Viele Fragen zur privaten Ladeinfrastruktur

Viele Fragen zur privaten Ladeinfrastruktur

samovar
  • Beiträge: 13
  • Registriert: Di 7. Mai 2024, 10:09
  • Hat sich bedankt: 2 Mal
  • Danke erhalten: 3 Mal
read
Hallo zusammen,

Ich bin noch recht neu in Sachen E-Mobilität und habe mir ein VW id.3 angeschafft und würde das nun gerne Zuhause mit einem dynamischen Stromtarif laden,
aktuelle Situation sieht wie folgt aus:

- normaler Drehscheiben Stromzähler
- Laden über Steckdose (nervt weil dauert lange)
- Entfernung vom Zählerkasten/Hauswand für Wallbox zum Auto ca. 10m
- Günstige Lademöglichkeit mit 0,29€/ kwh ca. 2km entfernt
- Normaler Stromtarif, ca 0,35€ pro kwh

so stell ich es mir vor:

- 11kw Lademöglichkeit (Mobil oder fest verbaute Wallbox?)
- Smart Meter mit dynamischem Stromtarif
- ich würd gerne sehen wie viel mein Auto pro Ladevorgang/ insgesamt fürs Laden verbraucht ggf. auch für mehrere Autos getrennt möglich?

Jetzt stell ich mir folgende Fragen:

- Hat jemand Erfahrung mit dynamischen Stromtarifen wie Octopus, eyound, rabot-charge usw.? Welchen Anbieter könnt ihr empfehlen?
- Lieber eine "mobile Wallbox" wie den go-e Charger Gemini flex, JuiceBooster usw. oder eine fest installierte Lösung?
- Laut Stadtwerke würden Verbraucher mit mehr als 6000kwh ein intelligentes Messsystem erhalten, ist damit der Austausch der Drehscheibe gemeint oder muss ich das selber machen?

Ich hoffe ich hab nichts vergessen und freue mich auf eure Antworten
Tags: Heimladen Ladeinfrastruktur Mobile-Wallbox Wallbox
Anzeige

Re: Viele Fragen zur privaten Ladeinfrastruktur

Ioniq1234
  • Beiträge: 2174
  • Registriert: Di 31. Aug 2021, 09:55
  • Hat sich bedankt: 8 Mal
  • Danke erhalten: 637 Mal
read
Die Fragen zum Zähler kann ich beantworten:

Das RollOut für MME (Moderne Messeinrchtung) läuft und dauert noch einige Jahre. Früher oder später bekommst Du also automatisch so einen Zähler. Das mit den 6000kWh sind die, die zuerst dran sind.

So eine MME ist aber nix weiter wie ein digitaler Zähler mit diversen Schnittstellen. Aktuell werden die aber immer noch per Hand abgelsen.

Später kommt dann das SMGW (SmartMeeterGateway) dazu. Auch das kommt vom zuständigem Messstellenbetreiber, was meist auch der Netzbetreiber ist.

Alternativ kannst Du Dir auch einen gewerblichen Messstellenbetreiber suchen, der Dir das alles etwas eher einbaut. Nützt Dir nur nix außer höhere Kosten.

Das SMGW ist dann später das Herzstück der Anlage. Darauf greifen alle zu, die ein berechtigtes Interesse haben. Das ist zum Beispiel der Netzbetreiber, Messstellenbetreiber, Lieferant, Du selbst und ggf. weitere Marktteilnehmer.

An das SMGW wird dann der Zähler angeschlossen und ausgelesen. Über eine CLS Box, die ebenfalls am SMGW angeschlossen wird, können dann weitere Geräte gesteuert werden. Zum Beispiel Deine Wallbox, Wärmepumpe, PV und so weiter. Dass kann automatisch geschehen, von Dir gesteuert werden per App oder Webanwendung oder oder oder eben auch vom Netzbetreiber.

