Wichtig für alle Wallboxbesitzer Artikel in Heise.de "Energiewende: Habeck will Smart Meter, und zwar pronto"

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Re: Wichtig für alle Wallboxbesitzer Artikel in Heise.de "Energiewende: Habeck will Smart Meter, und zwar pronto"

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Ja, das ist leider ein Problem. Der Gesetzgeber hat zwar einen Rechtsanspruch auf den Einbau von Lademöglichkeiten geschaffen, aber dabei völlig ignoriert, dass das nur für die ersten Nutzer so einfach geht. Das sind eben keine voneinander unabhängigen Einzelmaßnahmen, sondern es wird eine gemeinsame Lösung gebraucht, für die aber die anderen Eigentümer erst einmal nicht zahlen wollen.
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Re: Wichtig für alle Wallboxbesitzer Artikel in Heise.de "Energiewende: Habeck will Smart Meter, und zwar pronto"

NeoElectric
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A.Q. hat geschrieben: @NeoElectric, dieser Satz verwirrt mich komplett:
NeoElectric hat geschrieben: Ich habe bis hier den Eindruck, der Gesetzgeber mischt sich unheilvoll in die autoarke Energiesteuerung der Eigentümer ein und machts höchstens schlimmer.
Das steht im kompletten Widerspruch zum Rest deines Beitrags, in dem du vom iMSys Funktionen zur Energiesteuerung forderst. Diese Funktionen hat es aber nicht und soll es auch nicht haben. Das iMSys ist kein Energiemanagementsystem. Es erlaubt lediglich durch die kontinuierliche Meldung der Verbrauchswerte, dass Stromanbieter zeitvariable Tarife anbieten können, und dass die Netzbetreiber ihre Netze besser managen können. Nebenbei kann der Kunde die übermittelten Daten für sich nutzen. Er kann es aber auch bleiben lassen und zusätzlich eigene Messsysteme installieren. Es wird jedenfalls überhaupt gar nicht irgendwo in die Energiesteuerung eingegriffen. Das iMSys beschränkt niemanden in der Ausgestaltung seiner Energiesteuerung, es bietet nur zusätzliche Optionen.

Wie stelle ich mir dass aber innerhalb einer WEG in der Tiefgarage vor. Es warten dann viele mit angesteckten Fahrzeugen, bis Überschußstrom produziert wird und möglicherweise sogar zu einem billigeren Tarif. Welche Fahrzeuge werden dann geladen? Alle zugleich wird in den meisten Fällen nicht möglich sein. Nach Priorisierung? Schön für die Ersten, wenns überhaupt reicht.
Es ist Sache der Lastmanagementanbieter, geeignete Verfahren und Optionen in ihre Software zu integrieren, und der Eigentümer, unter den angebotenen Optionen das für sie passende auszuwählen. Es wäre unsinnig, dass der Gesetzgeber das starr festlegt. Hier sind Innovation und flexible Lösungen gefragt.

Woher weiß das Smartmeter (in Echtzeit) eigentlich welcher Strom in den anderen Wohnungen gerade verbraucht wird und welche Energiemenge überhaupt noch zum Laden verteilbar ist, solange nicht jeder ein Smartmeter hat, weil nicht jeder zum Einbau verpflichtet wurde?
Nach dem Motto "Wenn es nicht alle meine Probleme löst, taugt es nichts." Ohne iMSys hast du dieses Problem nämlich genauso.

Es gibt aber auch hier die einfache und wesentlich zuverlässigere Möglichkeit, über ein selbst beschafftes Energiemessgerät den Stromfluss am Hausanschluss zu messen und durch das Energie-/Last-Managementsystem auswerten zu lassen. Das wird ja auch heute schon so gehandhabt, ganz ohne iMSys.

Schon jetzt können mehrere Wallboxen in WEGen praktisch nicht ohne Lastmanagement betrieben werden. Sind die bereits installierten Systeme überhaupt kompatibel zum den BSI Smart Metern, wenn wie im Fall ChargeX ganz andere Ladestrategien verfolgt werden?
Welche Art Kompatibilität schwebt dir da denn vor? Eigentlich hat das eine mit dem anderen nichts zu tun. Die einzige mögliche "Kompatibilität" wäre die Bereitstellung der Messdaten zur Auswertung durch das Lastmanagement. Das kann der Messstellenbetreiber einrichten. Ich vermute, hier werden Standardprotokolle für Microservices wie REST angeboten werden. Das BSI schlägt auch eine Erweiterung vor, mit der das iMSys Daten über EEBus ohne Umweg über das Internet liefern kann - das ist allerdings noch offen.

