Mogelpackung statt Klimaschutz?

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Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

keyfob
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"Der Flottenrechner müsste gerechterweise mit dem Strommix rechnen"
Wozu sollte diese Gerechtigkeit den gut sein?
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Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

fahrtinsblaue
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Um beurteilen zu können, wer die Mogelpackung ist ?

Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

keyfob
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Warum nicht noch die Sache auf die Spitze treiben und noch die Zeit berücksichtigen wann die laden.
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Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

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Der Fahrzeughersteller hat es schlicht nicht in der Hand, wie stark der Strommix oder der durch die Stromerzeugung verursachte CO2 Ausstoß sein wird. Über die Lebensdauer der Fahrzeuge nimmt dieser stetig ab, weil die Energie immer grüner wird. Man müsste also den Mittel des Stromixes über die nächsten 20 Jahre extrapolieren und diesen Wert dann heranziehen. Was aber habe ich dadurch gewonnen?

Der Flottenverbrauch ist ja nicht dazu da, damit der Einzelne seinen Ökologischen Fußabdruck berechnen kann, sondern dazu da eine Lenkung bei der in der Flotte eingesetzten Antriebe zu erreichen. Da jedes Elektrofahrzeug mittels Credits sogar doppelt gerechnet wird, also so wie wenn zwei BEV verkauft wurden, macht es 0 Sinn vorher etwas auf zu schlagen nur damit man dann danach die Credits wieder erhöht...

Die Regierungen möchten mit der Deckelung des Flottenverbrauches erreichen, dass der direkte Ausstoß der Fahrzeuge geringer wird. Das der Strom erneuerbar word ist ein anderer Topf, eine eigene Rechnung die genauso gemacht wird, sogar viel brutaler. Verordneter Ausstieg aus der Kohleverstromung aber genauso CO2 Obergrenzen. Nur trifft diesen Topf jene die dafür auch etwas tun können, wenn ich die Autoindustrie für den Strommix verantwortlich mache mit Strafzahlungen hat das wenig Lenkungseffekt, weil das Fahrzueg kann das nicht ändern. Wenn ich diese Forderung aber den Kraftwerksbetreibern vorschreibe, die können es umsetzen, und machen das auch.

Beim Stommix muss man daher 3 Dinge aus meiner Sicht unterscheiden:

1: Das Hier und Jetzt meines persönlichen Ökologischen Fußabdruckes: Hier macht die Grafik da oben Sinn, wenn ich meinen Fußabdruck berechne, muss ich genau mit diesen Zahlen rechnen, egal ob BEV oder PHEV.
2: Die Flottenziele sind nur für den lokalen Schadstoff Ausstoß berechnet, die Stromerzeugung hat eigene Grenzwerte die genauso nach unten gehen müssen. Daher macht hier die Berechnung mit 0gCO2/kWh Sinn. Die Frage die hier aber bleibt ist ob der angenommen Mix aus Verbrenner und E-Antrieb real stimmt.
3: Wenn alle ihre Hausaufgaben machen, also der Strom durch die Energiewende real bei 0g CO2/kWh angekommen ist, wie gut ist dann das gewählte Antriebskonzept? Wenn ich also bei meinen eigenen Hausaufgaben bleibe die gemacht werden müssen, dann geht es bei jedem Einzelnen darum keine fossilen Brennstoffe mehr zu verbrennen. Jedes Berechnen der Vorkette ist oft nur noch ein Fingerpointing um seine Eigenen Hausaufgaben der Energiewende nicht machen zu müssen.

Zu dem Thema ob der Strommix im hier und jetzt für BEV oder PHEV wichtiger ist:
Beim BEV ist es seit 2013 so, dass der km BEV weniger CO2 verursacht als der km ICE. Es ist daher nicht mehr von einer solch hohen Bedeutung ob der Strommix gerade bei 400g oder 200g CO2/kWh liegt, besser als ein ICE ist der allemal und dr wird jedes Jahr besser.

Beim PHEV aber hängt es sehr stark vom Strommix ab, ab wie viel Kilometer reiner elektrischer Fahrt sich der PEHV für den persönlichen Fußabdruck gegenüber einem reinem ICE rechnet. Natürlich trifft das auch beim BEV zu, dass dieser erst nach zigg Tausend Kilometer besser als ein ICE ist, auch das sich das mit dem Strommix verändert. Aber der BEV wird sicher immer elektrisch betrieben, es ist daher nur eine Frage der Zeit bis der BEV besser als sein ICE Bruder ist.
Beim PHEV sind die elektrischen Kilometer nicht so einfach nur durch die jahre gegeben, sondern eben durch die dauernde Mühe des Fahrers. Blöderweise muss man aber umso mehr rein elektrisch Fahren wenn der CO2 des Stromes sehr hoch ist. Weil auch beim PHEV gilt, auch bei 400g CO2/kWh ist das elektrische Fahren besser als der ICE Betrieb. Man muss nur viel Mehr Kilometer rein elektrisch Fahren um den Prouktionsaufwand zu legalisieren.
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Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

hgerhauser
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Die Autokorrektur ist schon lustig, "(l)egalisieren".

