Firmenwagen: "privat laden" abrechnen – wie geht das?

Re: Firmenwagen: "privat laden" abrechnen – wie geht das?

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Warum die Steuerberater da überfordert sind, ist mir nicht klar. Bis auf die unterschiedlichen bzw. reduzierten Beträge funktioniert die Entgeltumwandlung doch genauso wie bei den Verbrenner-Dienstwagen, die sie selbst vermutlich auch nutzen.
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Re: Firmenwagen: "privat laden" abrechnen – wie geht das?

zoppotrump
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Verstehe. Du verzichtest also auf 240 Euro Gehalt, dafür bekommst du das Auto zur Nutzung. Dein Brutto reduziert sich also erstmal um 240 Euro, richtig?

Dann kommt aber der GWV des Autos dazu und muss versteuert werden. Sind das auch genau 240?

Dann beachte bitte, dass du diesen GWV mit deinem persönlichen Steuersatz versteuern musst. Wenn dir nicht klar ist wie viel das sein wird, kannst du deine Firma fragen, dass sie das in der Gehaltsabrechnung simulieren sollen. Das können die eigentlich ganz gut machen.

Wenn du nun privates Geld, also bspw. Ladekosten, aber auch Scheibenklar oder Reifen in das Auto steckst, kannst du diese Kosten in deiner Jahressteuerklärung gegen den GWV gegen rechnen und dir wieder zurück holen. Das geht aber nicht für alles. Also bspw. nicht für Parkgebühren.

Re: Firmenwagen: "privat laden" abrechnen – wie geht das?

Altglienicker
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@zoppotrump, erste beiden Absätze: Ja, so ist es.

Dritter Absatz: Bin davon ausgegangen, dass die Versteuerung des GWV identisch zum Gehaltsverzicht ist. Kann ich ja aber noch mal prüfen lassen.

Vierter Absatz: Das ist halt die Frage. Wenn ich schon 240,- Gehaltsverzicht mit 240,- GWV verrechne, kann ich nicht zusätzlich noch privat getragene Ladekosten absetzen. Das habe ich auch hier im Thread so gelesen.

PS: Muss mich mal mit der Zitierfunktion vetraut machen.

Re: Firmenwagen: "privat laden" abrechnen – wie geht das?

zoppotrump
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Genau. Wenn du schon keinen GWV mehr bezahlst, kannst du auch nichts weiter mindern durch private Ladekosten.

Re: Firmenwagen: "privat laden" abrechnen – wie geht das?

luxtra
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hghildeb hat geschrieben: Warum die Steuerberater da überfordert sind, ist mir nicht klar. Bis auf die unterschiedlichen bzw. reduzierten Beträge funktioniert die Entgeltumwandlung doch genauso wie bei den Verbrenner-Dienstwagen, die sie selbst vermutlich auch nutzen.
Die sind garantiert nicht überfordert.
Falls er wirklich gefragt hat, wollen die einfach nicht für Umme arbeiten. ;)
Macht ja sonst auch keiner.

Re: Firmenwagen: "privat laden" abrechnen – wie geht das?

Altglienicker
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Falls er wirklich gefragt hat, wollen die einfach nicht für Umme arbeiten.
Ich habe beiden angeboten, mir die Beratung zu berechnen. Der erste gab mir eine telefonische Auskunft, sagte, ich solle das mit dem AG klären, er hätte momentan keine Zeit, weil mit Jahresabschlüssen beschäftigt, ich könne mich aber in einigen Wochen nochmal melden und eine Beratung zu einem Stundensatz von 150,- bekommen.
Der zweite hat schriftlich geantwortet. Ob er eine Rechnung schreibt, weiß ich noch nicht.

Re: Firmenwagen: "privat laden" abrechnen – wie geht das?

zoppotrump
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Die erste Antwort kann ich sogar nachvollziehen. Die AG können das simulieren und dir eine Gehaltsabrechnung nach dem Firmenwagen simulieren. Dann weißt du ob du noch GWV überhaupt bezahlst gegen den du weiter verrechnen kannst oder nicht.

Re: Firmenwagen: "privat laden" abrechnen – wie geht das?

FCB1708
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Altglienicker hat geschrieben: @zoppotrump, erste beiden Absätze: Ja, so ist es.

Dritter Absatz: Bin davon ausgegangen, dass die Versteuerung des GWV identisch zum Gehaltsverzicht ist. Kann ich ja aber noch mal prüfen lassen.

Vierter Absatz: Das ist halt die Frage. Wenn ich schon 240,- Gehaltsverzicht mit 240,- GWV verrechne, kann ich nicht zusätzlich noch privat getragene Ladekosten absetzen. Das habe ich auch hier im Thread so gelesen.

PS: Muss mich mal mit der Zitierfunktion vetraut machen.
Ich weiss das Thema ist schon 2 Jahre alt aber will gerne meinen Senf hierzu abgeben um vielleicht auch Klarheit bei den Usern bezüglich der Begrifflichkeiten Gehaltsverzicht /Gehaltsumwandlung und Netto Zuzahlung zu schaffen, da wir letztens durch einen neuen Steuerberater in der Firma das deutlich mehr für unsere Firmenwagen bezahlt hätten.

Oft wird Gehaltsverzicht hier im Forum für jegliche Aufwendungen für einen Firmenwagen benutzt.

Dabei ist es steuerechtlcih wichtig es zu unterscheiden: Gehaltsverzicht oder auch Gehaltsumwandlung wird IMMER vom BruttoLohn abgezogen und mindert den GWV nicht.

Eine Netto Zuzahlung an den Arveitgeber wird wie der Name schon sagt aus dem Netto bezahlt und mindert den GWV.

In vielen Fällen ist die Belastung des ANs bei beiden Varianten gleich. Durch die geringe Versteuerung bei E-Autos kommt es aber immer öfter zu einem Vorteil wenn der Arbeitgeber die Methode mit der Gehaltsumwandlung ( also vom Bruttolohn) wählt, da hier auch höhere Kosten als der GWV die Steuern mindern.

Beispiel
5000€ Gehalt.
Auto hat GWV von 150€
Arbeitnehmer muss 300€ für Das Auto übernehmen

1. GEHALTSUMWANDLUNG

5000€
-300 € Gehaltsumwandlung
+150 € GWV
= 4850€ zu versteuerndes Lohn

Netto Gehalt (keine Kst Steuerklasse 1 und 1.0 zusatzbeitrag 2024)
=2909€

2. Nettozuzahlung

5000€
+150 GWV
- 150€ Zuzahlung An ( begrenzt auf GWV)
= 5000€ zu versteuerndes Lohn

Nettogehalt bei gleichen Voraussetzungen
=3136€ - zuhalung von 300€ somit nur 2836€

Monatlich also eine Mehrbelastung von knapp 70€ nur weil hier der Steuer vorteil auf 150€ begrenzt wäre.

Der Vorteil lässt sich noch weiter ausbauen bspw. mit den privaten Ladekosten die könnte ma. Bei der Gehaltsumwandlung Methode noch abziehen da der GWV ja noch vollständig vorhanden ist. Bei der 2. Variante wurde der ja durch die Zuzahlung schon auf 0 reduziert.

Also solange der Betrag kleiner ist als der GWV sind die Belastungen identisch, wobei ich immer Variante 1 vorziehen würde weil man da evtl. Noch den GWV durch die Pauschale von 70€ oder 30€ ind voller Höhe abziehen kann unabhängig wie viel man an de AG zahlen muss.
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