PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

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Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

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Super-E hat geschrieben: Ich denke, dass ein Großteil des Forums 60kWh bei einem Auto in Passatgröße als zu klein empfinden würden. Für mich wäre das im Alltag total überdimensioniert, aber ein gutes Gefühl damit in den Urlaub zu fahren hätte ich auch nicht. Zumal ich beim Blick auf die Schlangen an den konventionellen Zapfsäulen in der Reisesaison fürchte, dass dies bei BEVs noch mal schlimmer wird. Sollte die Infrastruktur so ausgebaut werden, dass sie diesen Ansturm meistert, dann wäre sie den Rest der Zeit nicht ausgelastet.
Naja hängt immer vom Einsatzzweck ab. Nach dem ich festgestellt habe, wie gut man mit einem halb so großen Akku hinkommt, würde ein 60er auf jeden Fall reichen. Gut mit 200km/h kommt man damit auch keine 200km, aber sonst sollte das halbwegs ausreichend sein.

Ionity baut derzeit an alle neuen Standorte 4-8 Lader. Kann sein, dass in der Urlaubszeit mal alle gleichzeitig belegt sind. Aber da es sich um Schnelllader handelt, sollte die Wartezeit im einstelligen Minutenbereich liegen. An den heutigen Tankstellen kann es ja auch mal vorkommen, dass man kurz warten muss bei hohem Andrang.

Aber wie oft kommt das vor? Einmal im Jahr?
Wer eher bremst fährt länger schnell (ohne nachzuladen)
Derzeit im Ioniq unterwegs.
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Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

umali
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Priusfahrer hat geschrieben: Naja hängt immer vom Einsatzzweck ab. Nach dem ich festgestellt habe, wie gut man mit einem halb so großen Akku hinkommt, würde ein 60er auf jeden Fall reichen. Gut mit 200km/h kommt man damit auch keine 200km, aber sonst sollte das halbwegs ausreichend sein.

Ionity baut derzeit an alle neuen Standorte 4-8 Lader. Kann sein, dass in der Urlaubszeit mal alle gleichzeitig belegt sind. Aber da es sich um Schnelllader handelt, sollte die Wartezeit im einstelligen Minutenbereich liegen. An den heutigen Tankstellen kann es ja auch mal vorkommen, dass man kurz warten muss bei hohem Andrang.

Aber wie oft kommt das vor? Einmal im Jahr?
Na das erzähle mal nomalen Autofahrern, die 600...1000km Reichweite bei 140...150km/h gewöhnt sind.
Vergiss endlich, dass Du die Leute vom gewohnten Komfort abbringst. Vor allem, wenn so eine 60...100kWh-Bude noch deutlich mehr kostet als das Verbrenner-Pendant. Hinzukommend heftige Preise an den CCS-Ladern und Funktionsunsicherheiten selbiger.

"Wartezeit im einstelligen Minutenbereich"
Das glaube ich nicht. Wenn die Bude angeschlossen ist, geht fast jeder auf's WC und danach zum Kaffeeholen. Derweil tröpfeln noch ein paar kW am Ladeende gemütlich durch die Leitung. Solche Thesen sind blankes Wunschdenken.

Wer in der Reisezeit Staustress vermeiden will, fährt sehr früh oder sehr spät los. Dann gilt es aber auch, zügig durch die Strecke zu kommen und da ist nun mal JEDE Ladepause ein heftiges Hindernis.
Ich fahre übermorgen z.B. 1x 500km /10min Tanken/ 1x250km, um Stauphasen zu umgehen. Das geht heute mit keinem 30k-Eur-BEV, wenn ich 130...150km/h fahre.

Die Lösung:
mittlerer 40kWh-Akku (nahezu 100% der Alltagsnutzung abgedeckt) + serieller Rex und der Drops ist gelutscht. Das wäre auch kurzfristig realisierbar, so dass man getrost die Wartezeit zum Superakku brücken kann.

VG U x I

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

Helfried
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umali hat geschrieben: "Wartezeit im einstelligen Minutenbereich"
Das glaube ich nicht. Wenn die Bude angeschlossen ist, geht fast jeder auf's WC und danach zum Kaffeeholen.
Bei den angesprochenen 6 Ladepunkten eines hypercharger wird im Schnitt alle vier Minuten einer frei, wenn er mit Ioniqs belegt ist.

