PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

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Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

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Meine Prämisse:
"Bei der Kaufentscheidung für ein bestimmtes neues Privatauto ist die Vernunft zumeist nur dazu da um die emotionale Kaufentscheidung vor dem eigenen Gewissen zu rechtfertigen."

Durch staatliche Verbote und Förderungen und durch Information durch die Medien könnte man die Autokäufer zu vernünftigeren Entscheidungen bewegen. Bei der Macht der Autoindustrie in Deutschland halte ich dies trotz der beschlossenen Klimaziele (vgl. Kyoto-Protokoll 1997) und der Abgasproblematik (NOx, Feinstaub) für nicht wahrscheinlich. Im Gegenteil, laut Zulassungsstatistik steigt die PkW-Anzahl pro Einwohner und die durchschnittliche PkW-Größe (Stichwort: SUV) weiter an.
Ergo hat sich sowohl das Erste in Großserie gebaute Elektroauto der "Drilling" nicht verkauft, genauso wie der Erste in Großserie produzierte PHEV der Opel Ampera.
Tesla hat dies erkannt und produziert Luxus-Elektroautos MS und MX, bei denen dann der Umweltschutzgedanke als Rechtfertigung für die emotionale Kaufentscheidung dient. Ähnlich ist es neuerdings bei den Luxus-Verbrennern (SUVs und Sportwagen). Diese werden einfach mit einem Plug-In-Anschluss ausgestattet. Dadurch erfüllen die Hersteller die EU-Vorgaben für den CO2-Flottendurchschnitt (Laut Normzyklus gibt es glaub ich keinen PHEV der mehr als 3 Liter Benzin pro 100km braucht!) und helfen den Luxusautofahrern beim Steuersparen (m.E. Steuerbetrug :evil: ).
Staatliche Förderungen und Steuererleichterungen für Luxusautos (SUV und Sportwagen) sind m.E. nicht nur ökologisch fragwürdig sondern sozial ungerecht!

Erfreulicherweise gibt es aber auch Autohersteller die versuchen den Spagat zwischen "umweltfreundlich" und "emotional ansprechend" zu schaffen.
z.B. der koreanische Hyundai-Konzern mit dem Ioniq und dem Niro die es je nach Fahrprofil als HEV, PHEV oder BEV gibt bzw. geben wird. :D
Zuletzt geändert von JoDa am So 8. Apr 2018, 16:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

Schüddi
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Bei Audi und VW gibt es das schon seit 2015. diese Modelle nennt man e-tron oder GTE. Ich habe bisher nur 2 oder 3 dieser SUVs gesehen die angeblich in Herden durch die Straßen ziehen sollen und einen einzigen Porsche Panamera Plug in. Ich denke über Randgruppen braucht man sich nicht unnötig aufregen.

PS: ich komme aus Stuttgart, hier hätten die Leute durchaus Geld und auch einen Grund sich diese besagten Autos zu kaufen.

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

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JoDa hat geschrieben: Erfreulicherweise gibt es aber auch Autohersteller die versuchen den Spagat zwischen "umweltfreundlich" und "emotional ansprechend" zu schaffen.
z.B. der koreanische Hyundai-Konzern mit dem Kia Ioniq und dem Hyundai Niro die es je nach Fahrprofil als HEV, PHEV oder BEV gibt bzw. geben wird. :D
Ioniq PHEV: der E-Motor hat nur 61PS, das ist für den Beschleunigungsstreifen echt suboptimal. Auch ist es wirklich schlecht gemacht, dass der Wagen nur über den Verbrenner heizen kann. Der Verbrenner wird im Winterhalbjahr daher oft nur laufen müssen, um Wärme bereitzustellen. Immerhin ist die Reichweite aber etwas besser als bei dem Elend mit 30-40km NEFZ.
Leider fehlt hier ein Erstwagen, wofür die genannten oft einfach zu klein sind.
Ein ökologisch gutes (=weniger schlechtes) Auto muss meiner Meinung aber auch nicht weniger emotional sein, siehe BMW i3.
JoDa hat geschrieben:Meine Prämisse:
"Bei der Kaufentscheidung für ein bestimmtes neues Privatauto ist die Vernunft zumeist nur dazu da um die emotionale Kaufentscheidung vor dem eigenen Gewissen zu rechtfertigen."
Das geht hier in der Regel um ein finanzielles Gewissen, die meisten würden Motoren mehr in die vollen greifen, wenn es ihnen finanziell nicht schon so weh täte. Dabei fahren sehr viele auch schon Autos, die eigentlich nicht zu ihrem Einkommen passen.
JoDa hat geschrieben:Durch staatliche Verbote und Förderungen und durch Information durch die Medien könnte man die Autokäufer zu vernünftigeren Entscheidungen bewegen.
Von grundsätzlichen Verboten halte ich nichts, da es für wahrscheinlich jedes Fahrzeug einen Grund gibt, warum Jemand gebau das Fahrzeug braucht (damit meine ich nicht Fahrverbote in Smog-Bereichen, wo ohne die Verbote das Recht auf körperliche Unversehrtheit verletzt würde). Es sollte stattdessen ein Bonus-Malus-System sein, übers Geld kriegt man sie fast alle.
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Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

