Nutzung über 10-15 Jahre?

Re: Nutzung über 10-15 Jahre?

AntiGravEinheit
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Unser i-MiEV hat inzwischen 11 Jahre, aber nur grob 60000km auf dem Buckel. Ich komme damit unter Idealbedingungen noch ca. 120km weit.
Unser Opel Ampera ist etwas über 11 Jahre alt, knapp 200000km, davon 85% rein elektrisch (ca. 1700 Akku-Vollzyklen). Ich komme damit unter Idealbedingungen noch immer die versprochenen 80km weit - anfangs waren es allerdings über 95km, die ich schaffen konnte.
Unsere Tesla Powerwall 1 ist jetzt knapp 7 Jahre alt, hat etwa 1600 Vollzyklen weg und die Steuerung sagt, daß sie nur noch etwa 4800Wh von den ursprünglichen 6400Wh liefert (ich kann mir auch die Werte von vor 6 Jahren da ansehen). Das finde ich durchaus etwas enttäuschend.

Wie man sieht, ist Akku nicht gleich Akku.
Die meisten Sorgen mache ich mir über nicht mehr und nur sehr schwierig lieferbare Steuergeräte, wenn ich da mal was brauchen sollte. Über den Akku als solches beim Auto, hm, ich denke, da geht der Rest drumherum eher kaputt.
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Re: Nutzung über 10-15 Jahre?

MannyD
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Während man sich allgemein eher am Akku hochzieht, sehe ich Langzeitprobleme mehr bei den elektronischen Geräten wie Steuergeräte, Onboardlader, Motorregelung, Infotainment usw. Diese beinhalten alle billige Standardbauteile wie Kondensatoren, Widerstände usw. Da muß nur ein Kondensator ausfallen und schon wird eine Elektronik für 4 - 5.000 € gewechselt. Dann geht das Teil ins Werk, der Kondi wird für ein paar Euros gewechselt, die Schwachstelle ist ja bekannt und die Elektronik wird wieder für der o. a. Preis weiterverkauft. Tolles Geschäftsmodell.

Diese Vorgehensweise, die sicherlich jede Firma macht, macht mir mehr Sorgen. Denn das ist dann ein schleichernder Prozess.
Ein Auto-Manager sagt mal, dass es in Zukunft keine Oldtimer mehr geben wird, weil es die Steuergeräte nicht mehr gibt. Recht hat er, aber wird auch nichts dagegen unternehmen, ist ja zumindest wohlwollend in Kauf genommen.

Manny

Re: Nutzung über 10-15 Jahre?

Misterdublex
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Wird so sein. Merkt man beim Smart Ed 451 bereits jetzt sehr gut. Bei unserem (damaligen, EZ in 2013) wurde im Alter von 6,5 Jahren die Leistungselektronik für gut über 2.000 € getauscht. Zum Glück über Garantie. Der Akku war zu dem Zeitpunkt in einem hervorragenden Zustand.

Nun lese ich immer wieder, dass nun andere Komponenten anfällig werden. Bekannt ist es vom 22 kW-AC-Lader, der nur wegen eines defekten Kondensators zu einem bei einem 6 Jahre alten Fahrzeug zu einem Totalschaden führt, wenn man keinen Frickler kennt.

Die ersten Smart Ed 451 sind nun über 10 Jahre alt, wegen Bauteildefekten und hohen Reparaturkosten wird der weitere Betrieb eine Lotterie.

Im Prinzip, muss ein Eigentümer davon ausgehen, dass er nach 10 Jahren spätestens ein Fahrzeug zu Ende finanziert hat oder spätestens nach 10 Jahren sich das Geld für ein neues Fahrzeug angespart hat.
11/2017 bis 10/2023: VW E-Golf300 als Zweitfahrzeug, mit AHK (Heckträger) von Bosstow nachgerüstet,
08/2018 bis 09/2021: Smart Ed 451,
11/2021 bis heute: VW e-Up Aktiv als Erstfahrzeug,
11/2023 bis heute: Skoda Enyaq iV50 als Zweitfahrzeug.

Re: Nutzung über 10-15 Jahre?

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Finde es lustig, daß Komponenten als Secondlifeumbauten in alten Verbrenner wieder auf die Strasse rollen.
Der Touran mit Leaf Teilen. Oder in Siegen ein Mini mit Think inside.
Fast immer wird ein „Neuer“ Akku dazugebaut. Auch weil Bauraum neu gesucht werden muss.

Bevs sind halt keine Pc, wo ich Teile austauschen und anpassen kann. Eher wie Laptops. Keine Module noch fixe Schnittstellen. Jeder macht sein eigenes Ding.

So gesehen sind schnell verfallende Akkus alla Nissan auch eine Chance günstig ein Bev zu bauen. Da gibt es Bastler mit Herz und Openmind. Auch weil Bauteile preiswert bei Verwertern rumfliegen. Auch eine lange Produktionszeit ist förderlich. In 2009 Leaf würde auch der aktuelle Antrieb passen.
Bei Kia wird schon über die nächste Plattform nachgedacht. Damit sind die Tage von e gmp schon gezählt.

Re: Nutzung über 10-15 Jahre?

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gekfsns hat geschrieben: ...Ja, meine den SOH. Der ist innerhalb nicht Mal 3 Jahren auf einen niedrigeren Wert gesunken als bei meinem fast 7 Jahre alten Ioniq (94% laut Aviloo) mit 3x soviel Kilometern drauf. ....
Der über die OBD ausgelesenen SOH ist Markenübergreifend schweer zu vergleichen. Das ist kein genormter Wert sondern jeder Hersteller kocht sein eigenes Süppchen wie er ihn berechnet.

zu der Ursprünglichen Frage:
Schweer bis gar nicht zu beantworten. Kommt auch auf den verbauten Akkutyp an. Auch die Akkugeneration spielt hier mit.
Und dann noch ganz viel andere Faktoren.... .

