6x 11 kW Wallboxen in Tiefgarage (WEG) - Netzbetreiber will dynamisches Lastmanagement

6x 11 kW Wallboxen in Tiefgarage (WEG) - Netzbetreiber will dynamisches Lastmanagement

jottlieb
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Hallo zusammen

ich bin ein Eigentümer in einer 6-Parteien WEG mitsamt Tiefgarage, das Mehrfamilienhaus ist Baujahr 2005 und befindet sich in Baden-Württemberg.
Aktuell bin ich der einzige, der definitiv in näherer Zeit eine Wallbox will - ich denke dass hier 11 kW reichen, da es unkomplizierter ist und die bisherige Förderung (falls es wieder eine durch die KfW gibt) ja auch darauf beschränkt war.

Als Vorbereitung auf einen Antrag in der WEG-Versammlung, bin ich schon etwas am recherchieren - unter anderem, ob der Hausanschluss - damit sich kein Eigentümer hintergangen fühlen kann - genügend Anschlussleistung für bis zu sechs Wallboxen hätte.
In der Antragstellung beim Stromnetzbetreiber (unverbindlich, zu Auskunftszwecken) habe ich angegeben, dass jede Wallbox "hinter" dem jeweiligen Wohnungszähler angeschlossen werden soll. Jede Wohnung ist mit einem 63A SLS versehen:
IMG_8355 Kopie.JPG
SLS pro Wohnung
Nun kam die Antwort vom Netzbetreiber:
ED Netze Anschlusszusage Kopie.JPG
Anschlusszusage
Mich irritieren vor allem zwei Punkte:
- Die Aussage dass es unbedingt ein dynamisches Lastmanagement benötigt (warum überhaupt bzw. warum nicht nur statisch?)
- Eigentlich fehlt in meinen Augen die Angabe, auf welchen Maximalbezug das Lastmanagement denn regeln soll

Bevor ich jetzt beim Netzbetreiber nachhake, wollte ich an dieser Stelle fragen, ob meine Einwände denn berechtigt sind.

Und ja, natürlich könnte/müsste das letztendlich ein Elektriker alles eruieren, berechnen und beantragen, aber ich will nicht gleich 600 Euro oder mehr für eine Erstbegehung rausblasen ohne zu wissen, wohin der Hase läuft. Zumal hier in der Region alle Firmen gut ausgelastet sind.

Vielen Dank im Voraus!
Tags: Lastmanagement Netzanmeldung Netzbetreiber WEG
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Re: 6x 11 kW Wallboxen in Tiefgarage (WEG) - Netzbetreiber will dynamisches Lastmanagement

electrifylife
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Wichtig ist auch die Hausanschlusssicherung, nicht nur die der Wohnungen. 66 kW werden da ganz sicher nicht möglich sein.

Re: 6x 11 kW Wallboxen in Tiefgarage (WEG) - Netzbetreiber will dynamisches Lastmanagement

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Hallo jottlieb,
die Forderung vom Netzbetreiber ist sinnvoll. Ein MFH mit 6 WE hat nach DIN 18015-1 eine Gesamtanschlussleistung von wahrscheinlich ca. 63A oder max. 80A. Vielleicht kann man noch auf 100A aufsichern. D.h das Haus kann aktuell zw. 44kW und 55kW maximale Leistung beziehen. Wenn6 Autos mit 11kW laden wollen, wird das nicht funktionieren. Daher die Forderung nach einem Lastmanagement. Das dynamische LM nutzt hier den Netzanschluss komplett aus. Mit einem statischen LM könnte man nur die sichere freie Leistung verteilen.
Ich würde die Wallboxen immer hinter einen eigenen Zähler hängen (Den Grund habe ich mal hier aufgeschrieben: https://www.eautolader.net/faq/stromzähler/ )
Ich hoffe das hilft soweit.
Beratung Ladeinfrastruktur für Immobilien
Lastmanagement für Wohnanlagen
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Erklärvideos unter: https://www.youtube.com/eautolader

Re: 6x 11 kW Wallboxen in Tiefgarage (WEG) - Netzbetreiber will dynamisches Lastmanagement

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Die entscheidende Frage, die ja in Deinem Fall nicht beantwortet ist, wäre ja, auf welche Maximallleistung der "Ladepark" ausgelegt werden soll. Nur wenn man das weiß, kann man ja ein Lastmanagement installieren. Ich würde auch mal nachforschen, mit welchem Gleichzeitigkeitsfaktor die rechnen. Bei Praxisversuchen wurde nämlich in letzter Zeit festgestellt, dass die Gleichzeitigkeit meist viel niedriger ist, als gedacht.

Die Frage ist auch, wie das Lastamanagement realisiert werden kann, wenn die Wallboxen jeweils hinter dem Zähler der Wohnungen angeschlossen sind. Eine zentrale Lastverteilung geht ja dann nicht, die Wallboxen müssten irgendwie untereinander kommunizieren und damit "kooperativ" die Last verteilen. Ob es solche Systeme gibt, weiß ich nicht, ich befürchte aber, dass sie recht teuer sein werden.

