Ladeverluste mal anders betrachtet ...

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almrausch
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Es gibt im Forum an einigen Stellen Beiträge, welche die Höhe der Ladeverluste zum Thema haben. Da ist mal die Rede von 10-15%, mal aber auch von weniger oder auch von deutlich mehr (selbst 30% kommen vor).

Woran liegen die unterschiedlichen Werte? Sind die real oder fehlerbehaftet?

Zunächst einmal muss man unterscheiden, auf welchem Weg der Ladeverlust berechnet wird. Viele nehmen einfach die Differenz vom Ladezustand (SoC) der Batterie zwischen Ladebeginn und Ladeende und rechnen das auf die Gesamtkapazität hoch. Beim Ioniq28 werden also 0,28 kWh je % vom SoC angenommen. Da entsteht schon der erste Fehler, weil die Kapazität nicht linear verläuft. Im oberen Bereich ist es deutlich mehr und im unteren deutlich weniger. Exakt 0,28 kWh sind es nur in einem ganz kleinen Bereich. Wer so rechnet, hat ganz schnell einen Fehler über 10 %-Punkten.

Als weiterer Fehler kommt hinzu, dass der SoC bei Ladeende geringer ausgewiesen wird als er eigentlich ist. Das merkt man daran, dass man nach dem Laden mit den ersten paar % deutlich weiter als üblich kommt. Auch das kann schnell zu einer Erhöhung bei der Berechnung von 10 %-Punkten führen.

Eine nach meiner Auffassung geeignete Methode zur Ermittlung des Ladeverlusts ist folgende:
Man lädt auf einen bestimmten Wert SoC (nach Möglichkeit bis zu dem Punkt, wo der SoC gerade auf den nächsten %-Wert gesprungen ist. Dann fährt man die gewünschte Strecke und nach der Rückkehr lädt man wieder auf genau diesen %-Wert.

Hier mal ein Beispiel von heute:
Es wurde auf 86,5% SoC geladen (EVNotify zeigt auch 0,5% Schritte an). Dann wurden 39,2 km mit einem vorm Bordcomputer angezeigten Verbrauch von 11,7 kWh/100 km gefahren. Ergibt einen Verbrauch von ~4,59 kWh. Danach wurde wieder auf 86,5% SoC geladen. Und zwar durchgehend mit 16A. Lt. Zähler wurden dabei 5,18 kWh verbraucht.

5,18 / 4,59 ergibt 1,12854 - mithin knapp 13% Ladeverlust. Stimmt das nun?

Ich meine nicht, denn es gibt auch noch einen Verlust beim Entladen der Batterie. Man bekommt ca. 95% der Energie aus der Batterie wieder raus, die man zuvor (nach Wandlerverlust!) hineingesteckt hat. Jedenfalls bei halbwegs normalen Temperaturen (Batterie hatte ca. 15°) und geringen Entladeströmen. Wer sportlich beschleunigt und viel rekuperiert, könnte auf schlechtere Werte kommen.

Also 4,59 kWh / 0,95 = 4,83 kWh Energie, die zuvor in die Batterie geladen wurde. Somit ergibt sich der Wandlerverlust zu 5,18 / 4,83 = 1,07 entsprechend 7%.

Das erscheint mir einigermaßen plausibel.

Ich hatte auch schon mal die Batterie von 0 auf 100 in einem Zug geladen. Dabei wurden am Zähler 29,3 kWh angezeigt. 29,3 / 28 = 1,046. Das sind nicht einmal 5%, was mir arg wenig erscheint. Daraus schließe ich, dass die Batterie keine 28 kWh Kapazität hatte (war bei ca. 40 tkm).

Wer nicht gerade mit deutlich unter 16A lädt, dürfte keine Ladeverluste über 10% feststellen.
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Re: Ladeverluste mal anders betrachtet ...

TorstenW
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Moin,

beim Ioniq vFL ist häufig die Rede von 8 bis 10% Ladeverlusten.
Gleiches habe ich bei meinem Stromi (Ioniq vFL) auch festgestellt.
Passt also.

Grüße
Torsten

Re: Ladeverluste mal anders betrachtet ...

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Hier ist eine Tabelle mit den Ladeverlusten des Notladeziegels zu finden.

viewtopic.php?f=119&t=50057&start=30

Über 16 A beträgt der Ladeverlust i.d.R. bis max 10%. Man kann eigentlich sagen, je höher die Ladeleistung (u. dicker die Kabel), je niedrieger die Ladeverluste. Zumindest wenn man Akkuheizung etc. außen vor lässt.

