Privat ohne Starkstrom an der Schukodose laden: Situation verbessern

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Privat ohne Starkstrom an der Schukodose laden: Situation verbessern

ThomasKrempf
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Hallo zusammen,

was würdet ihr bei folgenden Voraussetzungen machen:

- 230 V Stromanschluss vorhanden (5 Jahre alt, also keine Leitungen aus dem 1. Weltkrieg)
- Starkstromanschluss definitiv nicht möglich
- E-Auto, kein Hybrid

Der Plan war hauptsächlich zu Hause über Nacht zu laden, da im Alltag keine besonders großen Strecken gefahren werden, für die eine besonders schnelle Ladung zu Hause notwendig wäre (sprich es würde vielleicht so bei 30% abends angesteckt werden oder wenn am nächsten Tag eine größere Fahrt anstehen würde).
Daher war eigentlich die Idee, die vorhandene 230 V Schukodose zu nutzen. Nun lese ich aber vermehrt von "Notladegerät" und "Kabelbrand" und eher nicht die Empfehlung, so einen Anschluss dauerhaft zu nutzen. Lässt sich das irgendwie ändern? Eine andere Steckdose verbauen oder bringt eine Wallbox sogar etwas, obwohl das ohne Starkstrom eigentlich Verschwendung ist?
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Re: Privat ohne Starkstrom an der Schukodose laden: Situation verbessern

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Das Problem ist ja meist nur der Stecker selber, aber ein geschulter Blick des Elektrikers auf die restliche Installation wäre ganz gut. (Zustand der Verteilerdosen, überall richtige Drahtstärke, Rohre groß genug (Wärmestau). Wenn das alles nach Norm ist, wäre ein BOX natürlich am Sichersten auch bei nur einer Phase. Da diese aber gefördert ist, kommt dir die Anschaffung ja nicht so teuer, oder muss diese unbedingt an 3 Phasen angeschlossen sein damit diese Förderwürdig ist? Ich denke es genügt wenn es eine BOX ist die drei Phasen kann. Diese dann einfach nur an der L1 anschließen und schon läuft es besser als an der Steckdose.
Die Minimalversion wäre natürlich der blaue Campingstecker, mit dem Nachteil ein Ladekabel für eben diesen erwerben zu müssen der dann aber nicht förderfähig ist.
Zum Beispiel:
Bild
Quelle:
Wie du unten im Bild siehst kann man diesen mit dem CEE16A bestellen. Da ist dann auch eine Temperaturüberwachug drinnen für alle Fälle. Den FI kann man bei einer Phase weg lassen. Stromstärke ist einstellbar.

Natürlich gibt es auch billigere Ladekabel (dann mit globiger Box) aus China. Auch mit fest montierten CEE16A. infach hier ind er Wiki umschauen.

Wenn du dir ein drei Pahsen Mobiles Ladekabel wie den NRGKick zulegst, der ist dann Förderfähig benötigt aber einen Adapter auf den blauen Campingstecker oder die montierst eine rote Dreiphasen CEE wo dann der NRGKick passt und schließt dort nur an L1 an. Die CEErot Dose muss halt gekennzeichnet werden, dass nur eine Phase aktiv ist, das aber ist nicht verboten. Dann kannst du die geförderte mobile Ladelösung an Deine vorhandene Verkabelung hängen und hast noch etwas tolles für unterwegs :)
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Re: Privat ohne Starkstrom an der Schukodose laden: Situation verbessern

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Inj etwa in dieser Reihenfolge:
Und, bereits Punkt 1 sichert einen Problemlosen Betrieb mit einer neuen Steckdose länger.

1) Das Kabel nicht in der Steckdose hängen lassen sondern "Zugentlasten".
Das heisst, es sind die Stifte in den Klemmen in der Steckdose GERADE anliegend.

2) mit 10A Laden

3) Den Schukostecker mittelfristig auf eine CEE 1-16 Also "den blauen" 16A Stecker tauschen.

4), unser Env 20040 hat "nur" einen 1-Phasenlader.
Dieser lädt mit Standard 4 kW bei uns, max sind 6 kW möglich.

Bei den Standard 4 kW wird die 2,5 mm² Leitung warm, wie weiterführende 5 ² Leitung( 2 x parallel 2,5mm²) nicht.
Warm, heisst nicht heiss.
Will man es optimieren, zieht man drei 4mm² Leitungen ein, so das Rohr dafür geeignet ist.

Muss man nicht, kann man.

Am Schukostecker hängen lassen ist die, an sich schlechteste Variante.

Nemen wir mal die Vorschrift, welche sich die Energieversorger in Detuschland gerade "Krummgebogen" haben.
Dort wurde einfach gesagt, dass der Sicherungsquerschnitt bei Dauerlasten um 1 Dimension der Hausanspeisung verringert werden muss ( oder eben der Leitungsquerschnitt erhöht werden kann), also daher von 2,5 mm² auf 4mm².
Je nachdem wie lange man in dem Haus lebt hat man noch etwas davon den Querschnitt zu vergrößern, oder eben nicht.

Also: 10A, kein ZUG am KABEL ! reicht.
Alles andere ist möglich.

Mit dem 4mm² bringst Du dann 3,6 kW Ladeleistung zur Steckdose.
Das Ladegerät läuft kürzer, es fallen weniger Ladeverluste an, welche bei ca. 10-20% liegen könnten.
Beim "Notlader" oft eher bei 20% und darüber.

Beispiel:
4000 KW Ladebedarf im Jahr,

5% weniger Verluste, wären 200 kW.
also mal 2-4 Ladevorgänge "gratis" für eine Einmalinvestition.

Und, Energie wird nicht günstiger werden....
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Re: Privat ohne Starkstrom an der Schukodose laden: Situation verbessern

Oldy62
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Noch was zur Klarstellung.
Das "Notladekabel" hat mit Not nun gar nix zu tun.
Das ist ein Ladekabel für 230v mit verbauter Steuerelektronik für E-Autos und kann / soll natürlich auch dauerhaft zum Laden genutzt werden.
Die hausseitigen Überlegungen wurden schon weiter oben genannt.
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Re: Privat ohne Starkstrom an der Schukodose laden: Situation verbessern

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Ich denke es wird "Notladekabel" genannt um die Erwartungen nicht zu hoch zu setzen und die notwendige Leidensfähigkeit des Kunden zu gewinnen. Wenn man es Standardladekabel genannt hätte, hätte wieder jeder gesagt, was ist das für ein verkrüppelter Standard? 30 Stunden Laden, gehts noch?
Und so sagt man: 30 Stunden laden, kann man machen, muss man aber nicht.
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Re: Privat ohne Starkstrom an der Schukodose laden: Situation verbessern

Oldy62
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Auch wenn es OT ist.
Woher kommen die 30 Stunden? Das ist so pauschal nicht richtig.
Bei meinem e-up sind es von 0 auf 100% 14 Stunden. Und man muss ja nicht unbedingt komplett voll laden und ganz leer ist er ja meist auch nicht.
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Re: Privat ohne Starkstrom an der Schukodose laden: Situation verbessern

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Die Lösung mit der besten Preis-/Leistung dürfte ein Umbau auf eine blaue CEE-Steckdose (gibts auch als Kombi mit Schuko) und einem 16A-Ladeziegel mit CEE Blau (184 EUR mit Versand aus Deutschland) sein. Da lädst du dann mit 3,7kW und brauchst dir keine Sorge um evtl. überhitzende Schukosteckdosen machen.

Bis zur Lieferung meiner Wallbox bin ich aber auch ein halbes Jahr mit 10A via Schuko gut ausgekommen...

Grüße,

Fabian

Re: Privat ohne Starkstrom an der Schukodose laden: Situation verbessern

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Oldy62 hat geschrieben: Woher kommen die 30 Stunden? Das ist so pauschal nicht richtig.
Eine Steckdose kommt auf ca. 12km/h (10A) bis 18 km/h (16A). Je nach Fahrzeug erreicht man dann in 30 Stunden 360km (10A) oder 540km(16A).
Nachdem der Ersteller zwischen EGolf300 und id.3 schwankt habe ich mal WorstCase id.3 genommen. Klar ist der eGolf300 (32kWh) in 10 - 16h voll.
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Re: Privat ohne Starkstrom an der Schukodose laden: Situation verbessern

devnull
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Eine Steckdose schafft km/h ooookkeeee ;-)

Thema: Kommt natürlich auf das profil an.

Ich fahre (HomeOffice) so wenig dass ich mit ein/zweimal in der Wochen den Citigo von 10 auf 80% auflade.. aber das sind nur je 25kWh /geht über Nacht. mit nem Tesla LR würde ich das vermutlich nicht machen wollen.

Das andere was manch einer im Forum angemerkt hat: Die Ladeelektronik ist für X000 Betriebsstunden ausgelegt, wenn Du natürlich mit dem Ladezeigel 3 mal solange lädst ist die Lebenszeit dreimal so schnell erreicht.
Das andere ist die wohl größere Verlustleistung beim Ladeziegel im Vergleich zur Wallbox

Wenn es keine Möglichkeit gibt eine gescheite Verkablung zu schaffen eigenes 5*2,5mm² (oder mehr) zu legen und ne (mobile) Wallbox wird es vermutlich nicht deutlich schneller/besser werden.
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Re: Privat ohne Starkstrom an der Schukodose laden: Situation verbessern

ThomasKrempf
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Schon mal vielen Dank an alle für die teil sehr ausführlichen Antworten. Da sind ja doch ein paar Verbesserungen möglich auch ohne gleich ne dicke Wallbox anzuschaffen. Ich nehme aber auch mit: Ich könnte anfangs erstmal bei dem Schukostecker (natürlich ohne Zug am Stecker) bleiben und müsste neben der geringen Ladeleistung vor allem mit einer geringeren Effizienz zu leben. Dass ich damit aber alles in Brand setze, muss ich bei einer vernünftigen Leitung (werde da nochmal beim Elektriker nachfragen) nun eher nicht befürchten.
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