Effizientes Fahren, wie?

Effizientes Fahren, wie?

Andi9
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Hallo,

ich bin momentan in der Entscheidungsfindung bezüglich eines Kaufes.

Im Vorfeld stellt sich mir folgende Frage, für die ich keine Informationen gefunden habe.

Wie fährt man ein E-Auto am effektivsten?
Nein ich meine nicht die Geschwindigkeit. Sondern z.B. Beschleunigen, Rekuperation,...

Zum Beispiel:

- Langsames beschleunigen. (Mehr Zeit im höheren Verbrauch) zu zügigen beschleunigen?
- Mehr Rollen lassen in geringer Rekuperationsstufe (Wie Motorbremse beim Benziner) oder bis kurz vorm Ortsschild und dann mit hoher Rekuperationsstufe „abbremsen“?
- Gewicht wenn möglich raus aus dem Auto, oder ist es egal?

Da der Kona in meiner engere Wahl kommt und die Rekuperationsstufen bequem einzustellen sind würde mich das sehr interessieren.
Ich wohne in einem sehr hügeligen Gebiet (Höhenunterschiede von 100m sind keine Seltenheit und mein Benziner rollt in der Regel mindesten 1/3 jeder Fahrt ohne Gas oder Verbrauch.

Danke
Andi
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Re: Effizientes Fahren, wie?

IoniqFelix
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Vorweg: Der Satz "mein Benziner rollt in der Regel mindesten 1/3 jeder Fahrt ohne Gas oder Verbrauch" kann nur stimmen wenn du den Benziner ausschaltest. Somit wäre richtig: "Ohne Gas also Leerlaufverbrauch". Hier besteht schon der fast größte Punkt der Effizient des Elektroauto. Denn hier wäre der Verbrauch tatsächlich 0. Diskussion bezüglich rekuperieren und Segeln gibt es zwar immer wieder aber eindeutig ist segeln effizienter. Beim Punkt schnell oder langsam beschleunigen würde ich mir keine Antwort zutrauen, gehe aber fast davon aus das wenn das schnelle beschleunigen nicht zu erhöten abbremsen/rekuperieren führt dürfte es fast ausgeglichen sein. Beim Gewicht verhält es sich zwar so das mehr Gewicht auch mehr Verbrauch bedeutet aber bei weiten nicht so stark wie man es erwartet. Fazit wäre also: Vorausschauend fahren und segeln, ansonsten fährt man wie bisher.
Seit Juli 2020 Kona 64KW BJ 2020

Re: Effizientes Fahren, wie?

RBMK-1000
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Also so ganz stimme ich dir da nicht zu. Schau mal bitte was eine Schubabschaltung bei Verbrennungsmotoren macht.

Re: Effizientes Fahren, wie?

Andi9
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Bevor das mit der Schubabschaltung ausartet noch schnell ein paar Quellen dazu.

Tatsächlich wird oberhalb einer bestimmten Drehzahl (je nach Modell knapp oberhalb der Leerlaufdrehzahl die Kraftstoffzufuhr gekappt.)
https://www.adac.de/verkehr/tanken-kraf ... ren-tipps/ (Tipp 2)
https://www.energie-lexikon.info/schubabschaltung.html

Und sogar im Duden „ Vorrichtung, die die Kraftstoffzufuhr automatisch unterbricht, wenn sich das Fahrzeug durch eigenen Schub (1b) (z. B. bei Talfahrten) fortbewegt“

Allerdings sollte im Vergleich mit der Schunabschaltung ein Elektroauto immer noch Vorteile haben, zumindest bei leichter Rekuperations.

Re: Effizientes Fahren, wie?

psm-freak
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Segeln ist effizienter als Reku und dafür mehr Beschleunigen.

Langsam Beschleunigen ist effizienter als schnell Beschleunigen da Leitverluste quadratisch vom Strom abhängen: Beschleunigen mit doppeltem Drehmoment braucht halb so lange bei vierfachen Leitverlusten.
Allerdings: Starke Beschleunigung bringt Fahrspaß

Die größte Stellschraube ist mit Abstand die Geschwindigkeit.


Zur Schubabschaltung: In dieser bremst die ICE aber auch massiv ("Motorbremse").
Im Leerlauf bremst die ICE nicht, läuft aber mit "Standgas".

Man muss bedenken wie viel Energie da sinnlos verheizt wird wenn man mit Motorbremse einen Berg runterfährt
Ioniq 28 Style

Re: Effizientes Fahren, wie?

Orion
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Nicht extrem beschleunigen und nicht extrem stark bremsen, das ist alles, was du beim Elektroauto wissen musst.

Die Tricks der antiken Verbrennertechnik brauchst du beim E-Auto nicht, der E-Motor ist quasi in jedem Betriebsbereich effizient.
Am meisten sparst du, wenn du auf der Autobahn nicht zu schnell fährst, aber das gilt ja für jede Antriebstechnik.
2016: Reichweiten-Angst. 2018: Lade-Angst. 2020: Liefer-Angst.

Re: Effizientes Fahren, wie?

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Bitte nicht Motorbremse mit Schub- oder Zylinderabschaltung durcheinanderwürfeln. Das sind gänzlich unterschiedliche Dinge.

Bei der Schubabschaltung wird der Verbrauch auf Null durch Kappung der Kraftstoffzufuhr geregelt. Es wird versucht, das Schleppmoment des Motors so gering als Möglich zu halten. Bspw. durch Kompressionsabschaltung bei variabler Ventilsteuerung.

Bei der Zylinderabschaltung wird aufgrund der geringen Leistungsanforderung durch den Fahrer einer oder mehrere Zylinder der Verbrauch gesenkt. Dennoch wird weiterhin verbraucht und gegebenenfalls (geringer) Vorschub geleistet.

Bei der Motorbremse wird das Fahrzeug aktiv verzögert. Das kann durch diverse technische Einrichtungen passieren. Im einfachsten Fall muss das Fahrzeug gegen die Kompression des Motors, der keinen Kraftstoff mehr bekommt, anarbeiten.

Bei einem eAuto ist die Rekuperation noch am ehesten mit der Motorbremse zu vergleichen. (Vgl. Retarder / Intarder).

Abgesehen davon würde ich mich hüten, pauschale Aussagen zu machen, wie "Segeln ist effizienter als Reku", denn das kommt sehr auf das individuell vorliegende Höhenprofil an. Wenn einer (als Extrembeispiel) von seinem Höhenhof ins Tal fährt - warum sollte er da ohne Reku 'runter fahren und mit der mechanischen Bremse verzögern?

Soll heißen: Versuch mach Kluch.
Und ja, wer ständig mit Bleifuß auf den Pinsel dappt, wird nicht effizient fahren. Aber das kennt man schon vom Verbrenner. Also: So gut es geht gleichmäßig und vorausschauend fahren.

SüdSchwabe.
--
Kona 64kWh Premium Facelift Acid Yellow GSD - bestellt am 09.September 2019 - abgeholt am 5.Juni 2020

Re: Effizientes Fahren, wie?

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Andi9 hat geschrieben:

- Langsames beschleunigen. (Mehr Zeit im höheren Verbrauch) zu zügigen beschleunigen?
- Mehr Rollen lassen in geringer Rekuperationsstufe (Wie Motorbremse beim Benziner) oder bis kurz vorm Ortsschild und dann mit hoher Rekuperationsstufe „abbremsen“?
- Gewicht wenn möglich raus aus dem Auto, oder ist es egal?

Ich nehme mal deine Beispiele und beantworte, wie ich diese Punkte für mich gelöst habe:

- zügiges Beschleunigen verursacht meiner Meinung nach den (vermutlich) minimalen Mehrverbrauch, da bei hoher Leistungsabgabe der Verlust über Wärme höher ist. Daher fahre ich generell sehr sanft.

- Segeln ist wohl die sparsamste Variante. auch beim Rekuperieren ist ein gewisser Energieverlust zusätzlich zur Reibung der Reifen da.

- Gewicht ist meiner Meinung nach der unwichtigste Punkt, da die Bewegungsenergie ja über Rekuperation teilweise zurückgewonnen werden kann und das Gewicht da dann wieder "positiv" mitspielt; auch wenn eben das Segeln effizienter ist.