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

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Helfried hat geschrieben:
umali hat geschrieben: "Wartezeit im einstelligen Minutenbereich"
Das glaube ich nicht. Wenn die Bude angeschlossen ist, geht fast jeder auf's WC und danach zum Kaffeeholen.
Bei den angesprochenen 6 Ladepunkten eines hypercharger wird im Schnitt alle vier Minuten einer frei, wenn er mit Ioniqs belegt ist.
Die Autobahntankstellen an der A8 haben bis zu 10 Zapfsäulen die gleichzeitig benutzt werden können. Zur Hauptreisezeit stehen teilweise an jeder einzelnen mehr als 10 Verbrenner in der Schlange und warten! Und die können meist 700-1000km bis zum nächsten Tankstop warten (viele planen so, dass sie in diesen Gebieten gar nicht tanken müssen, denn es sieht an jeder Tanke gleich aus) Bei einem BEV mit 300km Reichweite kann man aber nicht anders...

Wir reden hier von 100k Autos pro Tag, die irgendwo tanken/Laden müssen...

Im Normalfall ist das Laden kein Problem. zu Hause, auf Arbeit, beim Supermarkt - zeitlich und örtlich schön verteilt. Der Autobahnverkehr teilt sich normalerweise auf in Kurzpendler, Mittelstrecken und einige Langstreckenfahrer. So auch auf der A8 an normalen Tagen. Da sind die Zapfsäulen alle leer. Aber in der Ferienzeit, wenn die Hölle losbricht, dann sind das alles Urlaubsfahrer. Ein Holländer oder Nord/Mitteldeutscher nach dem Anderen, die alle nach Italien, Österreich oder Kroatien wollen...

Ich verspreche Euch. Das wird ein Problem, denn das ist heute schon unangenehm!

Man kann auch eine Ahnung bekommen, wenn man in die USA schaut. Da gibt es an ähnlichen Routen auch Staus an Teslas SCs. Und die haben da 20 Stalls und das sind nur TESLAs!

Es ist alles machbar. Aber man muss sich mögliche Probleme auch nicht schönreden. Vor allem wenn es dafür elegante Lösungen gibt...
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08/2019 Outlander PHEV PLUS: für Restmobilität, sowie Zweitwagen für Kurzstrecken, Anhängerfahrten, oder wenn Allrad vorteilhaft ist

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

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Super-E hat geschrieben: Es ist alles machbar. Aber man muss sich mögliche Probleme auch nicht schönreden. Vor allem wenn es dafür elegante Lösungen gibt...
Naja der REX ist aber nicht die elegante Lösung. Wenn wirklich so viel Betrieb ist, wie Du schreibst, dann stehst Du nicht nur am DC sondern auch an der konventionellen Tanke noch zusätzlich. Was hast Du da an Zeit gespart?

Wenn irgendwann mal, ich meine in 30-50 Jahren, fast alle Autos elektrisch fahren, wird es an den Rasthöfen, Rastplätzen und Autohöfen mehr als nur 20-30 Stalls geben. Also nicht wie heute aller 50km ein DC sondern aller 10-20km einen ganzen Ladepark. So ein Ladepark mit 20-30 DC 150KW+ wird in 30 Jahren weniger kosten als heute ein Ionity Standort mit 4-8 Säulen in der Investition. Und bei guter Auslastung wird damit auch Gewinn zu machen sein. Die Lastspitzen lassen sich mit Akkuspeichern abfedern, die gleichzeitig dem Netz auch noch Regelleistung zur Verfügung stellen können.

So oder ähnlich wird das kommen.

Das Problem mit der Wartezeit wird dann auch vom Tisch sein. Das Navi sagt Dir wo am wenigsten Betrieb ist und Du wirst entsprechend dahin geleitet, wo die Wartezeit am geringsten ist oder wenn möglich nicht gewartet werden muss. Kann unter Umständen auch sein, dass man mal 1-2km von der Autobahn dafür runter muss. Aber immer noch besser als 10min warten zu müssen.

In der Regel wird man aber die Standorte anfahren, wo die Preise am geringsten sind, wenn die Auswahl groß genug ist.
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Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

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Ja, es ist vollkommen klar, dass an diesen Routen Ladeparks a la Sortimo nicht die Ausnahme sein werden. Die nächsten 10 Jahre würde ich mich da aber nicht drauf verlassen. Und mit zunehmendem Stau an den Ladesäulen wird es vermutlich weniger Stau an den Zapfsäulen geben. Und wenn dann mal super Ladeparks vorhanden sind, wird man vermutlich anfangen die Zapfsäulen rückzubauen... Ich denke in so einem Sonderfall würde man sich das Anstellen an den Ladesäulen sparen... (man wird sich ansonsten auch böse Blicke der BEV Fahrer einhandeln, so wie heute schon als PHEV Fahrer)

Ob das elegant ist, ist eine Geschmacksfrage. Ich fände ja eine Ethanolbrennstoffzelle als Rex eleganter, aber dafür müssten die Tanken zumindest auf E100 umgestellt werden. Es gibt aber durchaus valide Argumente, die sagen, ob man - wenn ja eh kaum benutzt - dafür nicht lieber einen günstigen Verbrennungsmotor nimmt.

