PHEV - Die Totengräber der Elektromobilität ?

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Re: PHEV - Die Totengräber der Elektromobilität ?

muinasepp
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Wenn man "rein" im Falle von Kurzstrecke durch 99% (z. B. Zweitwagen Famile) ersetzt und im Falle von Langstrecke durch 90%, passts auch ;)
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Re: PHEV - Die Totengräber der Elektromobilität ?

Naheris
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Ich soll mir jetzt allen Ernstes drei Autos kaufen, um sauber zu sein? ;)

Ein PHEV ist auf Weitstrecke ein Verbrenner, der sparsamer ist als ein reiner Verbrenner. Auf Mittelstrecke ist er noch sparsamer. Und auf Kurzstrecke ist er vornehmlich ein BEV (im Sommer zumindest), oder verdammt sparsam. Derzeit die beste Lösung. Einen wirklichen Grund zum reinen Verbrenner sehe ich kaum noch, obwohl die PHEV meist kleinere Tanks haben.

BEVs sind super für den Zweitwagen oder ein Transfer-/Einkaufsfahrzeug - mit kontinuierlich steigender Chance auch mal einen PHEV zu ersetzen. Aber bevor die Preise nicht mit zugedrückten Augen und kostenlosem Strom aus der PV grob Parität erreichen, werden sich Verbrenner halten. Und dazu gehört mehr als TCO. Mitarbeiter müssen sich den geldwerten Vorteil auch leisten können. Und sie sollten laden können, was mitunter ein größeres Problem darstellt.

Mit PHEV hat meine Firma jetzt (schon) einen 50% EV-Anteil. Und alle sind glücklich. Ohne BEV wären es noch 0%. Das wird sich jetzt zwar langsam ändern, aber eben erst langsam.

PHEV: Übergangslösung, die uns sicher noch einige Jahre erhalten bleiben wird. Immerhin gibt es ja auch Länder außerhalb der Ersten Welt. ;)
Heute: Taycan / Gestern: ID.4, e-Tron 55, Leaf ZE1+, I-Pace, Kona, e-Golf 300, Model S AP1, Passat GTE Mk-1 / Morgen: ?
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Re: PHEV - Die Totengräber der Elektromobilität ?

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Naheris hat geschrieben: BEVs sind super für den Zweitwagen oder ein Transfer-/Einkaufsfahrzeug - mit kontinuierlich steigender Chance auch mal einen PHEV zu ersetzen. Aber bevor die Preise nicht mit zugedrückten Augen und kostenlosem Strom aus der PV grob Parität erreichen, werden sich Verbrenner halten. Und dazu gehört mehr als TCO. Mitarbeiter müssen sich den geldwerten Vorteil auch leisten können. Und sie sollten laden können, was mitunter ein größeres Problem darstellt.
Das alles mag noch vor wenigen Monaten gegolten haben, ist aber bereits jetzt überholt. Auch die finanzielle Betrachtung ist bald kaum noch haltbar. Ladestationen gibt es bereits so viele, dass man keinerlei Komforteinbußen hat, wenn man übernacht zu Hause laden kann.

Ich bleibe dabei: Der einzige Nachteil eines BEV gegenüber PHEV oder Verbrenner ist der erhöhte Zeitbedarf bei längeren Strecken, d.h. bei Strecken, die die einfache Reichweite des Fahrzeugs übersteigen. Und da muss man sich überlegen, ob man das in Kauf nehmen kann, ob es überhaupt relevant ist, oder ob das gar nicht geht. Auf keinen Fall kann man aber generell sagen, dass ein BEV ein Verbrennerfahrzeug oder ein PHEV heute nicht ersetzen kann.

Natürlich kann nicht jeder Verbrenner heute durch ein BEV ersetzt werden, aber ich wage mal die These, dass stand heute ca. ⅔ der Verbrenner direkt ohne Komforteinbußen für deren Besitzer durch ein BEV ersetzt werden könnten. Noch viel mehr wenn man es auf einzelne Fahrten herunter bricht.

Ich fahre mit meinem BEV z.B. durchaus relativ oft längere Strecken, und für mich ist es kein Problem, bei den Ladestopps eine gewisse Verzögerung in Kauf zu nehmen. Natürlich gilt das nicht für "alle", aber ebensowenig brauchen "alle" ein Auto, mit dem man in maximaler Geschwindigkeit Strecken von 500km+ zurücklegen kann.

Re: PHEV - Die Totengräber der Elektromobilität ?

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Meiner Meinung nach sind nicht die Autos das Problem, sondern die Menschen. Das Umdenken ist wichtig, aber dafür muss ja erstmal überhaupt darüber nachgedacht werden. Und dahin müssen wir die Menschen bringen. Dann kann die Hälfte der Autos komplett elektrifiziert werden.

