Netzbetreiber schreibt netzdienliche Regelung und Fertigmeldung von Elektriker vor bei >22kW Wallbox

Netzbetreiber schreibt netzdienliche Regelung und Fertigmeldung von Elektriker vor bei >22kW Wallbox

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Hallo zusammen,

wir haben im Zuge einer Leistungserhöhung auf 160A vom Netzbetreiber auch die Genehmigung bekommen Wallboxen mit einer Wirkleistung von 88kW anzuschließen.
Es sind alles mobile go-E charger an vorhandenen CEE-16A Dosen, daher Umsetzung der Wallboxen selber ohne Elektriker.

Als ich den Netzbetreiber jetzt über die Fertigstellung der Wallboxen Informiert habe sagt er das geht nur wenn ein Elektriker eine Fertigmeldung abgibt und die Wallboxen netzdienlich steuerbar sind (nach VDE AR N 4100 Kapitel 10.6.4).

Ist von den Forderungen überhaupt eine haltbar?
Tags: Netzdienlich VDE-4100 VNB
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Re: Netzbetreiber schreibt netzdienliche Regelung und Fertigmeldung von Elektriker vor bei >22kW Wallbox

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Die Go-E ist ein Sonderfall da nicht fest angeschlossen.
Ich kann soviel dazu beisteuern das ich die Steckbare Ladelösung, in meinem Fall ein Juice Booster 2, bei dem EVU als "mobiles Ladegerät an vorhandene CEE Dose" angemeldet habe. Das hat einwandfrei funktioniert und wurde ohne Rückfrage und Papiere vom Elektriker akzeptiert.
Evtl. ist das ein Weg wenn Du deiner EVU sagst das nur "Mobile Ladegeräte" an vorhandene CEE Steckdosen angeschlossen werden und es keine fest installierten Wallboxen gibt... .
MG5 Luxury Standard Range und Trinity Uranus R 2020

Re: Netzbetreiber schreibt netzdienliche Regelung und Fertigmeldung von Elektriker vor bei >22kW Wallbox

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Gab es eventuell eine Regeländerung? Gestern ist ja nicht heute.

Unser Elektriker hat sich geweigert eine zweite Wallbox mit 11 kW anzuschliessen (insgesammt 22 kW). Aber er hatte kein Problem eine weitere CEE 16A zu setzen. Das ist dann wohl nicht deren Bier. Stand 10/2023 in Nrw/westnetz

Welche Wallboxen erfüllen überhaupt eine Fernsteuerung? Kann ich das irgenwie auf der Platine erkennen?

Re: Netzbetreiber schreibt netzdienliche Regelung und Fertigmeldung von Elektriker vor bei >22kW Wallbox

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Dein Problem liegt darin, dass Ihr mehr als 11 kW habt und ein Lastmanagement benötigt.
Wenn das vorhanden ist, ist die netzdienliche Steuerung nur ein zusätzlicher Eingang in die Steuerung.
Kann das der Go-E nicht? Gibt es dazu nicht den Go-E Controller?

Ansonsten gibt es nach altem §14a noch die "harte" Abschaltung. Per Schütz bei der Signalisierung. Aber warnt den Netzbetreiber, dass das Einschalten dann auch zeitgleich bei allen Boxen erfolgen wird!
Zuletzt geändert von Fritzchen-66 am Mi 22. Nov 2023, 10:36, insgesamt 1-mal geändert.
Fiat 500e seit 2017, zusätzlich VW eGolf. inzwischen auch ein i3s in der Familie; 115 MWh Strom an den Ladesäulen verkauft.
Ladesäule vor der Haustür
#2307 Ladestart um 23:07

Re: Netzbetreiber schreibt netzdienliche Regelung und Fertigmeldung von Elektriker vor bei >22kW Wallbox

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Alles über 22kW bedarf einer Genehmigung.

Eine solche lag wohl vor, doch wie sah die im Detail aus?

Normalerweise müssten Auflagen wie netzdienliche Steuerung bereits in der Genehmigung enthalten sein.

