Netzentgeltreduzierung für neue Wallbox nach § 14a EnWG

Re: Netzentgeltreduzierung für neue Wallbox nach § 14a EnWG

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Lt. https://www.netze-bw.de/neuregelung-14a-enwg gehören Batteriespeicher ebenfalls zu den steuerbaren Verbrauchseinrichtungen?
Im Zuge der zu installierenden PV-Erweiterung ist die Installation eines Batteriespeichers (BYD HVS, 10.2, 10kWh) geplant.
Weiß jemand, ob es bei dem BYD Speicher möglich ist, die Lade-Leistung im Falle einer Ladung aus dem Stromnetz auf 4,2 kW zu begrenzen?
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Re: Netzentgeltreduzierung für neue Wallbox nach § 14a EnWG

Xentres
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Warum willst du deinen PV-Speicher aus dem Netz laden?

Das ist doch völlig hirnrissig.
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Re: Netzentgeltreduzierung für neue Wallbox nach § 14a EnWG

lorbi
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Hi,
Xentres hat geschrieben:Warum willst du deinen PV-Speicher aus dem Netz laden?

Das ist doch völlig hirnrissig.
Nein, das kann sogar sehr clever sein. Bei dynamischen stromanbietern kann der börsenpreis so niedrig werden, das man seinen Akku Vollmacht um über den Tag bzw wenn der Strom teurer wird, sein Haus zu speisen.

Macht jetzt kein Sinn bei 20 cent/kWh aber bei 8-10 Cent oder drunter kann es sinnvoll sein.

Grüsse

Re: Netzentgeltreduzierung für neue Wallbox nach § 14a EnWG

electrifylife
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Ich blicke bei dem Thema nicht mehr durch, wäre deswegen für eine Erklärung dankbar:

1) Ab 1.1. installierte Wallboxen müssen also steuerbar sein, es gibt aber keine Vorgabe wie?
2) Wie ist das beim Einsatz mehrerer steuerbarer Verbraucher? Dürfen im Dimmfall alle zusammen nur 4,2kW verbrauchen?
3) Wie ist es im Mehrfamilienhaus? Alle 100 Wohnungen zusammen nur 4,2kW? Je Wohnung? Je Zähler (wenn alle Wallboxen am Gemeinschaftszähler, dann wäre das ein ganz anderer Fall als je Wohnung). Wie geht da die Steuerung? Ein RSE für das gesamte Gebäude?
4) Ohne eigenen Zähler bleibt es dann im sinnvollsten die pauschale Erstattung zu wählen? Bzw. vorerst sogar die einzige Option. (Edit: Ja)
5) Die Option 2 (mit separatem Zähler) spricht je nach Website von 60% Erstattung des Arbeitspreises (das wäre enorm) oder geringerem Netzentgelt. Was stimmt? (Edit: BNetzA: "60% vom Netzentgelt" wird wohl stimmen)
6) Eine existierende Wallbox am Hauszähler sollte man dann jetzt als steuerbar anmelden, um die Erstattung zu bekommen? Aber wie weißt man die Steuerbarkeit nach, wenn der Netzbetreiber (SWM) noch nicht mal gesagt hat, wie gesteuert werden kann, und das Formular zur Anmeldung seit Monaten auf der Website angekündigt wird, aber noch nicht abrufbar ist?
7) Was sollte man mit existierenden Wallboxen an einem separaten Zähler machen?
8) Wie funktioniert Modul 3 (variables Netzentgelt, ab 2025 zusätzlich zu Modul 1 möglich) ohne einen separaten Zähler?
Zuletzt geändert von electrifylife am Do 7. Mär 2024, 21:20, insgesamt 2-mal geändert.

Re: Netzentgeltreduzierung für neue Wallbox nach § 14a EnWG

electrifylife
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"Weiß jemand, ob es bei dem BYD Speicher möglich ist, die Lade-Leistung im Falle einer Ladung aus dem Stromnetz auf 4,2 kW zu begrenzen?"

In einem dynamischen Tarif wird der Strompreis sicher hoch sein, wenn ein Strommangel und damit eine Beschränkung auf 4,2kW besteht.

Re: Netzentgeltreduzierung für neue Wallbox nach § 14a EnWG

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electrifylife hat geschrieben:"Weiß jemand, ob es bei dem BYD Speicher möglich ist, die Lade-Leistung im Falle einer Ladung aus dem Stromnetz auf 4,2 kW zu begrenzen?"

In einem dynamischen Tarif wird der Strompreis sicher hoch sein, wenn ein Strommangel und damit eine Beschränkung auf 4,2kW besteht.
Richtig! Es stellt sich nur die Frage, ob ich den Stromspeicher ebenfalls als steuerbaren Verbraucher melden muss bzw. eine pauschale Netzentgeltreduzierung dafür erhalte. Dafür sollte er dann auch steuerbar sein.
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Re: Netzentgeltreduzierung für neue Wallbox nach § 14a EnWG

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electrifylife hat geschrieben: Ich blicke bei dem Thema nicht mehr durch, wäre deswegen für eine Erklärung dankbar:

1) Ab 1.1. installierte Wallboxen müssen also steuerbar sein, es gibt aber keine Vorgabe wie?
Vorgaben machen die lokalen Fürsten - äh, lokalen Netzbetreiber - ein bundeseinheitlicher Standard fehlt (noch).
2) Wie ist das beim Einsatz mehrerer steuerbarer Verbraucher? Dürfen im Dimmfall alle zusammen nur 4,2kW verbrauchen?
Nein, es gibt eine Formel mit einem Gleichzeitigkeitsfaktor bei Verwendung eines EMS. Siehe Punkt 4.5.2 der Festlegung durch die Bundesnetzagentur (Anlage 1 zum Beschluss BK6-22-300). Beispielsweise gilt für 2 steuVE eine Dimmung auf ca. 7,6 kW insgesamt.

Bei Direktansteuerung wird jede einzelne steuVE fest auf 4,2 kW abgeregelt. Siehe Punkt 4.5.1 der Festlegung durch die Bundesnetzagentur
3) Wie ist es im Mehrfamilienhaus? Alle 100 Wohnungen zusammen nur 4,2kW? Je Wohnung? Je Zähler (wenn alle Wallboxen am Gemeinschaftszähler, dann wäre das ein ganz anderer Fall als je Wohnung). Wie geht da die Steuerung? Ein RSE für das gesamte Gebäude?
Der Hausanschluss definiert die Anlage, alles hinter dem Hausanschluss ist "die Anlage" mit den steuVE. Hier kommt der Gleichzeitigkeitsfaktor ins Spiel (siehe oben).

Bei zum Beispiel 20 Wallboxen mit EMS würde eine Drosselung auf ca. 40 kW erfolgen. Die Wallboxen könnten also einphasig mit ca. 2 kW gleichzeitig weiterladen.
4) Ohne eigenen Zähler bleibt es dann im sinnvollsten die pauschale Erstattung zu wählen? Bzw. vorerst sogar die einzige Option. (Edit: Ja)
Ja.
5) Die Option 2 (mit separatem Zähler) spricht je nach Website von 60% Erstattung des Arbeitspreises (das wäre enorm) oder geringerem Netzentgelt. Was stimmt? (Edit: BNetzA: "60% vom Netzentgelt" wird wohl stimmen)
Ja, 60% REDUKTION des Netzentgelts. Also nur noch 40% Netzentgelt zu zahlen. Steht so auch in der Festlegung mit den Modulen (Beschluss BK8-22/010-A).
6) Eine existierende Wallbox am Hauszähler sollte man dann jetzt als steuerbar anmelden, um die Erstattung zu bekommen? Aber wie weißt man die Steuerbarkeit nach, wenn der Netzbetreiber (SWM) noch nicht mal gesagt hat, wie gesteuert werden kann, und das Formular zur Anmeldung seit Monaten auf der Website angekündigt wird, aber noch nicht abrufbar ist?
Per Brief/Email als steuerbar melden und auf die kulante rückwirkende Berechnung seit 01.01. hoffen (so wie es viele Netzbetreiber machen).
Da wird der Netzbetreiber dann schon auf dich zukommen, wie/was zu steuern ist, wenn er selbst mal seinen Saustall in Ordnung gebracht hat.
7) Was sollte man mit existierenden Wallboxen an einem separaten Zähler machen?
Nix.
8) Wie funktioniert Modul 3 (variables Netzentgelt, ab 2025 zusätzlich zu Modul 1 möglich) ohne einen separaten Zähler?
Funktioniert wie Tag-/Nachttarif nur eben mit 3 Tarifen. Daher auch kein separater Zähler nötig.
Zuletzt geändert von Xentres am Do 7. Mär 2024, 23:31, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Netzentgeltreduzierung für neue Wallbox nach § 14a EnWG

