Firmenwagen: "privat laden" abrechnen – wie geht das?

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Re: Firmenwagen: "privat laden" abrechnen – wie geht das?

zoppotrump
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Hannes1971 hat geschrieben:

Noch einmal langsam. Es gibt drei Möglichkeiten, wie Du privat geladenen Strom verrechnen kannst:

...

3. Laden auf eigene Rechnung und die tatsächlichen Kosten bei der Steuererklärung angeben

Hier brauchst Du auch wieder einen MID-konformen Zähler. In diesem Fall (und nur in diesem Fall) mindern Deine Kosten den geldwerten Vorteil. Lohnt sich aber nicht wirklich, da bei der Versteuerung von 0,25 % des BLP der geldwerte Vorteil bei mir so auf unter 0 sinken würde. Weniger als 0 geht aber nicht, daher hätte ich da keine Vorteile.

Mein AG und ich haben uns auf Methode 1 geeinigt.
Es geht mir ausschließlich um Variante 3. Genau das möchte ich machen.

Deinen Einwand, dass es sich nicht lohnen würde, verstehe ich nicht. Es lohnt sich doch immer.
Beispiel:
BLP: 40k, also Rechenweg ist ( (40k x 0,25%) + (40k x 0,25% x 0,03% x 35km) ) = 205 EUR pro Monat zu versteuern.
Wenn Du nun Stromkosten von 100 EUR pro Monat in Deinen Firmenwagen lädst, dann musst Du nur noch 105 EUR GWV versteuern und nicht mehr 205 EUR. Du sparst also die Versteuerung des GWV von 100 EUR.
Das lohnt sich doch klar und deutlich. Oder?
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Re: Firmenwagen: "privat laden" abrechnen – wie geht das?

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Bei meinem BMW kann ich in der App die Ladehistorie sehen. Da steht genau wann, wo ( wenn Stsndortfreigabe eingestellt ist ) und wieviel ich in dem jeweiligen Monat geladen habe. Gilt das vielleicht auch als Nachweis, wenn ich laut App Zuhause lade ?

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Grüße aus Kevelaer
Andi


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Re: Firmenwagen: "privat laden" abrechnen – wie geht das?

Hannes1971
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zoppotrump hat geschrieben: .

Deinen Einwand, dass es sich nicht lohnen würde, verstehe ich nicht. Es lohnt sich doch immer.
Beispiel:
BLP: 40k, also Rechenweg ist ( (40k x 0,25%) + (40k x 0,25% x 0,03% x 35km) ) = 205 EUR pro Monat zu versteuern.
Wenn Du nun Stromkosten von 100 EUR pro Monat in Deinen Firmenwagen lädst, dann musst Du nur noch 105 EUR GWV versteuern und nicht mehr 205 EUR. Du sparst also die Versteuerung des GWV von 100 EUR.
Das lohnt sich doch klar und deutlich. Oder?
Für Dich ja, für mich nicht.

Mein geldwerter Vorteil sind 168,69 Euro, allerdings habe ich aufgrund der hohen Leasingrate 120 Euro Selbstbeteiligung (hätte ich vorher erwähnen sollen). Damit bleiben 48,69 stehen. Wenn ich also für 100 Euro selber lade, kann ich auch nur maximal diese 48,69 abziehen. Da fahre ich mit dem Einreichen der Stromkosten beim AG besser.

Re: Firmenwagen:

Hannes1971
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AKL44 hat geschrieben: Bei meinem BMW kann ich in der App die Ladehistorie sehen. Da steht genau wann, wo ( wenn Stsndortfreigabe eingestellt ist ) und wieviel ich in dem jeweiligen Monat geladen habe. Gilt das vielleicht auch als Nachweis, wenn ich laut App Zuhause lade ?

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Nein, die kWh müssen mit einem MID-konformen Zähler ermittelt werden, damit das Finanzamt sie anerkennt. Das gilt auch, wenn der Arbeitgeber die Ladekosten als Betriebsausgabe geltend machen will.

Wenn die App also einen in der Wallbox eingebauten MID-konformen Zähler ausliest: ok. Wenn die App die Daten aus dem Auto abfragt: nicht ok.