Aerodynamische Katastrophen wie Dachträger etc. würde ich, wenn du sie nutzt, wann immer es geht, abbauen. Das ist sicher ein sehr großer Punkt.
Bei der Reifenwahl auf Effizienz achten.
Mit freundlichen Grüßen
Tobi

Bild Kona 64kWh 05/20 mit S.K. AHK und 1.300kg eingetragen
JuiceBooster 2, NRG Kick
Stevens E-CAYOLLE Human-Hybrid; SoFlow SO6; X1 Diesel

Re: Effizientes Fahren, wie?

Odanez
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Vorausschauendes Fahren ist denke ich der entscheidendste Faktor hier. Wenn man ein gutes Gefühl für seine aktuelle Bewegungsenergie hat, dann kann man in vielen Situationen komplett ohne Rekuperation auskommen. Wie schon erwähnt, je mehr Segeln desto besser. Wenn es absehbar ist, dass du in ein paar 100m langsamer sein musst bzw stehen musst, fang so früh an zu segeln wie möglich, ohne natürlich den Verkehr zu behindern. Idealerweise mache ich es so auf dem Land auf Strecken die ich schon kenne: Ich weiß ab wann ich von welcher Geschwindigkeit aus bis zum Ortsschild segeln kann um am Ortsschild auch die 50-55km/h drauf habe.

Man muss bedenken, dass Rekuperation immer auch Abwärme bedeutet. Es geht immer Energie verloren. Die einzige Ausnahme, wo Segeln vielleicht nicht besser als Rekuperieren ist, ist bei hohen Geschwindigkeiten. Dort kann es sein, dass man durch den erhöhten Windwiederstand so viel Energie verliert, dass man durch Rekuperation und langsameren Fahren am Ende besser da steht. Man stelle sich das wie 2 Kurven vor, die eine, der Verlust duch Windwiederstand ist eine Exponentielle, die andere, Verlust durch Rekuperation ist eine Gerade, und die ist meistens höher als die des Windwiederstands, aber ab einer gewissen Geschwindigkeit überschneiden sie sich. Ab welcher Geschwindigkeit das dann wirklich so ist: Keine Ahnung, aber bei >120km/h bestimmt bei den meisten E-Autos.
2013 Euroleaf Acenta, 24kWh. SoH 83%, 80.000km

Re: Effizientes Fahren, wie?

Andi9
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SüdSchwabe hat geschrieben: Bitte nicht Motorbremse mit Schub- oder Zylinderabschaltung durcheinanderwürfeln. Das sind gänzlich unterschiedliche Dinge..

Bei einem eAuto ist die Rekuperation noch am ehesten mit der Motorbremse zu vergleichen. (Vgl. Retarder / Intarder).

Abgesehen davon würde ich mich hüten, pauschale Aussagen zu machen, wie "Segeln ist effizienter als Reku", denn das kommt sehr auf das individuell vorliegende Höhenprofil an. Wenn einer (als Extrembeispiel) von seinem Höhenhof ins Tal fährt - warum sollte er da ohne Reku 'runter fahren und mit der mechanischen Bremse verzögern?
Danke das wird oft viel durcheinander gewürfelt. Wobei ich im Bereich des PKW‘s bisher noch nie eine Motorbremse gesehen habe.
Übrigens bremst der Motor bei Schubabschaltung immer mit wegen der Reibung. In der Regel wird durch die „Lichtmaschine“ sogar die Batterie rekupariert. „schmunzel“

Im Moment fahre ich beim Benziner Berg ab mit Schubabschaltung und „vernichte“ Geschwindigkeit mit der Bremse, wenn ich zu schnell werde. ( nein ich stehe aber nicht ständig auf dem Bremspedal).

Bei der Probefahrt mit dem Kona hab ich mit Segeln angefangen und mit hochschalten der Rekuperationsstufen die Geschwindigkeit reduziert. (Ein wenig holprig, da ich die stärke nicht so einschätzen konnte.)
Das gleiche im Prinzip auch bei Ortseingängen erst sehen und ein ggf Überschuss mit Rekuperation reduziert.

Also im Prinzip meine Fahrweise adaptiert.
Beim bmw i3 (Probefahrt) ging das nicht so, dass man hier nichts einstellen kann und er sofort „stark“ verzögert, wenn man von Gas geht. Da ist man quasi gefahren bis kurz vor der Ortschaft und hat sich dann stark abbremsen lassen.

Deshalb die Frage:
Was ist effektiver
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