Ziehen die Strompreise gerade kräftig an?

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Re: Ziehen die Strompreise gerade kräftig an?

Tom7
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A.Q. hat geschrieben: Ich denke, dass in zehn Jahren Preisdifferenzen zwischen den billigsten und teuersten Zeiten von 50 bis 100 ct / kWh durchaus realistisch sind. Sprich: Häufig ist Strom praktisch umsonst, aber bei Windstille abends im Winter kann es auch mal 70 Cent oder mehr kosten. Und das ist dann schon eine Größenordnung, wo sich die meisten dazu verleiten lassen, die Waschmaschine doch besser auf mittags oder nachts zu programmieren - denn da wäscht er dann praktisch umsonst statt für 1 € am Abend.
Schauen wir mal, ob das so kommt. Ich bin durchaus dafür, ich glaube auch nicht, dass das den Umsturz bringen würde, denn im Privathaushalt ändert das wenig, nach den Bedingungen heute. Denn der private Haushalt kann quasi nichts schieben außer der Waschmaschine und ein bisschen den Geschrirrspüler (machen je rund 4% bei mir aus), der Rest ist fix und irgendwo das Mittel. Aber das macht es insgesamt natürlich nicht billiger, denn man hofft ja, dass man den Verbrauch an die Erzeugung anpassen möchte. Leidtragende wären wohl die Solarbarone und dahinter steckt die grüne Lobby, daher wird es mit den Grünen wohl nicht so kommen. Da stecken wir eher im Stillstand.

Allerdings sollte man eines nicht unterschätzen, wenn man massiv durchelektrifiziert hat in 10 Jahren, lokale Netze nicht ausgebaut hat, billiger Strom ist da und jeder will ziehen, aber dann muss der Netzbetreiber abschalten und die Wallbox oder die Wärmepumpe läuft nicht mehr, weil nicht mehr geht. Dann kommt massiv Frust auf. Denn wenn eh Energie brutal teuer ist und endlich könnte man die Bude mal halbwegs durchwärmen und die E-Karre voll laden, dann kommt das Abschaltsignal.

Das sind die Kernpunkte für den Klimaminister. Netzausbau und EE-Energieausbau. Die Nicht-Ziele sind Verbraucher zu elektrifizieren. Zugegeben, das eine ist schwerer als das andere. Aber nur so würde er zum Kohleminister zum Klimaminister werden.
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Re: Ziehen die Strompreise gerade kräftig an?

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Welche "Solarbarone"? Mit auslaufenden fixen Einspeisevergütungen wird eh jeder seinen Strom vermarkten müssen. Und Börsenpreise bekommen. Oder sehe ich da was nicht, was Du siehst?

Sprich, denen, die früh dabei waren und hohe feste Einspeisevergütungen hatten, denen geht es doch sowieso und als erstes "ans Leder".

Es geht nicht um die Einspeiser, es geht allein um die Abnehmer. Für Erstere ändert sich nix.

Lieschen Müller wird vielleicht etwas teurer kochen, dafür etwas günstiger waschen können, kommt eh auch auf eins raus.

Richtig fette Verbraucher wie Elektroautos kann man aber durchaus zeitlich schieben mit dem Laden. Und Wärme muss man auch nicht 24 h durchgehend erzeugen (Wärmespeicher, Fußbodenheizung).
Gruß
Werner
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Re: Ziehen die Strompreise gerade kräftig an?

Janne16
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Ich überlege auf der einen Seite schon, ob so ein Akku eine sinnvolle Investition ist. Wenn ich mit 30 % Verlust rechnen muss... Im Moment verschenke ich sogar mit einem Balkonkraftwerk so 1 bis 2 kW pro Tag und das wird noch bis September so sein.

Re: Ziehen die Strompreise gerade kräftig an?

