Eine Tiefgarage - mehrere Häuser - wo kommt der Strom für die Wallboxen her?

Re: Eine Tiefgarage - mehrere Häuser - wo kommt der Strom für die Wallboxen her?

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hypnorex hat geschrieben: Das heißt, wenn ich eine private absperrbare Steckdose in der Tiefgarage habe, die auf meinen Stromzähler geht, dann wäre das nicht erlaubt? Das lese ich zum ersten Mal und der Elektriker wusste wohl auch nichts davon.

Dann verstehe ich das mit den zwei Hälften aber auch nicht, denn dann könnte man meinen Stellplatz als eigene Hälfte sehen.
Wenn dein eigener Stromzähler auf den gleichen Hausanschluss läuft wie der Rest der Tiefgarage, dann ist das kein Problem und auch keine Vermaschung. Erst wenn die Tiefgarage aus einem anderen Hausanschluss versorgt wird, wird es als Vermaschung bezeichnet.

Und wie ihr eure Hälften definiert ist ganz alleine eure Sache. Wenn der Rest der Eigentümergemeinschaft da mitgeht und ebenso der Netzbetreiber, dann ist das doch okay. Es muss halt im Notfall klar ersichtlich sein, wenn es denn in der Garage wirklich mal zum Brand kommt, so dass die Feuerwehr und auch ein notdürftig herbeigerufener Elektriker mit wenigen Handgriffen alles stromlos schalten kann. Tragisch wäre, wenn eine Hauptsicherung abgeklemmt wird und jemand anschließend ein noch immer spannungsführendes Teil anpackt und dabei zu Schaden kommt.


@Ilchi Gerade mit PV auf privaten Dächern wird das eine spannende Herausforderung. Die Variante mit dem zentralen Not-Aus über Schütze ist wohl eine Möglichkeit, wenn auch sehr komplex und damit vermutlich teuer. Ich bin selbst kein Elektriker und kann das nicht beurteilen.

@city_lion Ich glaube, dass sehr viel Wildwuchs über die Jahre entstanden ist, den niemand beachtet hat und der bisher keinen interessiert hat. Durch die Wallboxen wird jetzt die Stromunterverteilung in den Blickpunkt gerückt und bei vielen Bestandsanlagen fällt erst jetzt auf, was da wirklich installiert wurde. Wir haben die Wallbox-Installation zum Aufräumen genutzt und alles glattgezogen, wobei das in unserem Fall glücklicherweise minimaler Aufwand war. Betroffen waren halt nur ein Beleuchtungskreis, ein beleuchtetes Notausgangschild und eine Schuko eines Miteigentümers aus dem linken Haus mit Stellplatz in der rechten Hälfte, diese mussten umgearbeitet werden, was im Wesentlichen drei Kabel und eine Sicherung umzuhängen und ein zusätzlicher Hutschienenzähler zu installieren war.
Der Fuhrpark:
Alltag: Kia e-Soul 204 Spirit (02/2021) + Range Rover Velar P400e (07/2022)
Spaß: Alfa GT 3.2 V6 Distinctive (02/2005) + Renault Fuego GTX 2 litres (05/1983)
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Re: Eine Tiefgarage - mehrere Häuser - wo kommt der Strom für die Wallboxen her?

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Ein anderer Aspekt wäre, die eingekaufte Leistung aller Hausanschlüsse zusammenzurechnen (unter Beachtung der richtigen Gleichzeitigkeitsfaktoren) und dann die freie Leistung an einem (separaten) Hausanschluß abzurufen.
In diesem Zusammenhang sind Flurnummern und WEG-Grenzen wichtig.

Wer ist der Erste da diesen Ansatz mit einem Netzbetreiber etabliert?
Fiat 500e seit 2017, zusätzlich VW eGolf. 80 MWh Strom an den Ladesäulen verkauft.
Ladesäule vor der Haustür
#2307 Ladestart um 23:07

Re: Eine Tiefgarage - mehrere Häuser - wo kommt der Strom für die Wallboxen her?

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Alfa.Tiger hat geschrieben:
@city_lion Ich glaube, dass sehr viel Wildwuchs über die Jahre entstanden ist.
In unserem Fall ist das Erstinstallation vom Bauträger gut 10 Jahre alt.
Der Brandschutzabnahme sind zwar falsche Wärmeisolierung und eben fehlende Notwegebeleuchtung aufgefallen, aber für die Elektrik hat sich da niemand interessiert.

Re: Eine Tiefgarage - mehrere Häuser - wo kommt der Strom für die Wallboxen her?

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Ein separater Hausanschluss für die Tiefgarage war in unserem Fall absolut unwirtschaftlich. Das wären um die 30 TEUR gewesen nur für den BKZ, die Unterverteilung in der TG noch nicht eingerechnet. Aber bei komplexeren Fällen und/oder großen Tiefgaragen (100+ Stellplätze) mag das durchaus eine Alternative sein.
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Re: Eine Tiefgarage - mehrere Häuser - wo kommt der Strom für die Wallboxen her?

Der_Benn
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Ich bin mal gespannt was hier rauskommt.
Ich habe auch so eine Konstellation wo Vermaschung/Auftrennung/Schütztrennung in Frage kommt :)
Aktuell sucht unsere WEG einen Planer.
Die Stadtwerke wurden schonmal gefragt: 4-5 Ladeplätze gehen, aber nur mit einen neuen Hausanschluss neben den vorhandenen (ca. 10k€). Wenn es mehr werden müssen wir eine neuen Trafo (ca. 60k€) und Leitungen bezahlen...

