Frage zu P, U und I

Frage zu P, U und I

ChristianF
  • Beiträge: 594
  • Registriert: Di 2. Feb 2016, 20:01
  • Hat sich bedankt: 3 Mal
  • Danke erhalten: 4 Mal
read
Hallo zusammen,

ich zweifle gerade an meinen mathematisch-physikalischen Fähigkeiten.
Mein Stand war: P = U x I (wobei P=Leistung in Watt, U=Spannung in Volt und I=Strom in Ampere ist).

Meine Ladestation wurde von Einphasig auf Dreiphasig umgebaut, da wir jetzt ein Auto haben das dreiphasig laden kann. Soweit so gut. Der Ladecontroller ist ein EM-CP-ETH von Phoenix Contact und der zugehörige Zähler ein EM-357 (auch Phoenix Contact). Vor der Wallbox ist noch ein weiterer Zähler (Qubino Three Phase Smart Meter).

Ich lade derzeit das Auto mit freigegebenen 11A, dreiphasig. Nach meiner Kalkulation bedeutet das: 230V x 11A =2530W pro Phase, also 7590W (klar, immer PlusMinus ein bisschen).

Was mich irritiert, sind die Anzeigen der Zähler:
1.JPG
und der vorgelagerte Zähler:
2.JPG

Zusatzinfo: der Hausstromzähler (hier ohne Bild) meldet etwa 6000W Verbrauch, wobei dort das Haus mit drin ist (dürften vielleicht max. 500W sein).

Mir ist das Thema Blindleistung sehr wohl bewusst, aber in der Dimension? Da bin ich sehr verwundert. Was mag hier schief sein?

Danke und viele Grüße
Christian
Viele Grüße,
Christian

Seit 2017 elektrisch unterwegs, aktuell mit einem e-Golf 300 und einem Zoe ZE40.
Überschussladung mit Leistungssteuerung an eigener PV-Anlage
Anzeige

Re: Frage zu P, U und I

Benutzeravatar
  • fiedje
  • Beiträge: 431
  • Registriert: Sa 5. Mai 2018, 04:38
  • Wohnort: Bergisches Land
  • Hat sich bedankt: 549 Mal
  • Danke erhalten: 119 Mal
read
Wenn ich mich recht an die Ausbildung erinnere.
Für 3-pasig ist die Formel:
P = U * I * 1,73 (P = Leistung in Watt, U = Spannung in Volt, I = Strom in Amper)
wobei ich glaube oder mich daran erinnere, dass die Spannung mit 400V angegeben werden muss.
Alle 3 Phasen zusammenrechnen geht wg. der Phasenverschiebung eher nicht.
Mit freundlichem Gruß Fiedje
ZOE Limited R110 41kWh

Re: Frage zu P, U und I

ChristianF
  • Beiträge: 594
  • Registriert: Di 2. Feb 2016, 20:01
  • Hat sich bedankt: 3 Mal
  • Danke erhalten: 4 Mal
read
Hm, danke für Deine Rückmeldung.
Geht man bei Deiner Rechnung von 400 * 16 * 1,73 aus, kommt 11kW raus. Geht man von 230 * 16 * 3 aus, kommt auch 11kW raus.. Der Weg scheint also identisch zu sein. Es müsste bei beidem deutlich mehr Leistung abgenommen werden, als es hier erfolgt..
Die Phasenverschiebung ist doch m.W. nur zur Entlasung des N-Leiters da, oder?
Viele Grüße,
Christian

Seit 2017 elektrisch unterwegs, aktuell mit einem e-Golf 300 und einem Zoe ZE40.
Überschussladung mit Leistungssteuerung an eigener PV-Anlage

Re: Frage zu P, U und I

Benutzeravatar
  • sharkcow
  • Beiträge: 260
  • Registriert: Sa 23. Feb 2019, 10:12
  • Wohnort: Regensburg
  • Hat sich bedankt: 32 Mal
  • Danke erhalten: 59 Mal
read
@fiedje ein klares Jain: Natürlich kannst du einfach U*I in allen drei Phasen machen und addieren. Wenn du mit den Drehstromformeln rechnen willst, wird statt der 230V Strangspannung aber die 400V Außenleiterspannung genommen. Und rate mal, wie sich die zwei unterscheiden: genau, um Wurzel(3) oder 1,73 :)