Martyn136
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A.Q. hat geschrieben: Übrigens werden diese Industrien bereits heute überwiegend mit dynamischen Tarifen versorgt oder handeln ihren Strom direkt an der Börse. Einfach deswegen, weil es am günstigsten ist.
Es gibt ja auch Industriebetriebe die einen gewissen Teil ihres benötigten Stromes selbt erzeugen, sei es durch Photovoltaik auf dem Dächern der Produktionshallen oder das sie Biogasanlagen betreiben. Und noch intressanter wird es wenn man selbst Pumpspeicherkraftwerke betreibt. Dann kann man Strom wenn er gerade billig ist einkaufen aber bei Bedarf abrufen.

Re: Ziehen die Strompreise gerade kräftig an?

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Tom7 hat geschrieben: Denn wenn eh Energie brutal teuer ist und endlich könnte man die Bude mal halbwegs durchwärmen und die E-Karre voll laden, dann kommt das Abschaltsignal.
Wenn dieses Szenario eintreten sollte, was nur Verschwörungstheoretiker sagen, nicht aber die Verantwortlichen bei den Netzversorgern, dann zu Zeiten wo der Strom eben extrem teuer ist, warum sollte ich gerade da mein BEV laden wollen?
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Re: Ziehen die Strompreise gerade kräftig an?

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Tja warum wohl?
Weil ich an allem das schlechte herausarbeiten möchte?
Weil ich mein Verhalten ja nicht auch nur ein Stück ändern möchte?
Weil ich lernte dass "der Staat" einem alles regelt und Eigenverantwortlichkeit ein Fremdwort ist?

Weil ich den Wandel der Zeit nicht akzeptieren möchte?

Oder weil ich einfach ein negativer Mensch bin von welchen es genug gibt.
Leider.
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Re: Ziehen die Strompreise gerade kräftig an?

hgerhauser
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AbRiNgOi hat geschrieben: warum sollte ich gerade da mein BEV laden wollen?
Tom7 hat sich da unglücklich ausgedrückt. Ich gehe davon aus, dass er eine Situation mit niedrigen Börsenpreisen und Netzengpässen meint. So ähnlich hatten wir das diesen Winter in Baden-Württemberg. Es gab viel Windstrom und trotzdem wurde zum Strom sparen aufgerufen.

Bei variablen Netzentgelten regelt sich das über den Preis und nicht über Abschalt Signale.
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Re: Ziehen die Strompreise gerade kräftig an?

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Oh, Du nennst ein gutes Beispiel, BW.
Dort wurden seit 2021 netto keine Windkraftanlagen zugebaut.
Dies da genausoviel abgerissen wurden.
Es schlägt in deutschen Landen nämlich langsam der Betriebsanlagenbescheidsablaufswahnsinn an.

Bei Kohle; Betriebsanlagengenehmigungsverlängerung.
Bei Atom "Streckbetriebsgenehmigung".
Bei Gas Betriebsanlagenverlängerungsgenehmigung.
Bei Wasserkraft? detto, sind aber längere Genehmigungsfristen an sich.
Bei Windkraft?
Da muss man unbedingt sofort rückbauen, abreissen...
Was heisst, der Betonblock in der Erde muss nur 1 m abgetragen werden, der Rest darf bleiben.

Ja, die Elektronikkomponenten in den Regelungen sind endlich verfügbar.
Ja, die heutigen Windradleistungen sind teils ein vielfaches höher.

Nur, etwas funktionierendes, abgeschriebenes abschalten, ist doch Irrsinn. In allen anderenTechnologien wird verlängert nur beim Wind nicht?!

Was denn dann die Preise.. treiben kann.

In einem Kohledominiertem Bundesland,
mit teils Betriebsanlagengenehmigten Wärmekraftanlagen aus vor 1910... alle Achtung..

Ja, das kann Preise treiben.

Worauf auf Umwegen eine "last Generation" aufmerksam macht, bzw. mehr machen sollte.

Ich kennen Wasserkraftwerke welche heute >120 Jahre alt sind.
Dort wurden ebenso Komponenten gewechselt.

