Sind PHEV manchmal die bessere Alternative zu BEV?

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Sind PHEV manchmal die bessere Alternative zu BEV?

electrifylife
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Ich dachte bisher ... definitiv nein.
Jetzt habe ich in einem PN Austausch ein bisschen gerechnet, kommt das so hin?


Das BEV hat 60 kWh und reicht damit für viele Strecken. Ein "Stadt- und Umlandauto, nichts für massive Langstrecken" und somit auch kein überdimensionierter Akku. Ist ein Hybrid mit einer 25kWh Batterie ökologischer?. Meine Info sind im schlechten Fall 100kg CO2 für die Batterieherstellung je kWh, wären dann 3,5t CO2 zusätzlich (da Differenz von 35 kWh bei der Batteriekapazität). Das sind 1500 Liter Benzin (wobei da die Motorherstellung noch hinzu kommt, außerdem CO2 während der Benzinherstellung, ich halte deswegen 1000 l für realistischer). Bei 7l auf 100km sind das 14.000-21.400 km. Sagen wir 25% werden mit Benzin gefahren (bei meinem 10,5kWh Akku sind es 45%), dann wird das 60 kWh Auto nach 56.000-85.000 km grüner. Das sind bei mir 3-4 Jahre.

Richtig soweit?

Nicht berücksichtigt wurden die Emissionen für Strom. Beim deutschen Strommix 370g CO2 je kWh. Also für 20.000 km dann zusätzlich 1,48t CO2 (bei 20kWh auf 100km). Also ist das BEV wohl eher nach ~6 Jahren grüner.

Ungenauigkeiten: zum Beispiel sprechen einige Quellen auch von 60kg je kWh Batterie, der Strom wird zunehmend sauberer, so dass die 370g je kWh pessimistisch sind, usw
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Re: Sind PHEV manchmal die bessere Alternative zu BEV?

Jupp78
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Ich halte PHEVs für eine echt gute Übergangstechnologie. Aber sie bleiben Übergang. Wichtig für das BEV ist, dass der Strom immer sauberer wird. Vor nicht mal 10 Jahren war das BEV für den Popo, weil einfach der Strom zu dreckig war. Das hat sich geändert, zumindest hierzulande.
Aktuell kann man mit den Akkus noch nach links oder rechts rechnen, aber die Entwicklung ist klar, zumindest im PKW-Bereich. Aktuell ist immer noch extrem wichtig, dass man ein sparsames Fahrzeug fährt und sparsam fährt.

P.S.: Richtig ist, dass auch man auch betrachten muss, dass das Benzin nicht aus dem Zapfhahn kommt, sondern auch die Vorkette relevant ist, aber beim Strom ist das nicht anders. Die 370g CO2/kWh sind nur das was aus dem Auspuff ... ähhh Schornstein kommt ... komplett ohne Vorkette.

Re: Sind PHEV manchmal die bessere Alternative zu BEV?

electrifylife
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"aber beim Strom ist das nicht anders. Die 370g CO2/kWh sind nur das was aus dem Auspuff ... ähhh Schornstein kommt ... komplett ohne Vorkette."

Stimmt, das habe ich nicht bedacht!
(Oder ist das in den Angaben zum Strommix vielleicht doch schon enthalten?)

Dann fällt die Rechnung noch etwas gleicher aus, wobei es dabei bleibt (hoffentlich), dass der Strom immer grüner wird, Benzin nicht.

Re: Sind PHEV manchmal die bessere Alternative zu BEV?

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Es geht ja nicht nur ausschliesslich um CO2, sondern auch um Lebensqualität - der Hybrid pustet immer noch den Leuten den Lungenkrebs ins Gesicht und stinkt (jetzt im Winter merkt man erst wieder die Abgaswolken der kalten Diesel und Benziner, die Ihre 10km zum Einkaufen gefahren werden, auch wenn Verbrenner angeblich sauberer als jeder Adventskranz sind) und führt auch zu Gebäudeschäden.

