Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

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Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

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gekfsns hat geschrieben: Wenn variable Stromtarife Standard werden, löst sich das Problem automatisch.
Könnte man meinen, aber bei den Feldversuchen von EnBW hat sich - auf den ersten Blick unerwartet - das genaue Gegenteil gezeigt. Beim preisgesteuerten Laden stiegen die Gleichzeitigkeitsfaktoren erheblich an!

Ich habe da auch erst gestutzt, als ich das gelesen habe - schließlich soll das ja gerade zu einer Glättung führen. Wenn man genauer darüber nachdenkt, ist es auch eigentlich logisch. Wenn alle ihre Wallboxen und Wärmepumpen so programmiert haben, dass sie zu den besonders günstigen Stunden am Tag laden/heizen, dann gehen diese Geräte alle dann an, wenn Strom besonders billig ist. Dadurch wird eine viel größere Gleichzeitigkeit erreicht als wenn jeder das Auto lädt, wann er gerade Lust dazu hat. So viele Leute sind das nämlich nicht, die abends nach der Arbeit um 18 Uhr ihr Auto anstecken.
„Gasoline? It's a liquid fuel that was used centuries ago on Earth. They burned it to drive internal combustion engines.“ (Raumschiff Voyager, Staffel 2, Folge 1, 1995)
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Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

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Das Ergebnis ist wenig überraschend und kann man nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage beliebig übertragen. Gibt so diverse Aktionen von Mediamarkt (MwSt. geschenkt) da ist der Markt dann auch rappelvoll. Bei den aktuellen Strompreisen lohnt es sich mehr denn je. Bei Tibber ist morgen der Tagesdurchschnitt 19c und zwischen 00-07 Uhr lädt man unter 15c. Das sind Traumpreise.
Koexistenz ist ein Fremdwort im menschlichen Sprachschatz ideologisch verblendeter Irrlichter
https://youtu.be/DzcEkdApqWw?si=_JnExjBh2MJn6KeY

Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

tm7
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A.Q. hat geschrieben: Das hast du m. E. falsch verstanden. Es geht dort nur um den Vergleich mit und ohne "Mobilitätswende". Darunter verstehen die Autoren eine signifikante Reduktion des motorisierten Individualverkehrs. Mit dem netzdienlichen Laden hat das nichts zu tun.
Dann muss ich den Artikel wohl doch ganz lesen, mal schauen, vielleicht nächstes Jahr.

Wenn der motorisierte Individualverkehr weniger wird, sinkt auch der Ausbaubedarf, nehme ich an.
Es ist ein Fehler, hier den gesamten Stromverbrauch anzusetzen. Das Thema betrifft ja vor allem Haushaltskunden, denn bei denen wird ja der Netzausbau durch Wallboxen und Wärmepumpen primär fällig. Haushaltskunden haben aber einen Stromverbrauch von zzt. nur 130 TWh im Jahr, nicht 600 TWh.
Guter Hinweis - das passt dann auch mit den gut 3000 kWh Jahresverbrauch pro Haushalt zusammen. Andererseits zahlen die Industriekunden den allgemeinen Netzaubau auch mit, dachte ich. Aber das weiß ich natürlich nicht, weil Industriekunden immer andere Konditionen bekommen.
Wenn du die 0,1 ct durch die o.g. Zahlen ersetzt, kommst du schon zu einem deutlich anderen Ergebnis. Die Smartmeter haben durchaus noch einiges an weiteren Nutzen als lediglich die Steuerbarkeit für Netzüberlastungen herzustellen, denn das ginge auch mit klassischen Rundsteuerempfängern. Zudem bin ich sehr zuversichtlich, dass Smartmeter am Ende gar nicht viel mehr kosten werden als die Ferrariszähler - siehe Begründung hier. Nach neuesten Plänen sollen die Kosten ja auch auf maximal 20 € im Jahr sinken.
Ja, da hast Du natürlich recht.
Es ist ja eh schon beschlossen (oder so gut wie beschlossen?), wohin die Reise geht. Insofern geht es nicht darum, ob etwas kommen wird, sondern nur noch wann.
Die Kosten für die Smartmeter sollen erst einmal künstlich begrenzt werden, aber das ändert nichts daran, was sie in der Praxis kosten. Das muss der Endkunde so oder so bezahlen.

Übrigens ist mir vorhin aufgefallen, dass der 75% BEV-Anteil im Jahre 2034 bedeuten würde, dass ab nächstem Jahr ausschließlich BEV verkauft werden - davon sind sowohl die Käufer als noch viel mehr die Hersteller weit entfernt. Die Studie stammt zwar aus dem Jahr 2019 oder sogar 2018, aber trotzdem...