Re: Viele Fragen zur privaten Ladeinfrastruktur

AndiH
  • Beiträge: 3194
  • Registriert: Mo 22. Feb 2016, 21:49
  • Hat sich bedankt: 376 Mal
  • Danke erhalten: 514 Mal
read
Stimmt so nicht ganz. Ab 6000kWh ist man in DE ein Pflichteinbaufall für das "Intelligente Messsystem" was bedeutet digitaler Zähler + SMGW. Guckst du hier: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Vpo ... start.html
Zu den Fragen:
Das Abrechnen oder auch messen von mehreren Fahrzeugen setzt eine Lösung mit Erkennung des Fahrzeugs bzw. Trennung durch Ladekarten vorraus, falls das Abrechnungsrelevant ist sollte es ein MID Zähler sein. Eine automatische Steuerung des Ladevorgangs nach Stromtarif bedeutet einen erheblichen Konfigurationsaufwand, einen Stromlieferant der die Daten per API zur Verfügung stellt und eine Wallbox die diese API nutzen kann. Einfacher wäre ein simpler Timer der oft schon im Fahrzeug eingestellt werden kann und das nutzen der Stromanbieter Prognose.
Die Steuerung über SMGW und CLS ist meist nur für den Netzbetreiber möglich, eine (direkte) Anwendung für den Endkunde ist mir nicht bekannt.
Seit 02/2016 über 6.600 Liter Diesel NICHT verbrannt
Seit 03/2022 über 1.700 Liter Benzin NICHT verbrannt

Re: Viele Fragen zur privaten Ladeinfrastruktur

Benutzeravatar
read
AndiH hat geschrieben: Eine automatische Steuerung des Ladevorgangs nach Stromtarif bedeutet einen erheblichen Konfigurationsaufwand, einen Stromlieferant der die Daten per API zur Verfügung stellt und eine Wallbox die diese API nutzen kann.
Jain - prinzipiell hast Du Recht, aber da die neueren variablen Stromtarife sich zumeist am Börsenstrompreis entlang bewegen, ist es nicht ein ganz so erheblicher Konfigurationsaufwand.

Die cFos-Wallbox kann das von Haus aus - die hat da eine Vorlage mit drin: https://www.cfos-emobility.de/de/cfos-c ... arging.htm Und auch sonst nenn ich sie immer die eierlegende Wallbox-Sau :-D Und der Preis ist jetzt auch nicht der allerhöchste aller Wallboxen...

Zum Thema mobile Wallboxen: lass es - außer Du hast einen Schwiegervater mit Bauernhof den Du regelmäßig alle paar Wochen besuchst. (Oder ein anderes regelmäßiges Ziel mit CEE-Dosen zur freien Verfügung.)

Zum Thema 10 m Kabel vs. 2 km Laufen - das kommt drauf an wieviele Schwaben Du zu Deinen Vorfahren zählst... Jedenfalls sind 10 m Kabel nicht wirklich preisrelevant und ich würde eine cFos vom Elektriker installieren lassen. Ab und zu bei schönem Wetter den Aldi besuchen und zurücklaufen ist ja dann trotzdem noch möglich.

Ein extra Zähler für die Wallbox - das schätze ich würde sich aufgrund zusätzlicher Umbau- und monatlicher Kosten eher nicht rentieren. Da gibt es aber auch einen Thread zu: an Deine normalen Hauszähler kannst Du zumindest einen pauschalen Rabatt der Netzkosten erhalten, wenn Du Dich für ein vom Netzbetreiber gesteuertes "Dimmen" der Wallbox auf 4,3 kW (?) entscheidest.

Grüazi, MaXx
#2307 - Mit koordiniertem, gemeinsamen Laden die Strompreise reduzieren und die Welt retten ;-)

Re: Viele Fragen zur privaten Ladeinfrastruktur

samovar
  • Beiträge: 13
  • Registriert: Di 7. Mai 2024, 10:09
  • Hat sich bedankt: 2 Mal
  • Danke erhalten: 3 Mal
read
MaXx.Grr hat geschrieben:
AndiH hat geschrieben:
Jain - prinzipiell hast Du Recht, aber da die neueren variablen Stromtarife sich zumeist am Börsenstrompreis entlang bewegen, ist es nicht ein ganz so erheblicher Konfigurationsaufwand.