Geht ja bei Windkraftanlagen gar nicht.. Steckbetrieb... welche Teufelswort.
Somit zahlt der Kunde, stimmt.
Allerdings, es sind 2022 51 neue Windkraftanlagen genehmigt worden und der Effekt wird nicht der sein, welchen @Tom7 heraufbeschwört.
Dies wird auch den durchschnittlichen Abendstrompeak im Preis abflachen.

Jedoch, jeder Dolm, der beim nach Hausde kommen einfach das Auto lädt, weil er sowieso immer das gleiche zahlt...lässt genau diese Preisspitze steigen.

Ja, Dolm, was noch freundlich ausgedrückt ist....

JEDE Netzdienliche Ladung senkt den Durchschnittspreis und das ist ab ca 22:30 bis 05:30.

Und, derartige Dolme gibt es genug.

( Bei uns, da z.B. beim Nissan nur mit kalter Luft gekühlt wird?--> 30 Minuten laden nach Ankunft zuhause, damit im Sommerhalbjahr die Batterie heruntergekühlt werden kann--> dann aus. Ladung nach 23:00.)
Man kann, wenn man will.
Zuletzt geändert von env20040 am Mi 7. Jun 2023, 08:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ziehen die Strompreise gerade kräftig an?

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  • AbRiNgOi
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Wenn aber wirklich der Fall eintreten sollte, dass bei niedrigen Preisen in einem Land wie BW die Lichter ausgehen, dann doch nur, weil die teuren Kraftwerke im Land nicht laufen wollen, weil es sich nicht rentiert, aber der billige Strom aus anderen Ländern nicht durch die Leitungen passt.
Das sehe ich als absoluten Sonderfall, gibt es in Europa sonst denke ich nur in Bayern.
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Re: Ziehen die Strompreise gerade kräftig an?

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AbRiNgOi hat geschrieben: Wenn dieses Szenario eintreten sollte, was nur Verschwörungstheoretiker sagen, ...
Nein, das ist schon ein reales Thema. Wenn die Verbraucher in den Verteilnetzen ihre Verbräuche auf Niedrigpreiszeiten konzentrieren, wird dann die Netzbelastung sehr hoch sein. Das hat sich bereits in den Modellversuchen zum gesteuerten Laden gezeigt.

Übertrieben sind aber wieder die Szenarien, die da vielfach aufgemalt werden. "Ich komme nach 500 km Fahrt mit dem letzten % SoC zuhause an, muss dann sofort dringend wegen eines Notfalls spontan zum Krankenhaus, kann aber wegen der Abschaltung mein Auto nicht aufladen." oder ähnlich abstruse Geschichten.

Es gibt auch kein "Abschaltsignal", wie von Tom7 skizziert, denn genau das wäre ja Stand heute und soll laut Plänen aus dem Wirtschaftsministerium abgeschafft werden. Vorgesehen ist eine Drosselung, die die Verbräuche bei extremen Spitzenzeiten etwas glättet. Und auch das gilt immer nur vorübergehend während des Hochlaufs, denn es bleibt die Verpflichtung der Verteilnetzbetreiber, die Netze auszubauen.

Aller Voraussicht nach werden solche Eingriffe nur in seltenen Situationen erforderlich sein.

Von Energiewendegegnern wird aber immer so getan, als ob man dann laufend gegängelt würde und sich jeden Tag Sorgen machen müsste, wie die Bude warm wird oder das Auto geladen. Solche Szenarien sind einfach genauso Quatsch wie der seit 20 Jahren von denselben Leuten zu hörende bald drohende Blackout.

Fear, Uncertainty and Doubt eignet sich halt immer top, um die Bevölkerung gegen Veränderungen in Stimmung zu bringen.
„Gasoline? It's a liquid fuel that was used centuries ago on Earth. They burned it to drive internal combustion engines.“ (Raumschiff Voyager, Staffel 2, Folge 1, 1995)
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