Mogelpackung statt Klimaschutz?

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aiahaumx
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folder Do 7. Nov 2019, 20:11
Interessanter Beitrag auf tagesschau.de über Anspruch und Realität bei Plug-in Hybriden. Bestätigt viele Vermutungen, die hier auf GE schon häufiger geäußert wurden.

[...]
Prof. Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive Management der Fachhochschule Bergisch Gladbach, überrascht das nicht: "Wir stellen ganz klar fest, dass diese Normverbräuche von Plug-In-Hybriden im eklatanten Widerspruch stehen zu den Realverbräuchen, die teilweise um das zwei- bis dreifache höher sind."
[...]
Kritiker monieren, der Bundesregierung gehe es bei der Förderung von Plug-in-Hybriden gar nicht um den Klimaschutz. Vielmehr solle damit der Automobilindustrie geholfen werden, die europäischen Grenzwerte bei den Pkw-Emissionen einzuhalten.
[...]
"Die Förderung hilft nicht dem Klima, sondern nur den Herstellern dabei, die CO2-Grenzen einzuhalten und am Ende saftigen Strafzahlungen zu entgehen", so Jens Hilgenberg vom BUND.
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Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

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Skeptizist
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folder Do 7. Nov 2019, 20:43
Ich denke das kommt stark auf Nutzungsprofil an, gut möglich, dass Dienstwagenfahrer ein PHEV nie laden und es über die Autobahn prügeln und so mehr verbrauchen als mit einem Diesel, während der Zweitbesitzer nach 1 bis 3 Jahren den PHEV zu 90% mit dem eigenen Solarstrom fährt. Da der Akku kleiner dimensiert ist als beim reinen E-Auto muss ein verschlissener Akku nach meinetwegen 10 Jahren auch kein Totalschaden bedeuten, anders als beim reinen E-Auto.

Firmenwagen werden schnell zu günstigen Gebrauchten, ich halte Hybride aller Art für den Königsweg, wenn man es ideologiefrei betrachtet, solange Strom günstiger ist als Benzin wird über die gesamte Lebensdauer betrachtet eher mit Strom als mit Benzin gefahren. Wer nicht laden kann, wird weder BEV noch PHEV kaufen und der PHEV dürfte den geringeren Co2 Rucksack haben.

Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

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yazerone
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folder Do 7. Nov 2019, 20:49
Die Realverbräuche der geprügelten Vertreterdiesel entsprechend auch nicht dem Normverbrauch. Insofern ist der Hybrid bauartbedingt ein Fortschritt, bei dem man mit Umdenken mehr erreichen könnte.
Cadillac ELR

Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

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Misterdublex
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folder Do 7. Nov 2019, 20:53
Ein verschlissener Akku beim BEV ist kein Totalschaden. Wieso gehst du davon aus, dass der Akku nach 10 Jahren in Gänze ersetzt werden muss?
Beim Golf zum Beispiel kann man für 200-300 € die Module mit defekten Zellen einzeln tauschen, da muss kein ganzer Akku erneuert werden.
E-Golf300-Fahrer als Familienerstwagen
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Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

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aiahaumx
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folder Do 7. Nov 2019, 20:55
Skeptizist hat geschrieben:
Do 7. Nov 2019, 20:43
Ich denke das kommt stark auf Nutzungsprofil an, gut möglich, dass Dienstwagenfahrer ein PHEV nie laden und es über die Autobahn prügeln und so mehr verbrauchen als mit einem Diesel, [...].
Genau das wird ja im Artikel auch thematisiert. In Holland war es dann wohl so, dass diese Fahrzeuge fast nie elektrisch betrieben wurden, weshalb sie den Fahrzeugtyp schon seit drei Jahren nicht mehr fördern. Vermutlich gibt es in Deutschland gar keine Statistiken dazu, denn ich behaupte mal, dass es hier nicht anders aussehen würde. Aber wer will in der Politik schon schlafende Hunde wecken.

Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

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folder Do 7. Nov 2019, 21:16
In Holland, oder die wollen ja jetzt lieber Niederländer genannt werden , gibt es so gut wie keine konventionelle Autoindustrie und man ist da viel freier bei der Förderpolitik. Hier ist die Förderpolitik der Regierung an erster Stelle gesteuert von der Industrie,deren Lobbyisten und Interessen und nur zweit- oder drittrangig kommt dann der Umweltschutz zum Zuge, obwohl man das sehr gerne anders suggerieren will, eben Polit-Theater. Aber eine Mehrheit hat diese Regierung ja immerhin (wiedermal) gewählt. Man muss sich nur mal anschauen wie jetzt die Umweltprämie noch mehr zu Gunsten von PHEV wieder umgestaltet werden soll dann sieht man wessen Handschrift diese Pläne tragen.

Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

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folder Do 7. Nov 2019, 22:19
aiahaumx hat geschrieben:
Do 7. Nov 2019, 20:55
Skeptizist hat geschrieben:
Do 7. Nov 2019, 20:43
Ich denke das kommt stark auf Nutzungsprofil an, gut möglich, dass Dienstwagenfahrer ein PHEV nie laden und es über die Autobahn prügeln und so mehr verbrauchen als mit einem Diesel, [...].
Genau das wird ja im Artikel auch thematisiert. In Holland war es dann wohl so, dass diese Fahrzeuge fast nie elektrisch betrieben wurden, weshalb sie den Fahrzeugtyp schon seit drei Jahren nicht mehr fördern. Vermutlich gibt es in Deutschland gar keine Statistiken dazu, denn ich behaupte mal, dass es hier nicht anders aussehen würde. Aber wer will in der Politik schon schlafende Hunde wecken.
Ein ordentliches Auto hält mindestens 20 Jahre und 300- bis 500.000 Km, ansonsten brauchen wir über Nachhaltigkeit garnicht zu reden, da spielen die ersten paar Jahre im Firmenleasing nicht die entscheidende Rolle, ich bin kein Dieselfreund, aber für reine Langstreckenfahrzeuge wird Diesel oder Brennstoffzelle vll. doch die erste Wahl sein, aber reiner Langstreckenbetrieb dürfte die Ausnahme sein und dann spielt der PHEV seine Vorteile aus, sobald er im Gebrauchtwagenmarkt ist.

Was die Lebensdauer der Akkus angeht, es wird schon seinen Grund haben, warum Hersteller nur 8 Jahre Garantie geben, wie lange Akkus wirklich halten wird man dann sehen, ich bleibe skeptisch.

Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

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aiahaumx
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folder Do 7. Nov 2019, 22:32
Skeptizist hat geschrieben:
Do 7. Nov 2019, 22:19
[...] aber reiner Langstreckenbetrieb dürfte die Ausnahme sein und dann spielt der PHEV seine Vorteile aus, sobald er im Gebrauchtwagenmarkt ist.
Mit dieser Argumentation hätte man ja schon in den Niederlanden einen steigenden Anteil elektrisch betriebener Strecken messen müssen mit zunehmendem Zeitverlauf. Das stand so detailliert nicht im Artikel, aber die Aussage des Verkehrsministeriums dort klang nicht nach einer zunehmenden Verbesserung der Situation. Anders gesagt, wie erklärst Du Dir, dass in der Gesamtheit der Anteil elektrisch betriebener Strecken so niedrig war, dass die Förderung abgeschafft wurde?

Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

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folder Fr 8. Nov 2019, 08:31
aiahaumx hat geschrieben:
Do 7. Nov 2019, 22:32
Skeptizist hat geschrieben:
Do 7. Nov 2019, 22:19
[...] aber reiner Langstreckenbetrieb dürfte die Ausnahme sein und dann spielt der PHEV seine Vorteile aus, sobald er im Gebrauchtwagenmarkt ist.
Mit dieser Argumentation hätte man ja schon in den Niederlanden einen steigenden Anteil elektrisch betriebener Strecken messen müssen mit zunehmendem Zeitverlauf. Das stand so detailliert nicht im Artikel, aber die Aussage des Verkehrsministeriums dort klang nicht nach einer zunehmenden Verbesserung der Situation. Anders gesagt, wie erklärst Du Dir, dass in der Gesamtheit der Anteil elektrisch betriebener Strecken so niedrig war, dass die Förderung abgeschafft wurde?
Ich könnte mir vorstellen, dass man die Entwicklung auf dem Gebrauchtwagenmarkt garnicht verfolgt hat, ist Leasing nicht typischerweise für 3 Jahre? So lange sind die meisten Modelle ja noch garnicht am Markt. Ich frage mich, wie man die Statistik überhaupt erhoben hat, spätestens ein Zweitbesitzer wird sich wohl nicht mit dem Verkehrsministerium auseinander setzen wollen.

Allgemein zum Thema Dienstwagen, wird ja oft als unsozial bemängelt, aber da sollte man auch nicht vergessen, dass nur durch diese Praxis Mittel- und Oberklassefahrzeuge zu mehr oder weniger günstigen Preisen auf den Gebrauchtwagenmarkt kommen und so für "alle" erschwinglich werden. So gesehen spräche auch nichts dagegen Tesla Modelle zu subventionieren, wenn man die Verbreitung auf dem Gebrauchtwagenmarkt fördern will.

Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

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aiahaumx
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folder Fr 8. Nov 2019, 22:06
Skeptizist hat geschrieben:
Fr 8. Nov 2019, 08:31
Ich könnte mir vorstellen, dass man die Entwicklung auf dem Gebrauchtwagenmarkt garnicht verfolgt hat, ist Leasing nicht typischerweise für 3 Jahre? So lange sind die meisten Modelle ja noch garnicht am Markt. Ich frage mich, wie man die Statistik überhaupt erhoben hat, spätestens ein Zweitbesitzer wird sich wohl nicht mit dem Verkehrsministerium auseinander setzen wollen.
Ich habe nun mal selbst recherchiert. Dieser Artikel beschreibt die Datenerhebung: Man hat die Tankkarten der Dienstwagen ausgewertet und nachgerechnet.

Ansonsten hat Wikipedia noch viel zum Thema.

Einen Hinweis darauf, dass PHEVs als Gebrauchtwagen signifikant anders und mit niedrigeren Verbräuchen betrieben werden konnte ich nirgends finden. Hast Du Daten dazu?
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