Nachträglich damit zu kommen erscheint mir zumindest schlechter Stil zu sein, wobei die Netzbetreiber hier durchaus viel "freie Hand" haben.

Da es doch eh nur um Anschluss an CEE geht, würde ich hier gar nix weiter melden (Genehmigung ist ja vorhanden)...
BMW i3 120 Ah - seit 04/2020 - Melbourne Rot

Re: Netzbetreiber schreibt netzdienliche Regelung und Fertigmeldung von Elektriker vor bei >22kW Wallbox

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Ich fürchte da hat der Netzbetreiber gar nicht unrecht.
Bei uns wurde nach einer Netzerweiterung um 20kw auf 120kw Gesamtleistung des Anschluss auch so um die 50kw Gesamtleistung für die Ladeinfrastruktur genehmigt (genaue Unterlagen liegen mir nicht vor - aber es ist etwas unterhalb der Hälfte des Netzanschluss - Umbedingung ist auch eine Sole-Wärmepumpe für ein 12 Parteien-Haus), bis zur Erweiterung des Netzanschluss und des Einbau der nötigen Messeinrichtung (hat etwa 3/4 Jahr gedauert) waren zeitweise 22kw statisch vom Netzbetreiber genehmigt. Ein dynamische Lastmanagement war bei uns eh Teil der Planung und des Antrags. Bei uns hat der Elektriker sich um alles gekümmert - wir haben alles aus seiner Hand gekauft ausschließlich Menekkes Wallboxen.
Ob die Wallboxen über CEE oder direkt angeschlossen sind, macht mMn. für den Netzbetreiber keinen Unterschied. Der Zweck der Einrichtung ist entscheidend. Ohne Messprotokoll eines Elektriker, Anmeldung bzw. Genehmigung bewegt man sich in einer Grauzone - was bei einer Wallbox pro Haus-Anschluss sicher keinen kümmert aber bei einer ganzen MFH-Garage eben doch.

Re: Netzbetreiber schreibt netzdienliche Regelung und Fertigmeldung von Elektriker vor bei >22kW Wallbox

koaschten
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Fritzchen-66 hat geschrieben: Kann das der Go-E nicht? Gibt es dazu nicht den Go-E Controller?
Das war auch mein erster Gedanke, sehe aber keinen Steuer-Eingang am Go-E Controller über den der Netzbetreiber eine Signalisierung machen könnte.
https://go-e.com/fileadmin/produkte/cha ... nblatt.pdf
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Re: Netzbetreiber schreibt netzdienliche Regelung und Fertigmeldung von Elektriker vor bei >22kW Wallbox

01011001
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Ein Lastmanagement wird ausdrücklich nicht benötigt, wir haben 8 Wallboxen und 88kW erlaubte Wirkleistung, daher auch die Leistungserhöhung von 80A auf 160A (8000€ Baukostenzuschuss...)

Zitat Netzbetreiber:
Sie haben eine Ladeeinrichtung für Elektrofahrzeuge mit einer Ladeleistung von 88 KW bei uns
angemeldet. Wir haben Ihr Netzanschlussbegehren geprüft und festgestellt, dass die Ladeeinrichtung
nach durchführung der Leistungserhöhung auf 110 KW (3x160A) durch einen eingetragenen
Elektrofachbetrieb in Betrieb genommen werden kann.
Dem Netzbetreiber geht es um die netzdienliche Steuerung, wo ich mir jedoch nicht sicher bin ob er die überhaupt fordern darf.

