Westnetz möchte 276 Euro Baukostenzuschuss für eine 11kW Wallbox haben

Re: Westnetz möchte 276 Euro Baukostenzuschuss für eine 11kW Wallbox haben

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Der Vertragspartner für den Hausanschluß ist der Hauseigentümer/ die WEG.
Der Mieter ist damit der falsche Ansprechpartner für die Leistungserhöhung.
Man könnte mal scherzweise nachfragen, ob man beim Auszug die Leistungserhöhung mitnehmen oder zurückgeben könne.

Zudem könnte nachgefragt werden, wie hoch der alte Anschlußwert ist.
Dann bitte die Sicherungen des Hausanschlusses überprüfen und kontrollieren, ob nach der Erhöhung die Werte verändert wurden.
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Re: Westnetz möchte 276 Euro Baukostenzuschuss für eine 11kW Wallbox haben

famili-kutsch
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Ich finde diesen Threat richtig spannend. Bisher gelernt:
- 30kW sind üblicherweise kostenfrei. Mehr muss extra bezahlt werden.
- Ich muss wohl bei meinem LVN fragen, ob schon jemand einen Baukostenzuschuss für mein Haus bezahlt hat. Die Hauptsicherung ist eine 63A. Da würden 44kW rausgehen.
- Solange ich kein Smartmeter habe, kann der LVN nicht herausbekommen wie viel Leistung ich ziehe, solange keine Sicherung raus fliegt. Mit Smartmeter geht das schon. Ab 6000kWh Jahresverbrauch kann der LVN auf einem Smartmeter bestehen.

Was mir noch unklar ist:
- Wiso passt ein 50A SLS zu 30KW Anschlussleistung? Aus 3x50A sollten 34,5kW rausgehen.
- An was macht sich die Anschlussleistung fest? Eintrag in einer Datenbank? Hauptsicherung? SLS?

Am Ende des Tages hätte ich gerne etwas Puffer, da Auto 16A + Backofen 16A + Waschmaschine oder Fön oder Wasserkocher 10A mit 40A je Phase (was nach meiner Rechnung der größte Wert unter 30KW ist) schon etwas knapp ist. Das mehr werde ich bezahlen müssen, wenn es nicht schon ein Vorbesitzer getan hat.

Betrug ist das höchstens, wenn ein Vorbesitzer schon eine Leistungserhöhung auf 44kW in meinem Haus bezahlt hat und der LVN das jetzt von mir nochmal bezahlt haben will, da ich nicht weiß / nachweisen kann, dass das schon bezahlt wurde.

Noch ein Punkt zum Thema Mietwohnung: Ja der Vermieter ist der Vertragspartner. Nein der Vermieter muss nicht zustimmen, wenn er einen Teil der Kosten tragen soll (war zumindest bis vor kurzem so). Wenn der Mieter der die Leistungserhöhung bezahlt hat auszieht gibt es meiner Meinung zwei saubere Lösungen: Die Leistungserhöhung wird wieder abgemeldet, der Mieter nimmt seine Wallbox mit und alles ist wie vorher.
Oder der Vermieter und der Mieter einigen sich auf eine Ausgleichszahlung, die Leistungserhöhung bleibt und der Vermieter hat einen Vorteil davon, den er anteilig bezahlt.
Ich tue mir jetzt schwer mit "wieviel % Ausgleichszahlung ist nach z.B. zwei Jahren angemessen" wenn die Leistungserhöhung bleibt. Da muss man beide Seiten sehen. Am Ende des Tages kann der Vermieter immer sagen: Bitte stelle den ursprünglichen Zustand wieder her. Dann hat keiner gewonnen, ist aber gerecht.
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Re: Westnetz möchte 276 Euro Baukostenzuschuss für eine 11kW Wallbox haben

drilling
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Ich glaube nicht das der Mieter da irgendwelche Ansprüche stellen kann, und wieder abmelden kann der Mieter eine Leistungserhöhung auch nicht da das Sache des Eigentümers ist.
Wenn der Mieter eine Leistungserhöhung möchte und der Vermieter nichts dazu beitragen möchte dann muß der Mieter sie zahlen und damit rechnen das er beim Auszug nichts dafür bekommt.

So etwas sollte man wohl nur machen wenn man vor hat länger in der Wohnung zu leben (oder wenn einem die Kosten für die Leistungserhöhung egal sind).

Re: Westnetz möchte 276 Euro Baukostenzuschuss für eine 11kW Wallbox haben

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famili-kutsch hat geschrieben: Was mir noch unklar ist:
- Wiso passt ein 50A SLS zu 30KW Anschlussleistung? Aus 3x50A sollten 34,5kW rausgehen.
mal ein kurzer Ausflug in die Technik:
50A zu 3x 230V ergibt 34,5kVA (nicht kW, weil kW = Wirkleistung), das ergibt eine Wirkleistung bei cosphi (standardmäßig veranschlagt) 0,9 etwa 30kW.

Das gleiche gilt auch bei Wallboxen z.b. alles über 12kVA ist genehmigungspflichtig, was etwa 11kW entspricht.
Das ganze ist natürlich alles gerundet.
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famili-kutsch
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Meinem Verständnis nach sind bei rein Ohmschen Verbrauchern 34,5kVA = 34,5kW. Der VNB wir also vermutlich für 4,5KW oder kVA einen Baukostenzuschuss verlangen. Oder gibt es da eine Richtlinie, die cosphi als 0,9 anzunehmen vorgibt?
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Re: Westnetz möchte 276 Euro Baukostenzuschuss für eine 11kW Wallbox haben

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Von welchen rein ohmschen Verbrauchern sprichst du?

Ansonsten findest du die zulässige Leistungsfaktorgrenze hier im Absatz (2):
https://www.gesetze-im-internet.de/nav/__16.html

Auch wenn die On-Board-Lader sicherlich Leistungsfaktorkorrektur (PFC) betreiben, macht sie das übrigens auch nicht zu rein ohmschen Verbrauchern.
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Westnetz möchte 276 Euro Baukostenzuschuss für eine 11kW Wallbox haben

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Die Rechnung ist falsch, da die Wirkleistung nicht größer als die Scheinleistung sein kann.

Von der Veranschaulichung gilt folgendes:
Man vergleiche die Leistungen mit den Seiten eines rechtwinkligen Dreiecks:
Die Scheinleistung ist die Hypotenuse
Die Wirkleistung ist eine Kathete
Die Blindleistung ist die andere Kathete

Wenn also die Sicherungen nur eine Scheinleistung von 16A zulassen, kann die Wirkleistung maximal gleich groß sein, sofern die Blindleistung gleich null ist.
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Xentres hat geschrieben: Von welchen rein ohmschen Verbrauchern sprichst du?

Ansonsten findest du die zulässige Leistungsfaktorgrenze hier im Absatz (2):
https://www.gesetze-im-internet.de/nav/__16.html

Auch wenn die On-Board-Lader sicherlich Leistungsfaktorkorrektur (PFC) betreiben, macht sie das übrigens auch nicht zu rein ohmschen Verbrauchern.
Ohmsche Verbraucher wie z.B ein Durchlauferhitzer oder ein Backofen. Die zitierte Richtlinie sagt nur, das ich cosphi zwischen +0,9 und -0,9 halten muss.
Wenn es für den VNB günstiger ist von nur Ohmschen Verbrauchern auszugehen, wird er das tun, es sei denn, eine Richtlinie schreibt etwas anderes vor.
Vermutlich ist es am sinnvollsten, wenn ich meinen VNB frage ob ich Aufpreis zahlen muss, wenn ich mit 3x50A absichere und falls ja, wie teuer das wird. Wenn ich gerade vorhabe meine Elektroinstallation für >2000€ auf den aktuellen Stand zu bringen, werde ich mich wegen 200€ nicht aufregen. Bei 1700€ werde ich nochmal sehr genau nachdenken ob ich die 4,5kW extra wirklich haben will.
Zuletzt geändert von famili-kutsch am Do 4. Nov 2021, 22:20, insgesamt 2-mal geändert.
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Fritzchen-66 hat geschrieben: Die Rechnung ist falsch, da die Wirkleistung nicht größer als die Scheinleistung sein kann.

Von der Veranschaulichung gilt folgendes:
Man vergleiche die Leistungen mit den Seiten eines rechtwinkligen Dreiecks:
Die Scheinleistung ist die Hypotenuse
Die Wirkleistung ist eine Kathete
Die Blindleistung ist die andere Kathete

Wenn also die Sicherungen nur eine Scheinleistung von 16A zulassen, kann die Wirkleistung maximal gleich groß sein, sofern die Blindleistung gleich null ist.
Die Rechnung passt schon: Bei rein Ohmschen Verbrauchern ist die Blindleistung 0 und daher Scheinleistung = Wirkleistung
In anderen Fällen kann die Wirkleistung (30kW) kleiner sein als die Scheinleistung (34,5kVA) sein.
Der Sicherungsautomat kümmert sich um den Strom (wenn ich richtig liege). Dabei ist es ihm egal ob der Strom von einer Wirkleistung oder einer Blindleistung verursacht wird.
Aber mir geht es ja nicht darum, ob etwas wirkt, sondern ob der VNB für den unter besonderen Umständen möglicherweise 30kW überschreitenden Leistungsbezug einen Baukostenzuschuss verlangen kann.
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Re: Westnetz möchte 276 Euro Baukostenzuschuss für eine 11kW Wallbox haben

Xentres
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@famili-kutsch

Und die anderen nicht-ohmschen Verbraucher?

Nur mal noch als Anregung:

Für eine dreiphasige Absicherung mit exakt 30kw ergibt sich ein Auslösestrom von ca. 43,5 Ampere.

Dafür gibt es halt keine Bauteile.

Für die üblichen Sicherungen wird es halt zum Beispiel nur Bauteile für 35 Ampere und 50 Ampere geben.

35 Ampere sind bei 30kw zu wenig, 50 Ampere sind zwar etwas zu viel, aber so what?

Siehe hier beispielsweise die NH-Sicherungsgrößen:
http://mschrod.de/elektronetz/Elektrik/ ... rungen.htm
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