Unter 16A wirds spannend. Da hauen viele Faktoren mit rein. Vorallem der Leitungsquerschnitt/-länge und der Eigenverbrauch der Leistungselektronik des Ioniqs (200-400 Watt).

Daher ist unter 10A zu laden eigentlich unsinnig.
Grüße aus Ostfriesland.
Seit 02/2020 nur noch elektrisch mit Hyundai IONIQ Elektro Style FL, Verbrauch inkl. Verlust: Bild

Re: Ladeverluste mal anders betrachtet ...

Solarmobil Verein
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chrixzy hat geschrieben: Daher ist unter 10A zu laden eigentlich unsinnig.
Jepp.
Und deshalb finde ich es auch etwas unsinnig, ein Fahrzeug mit einer Steuerung nach verfügbarem PV-Ertrag zu laden. Da schmeißt man Energie weg.
Manche wollen bei entsprechenden Fahrzeugen sogar einzelne Phasen zu- und wegschalten ... *grusel*

Re: Ladeverluste mal anders betrachtet ...

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Beim PV-laden ist der kWh-Preis das ausschlaggebende. Hier in AT bekomme ich fürs Einspeisen ca.7ct heuer, dann wieder <5. und vom Netz kostet der Strom >17ct. Da Sind 10-20% Verlustunterschied immer noch egal!

Re: Ladeverluste mal anders betrachtet ...

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Solarmobil Verein hat geschrieben:
chrixzy hat geschrieben: Daher ist unter 10A zu laden eigentlich unsinnig.
Jepp.
Und deshalb finde ich es auch etwas unsinnig, ein Fahrzeug mit einer Steuerung nach verfügbarem PV-Ertrag zu laden. Da schmeißt man Energie weg.
Manche wollen bei entsprechenden Fahrzeugen sogar einzelne Phasen zu- und wegschalten ... *grusel*
Das kann man so oder so sehen:
Hat die PV zu wenig ertrag und regelt man die Ladeleistung dann runter, dann verschwendet man etwas Energie.
Fährt man die Ladeleistung nicht runter, dann zieht man die Energie vom Netz. Da kommt es dann darauf an, ob das Netz gerade zu viel oder eher zu wenig Energie hat, wenn man es ökologisch betrachtet.

In beiden Fällen dürften die Kosten/kWh die gleichen sein in etwa.
seit 2017 e-Golf, e-Up, GTE, nun e-Golf bestellt und Kia e-niro bestellt, kommt 2020/2021
PV-Anlage 18kWp, Speicher 13,5kWh netto, von der Notwendigkeit der Energie- und Mobilitätswende überzeugt

Re: Ladeverluste mal anders betrachtet ...

Solarmobil Verein
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Fährt man die Ladeleistung nicht runter, dann zieht man die Energie vom Netz.
Das bedeutet letztendlich nur, daß die PV zu klein ausgelegt ist.
Ich könnte selbst an solch bewölkten Tag wie heute problemlos mit 16A einphasig durchladen - nur sind die Fahrzeugakkus praktisch voll, man fährt zur Zeit kaum herum.

Mir ging es zudem nicht um die Kosten, sondern um die unnötige Energieverschwendung.
Die Kosten für eine solche Steuerung bekommst du ohnehin nie rein, wenn du punktgenau nach PV-Ertrag laden willst. Es ist eine nette Spielerei, mehr nicht.

(Warum kann ich den Beitrag von Bernd_1976 nicht zitieren? Das Symbol fehlt ...)

Re: Ladeverluste mal anders betrachtet ...

almrausch
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Solarmobil Verein hat geschrieben: (Warum kann ich den Beitrag von Bernd_1976 nicht zitieren? Das Symbol fehlt ...)
Bei mir fehlte das Symbol für deinen Beitrag (geht aber über den Editor -> Die letzten Beiträge ...). Vermutlich ein Bug im Forum seit dem letzten Update (oder sollte es gewollt sein, dass man den letzten Beitrag nicht mehr zitieren kann?).
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Re: Ladeverluste mal anders betrachtet ...

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wurde ja auch zeit, immer diese elendigen vollzitate, gibts in keinem forum
Ich habe heute bei meinem zuständigen Ordnungsamt,den Bauantrag für eine fossile Tankstelle abgegeben,er wurde prompt abgelehnt,also wurde es wieder eine Solartankstelle Ausbaustufe19,5kWp https://www.aktion-eigenstrom.net/mitma ... schreiben/

Re: Ladeverluste mal anders betrachtet ...

almrausch
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ar12 hat geschrieben: wurde ja auch zeit, immer diese elendigen vollzitate, gibts in keinem forum
Vollzitate gehen immer noch. Die stehen jetzt nur in einem scrollbaren Bereich.
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