Ist auch total einfach meine Situation:
Standort: Bayern
TG-WEG BJ 1978 mit 100 festen Stellplätzen als Sondereigentum (aufgeteilt in Hallen mit 16, 18, 36 und 30 Plätzen) mit eigener Flurnummer und eigener Stromanschluss im Haus der Wohn-WEG 1.3 (aktuell nur für Licht und Tor, früher auch eine Belüftung).
An die TG schließt ein Garagenhof an, mit einer Trafogarage direkt an der Grenze. Versorgung erfolgt z.Zt. aber aus entgegengesetzter Richtung. Es gibt auch noch 30 Außenstellplätze neben den Garagenhof, die hat sich aber damals der Bauträger auf ewig per Sondernutzungsrecht gesichert.

Aktuelle Lage:
Wohn-WEG 1 mit 42 Parteien auf 3 zusammenhängende Häuser aufgeteilt, fast alle Wohnungen haben eine Stellplatz in der TG. In Haus 1.1 mit den meisten Parteien ist die Heizung, Die Stromzuleitung für Haus 1.3 + TG wird in Haus 1.2 abgezweigt. Alle Häuser sind per Schleuse direkt mit der TG verbunden. Zumindest von Haus 1.2 und 1.3 sollte sich einiges an Strom abzapfen lassen.
Wohn-WEG 2 mit 50 Parteien auf 3 zusammenhängende Häuser aufgeteilt, Haus 2.3 ist mit der TG verbunden und fast alle Wohnungen aus dem Haus haben eine n Stellplatz in der TG.

Die 11kW genehmigungsfrei gelten ja pro Elektrische Anlage. Alle Stromzähler (Gemeinschaftsstrom und Wohnungen) sind mit ja 3x63A Vorgesichert. Die Sicherungen der Zuleitungen sind nicht Sichtbar und unbeschriftet. Damit sollten mit TG, Haus 1.2 und Haus 1.3 bei Aufteilung der TG mind. 3x 11kW z.B. für ChargeX Systeme zur Verfügung stehen ohne das die Stadtwerke etwas dagegen tun können.
Zur letzten Eigentümerversammlung wurde gefragt wer (die nächsten Jahre) Interesse hat, 7 haben sich gemeldet. Aktuell stehen 3 PHEV in der TG. Mir wäre eine Abrechnung per MID Zähler über die Nebenkosten (Gemeinschaftsstrom oder vom eigenen Zähler) am liebsten. Damit sollten sich die laufenden Kosten in Grenzen halten, vor allem für diejenigen die noch kein E-Fahrzeug haben (wie Ich).

Tldr:
TG mit 100 Stellplätzen sucht Lösung.

Re: Eine Tiefgarage - mehrere Häuser - wo kommt der Strom für die Wallboxen her?

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Krass komplex :D
Für so etwas braucht man wirklich einen Planer, der den IST-Zustand durchdringt. Nach dem letzten Gerichtsurteil kann jeder schnell was hinbauen und dem Rest ne lange Nase machen. Halte ich für unsinnig, lieber eine Lösung finden, die langfristig für alle trägt. Bei so einer großen Eigentümergemeinschaft hast du auf jeden Fall das Potenzial, auch hohe Grundinstallationskosten auf viele Parteien zu verteilen, wenn alle mitziehen und die Beträge durch den großen Divisor für jeden Einzelnen überschaubar bleiben.

Wenn man eine günstige Lösung sucht, dann wäre evtl. mit ChargeX im Idealfall (auch baulich) schon Folgendes zu erreichen: 5 Systeme mit je 8 Wallboxen = 40 Wallboxen. Wenn man die in der Mitte zwischen zwei Stellplätzen installiert und sich die Stellplätze jeweils eine Box teilen, dann könnte man schon 80 Stellplätze erreichen, ohne dass die Hausanschlussleistung erhöht werden muss.

Ansonsten wäre eher ein Planer wie ChargeIT oder The Mobility House gefragt, allerdings dann auch mit Kosten in Höhe von 3-5 TEUR je Stellplatz, wenn alle die Grundkosten tragen. Wenn nicht, dann eher mit 10-15 TEUR für die Ersten, je mehr hinzukommen, desto günstiger wird es nachträglich (die Nachzügler müssten sich dann in die Grundinstallation einkaufen).

Drücke dir die Daumen, dass ihr da jemanden findet.
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Re: Eine Tiefgarage - mehrere Häuser - wo kommt der Strom für die Wallboxen her?

smart82
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Also bei unserer WEG mit 120 Stellplätzen wurde die Grundinfrastruktur von einer Fachfirma geplant und installiert. Zusätzlicher Hausanschluss mit 250kW und Lastmanagement, zentrale Stromschiene zur Verteilung und ein Abrechnungsbackend. Hat ca 1500€ pro Stellplatz für die Grundinfrastruktur gekostet und wurde auf alle Eigentümer umgelegt, da es mehr als eine Zweidrittelmehrheit dafür gab. Wallbox kommt für jeden Eigentümer nochmal zwischen 2k und 3,5k je nach Modell, muss man aber nicht nehmen. Betrieb eines Ladepunktes kostet 10€ pro Monat. Bei Interesse, kann ich den Planer per PN nennen (kommt aus Bayern).

OT

Der_Benn
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Bei mir hat sich die Situation entspannt.
Die Stadtwerke haben (auf öffentlichen Stellplätzen) gegenüber TG Zufahrt überraschend eine AC Doppelsäule hingestellt. Innerhalb von zwei Wochen fertig (am Samstag lud jemand dort), nur die Beschilderung ist noch nicht komplett.
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