Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

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Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

AndiH
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Da wollte man zuviele unterschiedliche Werte vermeiden. Die 3,7kW sind einphasig 16A die nicht unter die Regelung fallen wie in anderen Vorschriften auch, deshalb hat man das wohl auch als Untergrenze für die Abregelung vorgesehen.
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Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

Hannes1971
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Sind einphasig 16A für das Netz nicht unverträglicher als dreiphasig 6A?

Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

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Ist egal. Das gleicht sich aus.
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Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

Xentres
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Ich übertrage meinen Post aus einem anderen Forum hierher als kleine Übersicht der wichtigsten Punkte aus dem tatsächlichen Stein des Anstoßes - dem Eckpunktepapier der Beschlusskammern 6 und 8 der Bundesnetzagentur für das "Festlegungsverfahren zur Integration von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen und steuerbaren Netzanschlüssen nach § 14a Energiewirtschaftsgesetz" :

 
In diesem Modell werden zwei Arten des Steuerns unterschieden:

1. Dynamisches Steuern

•Auslösen einer Steuerung erfolgt aufgrund einer messtechnisch konkret festgestellten Auslastungssituation in Bezug auf die betroffenen Betriebsmittel (Betrachtungsfokus: Strang bzw. Trafo)

• Messtechnische Feststellung hat in Echtzeit zu erfolgen, maximal 3 Minuten Verzug zwischen messtechnischer Erfassung und Auswertung in der Netzsteuerung / Entscheidung über das Auslösen einer Steuerung

• Auslösen des Steuerbefehls ist erforderlich zur Beseitigung einer konkreten Gefährdung oder Störung der Sicherheit und Zuverlässigkeit des Elektrizitätsversorgungssystems im zulässigen Anwendungsbereich

• Aufrechterhaltung des Steuerbefehls ist nur solange und in dem Maße gerechtfertigt, wie dies zur Abwendung der Gefahr erforderlich ist

2. Statisches Steuern

• Annahme einer drohenden Überlastungssituation darf auch rechnerisch auf Basis angemeldeter Anschlussleistungen für steuerbare Verbrauchseinrichtungen (SteuVE) sowie angenommener „Nichtanmelde-Dunkelziffern“ erfolgen (Betrachtungsfokus: Strang bzw. Trafo)

• Steuerungsvorgänge dürfen auf Basis der rechnerisch ermittelten Ergebnisse nach Zeitschema, Anzahl und Dauer im Vorhinein (präventiv) festgelegt werden (z.B. Einsatz von Zeitschaltuhren).

• Hinzukommende messtechnische Möglichkeiten (z.B. iMS-Zubau im Strang, Ermittlung der Leistungsflüsse an Trafo-Abgängen) sind, sobald verfügbar, sowohl bei der Ermittlung einer Steuerungsnotwendigkeit wie auch bei der Planung künftiger Steuerungsvorgänge unverzüglich zu berücksichtigen.


2. Rechte und Pflichten des Verteilnetzbetreibers

[...]

2.2. Steuerungsberechtigung

• „Steuerung“ = Reduzierung des Wirkleistungsbezuges von SteuVE (bzw. von Steuerbaren Netzanschlüssen (SteuNA)) durch den Verteilernetzbetreiber

• § 14a Maßnahmen sind „marktbezogene Maßnahme“ i.S.v. § 13 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und Satz 2 i.V.m. § 14 Abs. 1 EnWG. Allgemeine Regelungen für Systemsicherheitsmaßnahmen (z.B. zum Einsatz und zum Informationsaustausch) finden Anwendung, soweit keine spezielleren Regelungen vorgesehen sind.

• Zulässige Steuerungsart: Ausschließlich Dynamisches Steuern

• Zulässiger Anwendungsbereich für Steuerung: Ausschließlich zur Beseitigung von strom- und spannungsbedingten Gefährdungen oder Störungen durch Betriebsmittelüberlastungen im NS-Leitungsstrang, an den die SteuVE (bzw. der SteuNA) angeschlossen ist, oder im Trafo MS/NS, der unmittelbar mit dem NS-Abgang verbunden ist.