Re: Firmenwagen: "privat laden" abrechnen – wie geht das?

zoppotrump
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Hannes1971 hat geschrieben:
zoppotrump hat geschrieben: Doch, es hat was mit den Pauschalen für privat bezogenen Strom zu tun. Steht in Punkt 24: https://www.bundesfinanzministerium.de/ ... onFile&v=1


Zitat:
"Es bestehen keine Bedenken, für den Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2030 zur Vereinfachung des Auslagenersatzes für das elektrische Aufladen eines Dienstwagens (nur Pkw) nach § 3 Nummer 50 EStG und zur Anrechnung von selbst getragenen individuellen Kosten des Arbeitnehmers für Ladestrom auf den Nutzungswert folgende monatlichen Pauschalen typisierend zugrunde zu legen:
a) mit zusätzlicher Lademöglichkeit beim Arbeitgeber 30 Euro für Elektrofahrzeuge im Sinne der Rdnr. 6 und 15 Euro für Hybridelektrofahrzeuge im Sinne der Rdnr. 8
b) ohne Lademöglichkeit beim Arbeitgeber 70 Euro für Elektrofahrzeuge im Sinne der Rdnr. 6 und 35 Euro für Hybridelektrofahrzeuge im Sinne der Rdnr. 8. "

Dazu habe ich zwei Fragen:
1. Was genau mindert diese Pauschale? Ich vermute den GWV des Firmenwagens. Oder erhöht es etwa meine Werbungskosten?
2. Falls die Pauschale den GWV des Firmenwagens mindert, wo genau mache ich die Pauschale geltend? 1x pro Jahr in der Steuererklärung rückwirkend, denn das Lohnbüro des AG führt den GWV jeden Monat automatisiert an das FA ab.

P.S.: Es geht mir nicht um kostenfreies aufladen beim AG! Sondern nur um privat bezahlten Strom daheim in den Firmenwagen geladen.


Danke!
Noch einmal langsam. Es gibt drei Möglichkeiten, wie Du privat geladenen Strom verrechnen kannst:

1. Verwendung eines MID-konformen Zählers und Erstattung durch AG

Damit kannst Du die tatsächlich angefallenen Stromkosten an Deinen AG übermitteln und er kann sie Dir erstatten.

2. 70 Euro Pauschale

Pauschale Erstattung durch Deinen AG, bei der das FA keine weiteren Fragen stellt oder Nachweise verlangt.

3. Laden auf eigene Rechnung und die tatsächlichen Kosten bei der Steuererklärung angeben

Hier brauchst Du auch wieder einen MID-konformen Zähler. In diesem Fall (und nur in diesem Fall) mindern Deine Kosten den geldwerten Vorteil. Lohnt sich aber nicht wirklich, da bei der Versteuerung von 0,25 % des BLP der geldwerte Vorteil bei mir so auf unter 0 sinken würde. Weniger als 0 geht aber nicht, daher hätte ich da keine Vorteile.

Mein AG und ich haben uns auf Methode 1 geeinigt.
Es gibt noch eine vierte Variante. Nämlich Deine Variante 2, aber privat beim FA einzureichen.

Zitat:
"Es bestehen keine Bedenken, für den Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2030 zur Vereinfachung des Auslagenersatzes für das elektrische Aufladen eines Dienstwagens (nur Pkw) nach § 3 Nummer 50 EStG und zur Anrechnung von selbst getragenen individuellen Kosten des Arbeitnehmers für Ladestrom auf den Nutzungswert folgende monatlichen Pauschalen typisierend zugrunde zu legen:
a) mit zusätzlicher Lademöglichkeit beim Arbeitgeber 30 Euro für Elektrofahrzeuge im Sinne der Rdnr. 6 und 15 Euro für Hybridelektrofahrzeuge im Sinne der Rdnr. 8
b) ohne Lademöglichkeit beim Arbeitgeber 70 Euro für Elektrofahrzeuge im Sinne der Rdnr. 6 und 35 Euro für Hybridelektrofahrzeuge im Sinne der Rdnr. 8. "

Re: Firmenwagen:

zoppotrump
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Hannes1971 hat geschrieben:
AKL44 hat geschrieben: Bei meinem BMW kann ich in der App die Ladehistorie sehen. Da steht genau wann, wo ( wenn Stsndortfreigabe eingestellt ist ) und wieviel ich in dem jeweiligen Monat geladen habe. Gilt das vielleicht auch als Nachweis, wenn ich laut App Zuhause lade ?

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Nein, die kWh müssen mit einem MID-konformen Zähler ermittelt werden, damit das Finanzamt sie anerkennt. Das gilt auch, wenn der Arbeitgeber die Ladekosten als Betriebsausgabe geltend machen will.

Wenn die App also einen in der Wallbox eingebauten MID-konformen Zähler ausliest: ok. Wenn die App die Daten aus dem Auto abfragt: nicht ok.
Was ist mit einem Zwischenzähler zwischen Hausanschluss und Wallbox? Das müsste doch auch machbar sein.

Re: Firmenwagen: "privat laden" abrechnen – wie geht das?

Hannes1971
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zoppotrump hat geschrieben:

Es gibt noch eine vierte Variante. Nämlich Deine Variante 2, aber privat beim FA einzureichen.

