Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

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Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

Ioniq1234
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Ich glaube hier werden steuerbare und abschlatbare Lasten verwechselt. Das ist aber sowohl technisch als auch rechtlich ein erheblicher Unterschied. Mit einem Schütz kann man nix steuern. Bestenfalls Abschalten.

Steuerbare Lasten sind solche, die ihre Leistungsaufnahme regeln können und das auch von Außen über entsprechende Steuerbefehle möglich ist. Im Haushaltsbereich kommen da derzeit nur Wallboxen und Wärmepumpen in Frage, die das unterstützen.

Damit aber überhaupt ein Steuerbefehl im Haushalt ankommt, braucht man da ein SMGW. Das ist aber nur das "Modem". Hier werden weietere Geräte angeschlossen. Zum Beispiel die Zähler, die CLS Box über die weitere Geräte gesteuert oder ausgelesen werden können. Zum Beispiel für Smarthome, Submetering, RWM und dann auch unsere Wallbox und Wärmepumpe.

Damit der Netzbetreiber aber auch die Regelung machen darf, muss er wissen wie es seinem Netz geht. Dazu muss natürlich u.a. auch der Trafo überwacht und an ein Backend angebunden werden. Und erst im äußersten Notfall (Trafoüberlast über 150%) darf er eingreifen.

Das alles sehe ich flächendeckend nicht vor 2030.
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Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

LeakMunde
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Xentres hat geschrieben: Solch eine Art von Missbrauch wird sich aber doch arg in Grenzen halten, denke ich...
Eine Kreissäge statt einer Ladevorrichtung zu nutzen ist aber eben wie du schreibst Missbrauch und klar illegal.

Vier Ladevorrichtungen zu installieren und nur eine zu nutzen ist nicht illegal.

Ebensowenig eine Ladevorrichtung zu installieren, nicht zu nutzen und die neu eingeführte Pauschale Erstattung der Netzentgelte zu erhalten.
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Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

Xentres
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@Ioniq1234

Für die Teilnahme an dem beschlossenen System gibt es diese Unterscheidung "steuerbar/abschaltbar" nicht.

Das liegt im Ermessen des Teilnehmers (Betreiber der Ladestation), was für eine Lösung er da nutzt.

Also kann man entscheiden, ob es eine High-End-Lösung mit kW-genauer Steuerung ist oder stumpf "An/Aus" - siehe Beschluss:

"Der Betreiber steuerbarer Verbrauchseinrichtungen kann den jeweils zugestandenen netzwirksamen Leistungsbezug in seiner Kundenanlage nach seinen Bedürfnissen einsetzen. Dies bedeutet auch, dass, sofern es einer steuerbaren Verbrauchseinrichtung aus technischen Gründen nicht möglich ist, den netzwirksamen Leistungsbezug auf den vom Netzbetreiber vorgegebenen Wert zu reduzieren, eine Einsenkung der Verbrauchseinrichtung auf den nächstgeringeren Wert zu erfolgen hat, Ziffer 4.6. Satz 2. Denn insoweit liegt es in der Auswahlverantwortung des Betreibers, ob er durch eine entsprechend hochwertige technische Ausstattung seiner steuerbaren Verbrauchseinrichtung (etwa durch die Möglichkeit zur feingranularen Leistungsreduktion) bestmöglich von der ihm jeweils eingeräumten Höhe der zulässigen netzwirksamen Leistung Gebrauch macht oder ob er sich etwa entscheidet, zugunsten einer kostengünstigen Regelungstechnik eine nur grob steuernde Anlage („an / aus“) einzusetzen. Diese letztlich auf Wirtschaftlichkeitserwägungen der Betreiber teilnahmepflichtiger Anlagen basierende Entscheidung darf sich indes nicht zum Nachteil des Netzbetreibers bei der Gesamteffektivität des § 14a-Systems auswirken.
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Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

hgerhauser
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hghildeb hat geschrieben: Aber was spricht dagegen, die Netzauslastung mit einzupreisen?
Aus der zitierten FAQ
"Sieht die Bundesnetzagentur auch das Instrument variabler Netzentgelte vor?
Ja.
....Die Bundesnetzagentur greift die Vorschläge dennoch auf und legt erstmals Rahmenbedingungen für ein variables Netzentgelt fest, die Verbrauchsverschiebungen belohnen, gleichzeitig Kunden ohne verschiebbare Verbräuche nicht benachteiligen.
Nach der Festlegung der Bundesnetzagentur muss der Netzbetreiber ab April 2025 dem Verbraucher ein zeitvariables Netzentgelt in Verbindung mit dem pauschalen Rabatt optional anbieten. Vorgesehen sind mehrere Zeitfenster mit drei Preisstufen der örtlich geltenden Netzentgelte [Hochtarif (HT)/Niedertarif (NT)/Standardtarif (ST)]. Die Zeitfenster und Preisstufen werden kalenderjährlich festgelegt, gelten für das gesamte Netzgebiet und müssen in mindestens zwei Quartalen eines Jahres abgerechnet werden."

