Viele Fragen zur privaten Ladeinfrastruktur

Re: Viele Fragen zur privaten Ladeinfrastruktur

samovar
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Xentres hat geschrieben:
Wenn du keinen zweiten Zähler brauchst/willst - lass es erstmal oder mach es abhängig von deinem geschätzten Verbrauch. Wieviel fährst du eigentlich?

Die Wallbox muss eh steuerbar sein, das wird dir dein Elektriker schon noch erklären. Dadurch erhältst du eh automatisch 80 EUR Reduktion auf Netzentgelt, auch ohne zweiten Zähler.

Ehrlich gesagt sind die ganzen Diskussionen alle schön und gut, aber du solltest dir erstmal einen Elektriker suchen - den brauchst du so oder so. Dann musst du erstmal klären, ob der dir auch das was du willst installiert - denn das ist nicht selbstverständlich und die verkaufen dir gerne lieber "ihre Lösung".
Ich fahr jetzt so ca. 15-20k km im Jahr, davon lade ca. 80% zu hause

Muss man da noch irgendwas machen/ drauf achte/ angeben beim kauf oder machen die das automatisch mit der Steuerung?

Elektriker hätte ich über mein Vater der fürn Kasten Bier uns so eine Starkstromsteckdose hinbauen würde
Tags: Heimladen Ladeinfrastruktur Mobile-Wallbox Wallbox
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Re: Viele Fragen zur privaten Ladeinfrastruktur

AndiH
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Es gibt i.d.R. noch gar keine Steuerung nach §14a EnWG, deshalb kann dir das erstmal egal sein. Der Elektriker muss die Anmeldung beim Netzbetreiber erledigen und die Wallbox als "steuerbar" mit >4,2kW angeben. Dann kann man einen Pauschalbertrag zur Netzentgeltreduzierung erhalten. Das ist erst mal völlig unabhängig von deiner Steuerung anhand sich ändernder Strompreise. Ein SMGW wird trotzdem benötigt. Das SMGW liefert dir dein Messstellenbetreiber (meist auch der Netzbetreiber) wenn du in irgend einer Form die Vorraussetzung dafür erfüllst oder weil du auf der Liste zur Umrüstung stehst. Zur Zeit wird das SMGW installiert wenn du eine PV neu in Betrieb nimmst oder wenn du mehr als 6000kWh pro Jahr Bezug über drei Jahre hattest. Ob du auch vorgezogen werden kannst musst du beim Netzbetreiber erfragen, manche können zur Zeit kein SMGW liefern selbst wenn sie eigentlich müssten.
Die Einbindung des dynamischen Stromtarifs und die Protokollierung ist dann Sache der Wallbox bzw. deren Steuerungssoftware, oder man bringt eine Energiemanagementsystem an den Start. Manchmal hat man sowas bereits bei der PV Anlage dabei, ein Beispiel wäre der SMA Homemanager.
Der go e-charger kann das aber auch alleine, Stand heute aber erst mit awattar, weitere sollen folgen.
Viel Erfolg
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Re: Viele Fragen zur privaten Ladeinfrastruktur

jodost
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samovar hat geschrieben: - Lieber eine "mobile Wallbox" wie den go-e Charger Gemini flex, JuiceBooster usw. oder eine fest installierte Lösung?
Ich habe seit rund 3 Jahren / 40.000 km den JuiceBooster und würde ihn nicht mehr holen (obwohl nichts gegen das Produkt spricht).

Weil der praktische Nutzen zu gering ist:

Unterwegs haben wir genau zwei Mal mit roter Drehstromdose laden können. Einmal auf einem Weingut (befreundet; kein reguläres Angebot für Gäste), da ging's mir ums Prinzip, weil ich den JuiceBooster endlich mal nutzen wollte. Und einmal in einer Ferienwohnung, wo ich 230V in der Garage hätte nutzen dürfen (die Verkabelung war mir aber nicht Geheuer), aber weil ein Teil der Wohnung renoviert wurde, hing im 1. OG aus dem Sicherungskasten für die Bauarbeiter eine rote Steckdose, und dank dem 10M-Verlängerungskabel durch's gekippte Flurfenster war das vertrauenserweckender.Ansonsten gibt es die roten Drehstrom-Dosen in der freien Wildbahn nicht wirklich (zu weit weg vom Parkplatz, oder einfach nicht für Kunden nutzbar).

