PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

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Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

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Das schlimme an dem Thread ist eigentlich der reisserische Titel. So sehr ich Karlsson schätze und seine Intention verstehe führt dieser Titel die Diskussion immer im Kreis.

Ich denke kaum jemand kann die folgenden Punkte wirklich als falsch bezeichnen:

A - Heutige PHEVs sind für viele Anwendungsfälle* nutzbar und dort besser als reine Verbrenner.
(Preis/Leistung mal nicht betrachtet)
*Die Statistiken über das durchschnittliche Fahrprofil der Bürger sind den meisten bekannt und die belegen nunmal, dass ein Fahrzeug selbst mit 25km realer Reichweite für viele sinnvoll nutzbar ist

B - Mit einigen Modifikationen könnte man auch ohne Vergrößerung des Akkus die Fahrzeuge weiter verbessern

C - Es gäbe zudem einen Markt für ein erweitertes Angebot an PHEVS, die mehr die EV Komponenten in der Vordergrund stellen und den Verbrenner nur als Hilfsantrieb nutzen

Zudem kommt als Nebenthese, dass PHEVs deswegen den high end Leistungsbereich besetzen müssen um ihren bauartbedingten hohen Preis damit zu rechtfertigen.

Wobei nun weder Punkt B noch Punkt C den Punkt A in Frage stellt, dies aber von vielen so interpretiert wird. Wenn man sich ein Fahrzeug nach Punkt C wünscht ist man vielleicht persönlich von dem heutigen Angebot enttäuscht. Es ist dann aber ungeschickt eine generelle Aussage zu treffen,welche indirekt den Punkt A in Frage stellt, obwohl das wohl gar nicht die Intention war.
05/2021 VW ID.3 Pro Business: Hauptfahrzeug
08/2019 Outlander PHEV PLUS: für Restmobilität, sowie Zweitwagen für Kurzstrecken, Anhängerfahrten, oder wenn Allrad vorteilhaft ist
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Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

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@Super-E: :thumb:

So war mein "knapp-Jahresbericht" gemeint. Und es gibt ja durchaus Variationen, die andere Ansprüche abdecken.

Wenn ich das Konzept des Passat-GTE nehme und die Verhältnisse umkehre, also den E-Antriebspart auf 150-200 PS anhebe, dafür den Benziner auf 100 PS reduziere - in Verbindung mit einer reinen E-Reichweite von 100-150km, wäre das mein nächster.
Auch an der technischen Umsetzung hätte ich dabei gerne einiges geändert, doch das durchzukauen führt zu weit (Gedanken-Anstoß wären Radnabenmotoren hinten für Bremse (Rekuperation) und Antrieb (Allrad)).

Gruß, HUK
Enyaq iV 8-) für den Alltag & ein kleines Cabrio für den Spaß

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

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@Super-E
Der reißerische Titel gibt dem ganzen doch die Würze :)

Mit A, B, C und Nebenthese gebe ich Dir vollkommen recht.
Super-E hat geschrieben:Wenn man sich ein Fahrzeug nach Punkt C wünscht ist man vielleicht persönlich von dem heutigen Angebot enttäuscht. Es ist dann aber ungeschickt eine generelle Aussage zu treffen,welche indirekt den Punkt A in Frage stellt, obwohl das wohl gar nicht die Intention war.

Der Mißstand bezieht sich eigentlich nur auf die Abstinenz der in These C gemeinten Fahrzeuge. Ich hab ja kein Problem damit, dass die OEMs auch Fahrzeuge bauen, die von der Masse so nicht gebraucht werden. Nur dass sie ihrer Verantwortung nicht gerecht werden und die benötigten Fahrzeuge gar nicht liefern.
zoppotrump hat geschrieben:Wieso denn "voll belasten"? Meiner schnurrt in der Stadt zwischen 1200 und 2000 U/mins von maximal 6000 dahin. Selbst auf der Autobahn bei 170 km/h sind es nur 3000, also gerade mal halbe Nenndrehzahl. Das kann der Motor locker vertragen.

Es ging um den Ioniq PHEV. Da hat der Verbrenner keine 184PS und es ging auch nicht ums dahinrollen, sondern um den Kaltstart auf dem Beschleunigungsstreifen trotz vollem Akku wegen der geringen E-Motorisierung.
zoppotrump hat geschrieben:Nein, besser als wenn er einen Verbrenner über die gesamte Strecke fahren würde, denn er läuft kürzer. Die Kaltlaufphase ist bei beiden gleich. Nur läuft der eine eben länger und stößt mehr Sschadtstoffe aus und das ist der Verbrenner.