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  • JoDa
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@Schüddi
Der VW-Konzern in Zusammenhang mit Elektromobilität ist für mich, wegen der jahrelang praktizierten Ankündigungstaktik, ein "rotes Tuch". z.B. Matthias Meier (CEO der 12 Marken des VW-Konzerns) verspricht für nächstes Jahr wieder einmal wahre Wunder. (Jedes Monat ein neues Elektroauto.)
Mittlerweile gibt es jedoch von VW bei den BEVs den up und den Golf und bei den PHEVs den Golf und den Passat.
Audi hat mit dem e-tron sogar das 2017 meistverkaufte PEV (BEV+PHEV) in Deutschland.
Daher kann ich nur mehr über die Übermotorisierung und/oder den zu hohen Preis der VWs meckern. ;)

@Karlsson
Habe geschrieben, dass ich dem "Meister des letzen Wortes" nicht mehr antworte, aber für einen kurzen Disput mache ich gern eine Ausnahme:
*) Da PTC-Heizelemente nicht viel kosten, braucht man sie offensichtlich beim Ionig PHEV nicht.
Vielleicht arbeitet die Heizung des Ioniq im Start-Stop Betrieb, so wie die Wärmepumpe in deinem und in meiner ZOE. ;)
Der Ioniq-Fahrer hat jedenfalls, im Gegensatz zu uns, eine Sitz- und Lenkradheizung.
*) Um die Zyklenzahl des Li-Ionen-Akkus zu erreichen darf die Entladeleistung des Akkus nicht zu hoch sein. (Schätze: Entladeleistung in kW < Kapazität in kWh *4. Also bei einem 10kWh-Akku max. 40kW Entladeleistung.) Insofern ist der 61PS=45kW E-Motor des Ioniq PHEV sogar überdimensioniert. Bei einem seriellen PHEV, wie dem Kia Note oder dem BMWi3, muss jedoch der elektrische Motor/Generator die gesamte Antriebsleistung übertragen und ist dementsprechend größer und teurer. Eine rein elektrische Fahrt auf der Autobahn mit konstant 130km/h sollte ebenfalls mit dem Ioniq PHEV möglich sein. (40kW sollten beim geringen cw-Wert des Ioniq ausreichen. Beim Note, mit seinem höheren cw-Wert, bin ich mir da nicht so sicher.)
Wie gesagt, habe keine Lust darüber endlos zu diskutieren. In deinem Thema Basiswissen Antriebe BEV/HEV/PHEV, das ich sehr empfehlenswert finde, erklärst du deinen Standpunkt. Hier kann man meinen Standpunkt nachlesen.

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

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JoDa hat geschrieben: Insofern ist der 61PS=45kW E-Motor des Ioniq PHEV sogar überdimensioniert. Bei einem seriellen PHEV, wie dem Kia Note oder dem BMWi3, muss jedoch der elektrische Motor/Generator die gesamte Antriebsleistung übertragen und ist dementsprechend größer und teurer.
Der Note ist von Nissan und das ist auch kein PHEV. Der i3 hat als BEV und PHEV den selben Motor und auch den selben Akku, da ist nichts größer weil es ein PHEV ist.
Warum sollte der Verbrenner beim PHEV nötig sein, um mehr als Teillast abzurufen? Wenn der Verbrenner schon im Alltag benötigt wird, um auf einer Autobahnauffahrt zurecht zu kommen (der springt dann da kalt an und soll sofort Leistung liefern? Verschleiß?? Abgase bei Kaltlauf mit hoher Last??), läuft der ja sogar noch wenn der Akku für die Strecke eigentlich ausreichen würde. Wenn die Leistung des Akkus nicht ausreicht, dann ist das ein eindeutiges Zeichen dafür, dass der Akku zu klein ist.
Für mich hat der Antrieb zu viele Schönheitsfehler, um als gut gemacht durchzugehen. Und eine Lenkradheizung und Sitzheizung (gibts jetzt auch beim Zoe) sind nur ein schwacher Ersatz, der keine schlechte Konstruktion ausgleicht.
JoDa hat geschrieben:Eine rein elektrische Fahrt auf der Autobahn mit konstant 130km/h sollte ebenfalls mit dem Ioniq PHEV möglich sein.
Kann sein. Aber was macht das für einen Sinn wenn der Verbrenner zwischendurch immer kalt starten muss, um fehlende Leistung zu kompensieren? Das ist wirklich ziemlich dämlich. Aber in Wirklichkeit ist das mit kaltem Motor bestimmt ganz toll und ich schreibe nur, dass Kaltstart mit gleich Leistung abfordern böse ist, um das letzte Wort zu haben.
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Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