Ich habe dazu noch einen Typ2-Eingang (dann braucht man zwar eigentlich den JuiceBooster von der Elektronik nicht, aber in Kombination mit dem Verlängerungskabel kommt man so auf ein 15 Meter langes Ladekabel). Die Kombination kam glaube ich 2x zum Einsatz, einmal aufgrund der Position der Säule (ich hätte sonst drehen müssen, in einer Einbahnstraße doof) und einmal, um quasi eine Wagenlänge daneben parken zu können, weil Säule zugeparkt. Hier an meiner Heimatsäule klappt es leider nicht (in Kabel-Reichweite keine weiteren Stellplätze), und insbesondere in Hotel-Tiefgaragen etc. hat man sehr oft Lademöglichkeiten mit angeschlagenem Kabel, da kann ich nichts verlängern.

Also kommt der JuiceBooster eigentlich nur noch hier zuhause zum Einsatz (beim anstehenden Wechsel Skoda Enyaq zu MG4 fliegt er wahrscheinlich aus Platzgründen auch aus dem Auto raus) - eigentlich keine Lademöglichkeit daheim (Reihenhaus, Straße mit Poller), aber wenn man zum längeren Be- und Entladen mal vor's Haus fährt, z.B. vor der Abfahrt in den Urlaub, oder wirklich laden muss und die öffentliche Säule blockiert, ist das ganz praktisch. Dafür hab ich mir dann eine Drehstromsteckdose in den Vorgarten gebaut (aber auch nur, weil der JuiceBooster da war, ansonsten wäre es eine günstige Wallbox geworden)
Skoda Enyaq iV 60 seit 10/2021

Re: Viele Fragen zur privaten Ladeinfrastruktur

Xentres
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samovar hat geschrieben: Ich fahr jetzt so ca. 15-20k km im Jahr, davon lade ca. 80% zu hause
Da könnte sich der zweite Zähler dann schon lohnen, müsste man halt mit spitzem Bleistift durchrechnen.
Muss man da noch irgendwas machen/ drauf achte/ angeben beim kauf oder machen die das automatisch mit der Steuerung?
Du bist halt verpflichtet, dich steuern zu lassen.

Wann der Netzbetreiber auf dich zukommt und sagt "Ich will jetzt steuern" steht erstmal noch in den Sternen, die meisten sind aktuell wohl überfordert.

Wenn er kommt, sagt er dir aber nur: Hier ist das Steuersignal, bitte umsetzen und nachweisen.

Für die Umsetzung bist dann du zuständig (und bezahlst auch du).

Wie du das dann machst, ist deine Sache. Technische Möglichkeiten gibt es da viele.

Erstmal abwarten ist hier nicht falsch, aber sich eine Wallbox mit einem elektrischen Eingang und/oder Unterstützung eines gängigen Kommunikationsprotokolls zur Umschaltung auf max 4,2 kW Ladeleistung zu suchen kann nicht schaden und dürfte nachhaltig sein.
Elektriker hätte ich über mein Vater der fürn Kasten Bier uns so eine Starkstromsteckdose hinbauen würde
Ich will nicht sagen, dass man das nicht machen kann, aber normalerweise braucht es einen beim Netzbetreiber eingetragenen Elektriker, der bei Anmeldung der Wallbox den fachgerechten Einbau (und später die Steuerbarkeit) bestätigt.
AndiH hat geschrieben: Es gibt i.d.R. noch gar keine Steuerung nach §14a EnWG, deshalb kann dir das erstmal egal sein.
Warum soll es ihm egal sein, wenn er später dann seine Installation vielleicht ändern muss?
BMW i3 120 Ah - seit 04/2020 - Melbourne Rot

Re: Viele Fragen zur privaten Ladeinfrastruktur

motoqtreiber
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Falls du eine PV Anlage planst, kann ich dir eine Zappi Wallbox empfehlen, weil die präzise mit dem Überschuss Strom lädt mit jeder beliebigen Installation und Wechselrichter. go-e Charger hatte das versprochen aber nicht geliefert, seitdem liegt meiner nutzlos rum.

Aufwandsarme Lösung:
Ich habe mit meinem ID3 die App GridIO ausprobiert. Sie startet und stoppt den Ladevorgang bestimmter Autos wie ID, wenn der Strom besonders günstig ist. Orientierung am Börsenstrompreis.
Funktioniert an jeder "dummen" Wallbox. Die muss es aber vertragen, dass der Ladevorgang unterbrochen und wieder fortgesetzt wird (die Wallboxen auf meiner Arbeit legen sich nach der ersten Ladeunterbrechung schlafen). Diese Lösung ist erst mal gut für die Umwelt (vermeidet Kohlestrom zu Spitzenlastzeiten), finanziell bringt es noch nix.

Parallel hab ich seit längerem aWattar (vermutlich gleichwertig Tibber) im Haus. Da sich der Tarif mit dem Börsenstrom koppelt, passt das zu GridIO. An manchen Wochenende gibt es da negative Strompreise, letzten Sonntag -7 Cent. Aktuell bin ich damit bei Ausnutzung der günstigen Zeiten bei 20 Cent Arbeitspreis im Monat. Allerdings wurden die hohen Börsenstrompreise beim Angang des Ukraine Krieges sofort durchgereicht. Dafür aber auch schneller wieder gesenkt.