Wenn mich jemand danach fragt sage ich immer:
"Jetzt nach einem Jahr und 30 000 km alles in Butter. Frag mich in 10 Jahren nochmal dann kann ich es Dir sagen."

Bin aber, wie auch viele andere hier im Forum, der Meinung das sich bei bedarf Betriebe finden werden die die defekten Komponenten für faires Geld aufarbeiten.
MG5 Luxury Standard Range und Trinity Uranus R 2020

Re: Nutzung über 10-15 Jahre?

MannyD
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So gesehen sind schnell verfallende Akkus alla Nissan auch eine Chance günstig ein Bev zu bauen. Da gibt es Bastler mit Herz und Openmind. Auch weil Bauteile preiswert bei Verwertern rumfliegen. Auch eine lange Produktionszeit ist förderlich. In 2009 Leaf würde auch der aktuelle Antrieb passen.
Naja, ich bin Auto-Nutzer und nicht Auto-Bastler. Im Einzelfall geht das, was aber, wenn es stehen bleibt und ich zur Arbeit muß? Dann gehts zur (Vertrags)-Werkstatt und die wechselt...
Bin aber, wie auch viele andere hier im Forum, der Meinung das sich bei bedarf Betriebe finden werden die die defekten Komponenten für faires Geld aufarbeiten.
Da in Zukunft alles über Software geht, habe ich da schon meine Bedenken, dass sich die Firmen was einfallen lassen. Komponentenschutz usw. Schon jetzt kommt ja der (Vertrags)-Händler an nichts mehr ran: Probleme mit dem E-Auto? Zum Händler, den Stecker rein, nichts am Auto anrühren, warten was die Firma sagt. Und das wird nicht besser werden. Schon jetzt wird alles als Tauschteil deklariert, das defekte Teil geht an die Firma zurück, wo soll da ein Tauschteil auf dem freien Markt herkommen?

Es wäre ja schön, wenn ich unrecht hätte, aber allein der Glaube fehlt mir.

Bezüglich des Auto-Akkus darf man nicht vergessen, dass das Nachlassen der Kapazität nicht linear geht. Wie auch die Entladespannung. Daher sind Vorhersagen im Moment noch mit vielen Fragezeichen zu versehen.

Manny

Re: Nutzung über 10-15 Jahre?

Herbs
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MannyD hat geschrieben: Während man sich allgemein eher am Akku hochzieht, sehe ich Langzeitprobleme mehr bei den elektronischen Geräten wie Steuergeräte, Onboardlader, Motorregelung, Infotainment usw.
Das Risiko geht man ja dann heute mit jedem Auto ein.
Ein Auto-Manager sagt mal, dass es in Zukunft keine Oldtimer mehr geben wird, weil es die Steuergeräte nicht mehr gibt. Recht hat er, aber wird auch nichts dagegen unternehmen, ist ja zumindest wohlwollend in Kauf genommen.
Oldtimer mögen gefährdet sein. Ich glaube aber, dass “alte” Hersteller bis 15 Jahre nach EOP Original-Ersatzteillieferungen garantieren. Das sollte für die meisten Menschen den Use-Case abdecken (es kauft ja auch nicht jeder am letzen Tag des Produktlebenszyklus).
e-Golf 11/2019 bis 06/2021
ID.3 01/2021 - 05/2022
ID.4 10/22 - 10/24
ID.4 1st Max seit 03/21
ID.7 Tourer bestellt

Re: Nutzung über 10-15 Jahre?

gekfsns
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Nächste Woche sind es dann 2 Monate die mein ID3 in der Werkstatt steht und wegen Ersatzteilproblemen immer noch nicht repariert werden kann. Denke das wird in 10 Jahren nicht besser werden und für jemanden der dann täglich auf sein Auto angewiesen ist und dann noch dazu keine Garantie mehr hat eine Katastrophe. Da hilft es mir auch nicht viel wenn es irgendwo einen Bastler gibt der das dann irgendwann mal nach Wochen repariert. Das geht nur bei Liebhaberfahrzeugen die man nur in der Freizeit ausfährt

Re: Nutzung über 10-15 Jahre?

leoElekto
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mit pessimistischen Prognosen und miesen Erfahrungen mit Defekten wird man hier vorrangig diejenigen mit echten Problemen finden.
Das ist in keiner Weise repräsentativ, so nervig und enttäuschend das auch im Einzelfall ist.

Ich bin jetzt 2,5 Jahre mit dem Enyaq unterwegs (nix anderes als ein ID.4/ID.3), hab außer dem üblichen OTA-Stress keinerlei Probleme. Keine Antriebswellen, kein Rost, einfach nichts - und das trotz fast 90.000 km.
Ich hatte mir trotzdem eine 5-jahres-Garantie gegönnt denn ich wusste, dass ich ein early-Adopter mit allen Risiken war und bin.

Ach .. Akku-Gesundheit ist prima: Trotz den 90.000 km noch bei 95% und seit 1/2 Jahr absolut konstant.
Es passt alles.

Ich habe mir einen neuen Enyaq bestellt da ich mit meiner Jahresfahrleistung zu schnell die 150.000 km knacke und damit aus der Garantie falle.

Re: Nutzung über 10-15 Jahre?

gekfsns
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@leoElekto Also traust Dich auch nicht länger das Auto zu fahren so ganz ohne Garantie, also sind wir beide ja einer Meinung :lol:
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