Warum nur, habe ich kein Vertrauen, dass in diesem Land die Energiewende funktioniert?
Meiner Meinung nach, weil du einige Dinge - sorry, no offense - noch nicht gut genug verstanden hast.
Da hast du einiges missverstanden. Möglich, das ich hier auch auf dem Holzweg bin, daher mal eine grundsätzliche Darlegung meiner Gedankengänge.

Ich ziitiere dafür nochmals aus dem Heise Artikel

"Es sei generell nicht akzeptabel, dass es mit dem Aufbruch bei intelligenten Zählern nicht vorangehe, meinte Habeck. Es gelte, die Hürden wegzuräumen, ohne das Vertrauen der Bürger, Versorger und der Community zu gefährden. Der Verbraucher sollte Vorteile haben, wenn er "in der Stunde, wo der Wind weht", seine Wäsche wäscht. Ferner müsse es möglich sein, etwa E-Autos ins Stromnetz einzubinden durch bidirektionales Laden."

Genau daran störe ich mich. Ich behaupte nicht, dass die Smartmeter ein Lastmanagement darstellen, sondern dass sie U. u vorhandene LMS stören/beeinträchtigen.
Nehmen wir an, einige Parteien haben und wollen kein Fahrzeug. Wenn ein WEG Beschluss mit einer zu kleinen Mehrheit gefasst wurde müssen sich nur die Betreiber von Wallboxen an den Kosten eines Lastmanagement System beteiligen. Die anderen könnten verfahren wie bisher und waschen ihre Wäsche oder nutzen den Trockner, wenn gerade viel und daher günstige Energie zur Verfügung gestellt wird. Das ist nach meinem Verständnis in den Ladeplanungen von Ladesystemen wie ChargeX aber nicht abgebildet und es hat einen Einfluss auf die bislang vorliegenden Gleichzeitigkeitsfaktoren, die dadurch in meinen Augen nicht mehr realistisch sein werden, weil der Stromverbrauch zu gemeinsamen Zeiten mit leistungsstarken Haushaltsverbrauchern reizvoll sein wird.

Das es bestimmte Systeme für ein Lastmanagement gibt weiß ich. Das TQ EM420 ist z. B. ein System, dass dank der Anzahl der möglichen Stromsensoren die entnommene und die maximale Leistung der Wohnungsanschlüsse und damit auch indirekt mehrere Unterverteiler verwalten kann.

Das jetzt mal als Erste Diskussionsgrundlage, bevor wir aneinander vorbei reden.

Re: Wichtig für alle Wallboxbesitzer Artikel in Heise.de "Energiewende: Habeck will Smart Meter, und zwar pronto"

NeoElectric
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A.Q. hat geschrieben: Ja, das ist leider ein Problem. Der Gesetzgeber hat zwar einen Rechtsanspruch auf den Einbau von Lademöglichkeiten geschaffen, aber dabei völlig ignoriert, dass das nur für die ersten Nutzer so einfach geht. Das sind eben keine voneinander unabhängigen Einzelmaßnahmen, sondern es wird eine gemeinsame Lösung gebraucht, für die aber die anderen Eigentümer erst einmal nicht zahlen wollen.
Der Rechtsanspruch ist gar nicht so sehr das Problem, den gibts ja nur bedingt. Die erwähnte Partei, ohne E-Auto, hat die anderen Eigentümer erst gar nicht gefragt und einfach montieren lassen, weil Ihre bewilligte Förderung auszulaufen drohte. Innerhalb einer Versammlung der WEG hätte man ihr schon einige Auflagen gemacht, dass sie aus Kostenfgünden freiwillig auf die Wallbox verzichtet hätte. Der Elektriker, der ihr die montiert hatte ignorierte einfach aus Kostengründen die VDE-Vorschriften zum AAR (Anlagen-Anschluss-Raum) im Zählerfeld und schloss die Wallbox direkt im AAR an. Zudem kappte er einfach in der Homeoffice-Zeit für eine Stunde die Stromversorgung von 10 Wohnungen, obwohl er lediglich die Sicherung der betreffenden Wohnung hätte umlegen müssen. Die montierte Wallbox ist für ein Lastmanagement auch nicht/kaum geeignet und wird vermutlich ungenutzt auf dem Recyclinghof landen.