Für ausgewählte Szenarien - dem typischen Vertreter ohne jede Arbeitsplanung, der 1000km am Tag fahren "muss" - da wäre das durchaus ne Alternative. Aber für jeden normalen Menschen ist das BEV in fast allen Fällen die bessere Lösung, gerade weil der Strommix immer sauberer wird oder - im Idealfall - direkt aus der Dachrinne gezapft wird.
Vom erhöhten Wartungsaufwand für die veraltete Rappeltechnik noch mal ganz zu schweigen. Ist aber halt ne Übergangstechnik, um Leute anzufixen, damit die sich dann in der nächsten Iterationsstufe ein richtiges Auto auf kompletter Akkubasis kaufen.
320 Mm elektrisch ab 2012.
Stadtverkehrsplanung: 40 Jahre lang, als gäbe es keine Radfahrer, seit ~10 Jahren von Leuten geplant, die den Führerschein nicht geschafft haben oder noch nie Auto gefahren sind. Ich hoffe, wir haben bald einen Mittelwert.

Re: Sind PHEV manchmal die bessere Alternative zu BEV?

electrifylife
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Die 10km zum Einkaufen würden aber in dem Szenario immer rein elektrisch erfolgen

Re: Sind PHEV manchmal die bessere Alternative zu BEV?

Michael_Ohl
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Es gibt schon noch ein paar mehr Szenarien in denen ein Plug in Sinn ergibt. Für mich währe das auf jeden Fall ein Diesel Hybrid als Kombi, der 100km elektrisch fährt aber auch 1000km mit Pinkelpausen und den Wohnwagen über die Alpen ziehen kann, das Pferd zum Turnier oder die kleine Segelyacht ans Steinhuder Meer. Es kann und will nicht jeder einen Fuhrpark betreiben.

MfG
Michael
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Re: Sind PHEV manchmal die bessere Alternative zu BEV?

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Was in den Rechnungen vergessen wurde:

1. Ein PHEV hat einen viel höheren Stromverbrauch beim elektrisch Fahren als ein BEV (ausgenommen REX, aber der ist auf der Langstrecke bescheiden)
2. Wenn fossile Brennstoffe in einem PHEV verbrannt werden dann sehr oft mit kaltem Motor, ein Kraftwerk läuft durch und hat immer die besten Emissionswerte gegenüber einem ICE, auch ist keine Dynamik gefordert.
3. Je mehr man fährt, um so mehr rechnet sich die große Batterie des BEV. Das aber ist genau der Widerspruch zum PHEV, den man sich wegen der hohen Reichweite und damit Kilometerleistung kauft. Wer nur wegen "Angst" oder sehr wenigen Langstrecken einen PHEV kauft, verbraucht einfach zu viel Strom und könnte besser auf der Langstrecke die paar mal auf die Ladung des BEV warten.

Ich denke die Zeit der PHEV ist vorbei. das Fenster wo diese mehr Sinn machen als ein BEV sind immer kleiner. Als die leistbaren BEV eine 20kWh Batterie und maximal 50kW DC Ladeleistung hatten (die legendäre ZOE, i3, eGolf Zeit), da war die Welt noch eine andere. Heute kann ein 60kWh BEV in 20 Minuten genug Energie für die Weiterfahrt tanken und der Zeitverlust an 150kW CCS geht in diversen Pausenaktivitäten unter, fast schon Stressig so ein moderner BEV. Der 60kWh Akku hat den gleichen CO2 Fußabdruck wie die damaligen 20kWh Akkus, und auch die werden immer besser, bis hin zum Kilmaneutralen Akku ist es zwar noch etwas hin, aber es ist nicht unmöglich.

Um die Überschrift des Thread zu beantworten: Ja, aber "manchmal" wird immer kleiner, bis hin zu "selten".
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Re: Sind PHEV manchmal die bessere Alternative zu BEV?

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Was ist der Grund für 1.?

Re: Sind PHEV manchmal die bessere Alternative zu BEV?

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Automautgetriebe, niedrige Motordrehzahl, Gewicht...
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Re: Sind PHEV manchmal die bessere Alternative zu BEV?

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electrifylife hat geschrieben: Was ist der Grund für 1.?
Kleinerer Akku und daher bei gleicher Leistung höhere Belastung jeder einzelnen Zelle.

Mehr Reibung im Getriebe, da dieses für den zusätzlichen Verbrennungsmotor ausgelegt ist.
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