Zitat:
"Es bestehen keine Bedenken, für den Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2030 zur Vereinfachung des Auslagenersatzes für das elektrische Aufladen eines Dienstwagens (nur Pkw) nach § 3 Nummer 50 EStG und zur Anrechnung von selbst getragenen individuellen Kosten des Arbeitnehmers für Ladestrom auf den Nutzungswert folgende monatlichen Pauschalen typisierend zugrunde zu legen:
a) mit zusätzlicher Lademöglichkeit beim Arbeitgeber 30 Euro für Elektrofahrzeuge im Sinne der Rdnr. 6 und 15 Euro für Hybridelektrofahrzeuge im Sinne der Rdnr. 8
b) ohne Lademöglichkeit beim Arbeitgeber 70 Euro für Elektrofahrzeuge im Sinne der Rdnr. 6 und 35 Euro für Hybridelektrofahrzeuge im Sinne der Rdnr. 8. "
70 Euro pauschl als Werbungskosten verrechnen? Mag sein, 70 Euro steuerfrei vom AG kassieren dürfte aber lohnender sein. Es sei denn, Du lädst nur für 20 Euro und Dein AG weiß das...

Re: Firmenwagen:

Hannes1971
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zoppotrump hat geschrieben:
Hannes1971 hat geschrieben:
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Wenn die App also einen in der Wallbox eingebauten MID-konformen Zähler ausliest: ok. Wenn die App die Daten aus dem Auto abfragt: nicht ok.
Was ist mit einem Zwischenzähler zwischen Hausanschluss und Wallbox? Das müsste doch auch machbar sein.
Ja klar, wen er MID-konform ist. Allerdings kann ein in die Wallbox verbauter Zähler die Ladungen verschiedenen Nutzern, die sich z.B. über RFID bei der WB anmelden, zuordnen. Der Zwischenzähler kann das nicht. Wenn Du also an der WB den Firmenwagen und noch den privaten Zweitwagen lädst, wird es mit dem Zwischenzähler mühsam...

Re: Firmenwagen: "privat laden" abrechnen – wie geht das?

zoppotrump
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Hannes1971 hat geschrieben:
zoppotrump hat geschrieben:

Es gibt noch eine vierte Variante. Nämlich Deine Variante 2, aber privat beim FA einzureichen.

Zitat:
"Es bestehen keine Bedenken, für den Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2030 zur Vereinfachung des Auslagenersatzes für das elektrische Aufladen eines Dienstwagens (nur Pkw) nach § 3 Nummer 50 EStG und zur Anrechnung von selbst getragenen individuellen Kosten des Arbeitnehmers für Ladestrom auf den Nutzungswert folgende monatlichen Pauschalen typisierend zugrunde zu legen:
a) mit zusätzlicher Lademöglichkeit beim Arbeitgeber 30 Euro für Elektrofahrzeuge im Sinne der Rdnr. 6 und 15 Euro für Hybridelektrofahrzeuge im Sinne der Rdnr. 8
b) ohne Lademöglichkeit beim Arbeitgeber 70 Euro für Elektrofahrzeuge im Sinne der Rdnr. 6 und 35 Euro für Hybridelektrofahrzeuge im Sinne der Rdnr. 8. "
70 Euro pauschl als Werbungskosten verrechnen? Mag sein, 70 Euro steuerfrei vom AG kassieren dürfte aber lohnender sein. Es sei denn, Du lädst nur für 20 Euro und Dein AG weiß das...
Nein, nicht als Werbungskosten, sondern um den GWV zu schmälern.

Re: Firmenwagen:

zoppotrump
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Hannes1971 hat geschrieben:
zoppotrump hat geschrieben:
Hannes1971 hat geschrieben:

Nein, die kWh müssen mit einem MID-konformen Zähler ermittelt werden, damit das Finanzamt sie anerkennt. Das gilt auch, wenn der Arbeitgeber die Ladekosten als Betriebsausgabe geltend machen will.

Wenn die App also einen in der Wallbox eingebauten MID-konformen Zähler ausliest: ok. Wenn die App die Daten aus dem Auto abfragt: nicht ok.
Was ist mit einem Zwischenzähler zwischen Hausanschluss und Wallbox? Das müsste doch auch machbar sein.
Ja klar, wen er MID-konform ist. Allerdings kann ein in die Wallbox verbauter Zähler die Ladungen verschiedenen Nutzern, die sich z.B. über RFID bei der WB anmelden, zuordnen. Der Zwischenzähler kann das nicht. Wenn Du also an der WB den Firmenwagen und noch den privaten Zweitwagen lädst, wird es mit dem Zwischenzähler mühsam...
Haben nur ein Auto im Haushalt.
Woran erkennt man denn einen MID Zähler? Mein Elektriker redet immer nur von einem Zwischenzähler.
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