Schönes Weihnachtsfest allerseits!
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Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

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A.Q. hat geschrieben:
gekfsns hat geschrieben: Wenn variable Stromtarife Standard werden, löst sich das Problem automatisch.
Könnte man meinen, aber bei den Feldversuchen von EnBW hat sich - auf den ersten Blick unerwartet - das genaue Gegenteil gezeigt. Beim preisgesteuerten Laden stiegen die Gleichzeitigkeitsfaktoren erheblich an!

Ich habe da auch erst gestutzt, als ich das gelesen habe - schließlich soll das ja gerade zu einer Glättung führen. Wenn man genauer darüber nachdenkt, ist es auch eigentlich logisch. Wenn alle ihre Wallboxen und Wärmepumpen so programmiert haben, dass sie zu den besonders günstigen Stunden am Tag laden/heizen, dann gehen diese Geräte alle dann an, wenn Strom besonders billig ist. Dadurch wird eine viel größere Gleichzeitigkeit erreicht als wenn jeder das Auto lädt, wann er gerade Lust dazu hat. So viele Leute sind das nämlich nicht, die abends nach der Arbeit um 18 Uhr ihr Auto anstecken.
Die "günstigen " Stunden, die definiert wohl noch immer der Energieverkäufer... welcher denn vielleicht nicht die Interessen des Netzbetreibers vertritt.

Wiewohl, warum soll nicht die Netzgebühr auch variabel werden?


Nimmt man jedoch die Zeit von 21:30 bis 05:30, geht sich das noch immer aus...
30 kW Anschlussleistung bringen da noch immer 240 kW, noch immer gut für 15 Auto´s a´ typischen, ca. 70 km am Tag.
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Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

gekfsns
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Ich hatte angenommen, dass auch die Netzgebühren variabel werden und der Preis dadurch ziemlich individuell wird. Stelle mir das vor wie bei einer Blockchain wo jedes Teilstück vom Netz seinen Preis automatisch mit der Wallbox aushandelt, also dass dann zu bestimmten Zeiten in Bayern verbrauchter Windkraft-Strom aus dem Norden teuerer ist als lokal erzeugter Strom aus Bayern wenn das Netz zwischen Nord und Süd an seiner Grenze ist Genauso wenn der Trafo in der Siedlung am Limit ist. Man gibt dann seinen Groß-Verbrauchern im Haus (Wallbox, Wärmepumpe) und der Hausautomation die Möglichkeit selbständig Strom bei bestimmten Kraftwerken und den Netzen dazwischen einzukaufen und auch Strom aus dem Speicher zu verkaufen. Ich brauch dann keinen herkömmlichen Stromanbieter mehr sondern nur noch Stromerzeuger und Netzbetreiber. Kann so dann auch meinen PV Strom vom eigenen Dach tagsüber in der Arbeit zum Laden vom Auto verwenden, es fallen dann entsprechend die Netzgebühren dazwischen an und die Nutzungsgebühr an den Wallbox Betreiber. Ist der lokale Trafo am Limit verdient mein Hausspeicher automatisch Geld indem er dann mittags das Netz in der Nachbarschaft unterstützt.
Ich glaub sowas nennt man in der Blockchain Welt dann Smart contracts, aber das Thema kenne ich nur oberflächlich.
Das System von aWattar mit einem stündlich festgelegten Preis für alle ist meiner Meinung nur ein erster Zwischenschritt, das System was wir momentan haben ist gefühlt Steinzeit.
Mit noch mehr Wind- und Sonnenstrom im Netz wird das ein wichtiger Schritt sein, glaub ich zumindest.

Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

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Gefühlte Steinzeit... nein.
In einer Zeit wo Strom "nicht´s" kostete und die Aufschläge nicht wie im Handel mit gewissen Produkten nur ein paar % waren war´s "wurscht".

Nun geht erst einmal der Erzeugerpreis hoch.
So keine Netzanpassung erfolgt, dann die Netzkosten.

JA, das mit dem Hausspeicher, etc., das wäre das technische Ende nur,
man sollte nicht annehmen, dass die Netzbetreiber/ Energieerzeuger das Zepter aus der Hand geben werden.

Dort müssen viele Altbackene erst den Kunden als Partner erkennen..
Momentan ist der Kunde eher die Melkkuh im Feindesmantel.
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Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

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env20040 hat geschrieben: 30 kW Anschlussleistung bringen da noch immer 240 kW, noch immer gut für 15 Auto´s a´ typischen, ca. 70 km am Tag.
In aller Regel reichen die Netze ja auch aus. Deswegen werden die Menschen diese "Zwangsregelung" auch fast nie zu spüren zu bekommen.