Re: 6x 11 kW Wallboxen in Tiefgarage (WEG) - Netzbetreiber will dynamisches Lastmanagement

jottlieb
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Danke für die Antworten.
Okay, die Anschlussleistung des Hauses wird also vermutlich nicht ausreichen, daher die Forderung nach dem Lastmanagement. Leider kann ich nicht sehen, wie das Haus abgesichert ist und der Netzbetreiber hat auch keine konkrete Auskunft gegeben.

Aber wie schon gesagt: Müsste der Netzbetreiber nicht schreiben, dass max. xx kW für die Ladepunkte zu Verfügung stehen?

@eautolader
Den Artikel auf deiner Website verstehe ich eher so, dass man bei dynamischen Lastmanagement die Wallboxen eher nicht hinter den eigenen Wohnungszähler klemmen kann/sollte?

Aber ich sehe schon, so einfach und günstig wird es wohl nicht werden - zumindest nicht, wenn man den Fall berücksichtigt, dass perspektivisch alle Eigentümer eine Wallbox möchten bzw. dass es fair abläuft. Klar könnte ich erstmal nur meine Wallbox beantragen und installieren lassen - aber spätestens bei der zweiten oder dritten wird der Netzbetreiber wohl "nein" sagen und dann gibt's sicher Spannungen in der Gemeinschaft.

Re: 6x 11 kW Wallboxen in Tiefgarage (WEG) - Netzbetreiber will dynamisches Lastmanagement

robbe
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jottlieb hat geschrieben: Danke für die Antworten.
Okay, die Anschlussleistung des Hauses wird also vermutlich nicht ausreichen, daher die Forderung nach dem Lastmanagement. Leider kann ich nicht sehen, wie das Haus abgesichert ist und der Netzbetreiber hat auch keine konkrete Auskunft gegeben.

Aber wie schon gesagt: Müsste der Netzbetreiber nicht schreiben, dass max. xx kW für die Ladepunkte zu Verfügung stehen?
Manchmal steht das auf dem HAK drauf. Evtl. können auch die Daten des Kabels was von draußen kommt und in den HAK geht Aufschluss darüber geben, was theoretisch möglich wäre.

Re: 6x 11 kW Wallboxen in Tiefgarage (WEG) - Netzbetreiber will dynamisches Lastmanagement

electrifylife
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Es ist eigentlich recht simpel: Dynamisches Lastmanagement an einem Zähler: man muss nur den restlichen hausverbrauch messen, die different zur gesamten anschlussleistung (+ Reserve) steht den Wallboxen zur Verfügung.

Hinter den wohnungszählern: man muss das obige messen UND den Verbrauch jeder Wohnung, damit auch die wohnungssicherung nicht überlastet wird. Wobei eure Sicherungen sehr großzügig dimensioniert sind. Gibt es Durchlauferhitzer oder Ähnliches? Falls nicht reicht es vielleicht sogar nur den gesamten hausverbrauch zu messen.
Die Lösung von eautolader ist da angenehm simpel und günstig, kann dafür allerdings die Last nicht auf die Wallboxen aufteilen. Cfos wäre auch günstig und könnte das.

Re: 6x 11 kW Wallboxen in Tiefgarage (WEG) - Netzbetreiber will dynamisches Lastmanagement

jottlieb
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electrifylife hat geschrieben: Es ist eigentlich recht simpel: Dynamisches Lastmanagement an einem Zähler: man muss nur den restlichen hausverbrauch messen, die different zur gesamten anschlussleistung (+ Reserve) steht den Wallboxen zur Verfügung.
Verstanden. Aber das benötigt dann natürlich Wallboxen mit individueller Freischaltung/Abrechnung, damit klar ist, wer was verbraucht hat.
electrifylife hat geschrieben: Wobei eure Sicherungen sehr großzügig dimensioniert sind. Gibt es Durchlauferhitzer oder Ähnliches?
Nein, gar nicht. Warmwasser und Heizung erfolgen mittels Fernwärme und die Stellventile der Fußbodenheizung verbrauchen eigentlich auch nicht so viel ;)

Re: 6x 11 kW Wallboxen in Tiefgarage (WEG) - Netzbetreiber will dynamisches Lastmanagement

electrifylife
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Meistens hat jeder seine eigene Wallbox, man würde da dann einen MID Zähler dazwischen schalten und kann darüber die Abrechnung machen.

In eurem Fall sieht es so aus als wären die Wohnungen überdimensioniert. OHNE GEWÄHR würde ich da die 11kW Wallboxen auf die wohnungszähler hängen und das dyn LM nur über den Hausverbrauch steuern. Die Abrechnung ist so einfacher, allerdings kann man keinen separaten Wallbox Tarif nutzen.

Re: 6x 11 kW Wallboxen in Tiefgarage (WEG) - Netzbetreiber will dynamisches Lastmanagement

electrifylife
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Wahrscheinlich gibt es zwischen den Wohnungs-RCDs und dem SLS noch weitere Sicherungen, da 63A RCDs selten eingesetzt werden und die RCDs somit vorgesichert werden müssen. Ist aber für die Wallboxinstallation nicht so wichtig.
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