Neben der Argumentation von @AbRiNgOi gibt es da noch einen weiteren wichtigen Punkt, die Stromerzeugung auf 0 g/kWh zu bringen ist deutlich einfacher, wenn flexible Verbraucher zur Verfügung stehen, und auch Kurzfristspeicher dank Skalen und Lerneffekten billiger werden.

Um so einen Peak in der Produktion wie gestern abzunehmen (zwischen 10 und 17 Uhr Marktpreis an der Strombörse ca 0 Cent pro kWh, CO2 Intensität des Stroms knapp unter 150 g/kWh) sind Elektroautos mit großer Batterie einfach ideal. Die kann man dann 5 Stunden lang mit 11 kW laden lassen.

Elektroautos heute kaufen ermöglicht also einen hohen PV Anteil in der Zukunft mit niedrigeren Kosten. Das gilt auch für Langzeitspeicher. Zwar speichert man in der Batterie selber besser nicht im Sommer für den Winter ein, man kann aber damit die Kapazitätsauslastung von günstigen Langzeitspeicheroptionen optimieren und damit deren Kosten senken.

Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

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AbRiNgOi hat geschrieben: Der Flottenverbrauch ist ja nicht dazu da, damit der Einzelne seinen Ökologischen Fußabdruck berechnen kann, sondern dazu da eine Lenkung bei der in der Flotte eingesetzten Antriebe zu erreichen. Da jedes Elektrofahrzeug mittels Credits sogar doppelt gerechnet wird, also so wie wenn zwei BEV verkauft wurden, macht es 0 Sinn vorher etwas auf zu schlagen nur damit man dann danach die Credits wieder erhöht...
Ist es das? Also der tatsächliche CO2-Effekt einer Flotte oder nicht?
Das ist es tatsächlich nicht, aber wird so verkauft und der Effekt ist beim Strom mit den 0g CO2/km einfach viel weiter von der Realität entfernt, als beim Sprit, der zumindest jeden Liter sauber einberechnet.
Und dabei gibt es keinen Unterschied zwischen 2013, 2017 und heute. Ich rede nicht davon, was in der Produktion passiert (ist ein anderes Thema).

Die E-Mobilität wird halt nicht auf wissenschaftlicher Basis bzgl. des CO2-Ausstoßes bewertet, sondern aufgrund unwissenschaftlicher politischer Lenkungselemente. Und je höher der Anteil des "E" ist, desto weiter entfernt man sich von der Realität. Darum ist Klimabetrug beim BEV größer als beim PHEV und beim PHEV größer als beim Verbrenner. Und das bleibt so lange so, bis Strom insgesamt tatsächlich bei 0g CO2/km liegt. Aber der Weg ist noch sehr weit.

Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

fahrtinsblaue
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Wow, das waren jetzt viele Zahlen, Daten, Fakten. Klingt alles stimmig, vielen Dank !

Hab jetzt echt keinen Bock mehr auf die Rechnerei...
entstamme doch nicht aus dem Geschlecht der Familie von und zu Graf Zahl :twisted: derer...
3 x 0 ist 0 ist 0, hat auch der Kölner in der Schule gelernt.
Möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich nicht von der Schäl Sick stamme !

Der Rheinländer an sich in mir denkt sich, dass der Plug In nicht die Mogelpackung sein kann...
... dem ist es egal, ob ihm der Rüssel von der Zapfsäule reingesteckt wird oder seinen
Stecker reingestöpselt kriegt in das Schweinderl, dass da in die Wand eingemauert wurde.

Verdammp lang her, als ich den Heini am Stammtisch in unserer Kaschämm ( Spelunke, Kneipe ) angetroffen habe.
Er sagt : "Mein neuer ist mit 1,2 l angegeben. Ich sag nur: Plaque Inn !"
Hatte damals keinen Bock darauf, die Hoheit am Stammtisch zu gewinnen und denke nur "jaja..."
Zu Hause angekommen und neugierig, setze ich mich an den PC :
Na dann lass mal im spritmonitor schauen, Du Angeberheini... 1,3 l
Naja, gerad mal 0,1 mehr, Wow, holla die Waldfee und auf der anderen Seite 7,57 l... ups...

Ich zitiere aus dem Artikel :

"Hilfe für die Hersteller statt für das Klima?
Kritiker monieren, der Bundesregierung gehe es bei der Förderung von Plug-in-Hybriden gar nicht um den Klimaschutz.
Vielmehr solle damit der Automobilindustrie geholfen werden, die europäischen Grenzwerte bei den Pkw-Emissionen einzuhalten.
Künftig dürfen in Europa verkaufte Neuwagen im Schnitt nicht mehr als 95 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren
- das entspricht einem Durchschnittsverbrauch von etwa 4,1 Liter Superbenzin pro 100 Kilometer."

