PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

GesperrtGesperrt Options Options Arrow

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

USER_AVATAR
read
Odanez hat geschrieben:Zum Thema PHEV - was ja auch ein gutes Argument ist, ist ja die Möglichkeit mit weniger Emissionen in der Stadt zu fahren. Mich würden da aber konkrete Zahlen interessieren, wieviele Emissionen der im reinen elektrischen Modus (inklusive Reifenabrieb), dann hat im Vergleich zu einen emissionsarmen Toyota Prius Vollhybrid in der Stadt sind, ich vermute, dass der Unterschied da nicht gerade groß ist, da dieser auch rekuperiert und für viel weniger Bremsabrieb sorgt, sowie auch relativ wenig Feinstaub aus dem Auspuff kommt.
Mit genauen Messergebnissen kann ich nicht dienen, aber mit Erfahrungswerten. Im Hybridmodus, ohne externe Akkuaufladung, spart der PHEV gegenüber dem HEV 10-20% Benzin. Und das trotz des etwas höheren Gewichtes durch den größeren Akku. Das liegt einfach am deutlich besseren Wirkungsgrad des Akkus. (1,3kWh NiHM vs. 4,4kWh LiIon)

Feinstaub aus dem Motor ist kaum Messbar, da Saugrohreinspritzung. Reifenabrieb und Bremsstaub sollte etwa gleich sein.

Im Stadtverkehr ist der Verbrauch aber praktisch 0, wenn man innerhalb der elektrischen Reichweite bleibt. Der HEV hat natürlich gerade auf Kurzstrecke einen vergleichsweise hohen Verbrauch, da der Motor jedes mal erst warmlaufen muss. Im Winter kam ich früher mit dem HEV auf teilweise über 5L/100km. Jetzt läuft der Benziner nur noch auf längeren Strecken. Da spielt die Warmlaufphase nicht mehr so die große Rolle und Winterverbräuche von unter 4L sind möglich.
Wer eher bremst fährt länger schnell (ohne nachzuladen)
Derzeit im Ioniq unterwegs.
Anzeige

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

Solarmobil Verein
read
Folgendes wäre für einen Vergleich interessant:
1. Kann ich die üblichen Kurzstrecken wie Einkaufen und zur Arbeit pendeln komplett elektrisch bewältigen?
2. Wie sieht es mit dem Lebensdauerspritverbrauch aus unter der Annahme, daß man 80% Kurzstrecke hat und 20% Langstrecke (Urlaubsfahrten, längere Ausflüge)?

Für mein PHEV gilt unter der obigen Annahme:
1. Ja
2. 0.9l/100km

Der Prius ist für seinen Einsatzzweck sicher ein gutes Fahrzeug. Ich sehe den aber eher für die Langstrecke. Da kann er seine Stärke des geringen Spritverbrauchs ausspielen.
Bei meinem Fahrprofil würde ich mit dem Prius sicher nicht auf so niedrige Gesamtverbrauchswerte kommen, weil seine E-Reichweite für mein Kurzstreckenprofil einfach zu gering ist. Da hat mein PHEV mit der höheren E-Reichweite einen klaren Vorteil.

Was bedeutet das alles?
Das, was ich schon immer sage, auch auf Ausstellungen usw.: Es gibt nicht DAS E-Fahrzeug bzw. den Hybriden, der für alle paßt.
Man muß sich sein Fahrprofil ansehen und gucken, was es passendes dazu gibt, wenn man möglichst viel mit Strom fahren möchte.