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Vielen Dank!

Dann melde ich das mal der SWM und schaue, was der Verein sagt.
(Nebenbei kurze Geschichte zur SWM und deutschen Gesetzen, du bist glaube ich auch in deren Netzgebiet. Wir hatten bisher einen Gasanschluss. Immer sorgsam einen günstigen Versorger ausgewählt. Bekanntlich gab es Anfang 2023 da wenig Auswahl und wir waren kurz in der Grundversorgung, um flexibel zu sein. Bekanntlich hat die SWM da dann die Preise massiv erhöht. Jetzt (nach nur 14 Monaten ...) hat es die SWM geschafft die Schlussrechnung zu schicken. Den Vertrag habe ich zum Ende Februar 2023 gekündigt. Die Preisbremse für Januar und Februar wird rückwirkend aus der Märzabrechnung berechnet. Führt dazu, dass wir keine Erstattung für die ca. 25ct/kWh Gas (hab den genauen Wert nicht mehr im Kopf) bekommen, da wir im März dann bei einem Versorger für ca. 12 ct/kWh Gas waren. Wären wir weiter beim teuren Tarif der SWM geblieben, wäre das im Ergebnis für uns / die Mieter günstiger gewesen. Genial...)


Für ein Mehrfamilienhaus mit Wallboxen und Wärmepumpe heißt das doch, dass die erlaubte Maximalleistung für alle steuerbaren Geräte zusammen (P_max) > Maximalleistung der Wärmepumpe (P_WP) ist (vorausgesetzt es existieren ein paar Wallboxen), am einfachsten wäre dann eine Regelung, die die Wärmepumpe gar nicht regelt und die Wallboxen entweder abschaltet oder auf P_max-P-WP limitiert?

Bei hohem Verbrauch der Wärmepumpe (viele Wohnungen) wäre es dann am sinnvollsten die WP an einem eigenen Zähler mit der 60% Reduzierung der Netzentgelte / separaten WP-Tarifen (aktuell ca 7ct/kWh günstiger als Hausstrom) zu betreiben, die Wallboxen jeweils am Wohnungszähler.

Re: Netzentgeltreduzierung für neue Wallbox nach § 14a EnWG

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Bei einer Mischung aus Wallboxen und Wärmepumpe(n) mit EMS gibt es eine eigene Berechnung in Punkt 4.5.2 der Festlegung durch die Bundesnetzagentur (Anlage 1 zum Beschluss BK6-22-300).

Da werden die Wärmepumpen eigenständig und anders als Wallboxen berücksichtigt. Ist aber nur bei recht potenten oder mehreren Wärmepumpen (MFH) relevant, weniger im EFH Bereich (würde ich mal so sagen).

Auch bei Direktansteuerung nach Punkt 4.4.a werden gemäß Punkt 4.5.1. solche Wärmepumpen mit hoher Netzanschlussleistung oder mehrere Wärmepumpen anders berücksichtigt.

PS: Habe diese Differenzierung (Direktansteuerung vs. EMS) oben auch noch spezifiziert.
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Re: Netzentgeltreduzierung für neue Wallbox nach § 14a EnWG

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kernm23 hat geschrieben: Richtig! Es stellt sich nur die Frage, ob ich den Stromspeicher ebenfalls als steuerbaren Verbraucher melden muss bzw. eine pauschale Netzentgeltreduzierung dafür erhalte. Dafür sollte er dann auch steuerbar sein.
Laut 2.4.1.d gelten Speicher auch als steuVE, die der Festlegung unterfallen.
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