Faustformel Bergfahrten

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sheridan
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folder Mo 22. Jul 2019, 08:13
Hallo zusammen,

Ich habe letztens eine Steigung von 11km auf knapp +1000 Höhenmeter und wieder zurück gemacht. Die Straße war ziemlich eng und kurvig 30-50km/h. SoC war 66% - 47% - 53%. Wenn ich von 11.5kWh/100km Verbrauch für eine ebene Strecke ausgehe, dann komme ich auf ca 1.5% zusätzlichen Verbrauch nach oben und -1% nach unten pro 100 Höhenmeter als Faustformel. Seht ihr das auch so oder habt ihr andere Erfahrungen ? Es gibt natürlich in der Rechnung verschiedene Ungenauigkeiten (Rundungsfehler, SoC Anzeige vs BMS usw), aber ich bin auf der Suche nach einer möglichst einfachen Regel, um die Reichweite bei Bergfahrten abzuschätzen.
11/17-06/19 B250e, ab 06/19 Ioniq Electric
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Re: Faustformel Bergfahrten

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    mack3457
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folder Mo 22. Jul 2019, 08:54
(gelöscht, Missverständnis...)
Zuletzt geändert von mack3457 am Mo 22. Jul 2019, 09:17, insgesamt 3-mal geändert.

Re: Faustformel Bergfahrten

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PhoenixIQ
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folder Mo 22. Jul 2019, 08:59
Die Physik sagt:
E=m*g*h
Energie in Joule

m: 1700kg (Fahrer +1)
g: 10m/s² (gerundet)
h: 100m (Rechnung pro 100 Höhenmeter)

E=1.700kg * 10 m/s² * 100m = 1.700.000J

Umrechnung in kWh:
1.700.000 / 3.600.000 = 0,47kWh

0,47kWh bezogen auf 28kWh = 1,7%

Mit Verlusten und Sicherheit rechne ich mit 2% je 100 Höhenmeter zusätzlichen Verbrauch. Damit bin ich immer gut ausgekommen.
Ioniq Electric seit 12.02.2018 :D - 44.000km - 100% SOH - ~15kWh/100km
9,99kWp mit 13,5kWh Tesla PowerWall 2 :D

Re: Faustformel Bergfahrten

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Fire
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folder Mo 22. Jul 2019, 09:07
Die Rechnung verstehe ich nicht ganz. 1.5% von was?

Bei meinem Ampera rechne ich bergauf etwa mit 1kWh Mehrverbrauch für 200 Höhenmeter.
Da das praktisch nur vom Gewicht abhänhig ist und der Ioniq nur minim leichter ist, dürfte es sich etwa in einem ähnlichen Bereich bewegen.

Rein rechnerisch kann man mit einer kWh 100kg über 3600m heben. Wenn man 1800kg als Gewicht des Autos annimmt kommt man auf die schön gerade Zahl von 200 Höhenmeter pro Kilowattstunde.


Bergab gehe ich von etwa 70% Rekuperation aus, wobei es etwas unterschiedlich ist ob man bei einer geringen Steigung mehr rollen oder bei einer starken Steigung mehr rekuperieren kann.
Auch wenn man bei steilen Strecken schön hohe Rekuperationswerte sieht, dürfte insgesamt mehr rauskommen wenn man einfach eine lange leicht abfallende Autobahn runterhährt.

Edit: Da inzwischen andere schon geantwortet haben verstehe ich jetzt die 1.5% ;)
Physikalisch sind andere wohl auf ähnliche Werte wie ich gekommen was bei den gleichen Formeln auch kein Wunder ist :ugeek:

Re: Faustformel Bergfahrten

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sheridan
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folder Mo 22. Jul 2019, 11:23
Die SoC-Prozentwerte sind natürlich beim Ampera anders, da er einen grösseren Akku hat. Aus Fahrer-Perspektive ist das aber der einzig sinnvolle Wert, der mir die noch zur Verfügung stehende Kapazität anzeigt. Die Restkilometer-Anzeige ist im Gebirge ja unbrauchbar.

Bei 1.7% hoch müsste ja bergab auch -1.2% möglich sein bei angenommen 70% Rekuperations-Wirkungsgrad, oder ? 2% hoch ist aber sicher auch ein guter Planungswert, vor allem, wenn man öfter abbremsen muss bei kurvigen Bergstrecken.
11/17-06/19 B250e, ab 06/19 Ioniq Electric

Re: Faustformel Bergfahrten

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    harwin
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folder Di 23. Jul 2019, 14:20
PhoenixIQ hat geschrieben:
Mo 22. Jul 2019, 08:59
Mit Verlusten und Sicherheit rechne ich mit 2% je 100 Höhenmeter zusätzlichen Verbrauch. Damit bin ich immer gut ausgekommen.
ich meine das kommt auch ungefähr hin, etwas mehr als 5 kWh pro 1.000 HM
--
Gruß
Harald
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Re: Faustformel Bergfahrten

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Odanez
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folder Di 23. Jul 2019, 14:31
Ich rechne bei mir mit 3% pro 100hm, also von 20kWh netto sind es 0,6kWh pro 100hm. Ich denke wir kommen da alle auf ähnliche Werte.
2013 Euroleaf Acenta, 24kWh. SoH 85%, 70.000km

Re: Faustformel Bergfahrten

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Style177
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folder Mi 24. Jul 2019, 01:55
Was ist eigentlich der Vorteil, das "Bergproblem" bezogen auf den SoC in % zu berechnen? In der Praxis (immerhin >35000km oft auch in den Bergen) rechne ich viel einfacher mit 3-5 km Reichweitenverlust pro 100hm Steigung. Das ist doch praktischer, oder?
Beispiel: Meine Restreichweite zeigt 100km; zum Ziel habe ich noch 50km, sagt das Navi; ich muss noch 800hm hoch, sagt die Erfahrung oder die Landkarte (das sind so gedruckte Papiere mit Straßen und weiteren Angaben, die gabs früher mal, und die waren hilfreich). Also komme ich mit 100-50-8*5= 10km Restreichweite an. Anders gerechnet: Bei Restreichweite 100km und 50km zum Ziel kann ich maximal 1000 Höhenmeter hochfahren.
Und von wegen Erfahrung: Mit dieser Faustformel (sicherheitshalber mit 5 statt 3 km Verlust/100hm gerechnet) habe ich schon 3 Mal die Schildkröte gesehen, und es hat jedesmal nach Hause oder zur Ferienwohnung gereicht!
Ioniq Style marina blue (Sangl Nr. 177) seit 20.7.17; inzwischen ca. 35000km - jeder einzelne ein Genuss!!!!!

Re: Faustformel Bergfahrten

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Odanez
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folder Mi 24. Jul 2019, 07:10
Wenn ich unterwegs an Schnellladern das Auto lade, dann lade ich es bis zu einem bestimmten SoC Wert. Wenn mir eine Fahrt bevorsteht dann berechne ich die benötigte Energie und drücke sie in Akku SoC aus, damit ich weiß, wieviel ich laden muss. Kommen noch Höhenmeter dazu oder weg, dann addiere/subtrahiere ich einfach diese Menge an % SoC. Das ist für mich ganz einfach.
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Re: Faustformel Bergfahrten

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Style177
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folder Mi 24. Jul 2019, 23:28
OK, jeder soll rechnen wie er mag. Aber ich lade in der von @Odanez geschilderten Situation nicht %SoC, sondern ich "lade Reichweite" - die wird ja angezeigt. Vielleicht übersehe ich da was, aber ich meine, ich spare mir dadurch eine Umrechnung bzw. eigentlich zwei!
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