Wenn hier Leute von Jahrzehnten reden, sind die zum einen extrem pessimistisch und zum anderen meinen die, dass variable Netzentgelte gleich voll variabel in Zeit und Ort, also jede Sekunde und an jedem Orts Trafo unterschiedlich sein müssten.

Mit den drei Stufen für die Netzentgelte kommt man in Verbindung mit variablen Preisen für den Strom selber schon ziemlich weit. Wenn wirklich so viele Leute die flexiblen Tarife nutzen, dass nachts um drei Uhr wegen niedriger Preise der Orts Trafo überlastet wird, kann da die "Fernsteuerung" runterregeln. Im Vereinigten Königreich ist zur Verhinderung der gleichzeitigen Einschaltung genau zum Stundenwechsel eine zufällige Verschiebung drüber gelegt, also die Wallbox schaltet dann irgendwann zwischen 2:55 und 3:05 und nicht um genau 3 Uhr nachts. Wie das genau geregelt ist (wird das über den Preis gemacht, der schon 5 Minuten vor 3 am Minimum ist?), weiß ich nicht.

Die Lösung in Deutschland sieht für den Anfang jetzt gar nicht so schlecht aus.
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Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

LeakMunde
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Ioniq1234 hat geschrieben: Steuerbare Lasten sind solche, die ihre Leistungsaufnahme regeln können und das auch von Außen über entsprechende Steuerbefehle möglich ist. Im Haushaltsbereich kommen da derzeit nur Wallboxen und Wärmepumpen in Frage, die das unterstützen.
Das entspricht nicht der rechtlichen Definition einer steuerbaren Verbrauchseinrichtung. Ein Gerät muss überhaupt nicht steuerbar sein, um unter die Definition zu Fallen. Jedes Gerät mit mehr als 4,2 kW und aus der Kategorie Ladepunkt, Wärmepumpe, Klimaanlage und Stromspeicher ist nach der Festlegung eine steuerbare Verbrauchseinrichtung. Das gilt bei Klimaanlagen und Wärmepumpen auch für mehrere dieser Geräte hinter einem Netzanschluss mit jeweils mehr als 4,2 kW in Summe.
Zuletzt geändert von LeakMunde am Mi 29. Nov 2023, 14:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

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hgerhauser hat geschrieben: Wenn hier Leute von Jahrzehnten reden, sind die zum einen extrem pessimistisch und zum anderen meinen die, dass variable Netzentgelte gleich voll variabel in Zeit und Ort, also jede Sekunde und an jedem Orts Trafo unterschiedlich sein müssten.
Das ist eben der Unterschied zwischen "variablen" und "dynamischen" Tarifen. Von letzteren sprachen wir oben. Dynamisch heißt "sich schnell ändernd/anpassend", und das tut ein Tarif nicht, der für ein ganzes Jahr nur feste Preise je nach Uhrzeit vorsieht.
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Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

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Zumal ja Hochtarif/Niedertarif nix neues ist und somit nur "Altbekanntes" aufgewärmt wird.

Mit dynamischen Tarifen wie Awattar und Tibber hat das Zitat von @hgerhauser aus den FAQ nix zu tun.
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Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

LeakMunde
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Hochtarif/Niedertarif bezog sich mWn aber doch immer nur auf den Strompreis oder? Für Netzentgelte dürfte das neu sein.
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Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

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Ja, aber das Prinzip ist nicht neu.

Zumal die Wirkung ja nochmal geringer als bei einem variablen Arbeitspreis insgesamt sein wird, da die Netzentgelte ja nur einen Teil der Stromkosten ausmachen - man spart dann wohl nur ein paar Cent zwischen den unterschiedlichen Stufen.
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Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

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Xentres hat geschrieben: Ja, aber das Prinzip ist nicht neu.
Jein. Neu ist, dass der Stromlieferant vom Netzbetreiber die unterschiedlichen Netzentgelte mitgeteilt bekommen und diese in seine Abrechnung einbauen muss. Im Moment hat er da ja nur einen festen Tarif. Aber das ist natürlich um Welten einfacher und bis 2025 wohl zu schaffen.
Zumal die Wirkung ja nochmal geringer als bei einem variablen Arbeitspreis insgesamt sein wird, da die Netzentgelte ja nur einen Teil der Stromkosten ausmachen
Der Arbeitspreis macht auch nur einen Teil aus. Bis zum Ukrainekrieg waren Netzentgelte und Stromeinkaufspreise etwa auf demselben Niveau, teilweise die Netzentgelte sogar höher:
https://strom-report.com/strompreise/st ... ensetzung/
(Siehe Liniendiagramm unten im Bild).

Aber ich stimme dir zu, dass wir wohl keine so großen Schwankungen haben werden wie bei den Stromeinkaufskosten, weil ja nur die Netzkosten der Verteilebene einfließen und das auch nur als Jahresdurchschnittswerte.
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