Quo vadis Daimler?

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Re: Quo vadis Daimler?

sheridan
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Mich hat die Strategie nicht wirklich überzeugt. Bei EVs ist man hintendran. Der EQC reisst es nicht wirklich, 110kW DC und ein nach fast 2 Jahren verschämt hinterhergeschobener 11kW AC-Lader sind ja nicht gerade "das beste". Dort aufzuholen kostet Milliarden. Das heisst, die Profitabilität muss woanders erhöht werden. Das Ausdünnen der Kompaktklasse macht schon Sinn, z.B. A Limo und CLA sind zu ähnliche Produkte. Aber ganz ohne Kompaktklasse bleiben die Kunden weg. Das war ja gerade der Erfolg von Zetsche, dass die Käuferschicht deutlich verjüngt wurde. Und das Luxussegment ist auch nicht beliebig gross.
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Re: Quo vadis Daimler?

Naheris
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Der 11 kW Lader wurde nicht "fast zwei Jahre" sondern "etwas mehr als ein Jahr später" nachgeschoben. Bitte nicht einfach nur aufrunden, weil man die Marke nicht mag.

Und übrigens: Der EQC ist der erste reine BEV von Daimler. Diesen müsste man mit dem Tesla Roadster vergleichen, oder dem ersten Model S85 oder P85 - nicht einer der neueren Varianten. Und bei diesem Vergleich kommt er schon ziemlich gut weg. Nicht unbedingt als Nr. 1 in allen Kategorien, aber doch in sehr vielen.
Heute: Fahrrad oder Familien-e-Golf / Gestern: ID.4, e-Tron 55, Leaf ZE1+, I-Pace, Kona, eGolf Mk-2, Model S AP1, Passat GTE Mk-1 / Morgen: Taycan.
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Re: Quo vadis Daimler?

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Und bei diesem Vergleich kommt er schon ziemlich gut weg. Nicht unbedingt als Nr. 1 in allen Kategorien, aber doch in sehr vielen.
Stimme ich tlw zu, was vermutlich Innengeräusch und Komfort angeht (bin nie einen EQC gefahren). Im Unterschied zu Tesla hat Daimler aber die ganze Verbrennerflotte, Zulieferer und MA am Bein, die alle in der "alten" Welt beheimatet sind und man hat sich einen Sparkurs auferlegen müssen. In diesem Umfeld einen Rückstand aufzuholen - und den haben sie in den klassischen BEV Disziplinen - wird nicht einfach.
Was mich lange genervt hat: Ich durfte mir vor Monaten noch in der Stuttgarter Zeitung regelmäßig Manager Aussagen von Daimler reinziehen in denen Begriffe wie "Brennstoffzelle", "Mehrgleisigkeit", "Technologieoffenheit" und "eFuels" an der Tagesordnung waren und man hatte natürlich auch mit dem Dieselskandal nix zu tun. Die Belegschaft hat damals schon lautstark angemahnt, man möge doch bitte e-Komponenten selbst im Haus entwickeln und produzieren und nicht von ZF & Co beziehen.
IMO ist das vollständiges Managementversagen und der Schwenk von Källenius heißt für mich, man sieht keine Möglichkeit mehr (finanziell und personell) im Massensegment mitzuspielen und versucht sein Glück im AMG und Luxusbereich.
Wenn das schiefgeht, gehört Daimler Geely.....was für die Arbeitsplätze nicht schlecht sein muss - weiß man nicht.
Zetsche ist sich bis heute bezgl e-Mobilität keiner Schuld bewusst, alles im Reinen, die Konsequenzen tragen ja auch die Leute am Band.
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Re: Quo vadis Daimler?

fabian_crl
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Mein Eindruck: Daimler ist etwas spät dran, allerdings nicht 5-10 Jahre, sondern ungefähr 12-18 Monate. Daimler wird es dieses Jahr voraussichtlich nicht schaffen, die CO2 Grenzwerte einzuhalten, man hat einfach nicht nicht genügend E-Autos. Selbst VW tut sich dieses Jahr schwer, rechnet allerdings damit, mit ID. 3 und co es noch zu schaffen (nur mit E Golf und E Tron würde es nicht reichen). Dieses Jahr ist also blöd gelaufen für Daimler, aber es stehen viele E-Autos kurz vor dem Sereinstart: EQA, EQB, sowie EQS, EQE und EQS SUV (oder EQS-GL, wie auch immer). Allesamt sicher wettbewerbsfähig und zumindest letztere auf eigener E-Auto Plattform. Bloß eben ein paar Monate zu spät.

Re: Quo vadis Daimler?

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Wäre schön, wenn es nur Monate sind, dass wird sich an der Wettbewerbsfähigkeit der neuen Modelle zeigen.
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Re: Quo vadis Daimler?

sheridan
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Naheris hat geschrieben: Der 11 kW Lader wurde nicht "fast zwei Jahre" sondern "etwas mehr als ein Jahr später" nachgeschoben. Bitte nicht einfach nur aufrunden, weil man die Marke nicht mag.