Folgender Satz steht auf der Genehmigung der Ladeeinrichtung, den hatten wir damals leider übersehen:
Wir informieren Sie vorsorglich, dass Ladeeinrichtungen die Möglichkeit zur Steuerung/Regelung
aufweisen müssen. Dies geschieht entweder über eine intelligente zeitliche Steuerung oder eine
Regeleinrichtungen zur Unterbrechbarkeit durch den Netzbetreiber.
Der Letzte Absatz der Genehmigung zwingt uns leider das irgendwie dem Netzbetreiber zu melden:
Aufgrund der beschränkten Netzanschlusskapazität ist diese Genehmigung bis zum 31.12.2023 gültig.
Sollte sich bis zu diesem Zeitpunkt die Errichtung nicht abzeichnen, betrachten wir diese Genehmigung
als gegenstandslos.
Wir haben bei uns eine ungewöhnliche Konstellation, wir sind 8 Reihenhäuser die sich einen Hausanschluss teilen da unser Bauträger ein Idiot war.
Daher ist eine Steuerung der Wallboxen nicht wirklich einfach umsetzbar, da der Zählerschrank in einem anderen Gebäude ist das nur mit je einem 5x10mm² Kabel mit unseren Häusern verbunden ist. Daher wird die Ansteuerung der Wallboxen sich nicht einfach gestalten.
Wir haben gerade auch richtig Stress mit unseren PV-Anlagen, da wir einen zNA-Schutz brauchen durch >30kVA Wechselrichterleistung an einem Hausanschluss...

Für mich ist klar das ich technisch nichts mehr ändere, entweder der Netzbetreiber akzeptiert meine Fertigmeldung (ohne Elektriker), oder ich lass die Wallboxen unangemeldet laufen. Eine rechtliche Handhabe dagegen haben die ja zum Glück eh nicht.

Re: Netzbetreiber schreibt netzdienliche Regelung und Fertigmeldung von Elektriker vor bei >22kW Wallbox

Xentres
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Klar haben die eine Handhabe, denn die können dir den Betrieb der Wallboxen untersagen.

Sorry, aber der Fehler liegt bei euch (oder eurem Elektriker), wenn ihr euch nicht an die Genehmigung haltet.

So ist das jedenfalls nix...

Stellen sich zwei Fragen:
- habt ihr einen Elektriker zur Hand, der euch da kurzerhand eine "Fertigstellung" an den Netzbetreiber meldet, und
- akzeptiert der Netzbetreiber, wenn die installierten Wallboxen THEORETISCH steuerbar wären, also eine Steuerung noch nicht umgesetzt, aber auf dem Papier möglich ist.

Letzteres müssen dann die go-e charger natürlich auch erfüllen können.

An sich lässt sich aber jeder go-e charger durch Zeitsteuerung betreiben oder über einen Rundsteueremfpänger "hart" (ein/aus) steuern (mein go-e charger ist beispielsweise netzdienlich steuerbar).

Wenn der Netzbetreiber eine theoretische Steuerbarkeit wünscht und die go-e charger das theoretisch könnten, wäre man dann erstmal fein raus ("Wir könnten, aber wir tun noch nicht.). Vielleicht fliegt ihr dann lange noch unter dem Radar.

Dafür spricht, dass der Netzbetreiber in der Genehmigung nur von einer "Möglichkeit zur Steuerung/Regelung" spricht und keine konkrete Umsetzung einfordert.

Wenn der Netzbetreiber bereits eine Steuerbarkeit umgesetzt haben will (dazu müsste der Netzbetreiber aber auch sagen, mit welcher Technik er auf die Wallboxen zugreifen will), dann könnt es wieder schwierig werden.

Und wieder hängt es auch am Ende davon ab, dass euch das alles ein Elektriker so gegenüber dem Netzbetreiber bestätigt.
Zuletzt geändert von Xentres am Mi 22. Nov 2023, 15:41, insgesamt 9-mal geändert.
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Re: Netzbetreiber schreibt netzdienliche Regelung und Fertigmeldung von Elektriker vor bei >22kW Wallbox

Ilchi
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Ja, das kennen wir bei der Installation von Großanlagen auch. Ob das mit Deinem Setup umsetzbar ist, kann ich dir nicht sagen. Können tun das aber einige Wallboxen, zum Beispiel die auch von uns eingesetzte OpenWB...
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Die Mobilitätswende darf nicht an der Installation von Steckdosen scheitern: https://www.yourcharge.eu, Laden in Großgaragen
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