Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

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Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

Xentres
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Hast du aus meiner Sicht nicht.

Der Wunsch, Wärmepumpen fernsteuern zu können, ist auch aus meiner Sicht antiquiert.

Solange man mir dafür aber die Netzentgelte deutlich reduziert, nehme ich es gerne an.
BMW i3 120 Ah - seit 04/2020 - Melbourne Rot
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Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

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Gilt das mit den wenigen hundert Watt aber auch für etwas schlechter gedämmte Häuser in der kalten Zeit? Wir brauchen beispielsweise 25.000 kWh Gas im Jahr (dieses Jahr weniger). Davon wohl etwa 40 Prozent in zwei kältesten Monaten, also 5.000 kWh pro Monat (hatte ich einmal als Daumenregel gelesen). Sagen wir in der kältesten Woche alle paar Jahre 2.000 kWh. Das macht durchgängig 12 kW in der Woche, also vermutlich mit Luft-Wasser-Wärmepumpe 4 bis 6 kW elektrisch, da es ja recht kalt ist. Durchgehend für eine Woche. Habe ich mich da jetzt grob verrechnet? Ich glaube aber nicht, dass einige hundert Watt realistisch ist.

Für unseren Ortsteil ist das Alter unseres Hauses durchschnittlich (25 Jahre). Aber wir wohnen in einer warmen Gegend Deutschlands.
Ioniq 28 kWh Premium mit Sitzpaket, Intense Blue, Michelin CrossClimate+, Produktionsdatum 16.4.2019 - Abholung in Landsberg am 14.9.2019 (Sangl #588)

Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

hgerhauser
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iOnier hat geschrieben: Unser Hausverbrauch liegt (mit WP, die ich nicht einzeln monitore, Heizung und WW) bei den aktuellen Temperaturen um den Gefrierpunkt zwischen 200-300 W.
Angst machen die Heizstäbe. Zum Vergleich, unsere Gasheizung kann 23 kW Heizleistung liefern, die ohne weitere Sanierung durch eine 2 kW Wärmepumpe mit Cop von 2 bei minus 23 Grad + Heizstäbe/Heizlüfter von 19 kW zu ersetzen. Das macht das Verteilnetz nicht mit.

Wir hatten übrigens auch 25000 kWh im Jahr Gasverbrauch, Baujahr des Hauses ist 1969.
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Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

dr_big
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Bei mir sind es aktuell ca. 10m3 Gas pro Tag, das macht 100kWh/Tag bzw. 4kW Dauerlast. Eine Wärmepumpe bräuchte dann ca. 1,5kW Dauerlast. bei aktuellen Temperaturen von -6 ... 0 Grad.
EFH Bj. 1600, ungedämmt, 100m2 beheizt.

Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

Hannes1971
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dr_big hat geschrieben: EFH Bj. 1600
Hui...

Das müsste doch noch solide gebaut sein.

Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

Starfish_1
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Das gibt es doch alles schon ewig: Die Entgelte der Konzessionsabgabe sind auch Netzentgelte. Hierzahlt man für HT 2,39 ct/kWh und NT 0,61 ct/kWh (Beispiel Gebietskörperschaften größer 500 tsd.)
hgerhauser hat geschrieben: Die Splittung der Netzentgelte in Hoch und Niedertarife dürfte sehr schnell umsetzbar sein. Der zuständige Staatssekretär im BMWK Patrick Graichen war vorher Chef von Agora, deswegen wiegt es viel, wenn die etwas vorschlagen. Könnte glatt zeitnah umgesetzt werden.

Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

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Köln Bonner hat geschrieben:Gilt das mit den wenigen hundert Watt aber auch für etwas schlechter gedämmte Häuser in der kalten Zeit? Wir brauchen beispielsweise 25.000 kWh Gas im Jahr (dieses Jahr weniger). Davon wohl etwa 40 Prozent in zwei kältesten Monaten, also 5.000 kWh pro Monat (hatte ich einmal als Daumenregel gelesen). Sagen wir in der kältesten Woche alle paar Jahre 2.000 kWh. Das macht durchgängig 12 kW in der Woche, also vermutlich mit Luft-Wasser-Wärmepumpe 4 bis 6 kW elektrisch, da es ja recht kalt ist. Durchgehend für eine Woche. Habe ich mich da jetzt grob verrechnet? Ich glaube aber nicht, dass einige hundert Watt realistisch ist.

Für unseren Ortsteil ist das Alter unseres Hauses durchschnittlich (25 Jahre). Aber wir wohnen in einer warmen Gegend Deutschlands.
.
Hier 26 Jahre. Schleswig-Holstein. Heizstäbe haben seit Inbetriebnahme in 09/20 14 Stunden Betriebszeit, nur Stufen 1 und 2, Stufe 3 ganze 0 Stunden 0 Minuten ... schätze, die laufen nur für den Salmonellenschutz gelegentlich mal, kann ich aber nicht genau sagen. Allerdings keine Luft-Luft-, sondern eine Erdreich-Sole-Anlage, so dass der COP auch im Winter nicht so einbricht.

Ja, wenn überall fast gleichzeitig die Heizstäbe eingeschaltet würden, wäre es vielleicht problematischer. Wäre schon gut, wenn man da einen Zeitversatz reinbringen könnte.

Gruß
Werner
Peugeot iOn Produktionsdatum 09/15 seit 01/16
Hyundai ioniq 5 RWD LR seit 11/21

Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

hgerhauser
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Köln Bonner hat geschrieben: PV ist im wesentlichen irrelevant hier. Denn der Peak wird im Winter sein, wo es so gut wie keinen PV-Ertrag gibt. Da laufen die Wärmepumpen und die E-Autos haben einen höheren Verbrauch.
Die PV selber ohne Speicher ist im Winter nicht so bedeutend, wobei Smard hat gestern den höchsten Stromverbrauch um die Mittagszeit, etwas über 1 GW mehr als um 18:00.