Für mich als Rheinländer an sich, hat "Et Rheinisch Jrundjesetz" ( Übersetzung : Das Rheinische Grundgesetz ) sowieso aller oberste Priorität !

Artikel 3: Et hätt noch emmer joot jejange. ( Es ist bisher noch immer gut gegangen. )
Jetzt mal bezogen auf Energiewende, Klimaschutz, Klimaneutral, das kriegen wir hin !
Und Situationsabhängig: Wir wissen, der PHEV ist Murks. Aber es wird auch mit ihm schon gut gehen.
In diesem Sinne...

Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

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Jupp78 hat geschrieben:
AbRiNgOi hat geschrieben: Der Flottenverbrauch ist ja nicht dazu da, damit der Einzelne seinen Ökologischen Fußabdruck berechnen kann, sondern dazu da eine Lenkung bei der in der Flotte eingesetzten Antriebe zu erreichen. Da jedes Elektrofahrzeug mittels Credits sogar doppelt gerechnet wird, also so wie wenn zwei BEV verkauft wurden, macht es 0 Sinn vorher etwas auf zu schlagen nur damit man dann danach die Credits wieder erhöht...
Ist es das? Also der tatsächliche CO2-Effekt einer Flotte oder nicht?
Das ist es tatsächlich nicht, aber wird so verkauft und der Effekt ist beim Strom mit den 0g CO2/km einfach viel weiter von der Realität entfernt, als beim Sprit, der zumindest jeden Liter sauber einberechnet.
Und dabei gibt es keinen Unterschied zwischen 2013, 2017 und heute. Ich rede nicht davon, was in der Produktion passiert (ist ein anderes Thema).

Die E-Mobilität wird halt nicht auf wissenschaftlicher Basis bzgl. des CO2-Ausstoßes bewertet, sondern aufgrund unwissenschaftlicher politischer Lenkungselemente. Und je höher der Anteil des "E" ist, desto weiter entfernt man sich von der Realität. Darum ist Klimabetrug beim BEV größer als beim PHEV und beim PHEV größer als beim Verbrenner. Und das bleibt so lange so, bis Strom insgesamt tatsächlich bei 0g CO2/km liegt. Aber der Weg ist noch sehr weit.
schade. Du hast nix verstanden, oder willst es nicht verstehen. Ist aber auch egal.
Diese ganze herumrechnerei dreht sich doch nur immer im Kreis.
Es geht nur um Eins: Wir müssen aufhören Fossilien zu verbrennen. Einfach aus Punkt.

Und wenn du BEV fährst wir weniger verbrannt.
Und wenn du PHEV fährst wird mehr verbrannt.
Und wenn du ICE fährst noch mehr.

Und ein BEV verbrennt jeden Tag weniger. Ein ICE immet gleich viel.

So einfach.

Ich hab versucht zu erklären warum in der Flotte es Sinn macht mit 0 CO 2 für Strom zu rechnen und das das für Dich keinerlei Auswirkung hat. Für Feinen Fußabdruck ist das irrelevant. Da gilt der Flottenverbrauch nicht.
Wenn du wenigstens auf die Argumente eingehen würdest. Aber immer alles miteinander doof vermischen und irgend welche Schlüße ziehen macht echt keinen Sinn mehr
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Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

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Die Nullung hat auch Vorteile für den PHEV - Fahrer. Ein anderes Forumsmitglied schreibt, ich zitiere :

"mit meinen täglichen 60km zur Arbeit bringe ich also jährlich 12000km emissionsfrei zu Stande.
Würde ich täglich arbeiten wären es schon mehr als 20000km (ohne Reichweitenangst)."

Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

yazerone
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AbRiNgOi hat geschrieben:
Und wenn du BEV fährst wir weniger verbrannt.
Und wenn du PHEV fährst wird mehr verbrannt.
Und wenn du ICE fährst noch mehr.

Und ein BEV verbrennt jeden Tag weniger. Ein ICE immet gleich viel.
Mehr als ???
Weniger als ???
Oder gleich viel ? Was denn nun?
Ich verbrauche mit dem PHEV ca. 6-7 l Benzin weniger als mit dem ICE, bei leicht reduzierter Leistung. Keine Ahnung, warum das verwerflich sein soll. Vielleicht hätte ich mit einem BEV weniger verbraucht, sicher, aber es gab kein Fahrzeug, was mich dabei überzeugt hätte. Die Wahl stand zwischen neuem ICE, BEV und PHEV, das PHEV hat die Wahl letztendlich neben vielen anderen Punkten wegen der Förderung knapp gewonnen. Die Wahl eines Fahrzeugs ist per se nunmal nicht umweltfreundlich, das wäre nur Fahrrad oder ÖPNV. Oder einfach zu Hause bleiben, und liefern lassen. Achnee, da war ja auch was...
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