Mein Rat wäre: Probier mal, wie gut Gridio mit deiner aktuellen Steckdosenlösung funktioniert und wie der ID3 mitspielt. Kostet erstmal nix.
Ciao,
motoqtreiber

Italien mit dem ID3: viewtopic.php?f=393&t=60344
mehr auf meiner Homepage http://pottenstein-burgblick.de/https/- ... 393t-60344

2015 Audi etron (75% elektrisch) -> 2018 i3Rex 94Ah (100% elektrisch) -> 18.9.2020 VW ID.3 First + 2022 500e "Luigi"

Re: Viele Fragen zur privaten Ladeinfrastruktur

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Das mit dem Laden bei PV-Überschuss ist auf dem Papier toll. Mein Auto steht nur tagsüber wenn die Sonne scheint auf dem Parkplatz der Arbeit. Bleibt 2/7 Tagen am Wochenende.
Ioniq28, bestestes Auto der Welt.

Re: Viele Fragen zur privaten Ladeinfrastruktur

Helfried
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Mittelthüringer hat geschrieben:Mein Auto steht nur tagsüber wenn die Sonne scheint auf dem Parkplatz der Arbeit.
Kannst du die Arbeitszeiten nicht ein bisschen verschieben, wenn die Sonne scheint? Homeoffice oder erst ein wenig später in die Arbeit fahren oder so?

Re: Viele Fragen zur privaten Ladeinfrastruktur

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Das Balkonkraftwerk war nur als "einfacher" Weg angedacht, den Meßstellenbetreiber zur Installation eines neuen Zählers zu bewegen.
Denn solange du einen einfachen Ferraris-Zähler hast läuft dieser rückwärts. Das ist der bisher beste Ertrag für Solarstrom.
Fiat 500e seit 2017, zusätzlich VW eGolf. inzwischen auch ein i3s in der Familie; 115 MWh Strom an den Ladesäulen verkauft.
Ladesäule vor der Haustür
#2307 Ladestart um 23:07

Re: Viele Fragen zur privaten Ladeinfrastruktur

samovar
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ok, das ganze ist anscheinend doch komplizierter als Gedacht, ich war der Meinung ich kann einfach eine Starkstromsteckdose montieren lassen und steck da dann einfach meine Wallbox an.

Danke für eure Antworten ich werde mich wohl nochmal genauer belesen und ausrechnen ob sich der Aufwand dafür überhaupt lohnt, wenn ich für 0,29€ beim Aldi mein Strom herbekomme

Re: Viele Fragen zur privaten Ladeinfrastruktur

Misterdublex
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samovar hat geschrieben: - Hat jemand Erfahrung mit dynamischen Stromtarifen wie Octopus, eyound, rabot-charge usw.? Welchen Anbieter könnt ihr empfehlen?
- Lieber eine "mobile Wallbox" wie den go-e Charger
Zu den dynamischen Stromtarifen kann ich folgendes beitragen:

Wir nutzen mit unseren beiden E-Autos Tibber. Zur dynamischen Abrechnung benötigst du da entweder:

- digitalen Zähler (bekommst du vom Messtellenbetreiber) und einen Tibber Puls (d.h. WLAN nahe Zähler erforderlich)
- iMSyS (kostet m.E.n derzeit aber noch ordentlich Geld und ist erst ab 2025 preislich gedeckelt)

Wenn man sich bzgl. Aufladen an die günstigen Zeiten halten kann, ist das extrem wirtschaftlich. Teils sind Arbeitspreise von 5-15 ct/kWh erreichbar.

Folgende Faustregel:
Herbst: Oft nachts extrem günstig, besonders am Wochenende. Tagsüber deutlich teurer.
Winter: recht ausgeglichen, mit weniger Schwankungen
Frühling: Tagsüber oft extrem günstig, besonders am Wochenende. Nachts deutlich teurer.
Sommer: noch keine Erfahrung. Könnte aber wie Frühling sein.

Wallbox:
Tibber bietet einen Go-e-Charger vergünstigt an, der wohl so vorkonfiguriert ist, dass eine unmittelbare Anbindung an Tibber möglich ist und dann zu den Zeiten geladen wird, wo es am wirtschaftlichsten ist.
11/2017 bis 10/2023: VW E-Golf300 als Zweitfahrzeug, mit AHK (Heckträger) von Bosstow nachgerüstet,
08/2018 bis 09/2021: Smart Ed 451,
11/2021 bis heute: VW e-Up Aktiv als Erstfahrzeug,
11/2023 bis heute: Skoda Enyaq iV50 als Zweitfahrzeug.
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