Wichtiger ist die Kombination mit dem Speicher, wenn man den sowieso schon hat bzw. braucht. Dann kann man den zusammen mit Wärmepumpen und E-Auto zur Glättzung der Abnahme nutzen.

E-Autos haben im Winter einen höheren Verbrauch, andererseits wird im Winter weniger gefahren als im Sommer, das kompensiert etwas (in den USA kenne ich den Effekt genauer, weil da monatliche Benzinverbräuche veröffentlicht werden, ist im Sommer etwa 10% mehr als im Winter).

Bei 100 Haushalten müsste man etwa so rechnen (hier brauche ich Hilfe, die Zahlen habe ich aus der gelinkten Arbeit, ich arbeite zwar auf dem Gebiet der Kraftwerkstechnik und habe einen Doktor der chemischen Verfahrenstechnik, Auslegung von Ortsnetzen ist aber nicht mein Spezialgebiet):

0,5 kW durchschnittliche Last, 12 kW Anschlussleistung mit Gleichzeitigkeitsfaktor 0,1 gibt 120 kW an Transformator, der im Schnitt 50 kW durchsetzt (ich nehme an, dass hier noch etwas Reserve drin ist für kurze Extreme und der Transformator 120 kW sicher als Dauerleistung kann?).

Damit kann der einzelne Haushalt im Winter von 12 kWh am Tag hochgehen auf 30 kWh am Tag. Mehr als 700 Watt Dauerleistung sollte nicht dazukommen oder man muss das Netz ausbauen? Und das geht auch nur bei vollkommener Glättung?

Mit der Solaranlage kann man vielleicht 5 kWh dazu addieren. Also darf man auf 35 kWh hoch oder so ähnlich, außer die Ortsnetze haben größere Reserven?

Grob passt das ohne Netzausbau, wenn man zu den 12 kWh normalen Verbrauch etwa 15 kWh für Wärmepumpen dazu nimmt (so etwa bei uns) und 8 kWh für ein Elektroauto (etwa 40 km pro Tag bei 20 kWh/100 km Winterverbrauch). Es wäre aber knapp und setzt perfekte Glättung voraus. Andererseits aber 100% Durchdringung mit Elektroauto und Hybridwärmepumpe und keinerlei Reserven im Ortstraffo.

Wenn da jemand mehr Expertise hat bei den Details, bitte drüber gucken. Der grobe Gedankengang müsste aber schon passen.

https://www.srupp.de/ENT/TM20601_2_Plan ... snetze.pdf
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Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

hgerhauser
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(Für Details gerne Feedback, grob dürfte es aber stimmen)

Nehmen wir mal ein Ortsnetz an, wo 50% Reserve drin ist. Also bei 100 Haushalten kann der Traffo 180 kW. Die Reserve ist 60 kW.

Jede Wärmepumpe und jedes Elektroauto ist gleich ein Haushalt mehr. Die Reserve ist aufgebraucht, wenn bei den 100 Haushalten 25 Wärmepumpen und 25 Elektroautos dazugekommen sind, wenn die ähnlich Strom ziehen, wie das Standardlastprofil.

Nur tun sie das nicht. Die Wärmepumpe zieht wie 4 Haushalte in einer echt kalten Woche (Annahme 2 kW elektrische Dauerleistung +3 kW Heizstab).

Damit sind dann bei 100 Haushalten gegebenenfalls schon 13 mit Wärmepumpe + Heizstab genug, um eine 50% Reserve im Traffo aufzubrauchen.

Auch Elektroautos ziehen nicht einfach so Strom wie das Standardlastprofil. Ohne jegliche Anreize und Regelungen wird häufig direkt nach der Arbeit eingesteckt werden. Damit ist 1 Elektroauto zusätzlich dann vielleicht eher gleich 2,5 Haushalte.

Man sieht schön, dass schon verblüffend wenige Wärmepumpen + Elektroautos Problem machen können. 7 Wärmepumpen + 10 Elektroautos bei 100 Haushalten könnten schon reichen eine 50% Reserve komplett aufzubrauchen und ein Upgrade zum nächst größeren Traffo zu erzwingen.

Andererseits, wie im Vorpost schon gesagt: wenn die Wärmepumpen als Hybrid ausgelegt sind (also bei tiefen Temperaturen Erdgas/Propan/Holz/Heizöl zugeschaltet wird) und die PV mit Batterie ebenso zur Glättung genutzt wird wie smart charging der Elektroautos, müsste es sogar ohne die 50% angenommene Reserve ohne jeglichen Netzausbau reichen. Sollte 50% Reserve im Traffo sein, kommt man bequemst ohne jeglichen Netzausbau hin und kann den Stromverbrauch trotzdem verdreifachen (und damit die Netzentgelte pro kWh dritteln) und 100% Durchdringung mit Wärmepumpe und Elektroauto hinkriegen. Und Zwangsabregelung braucht man dann auch nicht.
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Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

hgerhauser
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Starfish_1 hat geschrieben: Das gibt es doch alles schon ewig: Die Entgelte der Konzessionsabgabe sind auch Netzentgelte. Hierzahlt man für HT 2,39 ct/kWh und NT 0,61 ct/kWh (Beispiel Gebietskörperschaften größer 500 tsd.)
Wie Agora das genau meint, weiß ich nicht. Ich würde mir wünschen, dass das umkompliziert in flexible Tarife eingebaut wird und das gibt es so noch nicht.
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