Das leidige Thema SUV. Kein Mensch braucht so eine Kiste. Egal mit welchem Antrieb. Denn es ist in jedem Fall Materialverschwendung. Auch wenn die Nachfrage da ist. Wieso sind sonst früher nicht alle mit einem VW-Bus rmgefahren, der bietet noch viel mehr Platz.

Wenn Autos mit riesigem Aufwand fliegen könnten, dann wäre die Nachfrage auch da. Aber nicht alles, was nachgefragt wird, muss unbedingt produziert werden. Das ist meiner Meinung nach freie Marktwirtschaft des letzten Jahrhunderts. Und wenn wir schon die Zeitreise gemacht haben, dann frage ich mich, wie die Menschen in den 70ern eigentlich mit Kindern mobil sein konnten. Da gab es noch nicht mal Kombis. Die Autos hatten alle noch diesen Kofferaum, der hinten aus dem Auto heraus ragte. Man muss mit der Zeit auch Verbesserungen entwickeln, aber irgendwo sollten dem doch auch Grenzen im Sinne des Gemeinwohls gesetzt sein.

Re: PHEV - Die Totengräber der Elektromobilität ?

Navi-CC
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Naheris hat geschrieben:....
Ein PHEV ist auf Weitstrecke ein Verbrenner, der sparsamer ist als ein reiner Verbrenner. Auf Mittelstrecke ist er noch sparsamer. Und auf Kurzstrecke ist er vornehmlich ein BEV (im Sommer zumindest), oder verdammt sparsam. Derzeit die beste Lösung. Einen wirklichen Grund zum reinen Verbrenner sehe ich kaum noch, obwohl die PHEV meist kleinere Tanks haben.

BEVs sind super für den Zweitwagen oder ein Transfer-/Einkaufsfahrzeug - mit kontinuierlich steigender Chance auch mal einen PHEV zu ersetzen. Aber bevor die Preise nicht mit zugedrückten Augen und kostenlosem Strom aus der PV grob Parität erreichen, werden sich Verbrenner halten. Und dazu gehört mehr als TCO. Mitarbeiter müssen sich den geldwerten Vorteil auch leisten können. Und sie sollten laden können, was mitunter ein größeres Problem darstellt.
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PHEV: Übergangslösung, die uns sicher noch einige Jahre erhalten bleiben wird. Immerhin gibt es ja auch Länder außerhalb der Ersten Welt. ;)
Volle Zustimmung.
Nur über diesen Weg kommen wir allmählich oder vielleicht auch etwas schneller zur "reinen" BEV-Mobilität. Der Mensch möchte nun mal einen erreichten Komfortstatus nicht reduzieren.
Tesla M3 LR AWD mit AHK seit 12/20, VW Golf GTE 04/15-11/20, 89 Tkm, davon 53 Tkm elektrisch
Fiat 500e Cabrio "La Prima", ´Angelo bello´ seit 11/20
PV 9.7 kWp, Speicher 12 kWh, 2x go-eCharger 11kW

PHEV - Die Totengräber der Elektromobilität ?

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Woher kommt eigentlich bei einem PHEV klassischer Bauart der geringere Verbrauch auf der Langstrecke auf der Autobahn gegenüber einem reinen Verbrenner? Der e-Motor läuft doch da entweder gar nicht mit, oder muss ständig mit Energie von Verbrennungsmotor versorgt werden. Gibt es da überhaupt noch eine wirkliche Einsparung oder steht die nur auf dem Papier? Ist ein PHEV auf einer längeren Autobahnstrecke nicht einfach ein Verbrenner, der noch zusätzlich eine Batterie und einen oder mehrere E-Motoren mitschleppt?

Re: PHEV - Die Totengräber der Elektromobilität ?

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phonehoppy hat geschrieben:Woher kommt eigentlich bei einem PHEV klassischer Bauart der geringere Verbrauch auf der Langstrecke auf der Autobahn gegenüber einem reinen Verbrenner? Der e-Motor läuft doch da entweder gar nicht mit, oder muss ständig mit Energie von Verbrennungsmotor versorgt werden. Gibt es da überhaupt noch eine wirkliche Einsparung oder steht die nur auf dem Papier? Ist ein PHEV auf einer längeren Autobahnstrecke nicht einfach ein Verbrenner, der noch zusätzlich eine Batterie und einen oder mehrere E-Motoren mitschleppt?
Gibt es denn eine 300 km lange Autobahn, die absolut flach verläuft und wo nie Staus sind und nie Baustellen und der Verkehr immer gleichmäßig fließt?
Dann gibt es noch Beschleunigungsstreifen und Verzögerungsstreifen.
Rückenwind und Gegenwind.
Es gibt also auf der Autobahn noch einige Situationen, wo der E-Motor den Verbrenner unterstützen kann.
e-Golf und Polestar 2 (78 kWh, Single-Motor, 19" Räder)
PV-Anlage 18kWp, Speicher 13,5kWh netto, von der Notwendigkeit der Energie- und Mobilitätswende überzeugt

Re: PHEV - Die Totengräber der Elektromobilität ?