Und übrigens: Der EQC ist der erste reine BEV von Daimler. Diesen müsste man mit dem Tesla Roadster vergleichen, oder dem ersten Model S85 oder P85 - nicht einer der neueren Varianten. Und bei diesem Vergleich kommt er schon ziemlich gut weg. Nicht unbedingt als Nr. 1 in allen Kategorien, aber doch in sehr vielen.
Ich mag die Marke, aber der EQC wird vermutlich kein grosser Erfolg. Vorgestellt wurde das Auto 2018 und es gab mittlerweile zwei Änderungsjahre. Bei AC/DC Laden liegt Audi vorn, bei Reichweite Tesla. Nur im Kapitel Geräuschdämmung ist der EQC wirklich eine Referenz. Das erste BEV von Mercedes war übrigens der B250e, aber bitte hier keine Offtopic-Diskussion starten.

Ich hoffe mal, dass die Produkte in der Pipeline wie EQS und EQE wirklich begeistern können, z.B. mit 800V-Technik. Um den EQA und EQB ist es still geworden, durch den Strategiewechsel haben die wohl geringere Priorität bekommen. Vor 2022 wird man die wohl eher nicht beim Händler sehen.
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Re: Quo vadis Daimler?

Knobiwan
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GTE_Ebi

Was man nicht vergessen sollte - die "alten" Hersteller verfügen allesamt über ein gut ausgebautes Service-Netz. Natürlich ist es so, dass die Karten teilweise wieder neu gemischt werden. Dennoch hilft es, wenn man auf eine starke Marke und verlässliche Infrastruktur zurückgreifen kann - auch wenn man vieles davon unnötigerweise "am Beim hat". Oder anders ausgedrückt: Wenn ich 100k übrig hätte, würde ich mir keinen Lucid kaufen, nur weil der 50km weiter fährt oder etwas schneller beschleunigt (irgend ein Start-Up ist immer vorne, die Herausforderung ist, die Produkte auch massenhaft und verlässlich auf die Straße zu bringen). Dann nehme ich lieber die Marke, die ich schon seit Jahrzehnten kenne und wo es um die Ecke ein Service Center gibt.

Aber wie schon erwähnt, wird man ja bald sehen.

Re: Quo vadis Daimler?

sheridan
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GTE_Ebi hat geschrieben: Im Unterschied zu Tesla hat Daimler aber die ganze Verbrennerflotte, Zulieferer und MA am Bein, die alle in der "alten" Welt beheimatet sind und man hat sich einen Sparkurs auferlegen müssen. In diesem Umfeld einen Rückstand aufzuholen - und den haben sie in den klassischen BEV Disziplinen - wird nicht einfach.
Ja, vor allem die Gewerkschaften sind noch in der alten Welt verhaftet, die skandieren schon lautstark "Källenius - jetzt ist Schluss".
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Re: Quo vadis Daimler?

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Wenn ich 100k übrig hätte, würde ich mir keinen Lucid kaufen, nur weil der 50km weiter fährt oder etwas schneller beschleunigt
Wohl wahr, aber von den paar Luxuskarossen kannst du keinen Laden in der Größenordnung von Daimler unterhalten. Ich befürchte eine Zukunft wie Polestar, nur eben im Luxussegment.
Das Servicenetz wird IMO überbewertet und ist in der Größenordnung auch nur Klotz am Bein.
Wofür braucht ein BEV Service ? Karosseriearbeiten machen sowieso Fachbetriebe, Bremsflüssigkeit kann jede Werkstatt.
Voraussetzung ist natürlich ein entsprechend zuverlässiges BEV Design und auch OTA um SW Dinge remote fixen oder analysieren zu können.

Ich bin gespannt, welche Serviceerfahrung ich mit meinem SR+ noch mache. Habe einmal eine Keycard verbummelt, zwei neue für 25€ bestellt, in 1 Minute selbst angelernt, die alte gelöscht. Wenn ich denke, was das für ein Theater und für Kosten bei meinem keyless Mazda waren - Wahnsinn.
Zuletzt geändert von GTE_Ebi am So 11. Okt 2020, 11:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Quo vadis Daimler?

Knobiwan
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Ich weiß auch nicht, ob das wirklich das Ziel ist. Man wird ja die "kleinen" Baureihen trotzdem weiter betreiben, sogar eine eigene Plattform kommt. Aber man wird sie wohl nicht mit aller Macht auf den Markt drücken und ggf. sogar drauflegen. Wird man ja sehen, sie es in der Praxis aussieht.

Das Servicenetz sollte nicht unterschätzt werden - man muss ja nur einmal anschauen, wie viele "Probleme" ein Tesla für einige Leute mit sich bringt. Seien es Lackschäden, wegfliegende Dächer usw. Auch nach Unfällen benötigt man Reparaturen. Natürlich hilft es da, wenn viele spezialisierte Werkstätten verfügbar sind.

Es geht ja auch darum, ob man jemand "greifen" kann. Womöglich ändert sich das zukünftig (bei Banken tut es das ja auch). Aber wenn ich ein Produkt für 100k kaufe, oder für 50k, dann will ich nicht nach China telefonieren müssen, um einen Gewährleistungsanspruch durchzusetzen - überspitzt formuliert. Dennoch würde ich zustimmen, dass eine gewisse Ausdünnung wohl aus Sicht des Konzerns eher vorteilhaft wäre.
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