Genau. Und wenn wir jetzt die Gesamtlaufdauer des Verbrenners betrachten, wird der Anteil mit Kaltlauf, hohem Verbrauch, schlechten Abgasen und mehr Verschleiß entsprechend größer.
Genau deswegen sollte der Akku ja so bemessen sein, dass der Verbrenner im Alltag aus bleibt. Und wenn er doch läuft, sollte er auch warm werden.
Beim Start ist die Schmierung schlecht. Einmal durch das kalte Öl, aber auch dadurch, dass das Öl gar nicht überall ist. Das fördert dann erst die Ölpumpe nach, aber eben nicht auf den ersten Umdrehungen. Das gilt insbesondere auch für die hydrodynamischen Lager (zb Turbo und Kurbelwelle). Auch stimmen die Passungen am Anfang noch nicht richtig, das ist auf den betriebswarmen Zustand bemessen.
Durch die schlechte Verbrennung entstehen verstärkt Ablagerungen. Das ist normalerweise nicht das Problem, weil die auch wieder weg brennen. Schlecht für den Motor ist es aber, wenn er oft gar nicht warm wird und noch schlimmer wenn er nicht hin und wieder längere Strecken bekommt, wo sich wieder alles frei brennt.
Unschön beim Kaltlauf ist auch das Kondenswasser, das sich insbesondere im Auspuff sammelt und da für vorzeitige Korrosion sorgt wenn der Wagen oft nicht warm wird und das Wasser länger steht. VW hatte da bei Kurstreckenfahrzeugen mal Probleme, dass das gefrierende Wasser im Winter Motoren zerstört hat (das Wasser war im Motor).
Der Kat leidet ebenfalls durch die fehlenden Freibrennphasen und Verschmutzung
Einen Diesel (neue C-Klasse PHEV, neuer Volvo V60 PHEV - auch wohl nur mit 50km NEFZ) trifft das noch deutlich schlimmer, weil der Motor halt kälter läuft und beim Abgassystem Probleme hat, das schnell genug warm zu bekommen. Die Abgassysteme und auch die Motoren werden daher auch oft beheizt.
Wenn ich nun unsere 30 und 25km mit viel Autobahn zur Arbeit ansehe, wäre der Diesel-PHEV durch die Kurzlauf-Thematik da noch besonders schlecht. Schade, denn die Kombination würde bei regelmäßigen Langstrecken, die einen wesentlichen Teil der Gesamtkilometer darstellen, ja durchaus interessant.
ex-wrangler hat geschrieben:meiner Meinung nach kommt der aktuelle Prius Plug In (In den USA heißt er Prius Prime) zu kurz, wenn es um PHEV geht. Drüben bei priusfreunde berichten einige von echten 50 km E-Reichweite auf der BAB.
Andere von 40 km.
Kommt zu kurz im Sinne von kommt nicht weit? ;)
Hier kommt halt dazu noch die fiese Preisgestaltung, der Wagen ist dadurch wirklich extrem selten. In den USA ist der Preis ja anders.
Vergangenheit - Zoe Q210 2013
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Zukunft - Citroën ë-C4 2022

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

zoppotrump
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Karlsson hat geschrieben: ...Beim Start ist die Schmierung schlecht. Einmal durch das kalte Öl, aber auch dadurch, dass das Öl gar nicht überall ist. Das fördert dann erst die Ölpumpe nach, aber eben nicht auf den ersten Umdrehungen. Das gilt insbesondere auch für die hydrodynamischen Lager (zb Turbo und Kurbelwelle). Auch stimmen die Passungen am Anfang noch nicht richtig, das ist auf den betriebswarmen Zustand bemessen...
Klingt mir nach grauer Theorie. In der Praxis sind dadurch derzeit keinerlei Nachteile bekannt. Selbst Autos, welche hohe Leistung bringen müssen wie ein Porsche 918 und ein Panamera Hybrid schnurren wie ein Kätzchen ohne negative Auswirkungen auf die Motoren.

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

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Ich glaube er ist schon lange keinen Benziner mehr gefahren....
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Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