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

USER_AVATAR
read
Solarmobil Verein hat geschrieben: Der Prius ist für seinen Einsatzzweck sicher ein gutes Fahrzeug. Ich sehe den aber eher für die Langstrecke. Da kann er seine Stärke des geringen Spritverbrauchs ausspielen.
Ist ein Prius eigentlich auf der Langstrecke (sinnig, gleichmäßig gefahren bei sagen wir mal 120kmh ohne größeres Stop/Go usw.) wirklich effizienter als ein vergleichbarer Benziner ohne die ganze Hybridttechnik?
MS75D, Intens R90, S-Pedelec Grace MX
Emobility East - Beratung und Verkauf zu Elektromobilität & Smarthome http://www.emobility-east.de
PV, Speicher zu Hause + Mitbegründer Bürger Energie Drebach eG http://www.buerger-energie-drebach.de

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

Odanez
read
@Solarmobil Verein: richtig, das eigene Fahrprofil ist entscheidend, hab dazu schonmal woanders eine Liste erstellt

plug-in-hybriden-allgemeines/hybrid-plu ... ml#p630174

@Tho: Eigentlich nicht, auf der Autobahn ist der Verbrauch nur noch unwesentlich geringer als bei einem normalen Benziner - der Einsatzzweck des Prius ist doch Stadtverkehr, oder überall, wo man viel rekuperieren kann, denn das ist die einzige Energiequelle für den Akku
2017-2020: 2013 Nissan Leaf Acenta 24kWh
Seit 2021: Kia e-Niro Spirit 64kWh

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

USER_AVATAR
read
Tho hat geschrieben:Ist ein Prius eigentlich auf der Langstrecke (sinnig, gleichmäßig gefahren bei sagen wir mal 120kmh ohne größeres Stop/Go usw.) wirklich effizienter als ein vergleichbarer Benziner ohne die ganze Hybridttechnik?
Kann ich Dir nicht genau sagen, da ich keine Autobahn kenne auf der man längere Zeit 120km/h fahren kann. Auf meiner Fahrt nach Berlin habe ich 30% Baustellen mit 60-80km/h (A9/A10) und die A115/100 ist ohnehin auf 80-100 begrenzt. Auf der Strecke komme ich im Sommer mit 3,4L und jetzt im Winter mit 4L/100km hin. Bei konstant 120 wären es vermutlich um die 4,5L/100km.

Da ich mit vollem Akku losfahre und auch in Berlin laden kann, fahre ich ca. 10% der Strecke trotzdem rein elektrisch. Das veringert den Verbrauch entsprechend. Ich hebe mir den Strom immer für den Stadtverkehrsanteil und die 60km/h Baustellen auf.

Mag sein, dass ein Smart oder anderer Kleinstwagen ähnliche Verbräuche schafft, aber zu zweit mit etwas Gepäck wäre das nicht wirklich ein Vergnügen. Ein Passat oder ähnlich großes Fahrzeug kommt als Benziner wahrscheinlich nicht unter die 5L Marke.


Keine Ahnung woher die Meinung kommt, dass ein Hybrid auf der Autobahn keinen oder nur einen sehr geringen Verbrauchsvorteil hat. Schließlich wird auch auf der Autobahn, gerade bei dichterem Verkehr, oft gebremst oder zumindest muss man immer mal vom Gas gehen und kommt in den Schubbetrieb. Dazu gefühlt aller paar Kilometer eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Dazu sind nicht alle Autobahnen flach. Die eine oder andere Gefällestrecke gibt es auch. Tunnel mit Geschwindigkeitsbrenzung und natürlich Stau. Gerade im Stau kann der Hybrid seine Vorteile fast noch besser ausspielen als im Stadtverkehr. Macht man eine Rast oder fährt man am Ende von der Autobahn, so bringt alleine das Bremsen von 120 auf 0, wenn man es richtig macht, gut und gerne 1-1,5km elektrische Reichweite. Geht es dazu noch etwas bergab sind auch über 2km drin. Mein Rekord an der Ausfahrt Dresden-Altstadt aus westlicher Richtung (A4) liegt bei 2,5km.

Aber auch selbst im Idealfall. Flache Strecke ohne Geschwindigkeitsbegrenzung und ganz wenig Verkehr und Tempomat bei 120 reingedrückt. Benziner läuft bei verbrauchsoptimaler Drehzahl und muss keine Lichtmaschine antreiben.
Wer eher bremst fährt länger schnell (ohne nachzuladen)
Derzeit im Ioniq unterwegs.

