Wallbox Installation in einer kleinen WEG

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betzerei
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Hallo Leute,

mir gehört eine ETW in einer kleinen Wohnanlage. Es gibt eine TG mit ca. 12 Stpl. und eine kleine Außengarage, Holzbau. Die Wohnung ist aktuell vermietet, aber ich überlege die nächsten 1-2 Jahre selbst einzuziehen.

Meine beiden Stellplätze sind in dieser Außengarage. Ein Leerrohr hab ich damals bereits legen lassen. Ich hatte damals Gespräche mit dem Bauträger, Verwalter, Gemeinde und einem Elektriker.

Der Bauträger schob damals das Thema Wallbox weit von sich - das soll ich später mit den Nachbarn klären. Da mein Mieter keine Wallbox benötigte und unklar war, ob ich selbst einziehe, hab ich das Thema mal ruhen lassen. Aussage damals vom Verwalter (deckt sich mit der Aussage der Gemeinde) war, dass nur max. 2 Wallboxen möglich wären wegen zu wenig Leistung. Es wäre unfair gegenüber den anderen, die vllt erst später irgendwann mal ne Wallbox anschaffen wollen.
Wenn, dann müsste die Hausgemeinschaft alle zusammen was anschaffen.

Jetzt frage ich mich, ob man mich dazu überhaupt zwingen kann? Schließlich hab ich ja mein eigenes Leerohr zum Zählerkasten und bin nicht auf WEG Eigentum angewiesen. § 20 ABS. 2 WEG - ist der Paragraph hiervon überhaupt berührt bei einem Leerohr zum eigenen Zähler?

Ich will hier nicht den Ego machen. Darum geht es nicht. Nur wenn von den anderen keiner mitmachen will, will ich ja nicht noch 15 Jahre drauf warten und die Frage ist eben, ob ich das rechtlich durchsetzen kann.

Ich hab noch kein Gespräch mit Verwalter und WEG gesucht. ich möchte mich nun erst mal ausführlich informieren über Rechte und meine Möglichkeiten. Vermute nämlich auch, dass mich ein lastmanagement teurer kommen wird?
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Re: Wallbox Installation in einer kleinen WEG

KomaKona
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Prinzipiell siehst Du das richtig. Einerseits hast Du mit dem WEG rechtlich die Möglichkeit Dein Verlangen durchzusetzen, andererseits ist eine friedliche Nachbarschaft mehr als Gold wert. Versuch Doch mal zwei oder drei Varianten auszuarbeiten.

1. Du möchtest eine Wallbox und hast Anspruch darauf. Kleinste Lösung: Du lässt Dir das vom Elektriker Sachgerecht verlegen. Wer später kommt hat Pech.

2. Du bist bereit in eine zukunftsfähige Lastverteilung zu investieren und in Vorleistung zu gehen. Wer später aufspringen will, muss sich dann nebst Zinsen in die Infrastruktur anteilig einkaufen.

3. Ihr mach es gleich richtig und erschließt alle Stellplätze. Die Kosten werden von Anfang an auf alle Parteien umgelegt.

Ggf. ist eine Erhöhung der Anschlussleistung beim Netzbetreiber zu beantragen. Das kann aber auch später erfolgen, wenn der vierte oder fünfte aufspringt. Ob das überhaupt geht, kann man aber schon jetzt anfragen.

Wenn Du das mit groben Kostenschätzungen in eine kleine PowerPoint Präsentation verpackst und vielleicht jedem ein Handout zum Nachlesen mitgibst, kannst Du vielleicht überzeugen. Trage Dein Anliegen in der nächsten Eigentümerversammlung sachlich und positiv vor und fordere in der übernächsten Versammlung eine Abstimmung. Damit gibst Du allen genug Zeit und vielleicht haben bis dahin auch noch andere ein E-Auto. Die aktuelle Entwicklung auf dem KFZ-Markt spielt Dir in die Karten.

Viel Erfolg!

Re: Wallbox Installation in einer kleinen WEG

oemlegoem
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Wir hatten in einem Mehrfamilienhaus mit Stockwerkeigentümer die gleiche Situation. Ich habe dann einen Plan erstellt wie ein Vollausbau aussehen soll, inkl. dynamisches Lastmanagement. Der Plan soll aber Stufenweise umsetzbar sein. In der ersten Phase wird die Gesamtverkabelung gemacht, und Wallbox für interessierte. Der Plan ermoglicht eine spätere Installation für weitere Wallboxen. In der ersten Phase beteiligen sich alle an den Verkabelungskosten. In der weitere Phase trägt jeder die Kosten für Wallbox Installation für sich.

Die Argumente um die Wohneigentümer zu überzeugen sind:

In Zukunft kommt Elektroauto überall. Man kann das Thema verzögern, aber es kommt.

Es ist billiger das ein Elektroinstallateur die Gesamtverkabelung in einer Aktion macht, statt separat x mal nacheinander.