Wenn man es mal mit einer Autobahn vergleicht, dann ist dort der Stau das, was im Verteilnetz die Überlast ist. Mit dem Unterschied nur, dass die Überlast auf der Autobahn nicht so schlimm ist, da entsteht halt ein Stau. Beim Verteilnetz hingegen bedeutet es Stromausfall.

Wenn ich die Überlast nun ohne Zwangsregelung vermeiden will, dann würde das auf die Autobahn übertragen bedeuten, dass ich sie so breit bauen muss, dass niemals ein Stau entsteht, auch nicht, wenn statistisch äußerst seltene Extremfälle entstehen, zum Beispiel wenn alle paar Jahre gerade im Fußballstadion daneben das Champions-League-Halbfinale oder ähnliches endet. Kann man machen, kostet aber irre viel Geld für Anlagen die die meiste Zeit gar nicht genutzt werden - eine Autobahn mit zwanzig Fahrstreifen, von denen eigentlich fast immer nur zwei gebraucht werden.

Einfacher wäre dann eine Ampel als Zuflussbegrenzung, die einfach dafür sorgt, dass in einem solch seltenen Ereignis nie zu viele Autos auf die Autobahn fahren. Und nichts anderes ist diese "Zwangsregelung" - sie soll vermeiden, dass es in statistisch seltenen Fällen einen Stromausfall gibt.
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Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

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Oder, nimm die "Zwangsregelung", ein an sich schon extrem schlecht gewählter Begriff,
als "Variable Geschwindigkeitbeschränkung" zur optimierung des Verkehrsfusses.

Mehr ist es nicht, und, mir wäre nicht aufgefallen, dass es darum einen aufstand gegeben hätte...
wird wohl auch daran liegen, dass es noch keine "neuen Medien" gab.

Alle fahren, es kommen mehr ohne Stau, sprich Ausfall trotzdem an Ihr Ziel.

Und dieses ist.. den Ladezustand zu erreichen welchen jeder zu einer betimmten Zeit haben möchte.

Auf der Autobahn hätte es einen Stau, und keine Zähflüssigen Verkehr, ob des Ziehharmonikaeffektes, sprich dem Auslösen von Schutzeinrichtungen im Verteilnetz gegeben.
Ein Top-Vergleich!
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Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

Xentres
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Die Stellungnahmen kennt ihr?
https://www.golem.de/news/elektroautos- ... 70623.html

Habt ihr euch eigentlich mal die angedachten Übergangsvorschriften angesehen?

Es gibt Bestandsschutz für aktuell ungesteuerte Wallboxen und erst eine vorgesehene Überleitung in 5 Jahren für bereits bestehende steuerbare Verbraucher. Also kein ambitionierter Zeitplan
Verbraucherseitig
• Für alle Anlagen, die vor dem 01.01.2024 in Betrieb gegangen sind und die bereits eine § 14a-Vereinbarung eingegangen sind, gelten die bisherigen Regelungen bis längstens zum 31.12.2028 unverändert fort.
• Nachtspeicherheizungen kommen bis zu ihrer Außerbetriebnahme dauerhaft in den Genuss einer vor dem 01.01.2024 abgeschlossenen § 14a-Vereinbarung.
• Alle Anlagen (außer Nachtspeicherheizungen) mit einer vor dem 01.01.2024 abgeschlossenen § 14a-Vereinbarung werden zum 01.01.2029 auf das Zielmodell übergeleitet.
• Für Anlagen, die vor dem 01.01.2024 in Betrieb gegangen sind und keine § 14aVereinbarung abgeschlossen haben, gilt die bisherige Rechtslage dauerhaft fort.
• Ein freiwilliger Wechsel der vorgenannten Kundengruppen in das Zielmodell ist jederzeit möglich (ohne Rückkehrmöglichkeit).
Ich habe übrigens einen Konsultationsbeitrag bei der Bundesnetzagentur hinsichtlich der Problematik der 3,7 kW Abregelung bei dreiphasigen Wallboxen eingereicht.
BMW i3 120 Ah - seit 04/2020 - Melbourne Rot

Re: Neuer Anlauf für Zwangsregelung von Wallboxen

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Ich habe einen Bekannten, der bei NOW arbeitet, gebeten, das Problem intern weiterzugeben. Die Kollegen waren wohl schon dran, war seine Rückmeldung.
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