Zum Thema mobile Wallboxen: lass es - außer Du hast einen Schwiegervater mit Bauernhof den Du regelmäßig alle paar Wochen besuchst. (Oder ein anderes regelmäßiges Ziel mit CEE-Dosen zur freien Verfügung.)
Soweit ich das richtig gelesen habe, kann man z.b. bei eyond sein Auto verbinden und der lädt dann nur wenn der Strom günstiger ist und man bekommt den Strom fürs Auto 10 cent günstiger.

Was spricht gegen eine mobile Wallbox? Ich stell mir das so vor, dass ich die einfach 1-2x pro Woche an die Steckdose stecke, Auto lade und das Kabel danach wieder im Keller verschwindet und ich bisschen flexibler bin, eine richtige Wallbox wäre halt immer an der Hauswand dran

Edit: Die cFos-Wallbox gibt es auch nur mit 7m Kabel das könnte ein wenig eng werden von der Entfernung



S
AndiH hat geschrieben:
Das Abrechnen oder auch messen von mehreren Fahrzeugen setzt eine Lösung mit Erkennung des Fahrzeugs bzw. Trennung durch Ladekarten vorraus, falls das Abrechnungsrelevant ist sollte es ein MID Zähler sein.
Ich brauch keine haargenaue Abrechnung des Verbrauchs wegen Firmenwagen, aber da ich noch zuhause wohne und ich den Strom für Auto gerne selber zahlen will, wäre eine einfache Ansicht wie viel Strom pi mal daumen am Ende des Monat ins Auto gefloßen ist ausreichend und wenn man Vater sich vielleicht auch ein E-Auto anschafft wäre eine Trennung pro Auto gut, optimal natürlich wenn das automatisch funktioniert aber mit Ladekarten wäre das auch ok

Re: Viele Fragen zur privaten Ladeinfrastruktur

Xentres
  • Beiträge: 2693
  • Registriert: Di 25. Feb 2020, 13:18
  • Hat sich bedankt: 567 Mal
  • Danke erhalten: 845 Mal
read
@samovar

Bei BMW gibt es in der Smartphone-App eine Ladehistorie für das Fahrzeug mit halbwegs genauer Angabe der geladenen kWh, mir würde das in deinem Fall reichen.

Gibt es sowas von VW auch?

Eyond hat nix mit klassischen dynamischen Tarifen über Smartmeter zu tun, sondern die kommunizieren mit deinem Auto und steuern dort die Ladung.
BMW i3 120 Ah - seit 04/2020 - Melbourne Rot

Re: Viele Fragen zur privaten Ladeinfrastruktur

samovar
  • Beiträge: 13
  • Registriert: Di 7. Mai 2024, 10:09
  • Hat sich bedankt: 2 Mal
  • Danke erhalten: 3 Mal
read
Xentres hat geschrieben: @samovar

Bei BMW gibt es in der Smartphone-App eine Ladehistorie für das Fahrzeug mit halbwegs genauer Angabe der geladenen kWh, mir würde das in deinem Fall reichen.

Gibt es sowas von VW auch?

Eyond hat nix mit klassischen dynamischen Tarifen über Smartmeter zu tun, sondern die kommunizieren mit deinem Auto und steuern dort die Ladung.
In der VW App sieht man nichts von Verbrauch, außer man hat die Wallbox von VW direkt dann müsste das gehen aber die sieht recht klobig aus

Das Eyond kein richtiger dynamischer Stromtarif ist, ist mir bewusst, aber das wird warscheinlich so ähnlich laufen, dass die das Auto laden wenn der Strom halt günstiger ist.

