Mogelpackung statt Klimaschutz?

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Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

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  • Vanellus
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Ich hab jetzt nicht die 111 Seiten durchgelesen. Deshalb die Frage: Hattet ihr die ADAC-Untersuchung schon am Wickel? Dann lösch ich es wieder.

Der ADAC hat eine Untersuchung zum tatsächlichen Verbrauch von PHEV veröffentlicht. Hier wurde der Verbrauch im reinen Verbrennerbetrieb, bei 50 % elektrischer Fahrt und bei 80 % elektrischer Fahrt ermittelt, und zwar im Vergleich zu einem so nah wie möglich verwandten Verbrenner desselben Herstellers. Untersucht wurden 10 Paarungen.
Die CO2-Emission im reinen Verbrennerbetrieb war bei folgenden PHEV niedriger als beim Schwester-Benzinauto: PHEV Volvo XC40 T5 Twin Engine (-13,8 %), Peugeot 508 SW 1.6 Hybrid (-2,6 %) und Mercedes GLE de (-4 %).
Bei den PHEV Hyundai Ioniq (+6 %), Kia Optima Sportwagon 2.0 GDI PHEV (+5,9 %), VW Passat Variant GTE DSG (+5 %) und beim BMW 745e/730d (+15,5 %) war die CO2-Emission bei reinem Verbrennerbetrieb im PHEV höher als beim Schwester-Benzinauto.
Bei den PHEV Mercedes B250e (+16,4 % im reinen Verbrennerbetrieb, +1,4 % bei 50 % elektrischer Fahrt), BMW 330e (+14,8 %, +3,9 %) und beim BMW X5 xDrive 45e (+16,5 %, +4,8 %) war gegenüber dem Schwester-Benzinauto eine höhere CO2-Emission des PHEV nicht nur beim reinen Verbrennerbetrieb festzustellen, sondern auch bei 50 % elektrischer Fahrt.
Nur bei 80 % elektrischer Fahrt hatten alle PHEV eine geringere CO2-Emission als ihre Benzingeschwister: zwischen 39,8 % beim Volvo bis zu lediglich 3,9 % beim BMW X5 xDrive 45e.
Zoe Zen seit 10.7.2013, verkauft im Juni 2019 mit 108.000 km, erster Akku, still going strong
Tesla Model 3 seit 12.6.2019
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Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

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Mach doch mal eine Quelle dazu, dann kann man sich auch noch mal die Randbedingungen etwas genauer ansehen. Z.B. Dinge wie, aus welchem Jahr stammen die Daten zum CO2 des Stroms etc.. Auch die Paarungen sind sicher zu hinterfragen. Benziner sind halt Käse und verglichen mit einem Diesel machen die alles kaputt, aber das ist ja dummerweise gewünscht.

Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

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Odanez hat geschrieben: Glauben bleibt halt Glauben, bis wir das direkt 1:1 verglichen haben wissen wir auch nicht mehr. ;)
Wie willst du das 1:1 vergleichen?
Die Außenbedingungen machen enorme Unterschiede, was das Abtauen angeht. Mal reichen 2 Minuten, mal muss man 10 Minuten Wärme drauf geben, um überhaupt mit dem Eiskartzer und ordentlich Körpereinsatz auch nur irgendeinen Erfolg erzielen zu können. Alles schon gesehen

Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

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Vanellus hat geschrieben: ...
Nur bei 80 % elektrischer Fahrt hatten alle PHEV eine geringere CO2-Emission als ihre Benzingeschwister...
...seit wann sind Fahrzeuge mit Dieselmotor "Benzingeschwister" ?
BMW 530e PHEV seit August 2017

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Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

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Jupp78 hat geschrieben: Benziner sind halt Käse und verglichen mit einem Diesel machen die alles kaputt, aber das ist ja dummerweise gewünscht.
Na, so groß ist der Unterschied beim CO2 nicht. Der ist eher nur bei den Betriebskosten groß.
Vergangenheit - Zoe Q210 2013
Gegenwart - Tesla Model 3 Long Range 2022
Zukunft - Citroën ë-C4 2022

Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

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Na, so groß ist der Unterschied beim CO2 nicht. Der ist eher nur bei den Betriebskosten groß.
Quelle gefunden und doch, genau das zeigt dieser Vergleich entsprechend auf.

Da wo die Motorisierung tatsächlich so nah wie möglich dran gewählt wurde (bei allen verglichenen Modellen wäre das übrigens möglich gewesen, man hat es nur einfach nicht getan), ist der PHEV ausnahmslos sparsamer unterwegs, als das Verbrenner-Modell, selbst wenn der Akku nie geladen wird.

Da wo bei der Motorisierung nicht so nah wie möglich dran gewählt wurde, also konkret statt des im PHEV verbauten Benziners (den es auch als reinen Verbrenner gibt) ein Diesel verglichen wurde, ist bei nie geladener Batterie ausnahmslos der Verbrenner im Vorteil. Was aber einzig und allein am Faktor versoffener Benziner vs. sparsamer Diesel liegt.