Wenn man in Zukunft die Wohnung verkaufen möchte (und das kommt immer, auch wenn es lange dauert), dann ist Elektroauto-vorbereitet zu sein ein Verkaufsargument. Der Gewinn in Verkaufswert übersteigt die Kosten der Verkabelung. Stell dich vor: du hast eine Elektroauto und möchtest eine Wohnung kaufen. Dann suchst du Wohnungen mit Wallbox oder mit Kabelvorbereitung.

Re: Wallbox Installation in einer kleinen WEG

Ioniq1234
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Na wenn die anderen keine Leerrphre verlegt haben, ist das Thema für die ohne große Umbauten vom Tisch.

Das mit der Fairness den Anderen gegenüber wird immer gerne als Argument genommen, ist aber an den Haaren herbeigezigen.

Der einzig begrenzende Faktor ist der Netzanschluss des Hauses. Der kann auf Antrag erhöht werden. Bei meheren WB und ohne Anschlusserhöhung kann man auch ein Lastmanagement installieren. Oder man begrenzt gleich die WB auf 3,7KW. Das reicht um jedes BEV über Nacht für 200-300km nachzuladen.

Re: Wallbox Installation in einer kleinen WEG

betzerei
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@Ioniq1234

Ich denke, die meisten werden damals ebenfalls Leerohre verlegen lassen haben.

Ich hab mit einem lastmanagement oder auch mit einer Begrenzung auf 3,7 kw kein Problem. Aber ich will keine Ladeverluste und keine Mehrkosten gegenüber einer egoistischen Installation von mir. Tatsächlich wohne ich hier aktuell zur Miete. 1 ET hat ne wallbox. HV sagt weitere WB gibts nicht, er war halt der erste. Da ich net mehr lange hier wohne, verfolge ich das aber nicht weiter...
oemlegoem hat geschrieben: Wir hatten in einem Mehrfamilienhaus mit Stockwerkeigentümer die gleiche Situation. Ich habe dann einen Plan erstellt wie ein Vollausbau aussehen soll, inkl. dynamisches Lastmanagement. Der Plan soll aber Stufenweise umsetzbar sein. In der ersten Phase wird die Gesamtverkabelung gemacht, und Wallbox für interessierte. Der Plan ermoglicht eine spätere Installation für weitere Wallboxen. In der ersten Phase beteiligen sich alle an den Verkabelungskosten. In der weitere Phase trägt jeder die Kosten für Wallbox Installation für sich.

Die Argumente um die Wohneigentümer zu überzeugen sind:

In Zukunft kommt Elektroauto überall. Man kann das Thema verzögern, aber es kommt.

Es ist billiger das ein Elektroinstallateur die Gesamtverkabelung in einer Aktion macht, statt separat x mal nacheinander.

Wenn man in Zukunft die Wohnung verkaufen möchte (und das kommt immer, auch wenn es lange dauert), dann ist Elektroauto-vorbereitet zu sein ein Verkaufsargument. Der Gewinn in Verkaufswert übersteigt die Kosten der Verkabelung. Stell dich vor: du hast eine Elektroauto und möchtest eine Wohnung kaufen. Dann suchst du Wohnungen mit Wallbox oder mit Kabelvorbereitung.
Ich muss halt sagen, meine Motivation den großen Aufklärer zu spielen hält sich ziemlich in Grenzen.
KomaKona hat geschrieben: Prinzipiell siehst Du das richtig. Einerseits hast Du mit dem WEG rechtlich die Möglichkeit Dein Verlangen durchzusetzen, andererseits ist eine friedliche Nachbarschaft mehr als Gold wert. Versuch Doch mal zwei oder drei Varianten auszuarbeiten.

1. Du möchtest eine Wallbox und hast Anspruch darauf. Kleinste Lösung: Du lässt Dir das vom Elektriker Sachgerecht verlegen. Wer später kommt hat Pech.

2. Du bist bereit in eine zukunftsfähige Lastverteilung zu investieren und in Vorleistung zu gehen. Wer später aufspringen will, muss sich dann nebst Zinsen in die Infrastruktur anteilig einkaufen.

3. Ihr mach es gleich richtig und erschließt alle Stellplätze. Die Kosten werden von Anfang an auf alle Parteien umgelegt.

Ggf. ist eine Erhöhung der Anschlussleistung beim Netzbetreiber zu beantragen. Das kann aber auch später erfolgen, wenn der vierte oder fünfte aufspringt. Ob das überhaupt geht, kann man aber schon jetzt anfragen.

Wenn Du das mit groben Kostenschätzungen in eine kleine PowerPoint Präsentation verpackst und vielleicht jedem ein Handout zum Nachlesen mitgibst, kannst Du vielleicht überzeugen. Trage Dein Anliegen in der nächsten Eigentümerversammlung sachlich und positiv vor und fordere in der übernächsten Versammlung eine Abstimmung. Damit gibst Du allen genug Zeit und vielleicht haben bis dahin auch noch andere ein E-Auto. Die aktuelle Entwicklung auf dem KFZ-Markt spielt Dir in die Karten.