• Ein Abruf nach § 14a EnWG zur Beseitigung von Gefährdungen oder Störungen außerhalb des lokalen Anwendungsbereiches ist ausgeschlossen, so dass z.B. Abrufe nach § 14a EnWG zur Entlastung von Engpässen in vorgelagerten Netzen auf Aufforderung eines vorgelagerten Netzbetreibers in der „Kaskade“ nach § 14 Abs. 1c EnWG ausscheiden.

• Diskriminierungsfreie Auswahl der zu steuernden StVE / SteuNA: Soweit technisch umsetzbar gleichmäßige anteilige Leistungsreduzierung aller SteuVE / SteuNA im Strang (oder alternativ die fallweise alternierende Steuerung von SteuVE / SteuNA). Für die Auswahl nach § 13 Abs.1 S. 2 EnWG wird für alle SteuVE / SteuNA die gleiche Wirksamkeit in Bezug auf die abzuwendende Betriebsmittelüberlastung fingiert.

3. Rechte / Pflichten des Letztverbrauchers

3.1. Teilnahmeverpflichtung

• Alle Betreiber von SteuVE gemäß oben B.1.

• Teilnahmeverpflichtung ohne Ausnahme

3.2. Anspruch auf sofortigen Netzanschluss

Der Netzbetreiber kann dem Begehren nach Anschluss einer von dieser Festlegung erfassten SteuVE nicht entgegenhalten, es sei hinter dem betreffenden Trafo / im betreffenden Strang eine Betriebsmittelüberlastung zu besorgen.

3.3. Technische Anforderung an Steuerbarkeit durch den Netzbetreiber

• Soweit noch kein iMS vorhanden: Einhaltung der technischen Vorgaben des Netzbetreibers in Bezug auf die Einrichtung einer Steuerung der SteuVE

• Ab Einbau eines iMS: Bereitstellung der erforderlichen Technik zur Anbindung der SteuVE an das iMS durch MSB

• Kein separater Zählpunkt für SteuVE erforderlich
4. Bezugspunkt der Steuerung durch VNB  

4.1. Variante 1: Einzelsteuerung einer SteuVE

• VNB-Steuerbefehl geht auf die einzelne SteuVE

• Der einzelnen SteuVE wird auch im Fall des Eingriffs ein Wirkleistungsbezug in Höhe von 3,7 kW weiterhin ermöglicht; technisches Unvermögen einer SteuVE, auf 3,7 kW zu reduzieren, befreit nicht von Teilnahme, sondern geht zum Nachteil der SteuVE (dann Abregelung auf „0“)  

4.2. Variante 2: Prosumersteuerung eines SteuNA

• VNB-Steuerbefehl geht auf Netzanschlusspunkt (Netzlokation)

• Anschlussnehmer hat durch Energie-Management-System (EMS) dafür Sorge zu tragen, dass die vom Netzbetreiber vorgegebene Leistungsobergrenze nachweisbar eingehalten wird.

• Auch im Fall der maximalen Herunterreglung des SteuNA wird für jedes Anschlussnutzungsverhältnis hinter dem Netzanschluss weiterhin ein Leistungsbezug in Höhe von 5 kW (bezogen auf eine Viertelstunde) zugestanden.  

4.3. Variantenauswahl durch Letztverbraucher

• Der Letztverbraucher legt vor Inbetriebnahme der SteuVE fest, ob die Steuerung nach Variante 1 oder 2 erfolgen soll. Eine spätere Änderung der Variante ist möglich.

Nach Punkt 5.1 ergibt sich aus der Zulassung der Steuerung ein Anspruch auf Netzentgeltreduzierung (wohl ähnlich wie bisher auch schon).