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

berndroid
  • Beiträge: 45
  • Registriert: Sa 19. Aug 2017, 14:34
  • Hat sich bedankt: 9 Mal
  • Danke erhalten: 11 Mal
read
Priusfahrer hat geschrieben:
Über Sinn oder Unsinn des E-Kennzeichens kann man sich streiten. Fakt ist aber, dass man ohne E-Kennzeichen an vielen öffentlichen Ladestationen genaugenommen nicht laden darf.
Richtig. Wenn es vielen BEV-Fahrern nach geht, haben PHEV an öffentlichen Ladesäulen eh nix verloren. Diese Ladesäulenblockierer* können doch auf Benzin fahren!

*Saronie oder Irkasmus
Priusfahrer hat geschrieben: Dennoch bleibe ich dabei, dass PHEV bald keine Daseinsberechtigung mehr haben, wenn BEV´s mit realistischer 300km Reichweite unter 30k€ kosten. Dann wird kaum noch jemand 40k€ für einen PHEV ausgeben wollen.
Da möchte ich dir zustimmen. Allerdings ist hier der Preis alleine nicht ausschlaggebend. Ladedauer und Ladesäulennetz müssen dringend optimiert werden. Wenn beides passt werde ich (das Maß aller Dinge!*) gerne auf den PHEV verzichten und einen BEV fahren.

*Siehe * oben

Zum Schmerz beim Laden von BEV gibt es zwei schöne Podcasts, die mal schonungslos ehrlich über den Schmerz auf Langstrecken mit einem BEV berichten:
http://www.bitsundso.de/bus559/742/
http://www.cleanelectric.de/tausche-taxi-gegen-egolf/
Es sind zwar die beiden gleichen Nasen die ihre Geschichte erzählen, interessant ist sie trotzdem und bestätigen obendrein noch jeden PHEV_Fahrer in seiner Entscheidung ;)

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

BurkhardRenk
  • Beiträge: 413
  • Registriert: Di 4. Okt 2016, 15:36
  • Hat sich bedankt: 3 Mal
  • Danke erhalten: 12 Mal
read
Um mal ein realistisches Beispiel zu geben.

Mein Vater ist 91 Jahre alt und wohnt 350 km weit entfernt. Die Situation, dass ich schnell zu ihm hin muss, quer über die Mittelgebirge, kann jederzeit vorkommen. An seinem Wohnort gibt es Ladesäulen, nur haben die spezielle Ladekarten an die man nicht kommt.
Mit meinem PHEV kann ich das machen. Evtl. mit einem Tesla S100 auch, wo war da noch das Problem warum ich den nicht habe?

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

USER_AVATAR
read
Deine Kritik ist völlig berechtigt.
Das erfüllt aber auch einfach ein Benziner und vielen ist der Phev Mehrpreis für das gebotene einfach zu hoch.
Vergangenheit - Zoe Q210 2013
Gegenwart - Tesla Model 3 Long Range 2022
Zukunft - Citroën ë-C4 2022

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

USER_AVATAR
read
Zu hoch gegenüber was?
Passivhaus Premium, 18kWp PV, Sole WP mit Kühlung über BKA, KNX, 530e 3.2l/100km ~50% Elektrisch, Tested X3 xDrive30e, eTron 50, EQC In Testing ID.4, ENYAK, iX3
Mitglied bei Electrify-BW e.V. https://electrify-bw.de/

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

Mei
read
BurkhardRenk hat geschrieben:Um mal ein realistisches Beispiel zu geben.

Mein Vater ist 91 Jahre alt und wohnt 350 km weit entfernt. Die Situation, dass ich schnell zu ihm hin muss, quer über die Mittelgebirge, kann jederzeit vorkommen. ...
Karlsson hat geschrieben:Deine Kritik ist völlig berechtigt....
Nein, ist sie nicht.

In einem Notfall ruft man den Notarzt.
Anzeige
GesperrtGesperrt

Zurück zu „Allgemeines zu Plug-In Hybriden“

Gehe zu Profile
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag