Neues Förderprogramm KfW 442 "Solarstrom für Elektrofahrzeuge"

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Re: Neues Förderprogramm "Solarstrom für Elektrofahrzeuge"

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Der Flo hat geschrieben: Ich würde gerne die Komponenten bei unterschiedlichen Anbietern kaufen (1. PV-Module + WR + Speicher; 2. Wallbox), selber montieren und dann von einem Elektromeister abnehmen lassen.
Ich sehe nicht, was dem entgegenstehen würde. Das Gesamtsystem muss halt die beschriebenen Anforderungen erfüllen und gemeinsam in Betrieb genommen werden - wo die Komponenten herkommen und wer sie installiert, ist egal, solange folgendes erfüllt wird: Die ordnungsgemäße und sichere Inbetriebnahme ist durch eine geeignete Fachkraft zu bestätigen und der Nachweis darüber ist auf Verlangen vorzulegen (Fachunternehmererklärung).

Was mich aber stutzig macht, ist folgendes:
Es ist sicherzustellen, dass die Anlagenkonfiguration so ausgestaltet ist, dass der von der Photovoltaikanlage erzeugte Strom vorrangig für den Eigenverbrauch genutzt wird, in dem Sinne, dass
a) der Strom aus der Photovoltaikanlage vorrangig und direkt in die Batterie des Elektrofahrzeugs (Traktionsbatterie) geleitet wird

Das würde ja bedeuten, dass Überschussladen damit nicht möglich ist. Wenn die PV 8 kW produziert, dann müssen 8 kW in die Batterie geladen werden und der Hausverbrauch muss aus dem Netz bezogen werden.
Das kann nicht im Sinne des Förderungsgebers sein.
„Gasoline? It's a liquid fuel that was used centuries ago on Earth. They burned it to drive internal combustion engines.“ (Raumschiff Voyager, Staffel 2, Folge 1, 1995)
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Re: Neues Förderprogramm "Solarstrom für Elektrofahrzeuge"

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Nein, ich denke, dass da sehr wohl PV-Überschussladen genutzt werden soll.
Es ist sowieso sinnvoll so zu priorisieren, dass zuerst die Hausbatterie geladen wird und wenn die voll ist der Rest ins Auto soll.

Es soll wohl verhindert werden, dass mit Priorität eingespeist werden soll - was sinnvoll ist, wenn die Idee ist, die Netze zu entlasten.

Statt bspw. mit 11kW aus dem Netz zu laden (was sicher möglich ist), soll zunächst mal der selbst erzeugte Strom im Haus verbraucht werden, dann die Batterie gefüllt werden (damit das Haus bspw. über Nacht gar keinen Netzbezug hat) und der Rest geht ins Auto.

Ich sehe nicht, was dieses Vorgehen verhindern soll.

SüdSchwabe.
--
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Re: Neues Förderprogramm "Solarstrom für Elektrofahrzeuge"

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Und wer soll dies kontrollieren? Mein Speicher, mein Bev…unser Usecase. Mit Bi/di Wallboxen wirds dann noch komplexer.

Ich hätte noch moderne Zähler mit ins Programm geschrieben, die auch „Tibbern“ möglich machen. Zugzwang für die Lokalen Netzbetreiber, die Trafos und Leitungen zeitgemäss und resistent für den Klimawandel zu machen. Bei uns gibts noch viel Kabel in der Luft. Ein Baumschlag und meine PV steht still.

Ist auch „Blei“ weiterhin möglich? Selbstbauspeicher sind wohl ausgeschlossen, oder?

Was mich wieder nervt, ist das kurzfristige fördern ohne eine längere Zukunft…Laufzeit. Einmal Hopp und Aus. Wo ist der doppel Wumms bis 2030-2040.
Wie lang mag diesmal der Pott reichen? 2 Monate? Bei Höchstförderung sind das 50.000 Anträge.

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/ ... 50039.html

Re: Neues Förderprogramm "Solarstrom für Elektrofahrzeuge"

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SüdSchwabe hat geschrieben: Es soll wohl verhindert werden, dass mit Priorität eingespeist werden soll - was sinnvoll ist, wenn die Idee ist, die Netze zu entlasten.
Diese "simplen" von Juristen festgelegten Förderungsbedingung werden leider nicht selten genau zum Gegenteil führen:

- sobald die PV morgens etwas Strom liefert, muss alles in die Batterie gepuffert werden, obwohl das örtliche Stromnetz zu der Zeit eher "unterversorgt" ist;

- wenn die Hausbatterie (z.B. 5 kWh an 5 kWp) nach 2-5 Stunden solarstromladen, so gegen 11 Uhr voll ist (und das Elektroauto unterwegs), wird 100% des Solarstroms in das in den Mittagsstunden überlastete örtliche Stromnetz eingespeist.

"Sichergestellt" werden könnte dies durch eine Vorkonfiguration einer dafür vorgesehenen Betriebsweise, dessen Änderungspasswort z.B. nur dem Hersteller bekannt sein darf.
LOUDisOUT hat geschrieben: Bei Höchstförderung sind das 50.000 Anträge.
Für das FDP-Kernklientel wird es reichen. Die anderen BWLer träumen einfach weiter von viel Geld.
*325ppm. Seit 32 Jahren mit eigenem PV-Strom elektromobil unterwegs (CityEL mit 1.8 kWh-Akku, seit '13 Smart ED3). Fahrrad & U-Bahn für die Stadt, Fernreisen mit der Bahn.

Re: Neue Förderungen für E-Ladeinfrastruktur geplant

mischa68
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Misterdublex hat geschrieben:
SüdSchwabe hat geschrieben: Ist ja wieder ganz großes Kino.
Es wird nur das neu-Gesamtpaket gefördert.

Die Aufrüstung einer bestehenden PV Anlage ist nicht förderfähig.
Baue doch einfach eine (kleine) neue Anlage neben die Bestehende.
Ob eine komplett neue zweite Gesamtanlage förderfähig ist?
Manche aus dem photovoltaikforum verneinen dies.
https://www.photovoltaikforum.com/threa ... ?pageNo=35
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Re: Neues Förderprogramm "Solarstrom für Elektrofahrzeuge"

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mischa68 hat geschrieben: Ob eine komplett neue zweite Gesamtanlage förderfähig ist?
Manche aus dem photovoltaikforum verneinen dies.
Ein Zitat eines Beitrags dort:
"... mit der KFW Hotline telefoniert. Ist für die betreffende Imobilie bereits ein Eintrag im MaStR, egal mit was für einer Anlage, erfolgt gibt es keine Förderung."
*325ppm. Seit 32 Jahren mit eigenem PV-Strom elektromobil unterwegs (CityEL mit 1.8 kWh-Akku, seit '13 Smart ED3). Fahrrad & U-Bahn für die Stadt, Fernreisen mit der Bahn.

Re: Neues Förderprogramm "Solarstrom für Elektrofahrzeuge"

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SüdSchwabe hat geschrieben: Nein, ich denke, dass da sehr wohl PV-Überschussladen genutzt werden soll.
Das denke ich auch, aber sie schreiben etwas anderes.

Im darauf folgenden Punkt b steht explizit "der den Eigenverbrauch übersteigende Anteil des Stroms aus der Photovoltaikanlage", bei der Autobatterie steht das aber nicht dort.

Wenn es anders gemeint ist, warum schreiben sie es nicht anders?

Unlogisch ist auch, dass immer zwingend ein Speicher angeschafft werden muss, sogar dann, wenn man bidirektional lädt. Dabei ersetzt dann doch das Auto den Speicher.
Es ist sowieso sinnvoll so zu priorisieren, dass zuerst die Hausbatterie geladen wird und wenn die voll ist der Rest ins Auto soll.
Das hängt ja ganz von dem Umständen ab. Wenn ich recht bald mit dem Auto wegfahren möchte, sollte man erst das Auto vollladen und den Speicher später.
Es soll wohl verhindert werden, dass mit Priorität eingespeist werden soll - was sinnvoll ist, wenn die Idee ist, die Netze zu entlasten.
Dann müsste ich es anders vorschreiben. Die Netze werden entlastet, wenn Auto und Speicher aus der PV in den Mittagsstunden geladen werden. Nach der jetzigen Vorschrift müsste man aber erst einmal morgens das Auto und den Speicher vollmachen, wenn der Strombedarf in der Nachbarschaft hoch und die PV-Erzeugung gering ist, sodass dann mittags, wenn alle Speicher voll sind, zu Zeiten der Spitzenerzeugung der komplette PV-Strom in die Netze gejagt wird. Das belastet die Netze und erzeugt unnötig CO2.
Statt bspw. mit 11kW aus dem Netz zu laden (was sicher möglich ist), soll zunächst mal der selbst erzeugte Strom im Haus verbraucht werden, dann die Batterie gefüllt werden (damit das Haus bspw. über Nacht gar keinen Netzbezug hat) und der Rest geht ins Auto.
Dieses Vorgehen würde aber den Vorgaben der Förderrichtlinie widersprechen.

Diese detaillierten Vorgaben sind völlig daneben. Es wäre wesentlich besser gewesen, einfach nur vorzuschreiben, dass solche Priorisierungen mit der Anlage möglich sein müssen. Feste Priorisierungen vorzuschreiben ist weder im Sinne der Betreiber noch im Sinne der Energiewende.
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Re: Neues Förderprogramm "Solarstrom für Elektrofahrzeuge"

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Ich sehe das so, dass mit dem Förderprogramm dem aktuellen PV-Anlagen-Boom und dem damit einhergehenden Überschuss entgegengewirkt werden soll.
Es ist ja heute schon vielerorts so, dass für Privatleute nur noch Nulleinspeisung genehmigt wird. Mit dieser Maßnahme versucht man eben zusätzlich, die (unkontrollierte) Einspeisung zu verringern.

Eine netzdienliche Lastregelung wäre natürlich sinnvoller. Aber das würde die meisten privaten Betreiber maßlos überfordern und natürlich auch ein anbieterübergreifendes, funktionierendes Smart Grid voraussetzen - und davon sind wir meilenweit entfernt. Dann muss man eben über die finanzielle Schiene Anreize zum Eigenverbrauch setzen.
Elektro als Daily seit 2017, aktuell Skoda Enyaq 80

Re: Neues Förderprogramm "Solarstrom für Elektrofahrzeuge"

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hghildeb hat geschrieben: Ich sehe das so, dass mit dem Förderprogramm dem aktuellen PV-Anlagen-Boom und dem damit einhergehenden Überschuss entgegengewirkt werden soll.
Und ich sehe das so, dass du da ziemlichen Unsinn behauptest. ;)
Eine netzdienliche Lastregelung wäre natürlich sinnvoller. Aber das würde die meisten privaten Betreiber maßlos überfordern und natürlich auch ein anbieterübergreifendes, funktionierendes Smart Grid voraussetzen - und davon sind wir meilenweit entfernt. Dann muss man eben über die finanzielle Schiene Anreize zum Eigenverbrauch setzen.
Es gibt bereits genug finanzielle Anreize, die die Menschen zur Optimierung ihres Eigenverbrauchs bewegen. Es ist daher überflüssig, die Art und Weise so kleinteilig und strikt vorzuschreiben.

Wenn ich das Auto in den nächsten Tagen nicht bewegen will, ist es unsinnig, dass ich erst das Auto vollladen muss, und dann erst den Speicher. Das führt dann unter Umständen dazu, das abends der gesamte PV-Strom des Tages im Auto ist, aber der Speicher noch leer, und ich muss dann abends den Haushaltsstrom aus dem Netz beziehen. Welchen Sinn hat es, den Leuten das zu vorzuschreiben?

Man kann nur froh sein, dass das im praktischen Leben wohl niemand kontrolliert.

Diese Förderrichtlinie ist einfach Quark, in vielerlei Hinsicht.
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Re: Neues Förderprogramm "Solarstrom für Elektrofahrzeuge"

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A.Q. hat geschrieben: Man kann nur froh sein, dass das im praktischen Leben wohl niemand kontrolliert.
Diese Förderrichtlinie ist einfach Quark, in vielerlei Hinsicht.
Ja, da sind wir uns wieder einig :) Ein typischer Fall von gut gemeint und schlecht gemacht.

Um zurück zum eigentlichen Thema zu führen: ich hoffe, vor allem die Einschränkung auf "eine natürliche Person", die sowohl Haus- als auch Fahrzeugeigentümer sein muss, wird nochmal überarbeitet. Im Sinne aller Firmenwagen- und Autoabo-Fahrer, Wohneigentums-Gemeinschaften oder auch Familienmitgliedern.
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