Schüddi
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Ja in den letzten 20 Jahren hat sich bei den Benzinern einiges getan. Und die e-tron/GTE Modelle sind speziell für die genannten Punkte modifiziert worden. Da steckt kein Standard Verbrenner drin. Desweiteren ist mir kein GTE/e-tron mit Motorschaden bekannt. Auch meine drei Audihändler meinen das die absolut wartungsfrei sind außerhalb der Inspektionen. Nicht mal die Bremsen müssen getauscht werden nur Reifen an der Vorderachse fressen sie wohl sehr gerne aufgrund des hohen Drehmoments ab Stand.
Der Motor wird auch in einem speziellen Verfahren auf die nötige Betriebstemperatur gebracht - das braucht um die 40 Sekunden. Natürlich sollte man es vermeiden aus dem e-Modus in den Kickdown zu gehen das weis jeder. Das ist ja auch nur dazu gedacht um aus einer eventuellen Notsituation heraus zu kommen. Aber grundsätzlich muss man heutzutage einen Motor nicht mehr so einfahren/warmfahren wie das früher mal der Fall war. Die Fertigungstolleranzen sind heute fantastisch. Der Bruder meiner Freundin Arbeit bei Daimler, die haben den A-Klasse AMG Motor KALT auf maxomaldrehzahl gedreht und 36 Stunden so in der Kammer laufen lassen. Später zerlegt - vermessen - Motor einwandfrei. Und das ist gerade der Literstärkste Motor auf dem Markt!
Karlson: Fahr doch mal selbst einen e-tron oder GTE, ich denke dann wirst du einige Vorurteile ablegen. Es ist wieder sommerlich und ich schaffe spielend min. 40km trotz dicker 18 Zöller. Der Wagen funktioniert, er ist echt schön und qualitativ kann man definitiv nicht meckern. Ich finde diese Technik ist faszinierend und man muss keinerlei Abstriche machen.

Nochmal: ein ähnlich ausgestatteter Diesel hätte mich das selbe gekostet, ich kann den größten Teil aller Strecken elektrisch bewältigen und habe trotzdem keinerlei Barriereeinbußen in Sachen Reichweite. Für HEUTE ist das für mich definitiv die beste Lösung und das beste Auto auf dem Markt. Ich fahre jeden Tag sehr sehr gerne mit dem Wagen. Ich muss nächstes Jahr wieder bestellen und werde wieder die für mich beste Lösung wählen. Ich werde nicht rumjammern das es noch immer nicht mein Traumauto gibt sondern ich werde das nehmen, was technisch für mich am besten geeignet ist zu diesem Zeitpunkt. Ich habe eben den Luxus alle 30-36 Monate die Wahl zu haben. Anders bei unserem Zweitwagen - da ist es der A1 geworden. Ein wirklich schönes Auto und auch sehr sparsam. Auch da habe ich mit dem 1,4tfsi den besten Motor gewählt meiner Meinung nach. Der muss auch noch ein paar Jahre bei uns fahren. Dann wirds definitiv elektrisch - der Leaf oder auch Kona (Freundin steht drauf) kamen leider für uns zu spät.

Ich sehe das auch mit Emotionen. Ich sitze aufgrund meines Berufs jeden Tag viel in meinem Auto und möchte es da auch schön haben. Ich brauche gute Sitze, gute Musik, ein Schiebedach eine gute Haptik und vor allem ein gutes Lenkrad. Das alles können nur sehr sehr wenige Autos auf dem Markt bieten. Dazu noch gute Technik, wenig Verbrauch, wenig Schadstoffausstoß, wenig Lärm und wenn ich mal möchte eine ordentliche Kraftreserve. Wo gibt es das alles in einem Paket?
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Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

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Schüddi hat geschrieben:Karlson: Fahr doch mal selbst einen e-tron oder GTE, ich denke dann wirst du einige Vorurteile ablegen. Es ist wieder sommerlich und ich schaffe spielend min. 40km trotz dicker 18 Zöller. Der Wagen funktioniert, er ist echt schön und qualitativ kann man definitiv nicht meckern. Ich finde diese Technik ist faszinierend und man muss keinerlei Abstriche machen.
Komtm ja imemr auf den PErsönlichen BEdarf an. Mich würde es extrem nerven, wenn der Stinker innerhalb Berlins laufen müsste. Da ich öffentlich Laden muss, kommemit den 40 km Bestcase hier innerhalb der Stadt nicht zurecht. Im Winter ist es mit ZOE knapp, wenn man nurd en Bereich zum ALden nutzt, wo mit relativ kaltem Akku noch flott geladen wird.

Für mich müsste man die eGolf Technik mit dem 35er Akku in einen Golf Variant anbieten und noch einen kleinen REX dazu. Da genügen mit auch 20KW el. Dazu AC auf 3 Phasen 11kW wäre erträglich und 22kW optimal.
Verwendung korrekter physikalischer Einheiten
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Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

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Karlsson hat geschrieben:@Super-E
Der reißerische Titel gibt dem ganzen doch die Würze :)
Nein es Provoziert eigentlich nur logischerweise nur Streit wolltest du das bezwecken?
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Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

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eDEVIL hat geschrieben:Da ich öffentlich Laden muss, kommemit den 40 km Bestcase hier innerhalb der Stadt nicht zurecht.
Wenn man keine möglichkeit das Auto übernacht zuhause aufladen kann halte ich das für keine gute idee mir so ein PHEV anzuschaffen. Weil nur dann kommt man auf vernünftige abdeckungsraten.
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Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

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Wieviel Prozent der Berliner können denn zu Hause laden? 20%?
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