Elegant ist es aber insofern, da es wenig kostet (also wenige Investitionen in eine technologische Sackgasse erfordert) und die es den Leuten ermöglicht ohne irgendwelche Ängste umzusteigen und eben in kritischen Situationen die Infrastruktur entlastet.
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Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

Helfried
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Super-E hat geschrieben: die es den Leuten ermöglicht ohne irgendwelche Ängste umzusteigen
In den Zeiträumen, in denen ihr hier zuletzt sprecht (10-50 Jahre aufwärts), muss kaum noch jemand "umsteigen". Die Kinder wachsen vielmehr schon elektrisch auf, die steigen nicht um.
So wie wir mit Strom-Kühlschränken aufgewachsen sind und nicht mehr das Eis aus dem Dorfsee kratzen, wird das mit dem Strom für die neue Generation ganz normal sein. Nur die ältere Generation steigt dann auch um oder wird umgestiegen.

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

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Ich schätze, dass spätestens 2030 ein Großteil der Neufahrzeuge elektrisch unterwegs sein wird - zumindest teilelektrisch (es werden aber vermutlich noch mehr Verbrenner oder Hybride zugelassen als heute EVs - außer in den Ländern in denen sie bis dahin verboten sind). Spätestens in 20 Jahren wird man in Neufahrzeugen keinen Verbrenner mehr finden. In 30 Jahren wird man Verbrenner nur noch in Oldtimern haben...

Im Jahr 2025 sehe ich für mein Konzept aber noch einen Markt (mal ganz nebenbei, dass es die im rampup knappe Ressource Akku schont!)

10 Jahre vergehen rasend schnell.
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Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

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umali hat geschrieben: Die Lösung:
mittlerer 40kWh-Akku (nahezu 100% der Alltagsnutzung abgedeckt) + serieller Rex und der Drops ist gelutscht. Das wäre auch kurzfristig realisierbar, so dass man getrost die Wartezeit zum Superakku brücken kann.
Ich habe Dich so verstanden, dass Du eigentlich unterwegs gar nicht Strom laden möchtest, sondern nur Destinationcharging. Auf Strecke bist Du dann überwiegend mit Benzin unterwegs. Dafür ist der 40kWh Akku aber IMHO zu groß bzgl Kosten, Gewicht, Größe. Einfach, weil das für den Alltag 50%-100% mehr ist als benötigt wird.
Mit 20-30kWh wird da für mich eher ein Schuh draus, das ist schon eher die Größe, die 100% elektrischen Alltag ermöglicht.

40kWh ist irgendwie nicht Fisch und nicht Fleisch. Bei 50 oder 60kWh +minimal-RE könnte ich es ja noch verstehen. Das würde ich dann wie ein BEV benutzen, hätte aber noch eine Rückversicherung, die ich wirklich nur nehme wenn ich mich mal verschätzt habe, die Säule defekt oder besetzt ist. Da kann man den Akku ja komplett leer fahren und kommt auf vernünftige Abstände zwischen den Ladungen.
Super-E hat geschrieben: Ich schätze, dass spätestens 2030 ein Großteil der Neufahrzeuge elektrisch unterwegs sein wird - zumindest teilelektrisch
Davon gehe ich auch aus. Das durchschnittliche Auto im Bestand ist knapp 10 Jahre alt, dann könnten Mitte bis Ende der 2030er >50% elektrische im Bestand sein.
Vergangenheit - Zoe Q210 2013
Gegenwart - Tesla Model 3 Long Range 2022
Zukunft - Citroën ë-C4 2022

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

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Jein - je größer der Akku, desto kleiner kann die Rexleistung sein. (klar, bei einem Up! Motor ist das nicht nötig). Nachdem man in den seltensten Fällen spontan 1000km fährt, kann man ansonsten ein langsames abschmelzen des Akkus über die Fahrt einplanen und das der Motor sagen wir nur konstant 100km/h ermöglicht.

Das Nissankonzept mit Ethanolbrennstoffzelle hat im Prototyp ja sogar nur 5kW Leistung - was ich bei 24kWh Akku etwas dürftig finde! Wäre interessant da mal die Praxiserfahrungen zu kennen...

Aber 40kWh+15kW Brennstoffzelle könnte klappen (ggf sogar weniger! -> keine Ladeverluste)
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