ex-wrangler
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meiner Meinung nach kommt der aktuelle Prius Plug In (In den USA heißt er Prius Prime) zu kurz, wenn es um PHEV geht.

Drüben bei priusfreunde berichten einige von echten 50 km E-Reichweite auf der BAB.
Andere von 40 km.

Bei meiner Probefahrt kam ich auch auf 40km reine E-Reichweite Autobahn, ohne das Auto zu kennen.

Beim Prius Plug In kann man auch betonen:
- sehr effizientes reines Hybridfahren, wenn die E-Reichweite aufgebraucht ist (Prius mit mehr Gewicht eben)
- kein Benzindirekteinspritzer (noch!!!!)
- Wärmepumpe für Klimatisierung

Aber die Kontras sind natürlich auch da:
- seeeehr teuer (im Vergleich zum gewöhnlichen Prius)
- sehr geringe Zuladung
- relativ kleiner Kofferraum
- Benzinmotor soll auch im reinen EV-Modus anspringen, wenn er lange nicht mehr lief, um die Flüssigkeiten wieder zu verteilen
Toyota Prius 3 Plug In

Jeep Wrangler YJ, nicht mehr da
Mercedes Benz W124 E230, Wochenend- und Schönwetterfahrzeug

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

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Der Prius ist ein sehr guter Hybrid. Aber als PHEV ist er nicht das Nonplusultra. Das können andere inzwischen besser. Insbesondere den Akku vernünftig im Fahrzeug unterbringen.

Hier merkt man ganz deutlich, dass es Toyota nicht so sehr mit der Elektromobilität hat. Ich hätte mir eine rein elektrische Variante des Prius gewünscht.
Wer eher bremst fährt länger schnell (ohne nachzuladen)
Derzeit im Ioniq unterwegs.

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

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Also vor der Anschaffung habe ich mir alles angeschaut und fahre daher mit dem Passat GTE ziemlich gut...
Im Alltag bin ich zu wenigstens 90% elektrisch unterwegs (33km Wegstrecke, Ladesäule -gratis- 1 Block entfernt vom Büro) und schaffe andererseits die Strecke Köln - Paris und zurück mit 1 Tankladung bei voll beladenem Fahrzeug (zirka 1000km mit 50l Benzin).
Natürlich ist ein Hybrid ein Kompromis, aber wenn man sich vorher gut informiert, kein schlechter...

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

zoppotrump
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Karlsson hat geschrieben:
Und richtig schlecht dimensioniert ist er, wenn im Alltag der Verbrenner ständig für 2km Kaltlauf anspringt. Hoher Verschleiß, mieser Verbrauch, schlechte Abgase.
Wieso denn hoher Verschleiß? Ist das irgendwo belegt? Das ist doch so eine Urban-Legend.
Und mieser Verbrauch? Wenn jemand nur 2km den Verbrenner benutzt als zuvor für die gesamte Strecke zur Arbeit, dann wird der Verbrauch doch besser.

Karlsson hat geschrieben: Dafür sollte man bei 50km NEFZ den Arbeitsplatz aber in nicht wirklich mehr als 12km haben.
Was ist denn das für eine absurde Zahl. Im 5er Forum schreibt gerade jemand, dass er 46 echte km schafft.

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

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zoppotrump hat geschrieben: Was ist denn das für eine absurde Zahl. Im 5er Forum schreibt gerade jemand, dass er 46 echte km schafft.
Also 46 hatte ich noch nie. Ich bin bis jetzt immer bei 25-39 gelandet. Wie Karlson auf seine Zahl kommt weis ich auch nicht. Zum höheren Wartungsaufkommen kann ich nur sagen das sich bei BMW zumindest dadurch die Intervalle eher vergrössern werden da sie z.b. beim Motoröl messen wieviel der gelaufen ist und wie gut das Öl noch ist.
Passivhaus Premium, 18kWp PV, Sole WP mit Kühlung über BKA, KNX, 530e 3.2l/100km ~50% Elektrisch, Tested X3 xDrive30e, eTron 50, EQC In Testing ID.4, ENYAK, iX3
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