Re: Wichtig für alle Wallboxbesitzer Artikel in Heise.de "Energiewende: Habeck will Smart Meter, und zwar pronto"

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NeoElectric hat geschrieben: Genau daran störe ich mich. Ich behaupte nicht, dass die Smartmeter ein Lastmanagement darstellen, sondern dass sie U. u vorhandene LMS stören/beeinträchtigen.
Hmm, also ich verstehe das von dir geschilderte Problem so, dass die Ladestationen ins Lastmanagement eingebunden sind, die Haushalte aber nicht. Und wenn die dann alle zu Zeiten billigen Stroms einfach ihre Waschmaschine und ihren Backofen anschmeißen, bleibt nicht mehr genug Strom für die Autos übrig. Ist es das, was du meinst mit "Störung" meinst?
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Re: Wichtig für alle Wallboxbesitzer Artikel in Heise.de "Energiewende: Habeck will Smart Meter, und zwar pronto"

Steinhard
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NeoElectric hat geschrieben:
Steinhard hat geschrieben: @NeoElectric Im MFH egal welcher Größe gibt es ohnehin ein Lastmanagement für die Ladeinfrastruktur. Die Problematik bzgl Überlastung, Priorisierung ist damit ohnehin abgefrühstückt.
Schön wärs. In unserer WEG mit 40 Parteien existieren gerade einmal 3 E-Autos, wovon aktuell nur 2 Stellplätze über eine eigene Wallbox verfügen.
2 Wallboxen sind für ein MFH ja kein Problem, und ich würde das auch nicht als Ladeinfrastruktur bezeichnen. Mit wachsenden Interesse der Mitbewohner wird dieser Wildwuchs auch wieder korrigiert.
Das muss man als Lernkurve bzw Wachstumsschmerzen abhaken. Wünsche viel Erfolg bei der künftigen Umsetzung, dran bleiben lohnt sich! Und wenn alle an einem Strang ziehen muss das noch nicht Mal sehr teuer sein.

Grüße

Re: Wichtig für alle Wallboxbesitzer Artikel in Heise.de "Energiewende: Habeck will Smart Meter, und zwar pronto"

NeoElectric
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Doch leider, denn alle 3 Wallboxen hängen am selben Unterverteiler, der gerade einmal für 1 Wallbox ohne Management ausreicht. Natürlich können sich 2 Betreiber absprechen oder einfach nachts laden. Aber kein Elektriker setzt da seine Unterschrift darunter. Unserem Netzbetreiber ist das egal, den intessiert nur der Hausanschluss. Für den Unterverteiler haftet ja in seinen Augen der Elektrobetrieb.

Re: Wichtig für alle Wallboxbesitzer Artikel in Heise.de "Energiewende: Habeck will Smart Meter, und zwar pronto"

Steinhard
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Aber diese Unterverteilung kann man ja ertüchtigen, und Wallboxen mit Lastmanagement installieren. Hätte man natürlich gleich machen können, aber da hat die kritische Masse an Interessenten gefehlt. Ist eben so, dann muss das eben im zweiten Anlauf gemacht werden. Ist eben Lehrgeld dass man zahlt.

Re: Wichtig für alle Wallboxbesitzer Artikel in Heise.de "Energiewende: Habeck will Smart Meter, und zwar pronto"

NeoElectric
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A.Q. hat geschrieben:
NeoElectric hat geschrieben: Genau daran störe ich mich. Ich behaupte nicht, dass die Smartmeter ein Lastmanagement darstellen, sondern dass sie U. u vorhandene LMS stören/beeinträchtigen.
Hmm, also ich verstehe das von dir geschilderte Problem so, dass die Ladestationen ins Lastmanagement eingebunden sind, die Haushalte aber nicht. Und wenn die dann alle zu Zeiten billigen Stroms einfach ihre Waschmaschine und ihren Backofen anschmeißen, bleibt nicht mehr genug Strom für die Autos übrig. Ist es das, was du meinst mit "Störung" meinst?
Eine Störung nenne ich es nicht. Es beeinträchtigt (stört) sich u. U. gegenseitig. Und natürlich haben E-Autos keine Vorrechte und die reklamiere ich auch nicht.

Re: Wichtig für alle Wallboxbesitzer Artikel in Heise.de "Energiewende: Habeck will Smart Meter, und zwar pronto"

NeoElectric
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Steinhard hat geschrieben: Aber diese Unterverteilung kann man ja ertüchtigen, und Wallboxen mit Lastmanagement installieren. Hätte man natürlich gleich machen können, aber da hat die kritische Masse an Interessenten gefehlt. Ist eben so, dann muss das eben im zweiten Anlauf gemacht werden. Ist eben Lehrgeld dass man zahlt.
Kann man, wenn nicht Fakten geschaffen worden wären, mit einer Wallbox ohne praxistaugliche Schnittstelle. Ich hatte vorgeschlagen eine Mennekes Master /Slave Einheit zu installieren und war auch bereit die teurere Master Einheit zu übernehmen. Die Anderen waren aber nicht angetan, weil dass ja was gekostet hätte und ihre Lösungen für Umme zu haben waren.

Re: Wichtig für alle Wallboxbesitzer Artikel in Heise.de "Energiewende: Habeck will Smart Meter, und zwar pronto"

Stromer21
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Braucht so ein Smart Meter ein APZ Feld? Wie sendet der Smart Meter die Daten? (Funk?)
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