C. Übergangsregelungen

1. Verbraucherseitig

• Für alle Anlagen, die vor dem 01.01.2024 in Betrieb gegangen sind und die bereits eine § 14a-Vereinbarung eingegangen sind, gelten die bisherigen Regelungen bis längstens zum 31.12.2028 unverändert fort.

• Nachtspeicherheizungen kommen bis zu ihrer Außerbetriebnahme dauerhaft in den Genuss einer vor dem 01.01.2024 abgeschlossenen § 14a-Vereinbarung.

• Alle Anlagen (außer Nachtspeicherheizungen) mit einer vor dem 01.01.2024 abgeschlossenen § 14a-Vereinbarung werden zum 01.01.2029 auf das Zielmodell übergeleitet.

• Für Anlagen, die vor dem 01.01.2024 in Betrieb gegangen sind und keine § 14a-Vereinbarung abgeschlossen haben, gilt die bisherige Rechtslage dauerhaft fort.

• Ein freiwilliger Wechsel der vorgenannten Kundengruppen in das Zielmodell ist jederzeit möglich (ohne Rückkehrmöglichkeit).

2. Netzbetreiberseitig

• Übergangsweise Befugnis zum Statischen Steuern

• Sobald in einem Niederspannungs-Leitungsstrang die technischen Voraussetzungen für die Umsetzung des Dynamischen Steuerns geschaffen sind, ist hiervon für diesen Bereich des Netzgebiets Gebrauch zu machen.

• Dauer der Übergangsfrist: längstens bis zum 01.01.2029


Der Zeitplan für den "Übergang" bis Januar 2029 klingt erstmal nicht ambitioniert.

Da die Netzbetreiber aber bislang ja auch alles verschleppt haben (siehe Smartmeter) und vor diversen Aufgaben stehen, könnte ich mir fast vorstellen, dass diese selbst den Zeitplan für zu stramm halten.

Immerhin müssen die Netzbetreiber einiges von ihrer Seite her vorsehen, die Kunden mit Steuerungstechnik ausstatten und dürfen dann auch noch lediglich reduzierte Netzentgelte verlangen. Gerade auf letzteres haben sie sicherlich wenig Lust - erst selbst Geld in Steuerungstechnik investieren und dann weniger Netzentgelt verlangen ist nicht sonderlich attraktiv.
BMW i3 120 Ah - seit 04/2020 - Melbourne Rot

Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

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Gibt es noch genaueres in Bezug auf die reduzierten Netzentgelte?
Die SWM haben ja für jeden Verbrauchstyp nach §14a ein anderes Netzentgelt definiert, damit nichts über einen gemeinsamen Zähler laufen kann (bei unterschiedlicher Steuerbarkeit).

Interessant ist der Passus, das beim „statischen“ Steuern die Informationen aus den vorhandenen / zugebauten iMS genutzt werden müssen.

Jetzt fehlen nur noch die dynamischen Energiepreise. Aber gut, das eindeutig zwischen Verteilnetzbetreiber und dem Energieversorger unterschieden wird.
Fiat 500e seit 2017, zusätzlich VW eGolf. inzwischen auch ein i3s in der Familie; 115 MWh Strom an den Ladesäulen verkauft.
Ladesäule vor der Haustür
#2307 Ladestart um 23:07

Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

hgerhauser
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A.Q. hat geschrieben:
hgerhauser hat geschrieben: Zwangssteuerung macht in meinen Augen meistens* überhaupt keinen Sinn. Da wäre eine ordentliche marktbasierte Lösung generell viel günstiger und besser:

Um 18:00 in der Dunkelflaute ...
Es geht dabei nicht um eine Anpassung an die Erzeugungskapazitäten, sondern um die Vermeidung einer lokalen Verteilnetzüberlastung. Für die ist es egal, wie viel Wind gerade weht oder wie die Sonne scheint.