Naheris
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Bernd_1967 schreibt es gut, wenn auch die Ersparnis nicht sonderlich hoch ist. Sie ist aber vorhanden. Beispiel Kasseler Berge: eine lange Gerade herunter rollen = +2 km E-Reichweite. Reine Verbrenner hätten da nichts von gehabt außer keinen Verbrauch im Schleppmodus. Bergauf kann man diese zwei km dann wieder verbrauchen und den Verbrauch reduzieren.

Klar ist der PHEV schwerer, aber soooo gewaltig wirkt sich das auch wieder nicht auf. Im Falle des VW Passat ist er zudem etwas windschnittiger als das Serienmodell (z.B. geschlossener Kühler und Serien-Aerofelgen). Das gleicht es wieder auch. Könnte man zwar alles auch in einen Verbrenner bauen, tut aber kaum jemand.

Dazu kommt dann noch, dass man meist mit voller Batterie los fährt und leer ankommt. Damit ist die Strecke dann um die effektive E-Reichweite kürzer. Selbst bei normalem Treibstoff-Verbrauch sinkt der Gesamtdurchschnitt damit. Je weiter die Strecke, desto geringer die Ersparnis natürlich, aber sie ist immer da. Und bei Fahrzeugen mit einer hohen E-Reichweite ist sie merklich. Auf einer 500km Strecke sinkt der Durchschnittsverbrauch so für mich ungefähr schon um 10%.

Kombiniert mit dem kleinen Vorteil der Regeneration ergibt sich immer ein Treibstoff-Verbrauchsvorteil für den PHEV auf Strecke.

Für einen PHEV kann man aus dem NEFZ-Fantasieverbrauch und der E-Reichweite übrigens den NEFZ-Treibstoffverbrauch mit leerem Akku berechnen. Bei einem VW Passat ist das dann 5,1 l/100km (anstatt 1,7 - 1,8 l/100km. Hinweis: der 1.4 TSI hat im GTE 156 PS). Dieser Verbrauch ist dann recht gut mit dem NEFZ normaler Fahrzeuge vergleichbar (Passat 1.4 TSI Act DSG 150 PS: 5,1 l/100km. Passt also). Ich liege trotz Weitstreckenfahrten derzeit 17% unter diesem Verbrauch. Das würde ich sicherlich nicht mit dem identisch motorisierten, reinen Verbrenner schaffen (Spritmonitor sagt dazu: von 5,91 bis 9,41 l/100km für das Vergleichsmodell, bei 6,97 l/100km Durchschnitt).

Noch etwas: ich zahle mit meinem PHEV nun weniger Geld für Benzin und Strom als vorher für meinen Volvo V60 D4 Diesel (mit ähnlichen 165 PS und auch nur Frontantrieb) - bei einem praktisch absolut identischen Fahrprofil. Die Kosten für den V60 habe ich aber über mehrere Jahre aufgefahren, die vom Passat laufen erst seit Dezember, dürften also noch sinken.

Ich bin vom PHEV-Konzept absolut positiv überrascht. Mein nächstes Auto wird trotzdem, wenn irgend möglich, ein BEV. ;)
Heute: Taycan / Gestern: ID.4, e-Tron 55, Leaf ZE1+, I-Pace, Kona, e-Golf 300, Model S AP1, Passat GTE Mk-1 / Morgen: ?
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Fan von: Volvo, Lexus.

Re: PHEV - Die Totengräber der Elektromobilität ?

Schüddi
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Ich bin einer der Hassfahrer hier im Forum. Ich versuche nämlich möglichst viel Strecke im Beruf als auch Privat mit einem PHEV zurück zu legen. Aber das scheint oft nicht im Sinne von elektronauten zu sein.
Verrückt oder? Wo man doch denken sollte man zöge am selben Strang.

Egal, ich bin erst eine lange AB Strecke gefahren vom Ikea - nach Hause.
190km bei 2,2l. Einfach mit Assistenten im Verkehr gewesen.

2,2l bei über 200 PS!

Re: PHEV - Die Totengräber der Elektromobilität ?

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Lass dich nicht ärgern - große Autos werden so oder so verkauft - daher zählt jeder einzelne elektrische Kilometer!

Ich für unsere Familie sage ebenfalls: Die Zukunft wird elektrisch, das hat aber nichts damit zu tun, das ich mir die Größe des Autos vorschreiben lasse! Genau wie jetzt bei den Verbrennern, wird es auch in der Zukunft völlig unterschiedliche Autos mit zum Teil wahnsinnigen Verbräuchen an Strom geben. Solange dieser dann ökologisch nachhaltig produziert wurde - für mich kein Problem!
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Outlander PHEV 06/17 - 11/18, e-load up! 02/18, Kona 64kWh 11/18 - 09.21, P45 09.21; Sohn Ioniq
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