Ladevarianten für zuhause

Ladevarianten für zuhause

Max2020
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Hallo zusammen,

Bin noch ganz neu hier im Forum, konnte jedoch das richtige Thema was meine Anliegen betrifft nicht zusammenfassend finden, daher dieses neue Thema.

In kürze erhalte ich den neuen Ioniq FL und setze mich jetzt schon etwas länger mit dem Thema laden auseinander.

Einige Fragen habe ich dazu jedoch noch.

1. Kann ich eine normale Steckdose zum laden nutzen oder ist davon dringend abzuraten?
2. Habe ich durch das Laden an einer normalen Steckdose einen höheren Ladeverlust gegenüber einer Wallbox (wenn diese Zuhause installiert wäre)? Wenn ja wie hoch ist dieser ca.?
3. Wie lange ist die effektive Ladezeit an einer normal Steckdose? Von 0 auf 100% oder zb. von 20 auf 100%?
4. Was sollte man beim Laden und Entladen beachten? Ist es sinnvoll die Batterie größtmögliche zu entladen und dann voll aufzuladen, oder ist eher das Gegenteil ratsam?

Würde mich freuen wenn mir ein paar Leute ihre Erfahrungen diesbezüglich mitteilen könnten.

Vielen dank und ein schönes Wochenende.

Gruß Max
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Re: Ladevarianten für zuhause

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Bin zwar auch noch neu im Forum aber das wurde schon oft durchgekaut. Grundsätzlich sollte der Akku irgendwo zwischen 20 und 80% gehalten werden. Das ist i. d. R. Besser für die Akkuchemie (trifft auch auf andere Akkus zu: Smartphone, Laptop etc.).

Wirklich voll nur wenn du eine weite Strecke vor dir hast. Je voller der Akku, je länger dauert das Laden für die restlichen paar Prozent auch.

Re: Ladevarianten für zuhause

zaungast
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Max2020 hat geschrieben: Hallo zusammen,

Bin noch ganz neu hier im Forum, konnte jedoch das richtige Thema was meine Anliegen betrifft nicht zusammenfassend finden, daher dieses neue Thema.

In kürze erhalte ich den neuen Ioniq FL und setze mich jetzt schon etwas länger mit dem Thema laden auseinander.

Einige Fragen habe ich dazu jedoch noch.

1. Kann ich eine normale Steckdose zum laden nutzen oder ist davon dringend abzuraten?
2. Habe ich durch das Laden an einer normalen Steckdose einen höheren Ladeverlust gegenüber einer Wallbox (wenn diese Zuhause installiert wäre)? Wenn ja wie hoch ist dieser ca.?
3. Wie lange ist die effektive Ladezeit an einer normal Steckdose? Von 0 auf 100% oder zb. von 20 auf 100%?
4. Was sollte man beim Laden und Entladen beachten? Ist es sinnvoll die Batterie größtmögliche zu entladen und dann voll aufzuladen, oder ist eher das Gegenteil ratsam?

Würde mich freuen wenn mir ein paar Leute ihre Erfahrungen diesbezüglich mitteilen könnten.

Vielen dank und ein schönes Wochenende.

Gruß Max
Ich kann dir eigentlich nur Frage 1 mit gutem Gewissen beantworten:
Du kannst ohne weiteres eine normale Schuko Dose zum Laden verwenden, wenn diese von guter Qualität ist und auch die Zuleitung nicht zu lang und in Ordnung ist. Meine Installation zum Carport (seit fast 3 Jahren) ist ca. 35m Kabel (wegen der Länge 3x 2.5) ohne Unterbrechung in einem Verteiler und im Baumarkt habe ich die solideste oberputz Schuko Dose gekauft. Schwächen merkst du sofort an der Wärmeentwicklung ggf. auch in Verteilerkästen, fast gefährlicher als eine verschmorte Schoko Dose. Achtung: Wenn die Zuleitung schwach ist bringt eine Wallbox gar nichts.
Zu 3 Rechne mit ca. 2Kw Ladeleistung bei Volllast am Schuko, dann kannst du dir die Ladezeiten ausrechnen. Nachdem der IONIQ nur eine Phase nutzt gewinnst du mir eine Wallbox und 16A bestenfalls 50% dazu.
Das Wichtigste: Es muss alles in Ordnung sein, sonst hast du so oder so Brandgefahr.
Einst Sangl #164, seit 11.11.2017 stolzer Besitzer eines IONIQ Premium

Re: Ladevarianten für zuhause

elChris
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zu 1.:

Ich habe eine Zeit an Verlängerungskabel und Gartensteckdose geladen. Aufgerolltes Kabel, alte Steckdose und Unterputz Verteiler wurden bei 12A bedenklich warm.

Daher habe ich eine solide eMobil-Steckdose von Legrand im Carport installiert und mit nem ordentlichen Kabel in den Keller geführt. Die Steckdose lag dem Renault Ladeziegel bei. Der Renault Ladeziegel gibt dann 15A frei. Da wird trotzdem nichts mehr warm.

Mit der Legrand Lösung war ich also eigentlich zufrieden, habe aber jetzt zwei Elektroautos und habe daher jetzt eine gebrauchte Tesla Wallbox spendiert. Ist auf 20A eingestellt und lädt den IONIQ und die ZOE mit 19A. Den Verteilerkasten musste ich dafür nicht wesentlich verändern.

zu 2.: Schwierige Frage.

2a: Ladeverluste: Meine ZOE hat kräftig dimensionierte Filter wegen dem starken Lader und zieht viel Blindstrom. Das verursacht Wärmeverluste in der Zuleitung und verringert den Wirkstrom Der IONIQ braucht nicht viel Blindstrom aber dafür zieht er 200-300W für die Elektronik. Je kräftiger man lädt, desto weniger fallen Blindstrom oder interne Verbraucher ins Gewicht.

2b: An der Wallbox fängt der IONIQ an, den Akku zu heizen. Ab 16A Strom und unter 20°C .
Daher kann es sein, dass Du zwar weniger Ladeverluste an der WB hast, aber ein merkbarer Teil der Energie (1-2kWh) wird für die Akkupflege verbraucht. Da kann das Laden mit 12A an der Steckdose effizienter sein.
LadeVerluste.jpg
3. Bei 12A mit dem IONIQ Ladeziegel und 2,7kW Ladeleistung kann man selber ausrechnen, wie lange der Vorgang brauchen wird. Abzüglich natürlich 300W Eigenverbrauch. Irgendwas zwischen 1 Stunde und 14 Stunden. Ich lade daheim meist nur auf 80% auf, von 20 auf 80% dauert es dann mit 2,7kW knapp 10 Stunden und an schieflastkonformer WB mit 4,5kW knapp 5 Stunden.

4. Über 20% und unter 80% schont den Akku. Der Akku hat aber ein BMS welches den Akku sowieso relativ schonend behandelt. Ab und an 5% oder 100% sind kein Problem.


Übrigens, gute Wahl und viel Spaß mit dem Auto!!!!!!!!!!!!!!!!!

Christof
IONIQ Style 38kWh seit 12/2019 | e-flat.com ZOE R90 41kWh seit 10/2019 | ZOE Q90 41kWh 12/2018 - 10/2019

Re: Ladevarianten für zuhause

thomas1215
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Eine Wallbox ist vor allem ein Komfortfaktor: Fix installiert, Typ 2 Kabel ist direkt dran, man hat es mit einem Handgriff angesteckt. Kostet schnell 1000+ EUR inkl. Installation durch den Elektriker.

Wenn das Auto im Freien, vielleicht an der Straße, steht wird man den Ladeziegel eher nicht herumliegen lassen wenn er nicht benötigt wird. Also ein paar mehr Handgriffe. In der Garage ist das wiederum egal, da kann man auch den Ladeziegel "wie eine Wallbox" nutzen und immer angesteckt lassen.

Laden: Man sollte auf keinen Fall Kleinigkeiten nachladen. Ein größerer "Ladehub" ist besser wegen der Verluste. Denn wenn der Ioniq beim Laden den Akku heizt dann soll sich das ganze auch auszahlen.

Ich fahre den Akku auf etwa 50-60% runter und lade dann bis 90% (Kurzstrecken zuhause). Dazu stecke ich ihn vielleicht 1x pro Woche mal an.
Vor einer Langstrecke kommen 100% rein (er soll aber nicht zu lange mit 100% Ladestand rumstehen).

Schlecht ist besonders: 100% laden, auf 95% fahren, auf 100% laden, auf 95% fahren...
Hyundai Ioniq Electric Facelift - Iron Grey - Level 5 - seit 12.3.2020

Re: Ladevarianten für zuhause

Max2020
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Hallo, vielen Dank für eure Antwort. Ich habe eine einzelne freie Oberputz Steckdose die zu einem Verteiler führt und vor dort aus direkt zum Hauptsicherungskasten. Insgesamt schätze ich dort eine maximale Kabellänge von 20m. Ansonsten befindet sich nur eine Waschmaschine in der Nähe die ebenfalls über den Verteiler läuft, jedoch würden diese nicht parallel laufen.

Gibt es irgendwie eine Art von Testmöglichkeit um festzustellen ob ich dort auf der sicheren Seite bin? Außer das ich die Kabel prüfe ob dieses sehr warm wird beim Ladevorgang?

Läuft eine Wallbox nicht über Starkstrom? Oder wird diese an die "normale" Stromleitung angeschloßen?

@ elChris

Vielen Dank für deine Tabelle, das hilft sehr. Was meinst du mit an der WB fängt der Ioniq an den Akku zu heizen? Und wie erklärt sich der geringer Wirkungsgrad bei der WB? Das versteh ich nicht ganz. Liegt dies an der höhere Stromstärke? Falls ja wieso spiegelt sich das nicht bei 32A wieder?

Eine Wallbox lädt mit 16A wenn ich das richtig verstehe oder?

Ich bin da leider nicht so bewandert und bräuchte wohl eine Erklärung für Dumme xD

Vielen Dank

Re: Ladevarianten für zuhause

zaungast
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Eine Wallbox kannnatürlich auch mehr, aber dann kommst du in Konflikt mit diversen Schieflastverordungen, aussedem brauchst du dann eine neue Zuleitung.
Einst Sangl #164, seit 11.11.2017 stolzer Besitzer eines IONIQ Premium

Re: Ladevarianten für zuhause

thomas1215
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Max2020 hat geschrieben: Gibt es irgendwie eine Art von Testmöglichkeit um festzustellen ob ich dort auf der sicheren Seite bin? Außer das ich die Kabel prüfe ob dieses sehr warm wird beim Ladevorgang?
Einfach probieren.
Der Ladeziegel SOLLTE ausreichend Schutzmaßnahmen eingebaut haben. Vielleicht misst er sogar die Temperatur vom Stecker, bin nicht sicher.
Er ist auf alle Fälle so limitiert, dass es eine normale Steckdose aushalten sollte.
Max2020 hat geschrieben: Läuft eine Wallbox nicht über Starkstrom? Oder wird diese an die "normale" Stromleitung angeschloßen?

Eine Wallbox lädt mit 16A wenn ich das richtig verstehe oder?
Drehstrom. Hat 3 Phasen. Dein Ioniq kann aber davon immer nur 1 Phase nutzen.
Eine 16A Wallbox braucht im Prinzip genau dieselbe Zuleitung wie eine Steckdose, um die eine Phase für den Ioniq bereitzustellen.
Wenn man es "ordentlich" machen will verlegt man natürlich ein stärkeres Kabel für alle 3 Phasen, damit man für die Zukunft (Auto mit 3-Phasen Lader) gerüstet ist.

Eine 32A Wallbox ist nur möglich wenn vom Netzbetreiber genehmigt (hier in Österreich beantragt das zB der Elektriker beim Netzbetreiber, und der checkt ob die Zuleitung zum Haus stark genug ist etc. - in Deutschland gibt es wieder andere Regeln die es eventuell ganz verbieten).

Ich habe eine 32A Wallbox, die auf 25A limitiert ist. Das hat den einfachen Grund, dass meine Hausabsicherung 35A hat, und wenn ich den Ofen einschalte während das Auto lädt sollte die Sicherung nicht fallen. Mit 25A habe ich kein Problem und kann mit etwa 5 kW laden.
Hyundai Ioniq Electric Facelift - Iron Grey - Level 5 - seit 12.3.2020

Re: Ladevarianten für zuhause

tm7
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Wir haben eine Außensteckdose, die mit 1,5 mm2 angeschlossen ist. Ca. 20m Zuleitung. Bis vor kurzem habe ich mit dem Ladeziegel daran geladen ohne Probleme.

Jetzt habe ich mir einen kleinen Laderegler dort angeschlossen (EV SimpleCharge) == Wallbox und lade mit 16A. Auf der (Erd-)Leitung fallen dabei etwa 110Watt ab - das ist nicht gerade viel, aber es reicht, um eine LEICHTE Erwärmung des Kabels wahrzunehmen. Es ist definitiv kein Problem.

Wallbox hat halt den Vorteil, dass man kein extra Kabel braucht. Und dass man etwas schneller laden kann. Aber ob mein vFL statt maximal 12 Stunden nur noch maximal 8 Stunden lädt, ist in der Praxis irrelevant. Ich habe trotzdem die vielleicht 250 € für Kabel und Laderegler etc. investiert, weil es einfach sehr viel angenehmer ist

Ladehub: es wird gesagt, dass man die Extreme vermeiden soll. Das ist in der Theorie sicherlich richtig, ob es aber einen spürbaren Effekt hat, wenn man es nicht tut, hat nach meinem Wissen noch niemand nachgewiesen beim Autoakku. 100% sind (beim vFL) eh nur 95%: das Problem ist also bekannt und wird von Hyundai bereits zwangsweise umgangen. Dass es Sinn macht, noch weiter darunter zu bleiben, dürfte theoretisch unbestritten sein, aber praktisch...? Wer weiß. 3,5 Jahre Ioniq haben noch keine eindeutige Antwort geben können. Oder wenn doch, dann nur die, dass es keine wesentliche Rolle spielt.
28er Ioniq 5/2017 seit 31.1.2019

Re: Ladevarianten für zuhause

Max2020
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Dann bin ich ja etwas erleichtert, so wie ich das verstanden habe sollte das Laden über eine Steckdose nur im Notfall passieren. So würde ich mir aktuell erstmal die ganzen Kosten für die Wallbox + Installation sparen.

Ist der Ladeziegel eigentlich regulär beim FL in der Style Variante dabei? 🤔 Falls nicht, gibt es eine Empfehlung für einen bestimmten Ladeziegel?
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