Bei Rabot Charge, Tibber und Octopus (ist dann aber auch kein dynamischer Tarif!?) gibt es laut deren Webseite auch die Option das Auto nur dann zu laden, wenn der Strom besonders günstig ist soweit ich das verstanden habe, da braucht man dann auch ein Smart Meter anscheinend

korrigiert mich bittte wenn ich da falsch liege

Re: Viele Fragen zur privaten Ladeinfrastruktur

Benutzeravatar
read
Fangen wir mal mit der Wallbox an. Seit dem 1.1.24 ist eine steuerbare Pflicht (mit Reduktion der Netzgebühren).
Um den elektronischen Zähler zu bekommen, bei dem Tipper (ein weiterer Anbieter von dynamischen Preisen) stündlich ablesen kann, reicht es ein Balkonkraftwerk zu installieren und anzumelden, dann kommt der Netzbetreiber / Messstellenbetreiber schneller von sich aus.
Die Steuerung kannst Du entweder über die Box oder beim Auto direkt machen (lassen).
Hier bietet Dir Tibber bereits die volle Funktionalität.

Der Aufwand / der Nutzen für einen weiteren Zähler hängt an Dir (Deiner Strommenge im Jahr), und wäre eine Rechenaufgabe.
Fiat 500e seit 2017, zusätzlich VW eGolf. inzwischen auch ein i3s in der Familie; 115 MWh Strom an den Ladesäulen verkauft.
Ladesäule vor der Haustür
#2307 Ladestart um 23:07

Re: Viele Fragen zur privaten Ladeinfrastruktur

samovar
  • Beiträge: 13
  • Registriert: Di 7. Mai 2024, 10:09
  • Hat sich bedankt: 2 Mal
  • Danke erhalten: 3 Mal
read
Fritzchen-66 hat geschrieben: Fangen wir mal mit der Wallbox an. Seit dem 1.1.24 ist eine steuerbare Pflicht (mit Reduktion der Netzgebühren).
Um den elektronischen Zähler zu bekommen, bei dem Tipper (ein weiterer Anbieter von dynamischen Preisen) stündlich ablesen kann, reicht es ein Balkonkraftwerk zu installieren und anzumelden, dann kommt der Netzbetreiber / Messstellenbetreiber schneller von sich aus.
Die Steuerung kannst Du entweder über die Box oder beim Auto direkt machen (lassen).
Hier bietet Dir Tibber bereits die volle Funktionalität.

Der Aufwand / der Nutzen für einen weiteren Zähler hängt an Dir (Deiner Strommenge im Jahr), und wäre eine Rechenaufgabe.
Ab 6000 kwh brauch ich doch dann sowieso ein elektronischen Zähler dann kann ich mir doch das Balkonkraftwerk sparen oder nicht? Einen zweiten Zähler brauch ich eigentlich nicht unbedingt

Re: Viele Fragen zur privaten Ladeinfrastruktur

Xentres
  • Beiträge: 2693
  • Registriert: Di 25. Feb 2020, 13:18
  • Hat sich bedankt: 567 Mal
  • Danke erhalten: 845 Mal
read
samovar hat geschrieben: Ab 6000 kwh brauch ich doch dann sowieso ein elektronischen Zähler dann kann ich mir doch das Balkonkraftwerk sparen oder nicht? Einen zweiten Zähler brauch ich eigentlich nicht unbedingt
Das kannst nicht steuern. Ich hab schon jahrelang über 6000 kWh und dem Netzbetreiber ist es egal.
Wenn du einen Smartmeter WILLST, musst du dir aktiv einen über den Messstellenbetreiber einbauen lassen. Nur so kommst du wirklich sicher an einen.

Wenn du keinen zweiten Zähler brauchst/willst - lass es erstmal oder mach es abhängig von deinem geschätzten Verbrauch. Wieviel fährst du eigentlich?

Die Wallbox muss eh steuerbar sein, das wird dir dein Elektriker schon noch erklären. Dadurch erhältst du eh automatisch 80 EUR Reduktion auf Netzentgelt, auch ohne zweiten Zähler.

Ehrlich gesagt sind die ganzen Diskussionen alle schön und gut, aber du solltest dir erstmal einen Elektriker suchen - den brauchst du so oder so. Dann musst du erstmal klären, ob der dir auch das was du willst installiert - denn das ist nicht selbstverständlich und die verkaufen dir gerne lieber "ihre Lösung".
BMW i3 120 Ah - seit 04/2020 - Melbourne Rot
Anzeige
AntwortenAntworten

Zurück zu „Private Lade-Infrastruktur“

Gehe zu Profile
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag