - dann liegst du womöglich bei unter 18 kWh Netto-Batterie-Kapazität, was aber dann unter Umständen eine gleich gute Batterie bedeuten könnte, das es dem Verbraten der Energie geschuldet war.
Bei Werten unter 18 wäre ich aber vorsichtig oder würde nochmal sparsam Fahren/Messen, am besten jeweils min. 15 km weit fahren, um halbwegs brauchbare Werte zu ermitteln.

Rost und Verschleißgrad der Bremsen prüfen, das gilt ja grundsätzlich, aber bei E-Mobilen in Sachen fest-rosten und vergammeln durch Rost umso mehr.
Keinerlei Flüssigkeitsverluste wären sicher sehr wichtig, daher auf Feuchtigkeitsspuren achten und gut abwägen wo man welche entdeckt.
Etwas Schwitzen könnte man allenfalls am Getriebe und am A/C-Kompressor tolerieren, aber besser keine Tropfenbildung!
Ansonsten das übliche, wie bei jedem Gebrauchten halt - denke da brauch ich nicht weiter ins Detail gehen.

Solltest du dich dafür entscheiden, so wünsche ich dir schon jetzt ein glückliches Händchen bei der Auswahl.

Gruß,
Andy.
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Re: Tips & Tricks bei Anschaffung Fiat 500e

frankvier
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Hallo Andy,

vielen Dank für die umfangreichen Informationen :)

Ich werde mir am Mittwoch das erste Fahrzeug anschauen und ggf. heute nochmal den Händler kontaktieren und ihn bitten das Auto vollzuladen. Rückrufe/Updates sollen alle gemacht sein, der Händler hat das Fahrzeug direkt vom Hersteller (Leasingrückläufer) im vergangenen Jahr bekommen und hat es bisher eher im Eigenverbrauch (ca.1000km) als Pendler verwendet für Besorgungsfahrten. Das macht das Wägelchen zumindest nicht zur "Standuhr", z.B. beim Thema: "Bremsen fest" oder Rost.

Ich bin sehr gespannt.

Beste Grüße, Frank

Re: Tips & Tricks bei Anschaffung Fiat 500e

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Hi Frank,

das klingt ja zumindest schon mal nach guten Voraussetzungen - hoffentlich passen die dann auch noch zum Zustand.
Insofern sind wir mal mit dir gespannt wie es damit weitergeht und drücken die Daumen.

Gruß,
Andy.
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Re: Tips & Tricks bei Anschaffung Fiat 500e

frankvier
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Hi Andy,

Fahrzeug hat im Gesamten einen sehr guten Eindruck gemacht, sowohl beim Fahren (keine seltsamen Geräusche, Geradeauslauf etc.) als auch unten drunter - Preis hat ins Budget gepasst voila - gekauft ;) Ich denke ich werde ihn wohl kommende Woche abholen können. Muss jetzt mal schauen ob ich ihn per Trailer hole oder versuche die 270 km elektrisch zu fahren :) Wird wohl eher Version 1 :o)

Passende Type1 Adapter + Kabel habe ich heute auch schon mal geordert, weil beim KFZ nur der originale Ladeziegel dabei ist.

Das wird ein Fest :)

Btw. Er zeigte bei 97% Akku 173 km Range an - ich bin ca. 15 km durch den Ort gefahren dann waren noch 125 übrig, ja ich habe ein bis dreimal den Ampelsprint gemacht ;) Auf der Trip A Anzeige standen 6,1 km/kwh (414 gefahrene km) - gefühlt sollte das passen.

Beste Grüße,

Frank

Re: Tips & Tricks bei Anschaffung Fiat 500e

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Moin Frank,
Gratulation zum Kauf und somit zum Kreis der 500e California Besitzer und bald auch Fahrer! ;-)
Deine Einschätzung zum SOH deiner Batterie würde ich teilen.

Hoffe das Teil wird dir genauso viel Freude bereiten, wie den Meisten hier von uns. Einzig die Schnarchladung kann einem die Langstrecke etwas vermiesen, so man denn zeitnah irgendwo ankommen muss oder möchte - also ähnlich der Anforderungen deiner Überführungsfahrt.

Kann man zwar durchaus machen mit, je nach Fahrweise 1 bis 1,2 Ladestopps, wenn man bereit ist für die Stecke incl. Ladestopps ca. 7h zu investieren - hab ich auch schon einige male auf mich genommen und wenn man sich schön per Tempomat hinter einen schnellen LKW mit ca. 90 km/h klemmt, reicht da auch ein Ladehalt aus. Ist zwar ohne Abstands-Tempomat etwas nervig, wegen dem ständigen rauf und runter regeln, auch bis man das mit den 1 bis 2 km/h Schritten der Regelung im Griff hat.
Gute Planung und ein Typ2 > 1 Ladekabel & Adapter sind dann natürlich ein Muss!

Aber ausgerechnet als Erstfahrt, wenn man mit Luigi oder elektrischem Fahren im allgemeinen und der Ladeinfrastruktur noch nicht so recht vertraut ist, stellt das natürlich eine umso grössere Unwägbarkeit dar. Von daher absolut verständlich, falls du den Trailer bevorzugen würdest.
Bitte bedenke sowohl für die Fahrt (beim Liegen bleiben), als auch fürs Aufladen auf den Trailer, Luigi hat keinen Abschlepphaken und vorn nur ein Kunststoff-Bracket, da hält auch ein vermeintlich haltend eingdrehter Abschlepphaken eines europäischen Fiat 500 nicht mal fürs Hochziehen auf den Hänger.
Da musst du darauf achten, dass du mit der Winde einen stabilen Haltepunkt erwischst, Vorsicht vor Querstreben unterm Stoßfänger nähe Kühler, die nur so aussehen als seien sie stabil genug! ;-)

Andererseits liebt mancher ja auch den Thrill (so wie ich) und es ist eine hervorragende Gelegenheit - quasi per Schocktherapie - seine Reichweitenangst gleich zu Anfang ein für allemal abzulegen, bevor sie sich überhaupt erst richtig ausprägen kann. Frei nach dem Motto: "No risk, no fun!" 8-)

Aber ganz egal wofür auch immer du dich entscheidest, alles Gute dafür und bring den Kleinen wohlbehalten in heimische Gefilde!

Gruß, Andy.
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Re: Tips & Tricks bei Anschaffung Fiat 500e

frankvier
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Moin Andy,

gestern war es soweit :) wir haben uns letztendlich für die Trailer-Version entschieden, das war schon ausreichend aufregend ;) Gestern Nachmittag zu Hause auch direkt auf Kennenlern-Fahrten leer gemacht, nun steht steht er draußen und wird (noch) mit dem organalen Ziegel und mit Hilfe der Sonne wieder voll gemacht :)

offtopic frage:

Ich habe gelesen du nutzt diese App + Zubehör:

https://my500e.com/

Wird das noch verkauft bzw. entwickelt - wie bewertest du den Mehrwert ?

BG, Frank

PS. Für die Statistik:

Fiat 500e
Baujahr 02/2016
42xxx km gelaufen
grau

Re: Tips & Tricks bei Anschaffung Fiat 500e

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Hi Frank,
gut dass es mit deinem Transport geklappt hat und toll dass du Luigi mit Sonnen "betanken" kannst!

Das my500e Telematikmodul wird IMHO weiterhin von Auto-Vetterli vertrieben.
Zum dessen Mehrwert für mich:

Nach fast drei-jähriger Nutzungszeit möchte ich das Teil nun nicht mehr missen.

Besonders folgende Funktionen sind mir dabei am wichtigsten:
- Ladebegrenzung, einstellbar von 70-95% SOC //hilft den Akku zu schonen.

- Ladestatus-Benachrichtigung - hat mich schon ein paar mal über Ladeabbrüche informiert und mich damit vor Stundenlangen Wartezeiten vor Weiterfahrt in der Fremde/ auf Reisen bewahrt, da ich dann einfach noch mal ans Fzg. konnte, um den Vorgang erneut zu starten.

- Vorkonditionierung im Winter, weniger aus Komfortgründen bezogen auf den aufgewärmten Innenraum, als vielmehr auf die gewonnene Reichweite vor Fahrtantritt wenn es mal drauf ankam, also dann noch bei angeschlossener Wallbox oder Ladesäule.
Um das ansonsten zu erreichen müsste man nämlich ohne die my500e, so man nicht im Auto warten möchte, die Zündung einschalten, Heizung an, und das Auto mit dem Zweitschlüssel abschliessen, um wieder weggehen zu können - umständlich und in der Fremde dazu noch riskant.

- Wichtig war mir auch die nicht Zwangskoppelung mit einem GPS-Modul und dass die wenigen Telemetriedaten die dennoch damit anfallen, nicht aus der Schweizer Server Infrastruktur abfliessen an Dritte.
Datenschutz dieser Art ist mir sehr wichtig und deshalb kann ich mir auch wohl kein neues Auto mehr kaufen, dank eCall, embedded Modem, CarPlay/Android Auto, nebst Zwangsbeglückung mit viel zu vielen eingreifenden, bevormundenden oder einfach nur nervigen Assistenzsystemen dank EU-Homologationsvorgaben und NCAP-5*-Bewertungsziel und last but not least natürlich ohne R1234yf Kältemittel, nur noch mit CO2 A/C.

Schade eigentlich, würde ich mir doch gerne irgendwann mal einen Reichweitenstärkeren bezahlbaren BEV Klein-oder Mittelklasse-Wagen mit CCS zulegen ,der obige besagte Anforderungen erfüllt - doch so etwas wird wohl nicht mehr auf den Markt kommen... :-(

- Die 12V Batterie-Überwachung ist auch ganz nützlich, speziell bei langen Standzeiten ohne Nachladung oder Gebrauch wie in Corona-Zeiten oder um mit einer altersschwachen Batterie besser umgehen zu können oder um auf deren immer notwendiger werdenden Austausch aufmerksam zu werden.

- Der Rest der my500e Features ist für mich zwar nice to have und auch durchaus sinnvoll, wäre aber kein Entscheidungskriterium für oder gegen dessen Erwerb.

Gruß, Andy.
Elektro-Bomber in der Garage:
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