Böser großer Akku

Alles zum Energiespeicher eines Elektroautos
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Böser großer Akku

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Vermehrt liest man, speziell hier im Forum, das ein großer Akku mehr Energie benötigt in der Herstellung etc. dann das Mehrgewicht etc. etc. usw...

Jetzt stellt sich aber doch mal die Frage, ob diese Denke richtig ist, vorallem da die meisten, die diese Einwände bringen, dann den Satz "Jetzt machen wir den selben Fehler, wie beim Verbrenner" nennen. Ist das wirklich so?

Ein E-Auto ist kein Wegwerfartikel, speziell der Akku nicht! Wer regenerative Energie nutzt, für seine Produktion oder für den Vortrieb des Autos, dürfte sich doch über ein kleines Mehr an Energie kaum einen Kopf machen! Oder schaltet irgend jemand seinen Solartaschenrechner am Schreibtisch aus?!

Mich würden Meinungen dazu speziell zu dem Thema interessieren, da das sonst in den anderen Threads recht schnell OT wird.

Meine Meinung ist: Wir werden kaum jemanden für das Thema E-Auto interessieren können, mit Autos die im Sommer im best case 230 KM weit kommen! Niemand juckt das Thema mit 3 verschiedenen Steckern, wenn er diese täglich in die Hand nehmen muss. Ein Auto muss min. 450 KM weit kommen (Winterbetrieb / Autobahn ca. 130km/h), sonst bleiben die E-Heinis unter sich. Ein Akku verbraucht viel Energie in der Produktion, richtig. Aber wie richtig ist das, im Vergleich zum Wegwerfprodukt Erdöl??? Sollte der Akku im Auto nach 10 Jahren nur noch 75 Prozent liefern (dann stimmt aber etwas nicht!), dient der Akku danach min. 25 Jahre noch aus Hausspeicher!

Und gerade die kleinen Akkus zeigen ja deutlich (siehe i3) das 2 bis 3C nicht sinnvoll ist, in der Langzeitbetrachtung. Großer Akku, im Alltag leichtes dazu laden im Bereich von 10 bis 20%, keine volle Zyklen, hohe Ströme nur auf Strecke, vereinfachtes Laden speziell bei Laternenparkern etc. usw. Und nebenbei... Bei einem Akku mit ca. 85kWh sind 120 kW Ladeleistung für die ersten 45% kaum eine Belastung, im Gegensatz zu 78kW bei 28kWh bis 75%. Auch wird es spannend zu sehen, wie die dt. Ankündiger mit den 350kW zurecht kommen wollen, bei angekündigten Akkus für E-SUVs im Bereich von 75 bis max. 105kWh. Ich glaube nämlich eher, das dieses "Tankstellen-Denken" dazu führt, das die klassischen Hersteller ihr aftersale sichern wollen.
Zuletzt geändert von Tesla Model S 135 am Fr 31. Aug 2018, 14:03, insgesamt 1-mal geändert.
Jedes Auto, das auf den Markt kommt, wird von meinem Team und mir persönlich abgenommen. Qualität ist bei Volkswagen Chefsache. In jedem unserer Autos steckt ein Stück von mir."
Winterkorn
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Re: Böser großer Akku

Mei
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klar,
wenn es kein Geld kostet, dann nehm ich auch 1000kWh.
Muss aber dann auch in einen iOn rein passen.

Re: Böser großer Akku

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  • flor_tim
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Tesla Model S 135 hat geschrieben: Und gerade die kleinen Akkus zeigen ja deutlich (siehe i3) das 2 bis 3C nicht sinnvoll ist, in der Langzeitbetrachtung.
Was zeigt sich da, die Aussage kenne ich so noch nicht, gibt es hier was dazu zu lesen?

Re: Böser großer Akku

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Ich denke ein leichtes, günstiges Fahrzeug mit ca. 200km E-Reichweite und einem zuschaltbaren, kleinen, leichten 10-15kW Onboard-Benzingenerator (REX) wäre für die meisten Menschen sinnvoller. Der Generator würde Sicherheit und Langstrechentauglichkeit liefern und würde in der Praxis nur sehr, sehr wenig laufen. Damit wären günstige und praktische E-Autos endlich verfügbar.
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Re: Böser großer Akku

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  • AbRiNgOi
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Ne der REX ist Energieverschwendung in der Produktion.
Der große Akku denke ich nicht, weil ein großer Akku der nur wenig (Einige Prozent pro Tag) strapaziert wird als wenn ich einen Akku habe den ich täglich leer fahre. Klar, bei 1000kWh fahre ich aber auch nicht 100 Jahre damit, weil es ja noch die Kalendarische Alterung gibt. Aber 100, 200kWh sind da schon ein guter Kompromiss, der den Akku weit über das Fahrzeugleben bringt und dann noch genutzt werden kann.

Neben einen REX würde ich aber trotzdem durch die vielen male wo der leer wird einen höheren Akkuverschleiß haben, gerade die REX fahrer lutschen ihren Akku aus, weil der REX ist ja eh da, und im 2nd Live ist aus dem REX auch nichts mehr zu holen.

Ich sage daher mal frei raus: Bei dieser Betrachtung ist der große Akku dem REX überlegen.
ZOE Live Q210 6/2013 * Ladegerät @60.500km * AHK legal Typisiert 18.07.2017 * neuer Motor @71.250km
40kWh Batterie 12.03.2019 @85100
Aktuell: 100.000 km

Re: Böser großer Akku

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Was gerne vergessen wird:
In der Akkuentwicklung geht der Trend zu höherer Energiedichte. Damit sinkt automatisch der Rohstoff- und vermutlich auch der Energiebedarf pro kWh.
Dann wird immer angenommen dass die Akkufertigung mit 100% Kohlestrom gemacht wird, was auch eine zumindest fragwürdige Annahme ist.
Twizy seit 3/2015, Zoe Q210 12/2015-11/2017, Ioniq 12/2017-2/2020, Kona seit 2/2020
CF Box 43kW Typ2 Kabel / 22kW Typ2 Buchse / 2x32A CEE / 2x CEE blau

Re: Böser großer Akku

Mei
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Und irgendwie gibt es noch immer kein E-Car unter 20k€ mit Akku.

Re: Böser großer Akku

harlem24
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Der Drilling kostet 18500€.
Und den kann man problemlos kaufen, im Gegensatz zu Sion, Uniti und E.go life.
Gruß

CHris, unterwegs mit e-flat.com Zoe ZE40

Wenn Ihr Euch für Fotografie interessiert, schaut doch mal im Digitalfotonetz vorbei.
Mein kleines E-Auto Blog

Re: Böser großer Akku

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AbRiNgOi hat geschrieben: Der große Akku denke ich nicht, weil ein großer Akku der nur wenig (Einige Prozent pro Tag) strapaziert wird als wenn ich einen Akku habe den ich täglich leer fahre. Klar, bei 1000kWh fahre ich aber auch nicht 100 Jahre damit, weil es ja noch die Kalendarische Alterung gibt. Aber 100, 200kWh sind da schon ein guter Kompromiss, der den Akku weit über das Fahrzeugleben bringt und dann noch genutzt werden kann.
Würde ich genau so unterschreiben.
Ich denke, der "Zweitwagen" oder eben der klassische Kleiwagen (wie meine Zoe) käme heute und wird auch später mit 50-60kWh hinkommen, da er (dann) schnellladen kann.
Mittelklasse aufwärts, die vermehrt auch für die Urlaubsfahrten genutzt wird oder WoWa zieht, wird 100-200 brauchen und bekommen.

Ich denke, wir sind derzeit Finanziers der Entwicklung. Wenn wir heute nicht die verfügbaren Fahrzeuge mit kleinen und großen Batterien kaufen und fahren würden (die alle sehr teuer sind), würde es erst später oder nie flächendeckend und wirtschaftlich, sowie nachhaltig und umweltbewusste Fahrzeuge geben. Damit meine ich aus Sicht der Hersteller, wie auch aus Sicht der Nutzer.

Ja, aktuell sehen die reinen Zahlen eines produzierten 100kWh-E-Autos einfach nicht gut aus. Ich bin aber der Überzeugung, dass das heute einfach so sein muss, damit es später (sehr viel) besser wird. Die großen Akkus sind meiner Meinung nach daher nicht besser oder schlechter, als die kleinen.
Mit freundlichen Grüßen
Tobi

Bild Kona 64kWh 05/20
R90 Intens Z.E.40; 08/17 - JuiceBooster 2, NRG Kick
Stevens E-CAYOLLE Human-Hybrid; SoFlow SO6; X1 Dieselstinktier; Kona 64kWh bestellt 01/2020

Re: Böser großer Akku

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Akkus haben nun mal keine unbegrenzte Lebensdauer und Li-Akkus altern auch recht gut nur im stehen, man sollte mal von nicht viel mehr Lebensdauer als 10 Jahren ausgehen, und auch beim Recycling von Li-Akkus bestehen noch erhebliche Defizite zur Zeit.
Soviel mir bekannt ist findet bei Li-Akkus so gut wie kein Recycling aktuell statt obwohl diese schon in großen Mengen bei allen möglichen elektronischen Kleingeräten zur Entsorgung anfallen. Das ist einfach nur traurig zu nennen. Hier haben die Hersteller und unsere Politik schon wieder bei der Erstellung entsprechender Vorgaben versagt.
Ich weiß, es wird immer vom zweiten Akkuleben in stationärer Anwendung gesprochen, aber es muss sich erst noch zeigen ob
"halb tot gerittene Pferde" dafür noch tauglich sind und mit welcher Menge an Prüfungs- und Austauschaufwand bei den alten Zellen das später überhaupt machbar und stabil aufrecht zu erhalten ist.
Akkus in Autos stehen die meiste Zeit nur herum und altern auch noch dabei recht ordentlich. An den zuviel produzierten Müll gegenüber kleineren Akkus sollte man auch dabei denken. Auch daran dass die großen Akkus für mindestens 90% der abzuwickelnden Fahrprofile nicht benötigt werden und dass unserer Autobauer auch nicht V2H oder V2G anbieten bis heute, scheinbar auch nicht wollen solange sie dazu nicht vom Markt oder vom Staat gezwungen werden. Auch wird noch das übermäßig hohe Akkugewicht immer schön durch die Gegend gefahren, was zusätzlich Effizienz kostet.

Alles Punkte die bei nüchterner Betrachtungsweise noch lange gegen groß dimensionierte Akkus sprechen. Nur weil manche Leute meinen, wie beim Verbrenner, 500km am Stück über die Autobahn schnellfahren können zu müssen und keine Zeit oder keine Lust dazu finden sich ab und zu auch mal an einen Schnelllader zu stellen, müssen größer dimensionierte Akkus nicht unbedingt das Sinnvollste sein .
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