Viel Erfolg!
Danke für alle Kommentare. Es ist noch ein bisschen hin bis zur nächsten Eigentümerversammlung. Aber mein Plan wäre wohl, das Thema auf die TO setzen zu lassen.

Entweder ziehen die anderen Eigentümer mit und wir machen gemeinsame Sache oder ich mach mein eigenes Ding. Ich beteilige mich der fairnesshalber auch später bei einer notwendigen Leistungserhöhung. Aber ich will jetzt nicht jeden ET überzeugen. Es gibt da auch hardliner. Ich wollte damals nen Neubau, damit ich mir direkt n Leerohr legen lassen kann, damit ich mich eben mit sowas halt nicht rumärgern muss. Normal hätte ich das beim Bau auch direkt durchgezogen aber aus persönlichen Gründen bin ich dann doch nicht selbst eingezogen und dann wurde es vertagt....

Re: Wallbox Installation in einer kleinen WEG

Steinhard
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Der einfachste Weg wäre eine Wallbox, die ein mehr oder weniger skalierbares Lastmanagement beherrscht. Heißt die Wallboxen tauschen sich untereinander aus was sie ziehen und das wird dann auf einen entweder fixen Wert oder dynamisch gemäß der Hausanschlussauslastung geregelt.

Dabei Spiel es keine Rolle ob die WB am Wohnungszähler oder an einem separaten Zähler hängt.

Du könntest dann deine erste Box installieren, und jeder weitere müsste dann "lediglich" die gleiche oder mit dem Lastmanagement kompatible Wallbox kaufen.
Am Anfang werden bei 2-3 Nutzern 11kW reichen. Wenn die Anzahl wächst hat man dann genug Nutzer die sich gern in Kosten für Anschlusserweiterung ode dynamisches Lastmanagement reinteilen können.

Ich habe nicht wirklich den Marktüberblick, in unserem MFH sind 11 WB von cfos installiert. Davon werden aktuell aber erst 2 genutzt. Ich wüsste nicht dass es bisher vorgekommen ist, dass beide Fahrzeuge gleichzeitig laden.

Re: Wallbox Installation in einer kleinen WEG

betzerei
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Das klingt richtig vernünftig .danke! Da werde ich mal versuchen mich schlau zu machen. Wenn jmd hier zufällig weitere Infos dazu hat, gerne bei mir melden.

Re: Wallbox Installation in einer kleinen WEG

unregistriert
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Ich hatte dies bei einer sehr ähnlichen Konstellation in meinem Antrag an die WEG so formuliert:
Die Ladestation ermöglicht eine Ladeleistung von bis zu 11 kW. Die Installation wird so durchgeführt, dass sie in ein evtl. zukünftig notwendiges Lastmanagement integriert werden kann.
Laut den Stadtwerken xxxx sind am Hausanschluss bis zu 22 kW zusätzlicher Last für Ladestationen möglich. Damit ist eine weitere 11 kW Ladestation nach Genehmigung durch die Stadtwerke noch ohne aktives Lastmanagent möglich. Dieses wird erst benötigt, wenn zukünftig weitere Ladestationen hinzukommen, um die Gesamtlast bei gleichzeitiger Nutzung mehrerer Ladestation auf maximal 22 kW zu begrenzen.


Nachdem keiner der Eigentumer der anderen 9 Wohneinheiten vorhat, in nächster Zeit auch eine Wallbox zu installieren, wurde dies so genehmigt.
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Re: Wallbox Installation in einer kleinen WEG

Xentres
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Lass es auf die Liste für die nächste Eigentümerversammlung setzen, dass du von deinem gesetzlichen Recht auf eine Lademöglichkeit Gebrauch machen möchtest.

Den zugehörigen Paragraphen des WEG kennst du ja.

Offensichtlich gibt es auch keine Gründe, die gegen eine Installation deiner Wallbox sprechen.

Also kann die Gemeinschaft eigentlich nur abnicken (müsste nicht mal das, da sie dich ja gar nicht aufhalten kann).

Sollte es gewünscht sein, kannst du ja in den Beschluss aufnehmen, dass du dich an der Teilnahme eines später möglicherweise nötigen Lastmanagement verpflichtest. Wegen Fairness und so.
BMW i3 120 Ah - seit 04/2020 - Melbourne Rot

Re: Wallbox Installation in einer kleinen WEG

helmchen
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betzerei hat geschrieben:

Jetzt frage ich mich, ob man mich dazu überhaupt zwingen kann? Schließlich hab ich ja mein eigenes Leerohr zum Zählerkasten und bin nicht auf WEG Eigentum angewiesen. § 20 ABS. 2 WEG - ist der Paragraph hiervon überhaupt berührt bei einem Leerohr zum eigenen Zähler?
Ich gehe davon aus das du deinen Zähler an gemeinsam HAK laufen hast (also sich alle WE einen Stromanschluss seitens des Netzbetreibers teilen), oder?

Damit berührt dein Vorhaben das WEG. Prinzipiell muss die Versammlung ja zustimmen; allerdings ist da immer ein wenig überzeugungsarbeit nötig damit es sich nicht um ein weiteres Jahr verzögert.
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