P.S.: Das "so nah wie möglich" bezieht sich wohl nicht auf das praktisch mögliche, sondern nur auf die ADAC-Ecotest-Datenbasis, die einfach nicht mehr her gibt, weil dort bei weitem nicht jede Motorisierung getestet wurde.

Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

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Vielleicht noch ergänzend, so schreibt es der ADAC und das klingt natürlich gleich ganz anders:

"Die Ergebnisse lassen sich in zwei Gruppen unterteilen: In Gruppe eins sind die Plug-ins stets sparsamer und emissionsärmer unterwegs als vergleichbare Verbrenner-Modelle der gleichen Kraftstoffart, in Gruppe zwei entsteht erst ab einem elektrischen Fahranteil von ca. 25 Prozent ein Vorteil – stets dann, wenn ein Benzin-Plug-In-Hybrid mit einem Diesel verglichen wird. Ab welchem elektrischen Anteil genau sich PHEV Emissionsvorteile erarbeiten können, hängt von der jeweiligen Effizienz des Benzin-PHEV-Antriebs bzw. des Dieselmotors ab. Wird auf Langstrecken ein Benzin-PHEV statt eines sparsamen Diesels eingesetzt, haben PHEVs in der Realität meist keinen Verbrauchs- und Emissionsvorteil."

Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

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Nachdem wir ja mehrheitlich den Konsens erlangt haben, dass das Fahrprofil über Sinn und Unsinn entscheidet, wäre bei den ADAC Studie auch interessant Stadtverkehr und Autobahnbetrieb getrennt zu vergleichen.

Usecase 1: Vertreter, der jeden Tag hunderte km auf der Autobahn abreißt und sich den PHEV wegen Steuervorteilen nimmt
Usecase 2: In die Stadt Pendler mit Langstrecke zu Weihnachten zur Oma und im Sommer nach Italien.

Ich bin neulich mal mit einem Diesel nach München gefahren und musste vom Norden über einen Stop im Osten in den Südwesten. Vermutlich so 20km Strecke, die mich 2h gekostet haben. Also ein Szenario, welches viele Stadtbewohner kennen (ich weniger, da ich mich normalerweise nur öffentlich in München bewege). Hier habe ich meinen PHEV richtig vermisst, denn in Schrittgeschwindigkeit oder Stop and Go durch die Stadt zu rollen wäre selbst bei komplett leerem Akku deutlich effizienter. Da ich vorher bei meinem Arbeitgeber hätte nachladen können, wäre ich natürlich sowieso rein elektrisch durch München gefahren...

Der Winterbetrieb ist bei vielen PHEV übrigens verbesserungswürdig. Ohne Verrenkungen würde der Outi bei den aktuellen Temperaturen immer anspringen. Aber gerade jetzt ist der elektrische Antrieb ja besonders wertvoll, denn wenn man JETZT die Realemissionen vergleichen würde, hätte ein Verbrenner echt schlechte Karten. Wir kommen heute schon wieder auf 4 Fahrten < 5km (alles rein elektrisch), zwischen denen der Motor jedes mal komplett auskühlen würde. Wenn natürlich beim PHEV der Motor auch anspringt (trotz vollem Akku!) ist dieser Vorteil dahin. Glücklicherweise kann man das beim Outlander verhindern. Wer natürlich immer gleich 100km fährt hat eine ganz andere Ausgangslage.
05/2021 VW ID.3 Pro Business: Hauptfahrzeug
08/2019 Outlander PHEV PLUS: für Restmobilität, sowie Zweitwagen für Kurzstrecken, Anhängerfahrten, oder wenn Allrad vorteilhaft ist

Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

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es ist relativ einfach "Vergleiche" so zu gestalten, dass sie einen bestimmten Zweck erfüllen...
bei einer Institution wie dem ADAC ist die Wirkung dann auch nachhaltig ;)

Zum "Zwangsstart" des PHEV-Verbrenners bei kalten Temperaturen trotz voller Batterie:
geschieht beim eiskalten 530e nur bei Temperaturen < 0° C und dient afaik zum Schutz der Batterie
BMW 530e PHEV seit August 2017

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Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

Odanez
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Also ist der Akku zu klein gewählt worden, wenn er bei unter 0°C nicht als Antrieb des Autos benutzt werden kann, da er zu wenig Leistung abgibt. Vom BEV weiß man ja, dass man wenn der Akku sehr kalt ist eher vorsichtig mit dem Strompedal sein sollte, aber je größer der Akku, desto weniger ist das ein Problem.

Und da ist man mal wieder beim Thema Thermofenster, was beim reinen Verbrenner schon arg für einen schlechten Ruf gesorgt hat - und schleicht sich auch noch beim PHEV mit ein...
2017-2020: 2013 Nissan Leaf Acenta 24kWh
Seit 2021: Kia e-Niro Spirit 64kWh
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