Wir werden aber off-topic; hier ist der richtige Ort, das zu diskutieren: viewtopic.php?f=105&t=83434&start=70
Viel Wind ist bei einem Wohngebiet egal, PV nicht. Überlastet werden meines Wissens nach normalerweise nicht die Leitungen innerhalb der Straße, sondern eher der lokale Traffo. Und der profitiert davon, wenn in der Straße mit PV 100 kW produziert werden. Die kompensieren dann die 5 gleichzeitig mit 22 kW ladenden Autos bequem.

Klar, man kann nich alles über den Markt machen. Was man aber sehr wohl kann:

Bei Stromfluss von höheren Netzebenen zur Straße bekommen PV Anlagen oder einspeisende Batterien nicht nur den Börsenpreis ausgezahlt, sondern on top noch einen Betrag für "vermiedene Netzentgelte" von z.B. 10 Cent die kWh. Wer dagegen Strom zieht, zahlt die 10 Cent. Ab einer bestimmten Auslastung, z.B. 75% der möglichen Traffokapazität, geht dann das Netzentgelt brutal hoch auf z.B. 50 Cent.

Umgekehrt kann man vorgehen bei Export aus der Straße raus. PV Anlagen kriegen keine vermiedenen Netzentgelte mehr, sondern bekommen 10 Cent abgezogen vom Börsenpreis. Geht die Auslastung des Traffos auf 75% hoch, werden sogar 50 Cent abgezogen.

Der große Vorteil von so Lösungen gegenüber dumpfen Netzausbau: Wenn Batteriespeicher oder Änderungen bei der Erzeugung / beim Verbrauch günstiger als Netzausbau sind, wird das auch gemacht, weil ein finanzieller Anreiz da ist.

Zwangsweise Abregeln macht vor allem mal Elektroautos weniger attraktiv, und völlig überflüssigerweise. Richtig gemacht können Elektroautos nicht nur von niedrigen Preise profitieren, sondern mit vehicle to grid gleich auch noch von extremen Preisspitzen profitieren.
heikoheiko.blogspot.com

Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

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Fritzchen-66 hat geschrieben: Jetzt fehlen nur noch die dynamischen Energiepreise.
Die gibt es doch bereits. Bis auf eine Minderheit mit analogen Altzählern kann Jeder bereits umsteigen.
FIAT 500E Action 24kWh seit 02.03.2023 - KIA e-Soul 64kWh"Vision" seit 15.04.2021

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Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

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Also in den Zählerkästen an denen ich so in letzter Zeit vorbeigekommen bin, waren die klassischen Zähler noch in der Überzahl.
Peugeot e-208 Allure Pack (11/2022), Vertigo Blue
Meine Verbrauchsauswertung

Stromausfälle

Rita
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schattenparker hat geschrieben: Drohende Stromausfälle: Bundesnetzagentur will Laden von E-Autos beschränken
https://www.merkur.de/verbraucher/drohe ... 28455.html

"Konkret könnte das bedeuten, dass Haushalten nur noch Strom für drei Stunden für die Aufladung von E-Autos zur Verfügung gestellt wird – täglich. Laut dem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung soll dieses Kontingent dann für etwa 50 Kilometer Reichweite reichen. In dem Entwurfspapier wird der 1. Januar 2024 als Starttermin genannt."
3 Stunden mit 11kw laden reicht ja wohl für mehr als 50km
und mit dem "Notladekabel" an schuko kann man ja auch mehr als 100km über Nacht laden können...
wenn mein stromversorger mir so kommen würde ...sage ich dem: OK kaufe ich mir nen alten Diesel...wollt Ihr das??

Rita

Re: Linksammlung (ohne Diskussion) zu Medienbeiträgen zum Thema EV

Rita
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ich verbrauche mitm e-Golf etwas über 2.000kWh im Jahr..... für ca 17.oookm
die ganzen Protzkarren schaffen mit dieser Strommenge keine 10.oookm

Rita
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