Ziehen die Strompreise gerade kräftig an?

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Re: Ziehen die Strompreise gerade kräftig an?

unsignedvoid
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Hmm, kannst du mal beschreiben, was das Versorgungsnetz ist? Die meisten PV-Betreiber Speisen ihren überschüssigen Strom in das Niederspannungsnetz ein.
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Re: Ziehen die Strompreise gerade kräftig an?

Xentres
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Das Netz halt.

Wo der Strom aus der Steckdose kommt.
BMW i3 120 Ah - seit 04/2020 - Melbourne Rot

Re: Ziehen die Strompreise gerade kräftig an?

unsignedvoid
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Und was genau spricht nun dagegen, dass dort ein PV-Betreiber einspeist? Der Netzbetreiber nimmt den Strom ab, zahlt den Preis für die Einspeisung, verrechnet EEG und nimmt dem Verbraucher des eingespeisten Stroms das entsprechende Netzentgelt ab. Abgesehen von der EEG-Umlage ist da kein Unterschied zum sympathischen Kohlemeiler in der Nachbarschaft, außer das letzterer einen Umweg über ein anderes Netz nimmt und das Traffohäuschen ein wenig mit beheizt.

Ich sehe da jetzt nichts furchtbares, für was der PV-Betreiber gefälligst zur Kasse gebeten werden sollte.

Re: Ziehen die Strompreise gerade kräftig an?

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@hgerhauser passt alles, nur, der teuerste Strom ist und war immer der aus Speicherkraftwerken.
heutzutage meist Stausee.
Das ist die einzige Rasch Regelreserve.
Danach kommen Hubkolbenmotore, welche jedoch heute noch Leistungsmässig kaum eine Rolle spielen, ausser in Kleineren Versorgungs erreichen, siehe z. B. KIEL.
Erst danach, da der Prozess über Dampf geht, erst die Gasturbinen.
Kleine Regelreserve sind hier vorhanden, jedoch nur im Bereich einer Dampfdruckreserve in meist kleinem Rahmen.
Ausser man hat Dampfspeicher größeren Volumens, was in diesen Leistungsklassen meist nicht der Fall ist.
Erstere reagieren in Sekundenbruchteilen.
Letztere, je nach Regelzustand innerhalb ca ab+ 20 sec.
Läuft ein Hubkolbenmotor in einem BHKW ist es ähnlich schnell wie der Speicher in der Nachregelung.
Diverse E Fahrzeuge von 18 bis 90 Kwh.

Re: Ziehen die Strompreise gerade kräftig an?

tommywp
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unsignedvoid hat geschrieben: Ich sehe da jetzt nichts furchtbares, für was der PV-Betreiber gefälligst zur Kasse gebeten werden sollte.
Die Logik ist immer die gleiche. Man holt das Geld von denen die welches haben.

Re: Ziehen die Strompreise gerade kräftig an?

drilling
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Gasknappheit wahrscheinlich – „RWE kann die Verfügbarkeit nicht garantieren“
Der Kraftwerksbetreiber RWE hat die Teilnehmer des Energiemarktes darauf hingewiesen, dass es in der Zeit bis zum 1. April kommenden Jahres bei mehreren Kraftwerken in Nordrhein-Westfalen zu Betriebsunterbrechungen kommen könnte.

Grund dafür sei das „erhöhte Risiko“ von Lieferschwierigkeiten beim Erdgas in diesem Winter, berichtet die „Welt am Sonntag“. Die Meldung an die Informationsplattform der Strombörse EEX bezieht sich auf das Kraftwerk Gersteinwerk im Landkreis Unna sowie mehrere Vorschaltgasturbinen im Kraftwerk Weisweiler.
https://www.epochtimes.de/wirtschaft/ve ... 68497.html

Und die Baerbock ist weiterhin gegen Nordstream2, die will wohl das wir im Frühling unbedingt eine Energiekrise erleben.

Re: Ziehen die Strompreise gerade kräftig an?

firefox58
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Ja, das ist der doch egal, trifft sie ja nicht persönlich. Das Regierungsviertel wird immer Strom und Heizung haben und bei Ihrem Gehalt sind doch die steigenden Kosten völlig egal. Die Grünen waren ja mal eine Partei für Ökologie, Abrüstung und Friedenspolitik. Heute ist das die "Neue FDP für Intellektuelle Gutverdienener" der gehobenen Mittelschicht.


Prinzip und Ideologie gehen bei der Dame halt vor Fürsorge für Land und Menschen

Re: Ziehen die Strompreise gerade kräftig an?

tommywp
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drilling hat geschrieben: Gasknappheit wahrscheinlich – „RWE kann die Verfügbarkeit nicht garantieren“
Der Kraftwerksbetreiber RWE hat die Teilnehmer des Energiemarktes darauf hingewiesen, dass es in der Zeit bis zum 1. April kommenden Jahres bei mehreren Kraftwerken in Nordrhein-Westfalen zu Betriebsunterbrechungen kommen könnte.

Grund dafür sei das „erhöhte Risiko“ von Lieferschwierigkeiten beim Erdgas in diesem Winter, berichtet die „Welt am Sonntag“. Die Meldung an die Informationsplattform der Strombörse EEX bezieht sich auf das Kraftwerk Gersteinwerk im Landkreis Unna sowie mehrere Vorschaltgasturbinen im Kraftwerk Weisweiler.
https://www.epochtimes.de/wirtschaft/ve ... 68497.html

Und die Baerbock ist weiterhin gegen Nordstream2, die will wohl das wir im Frühling unbedingt eine Energiekrise erleben.
Und das wir Nordstream 2 deswegen brauchen kommt von Russia Today?

Re: Ziehen die Strompreise gerade kräftig an?

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tommywp hat geschrieben:Die Logik ist immer die gleiche. Man holt das Geld von denen die welches haben.
.
Die 70% Einspeisebegrenzung wurde ja nicht umsonst eingeführt, und da hat die Lobby der Netzbetreiber sicher mitgeredet - dies dürfte ein Kompromiss zwischen den Interessen der PV-Anlagenbetreiber und denen der Netzbetreiber sein, der aufgrund der stärkeren Lobby eher die Interessen der Netzbetreiber berücksichtigen dürfte und dem PV-Anlagenbetreiber (ohne Speicher und / oder ohne intelligente Nutzung von Eigenverbrauch) ca. 5% seiner Erträge kostet.

Ich halte es daher für verfehlt, hier auf die PV-Anlagenbetreiber einzudreschen. Wir brauchen alles, was sich an "EE" gewinnen lässt und PV gehört dazu.

Das Problem des punktuellen Leistungsanfalls zu einem möglicherweise ungünstigen Zeitpunkt kann IMO mit der 70% Einspeisebegrenzung als (zumindest weitgehend / hinreichend) gelöst betrachtet werden.

Wer übrigens einen (Heim-) Speicher in ein virtuelles Speicherkraftwerk (nur ein prominentes Beispiel, soll keine Werbung sein) einbindet, der tut darüber hinaus einiges für die Stabilisierung des Netzes.

Überhaupt müssen wir hier ein wenig mehr differenzieren. Das Problem liegt nämlich mitnichten in der Gesamtenergiemenge zum Tageszeitpunkt der max. Einspeisung von PV. Dann nämlich müssten andere Kraftwerke regelmäßig mittags auf "0" abgeregelt sein - was keineswegs der Fall ist.

Die Probleme dürften folgende sein:

- der Ort der Einspeisung: das ist bei Kleinanlagen das Niederspannungsnetz. "Niederspannungsnetz" und "hohe Einspeiseleistung" beißt sich etwas ... bei einer einzelnen Anlage im Dorf kein Problem, <10 kW peak sind da ein Witz, aber wenn es zu viele werden, müssen Leitungen und Transformatoren verstärkt werden.

- die jahreszeitliche Verteilung. Egal ob Sommer oder Winter, der größte Leistungsbedarf liegt eigentlich immer in der Mittagszeit. Es ist also an sich nicht die Tageszeit (siehe auch oben).

PV kann also (aber auch: nur!) im Sommer einen relevanten Beitrag zur Energieversorgung leisten.

Vor allem für den Winter (aber auch "schlechte" Sommertage) müssen derzeit noch konventionelle Kraftwerkskapazitäten vorgehalten werden. Diese Kraftwerke müssen dann im Sommer oft abgeregelt werden, was sie weniger rentabel macht.

Natürlich müssen diese Kosten von irgendwem getragen werden. Gegenrechnen muss man aber den geringeren Brennstoffverbrauch und dass Strom mit PV im Prinzip sehr günstig zu erzeugen ist.

Nun haben wir die Situation, dass regulatorisch Netzbetrieb und Stromerzeugung voneinander getrennt wurden. Der Betreiber konventioneller Kraftwerke sagt sich jetzt also: shit, diesen billigen Strom erzeugen ja nicht wir, daran verdient ein anderer, die Kraftwerkskapazitäten müssen aber doch wir vorhalten!

Leider richtig.

Auch deswegen plädiere ich dafür, eine Ausgleichsvergütung für Abregelung eben nicht an Betreiber von "EE"-Kraftwerken zu zahlen sondern an die Betreiber "konventioneller" Kraftwerke! Die brauchen den Ausgleich wirklich und dann wird auch "richtig" abgeregelt.

Edit: Zitat ergänzt.
Gruß
Werner
Peugeot iOn Produktionsdatum 09/15 seit 01/16
Hyundai ioniq 5 RWD LR seit 11/21

Re: Ziehen die Strompreise gerade kräftig an?

hgerhauser
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Das Interesse der Netzbetreiber ist möglichst viel Netz zu Garantierenditen zuzubauen. Wenn die dieses eigentliche Interesse mal nicht vertreten und Netzausbau begrenzen, dann wohl eher, weil sie es für falsch halten irgendwo für 100 Stunden im Jahr und 1 Euro+ pro ermöglichter kWh PV Strom zuzubauen, oder weil sie befürchten, dass jemand anders (Regulierungsbehörde z.B., oder irgendwann tatsächlich aufgebrachte Netzentgeltzahler) Druck ausübt.

Rein aus eigenem Interesse würden die Netzzubau machen, auch wenn der 50 Euro pro ermöglichter kWh kostet. Kann alles auf die Netzentgelte umgelegt werden und wird mit Garantierendite vergütet, die weit höher ist als was andere Investoren zur Zeit für praktisch 100% sichere Anlagen kriegen.

Was den Punkt mit der Ausgleichsvergütung angeht. Das passt doch nur für Grundlastkraftwerke wie AKW's oder Braunkohle oder wenn GuD Erdgas fast als Grundlastkraftwerk gefahren werden soll.

Das Problem lässt sich doch ganz anders regeln, indem eben Kraftwerke als Back-up genutzt werden, die auf wenige Betriebsstunden zugeschnitten sind, also z.B. Gasmotoren. Gegebenenfalls braucht man da noch eine einsatzunabhängige Kapazitätszahlung, wenn Knappheitspreise nicht zuverlässig genug sind, um die Investition anzureizen.
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