@ChristianF: Ja, soviel Blindleistung ist nicht normal. Laut Vorzeichen sollte es eine kapazitive Last sein. Es könnte auch Verzerrungsblindleistung im Spiel sein (hast du evtl. eine Zoe oder ein anderes Auto mit diesem speziellen Chameleon-Lader?), aber auch dafür ist der Wert viel zu groß. Bist du sicher dass alles phasenrichtig angeschlossen ist? Welche Wirkleistung wirklich :) ins Auto geht solltest du ja abschätzen können wenn du den Ladestand beobachtest. Zumindest ob die Größenordnung die der Zähler behauptet wirklich real ist...

sharkcow

edit: Post hat sich überschnitten, aber du hast die Drehstromtechnik nochmal bestätigt :)
VW e-up! 2019, openWB (eigene software), OVMS, 725kWh Sonne verfahren
363 bisher gefundene OBD2-codes: https://www.goingelectric.de/wiki/Liste-der-OBD2-Codes/

Re: Frage zu P, U und I

GregorLeaf
  • Beiträge: 67
  • Registriert: Do 12. Mär 2020, 11:05
  • Hat sich bedankt: 10 Mal
  • Danke erhalten: 32 Mal
read
Wir haben hier eher 3 einphasige Ladegeräte, die parallel arbeiten, d.h. die 3 Phasen können einfach zusammengerechnet werden:

Pschein = U1*I1 + U2*I2 + U3*I3

Die Zahlen vom Ladecontroller sind dabei in sich stimmig, was Wirk-/Schein-/Blind-Leistung und Power Factor angeht.

Bei den Zahlen vom Hauszähler passen alle Ux und Ix ebenfalls zu diesen Werten, nur der "Aktuelle Gesamtverbrauch" will nicht passen...

Re: Frage zu P, U und I

ChristianF
  • Beiträge: 594
  • Registriert: Di 2. Feb 2016, 20:01
  • Hat sich bedankt: 3 Mal
  • Danke erhalten: 4 Mal
read
Danke für Euren Input! Um die Frage nach dem Auto kurz zu klären: die hohen Verzerrungen treten bei einer Zoe auf.
In Sachen Phasenrichtigkeit habe ich gerade nochmal alles durchgeschaut, das scheint zu passen (Kabelfarben usw. sind durchgängig.)
Viele Grüße,
Christian

Seit 2017 elektrisch unterwegs, aktuell mit einem e-Golf 300 und einem Zoe ZE40.
Überschussladung mit Leistungssteuerung an eigener PV-Anlage

Re: Frage zu P, U und I

Benutzeravatar
read
Moin ;)
nur eine blöde Vermutung: kann es sein, dass das Fahrzeug nicht die volle Leistung in Anspruch nimmt? An öffentlichen Ladestationen wird doch auch häufig bemängelt, dass manche Fahrzeuge nicht mit der maximalen Leistung laden; speziell bei der Zoe hab ich das während einer Testfahrt schonmal arg mitbekommen, da hat sie bei zugegeben kalten Temperaturen nur mit etwa 5kW geladen... zuhause dürfte das doch dann ähnlich sein, oder?
Viele Grüße, Stephan

seit dem 24.01.2020 rein elektrisch im BMW i3 - 120Ah unterwegs: die rote Zora

Re: Frage zu P, U und I

Benutzeravatar
read
Man sieht ja sehr schön, dass das Auto 10,3 A zieht bei eingestellten 11 A. Die Differenz ist normal. Das Auto hätte also schon noch Reserven, darf sich aber nicht mehr Leistung genehmigen. Die Erklärung für die geringe Wirkleistung findet sich im Power Factor von gerade mal 0,82 wieder. Langsam laden ist halt einfach nicht die Stärke der ZOE, mit dem Auto und der Installation ist jedoch alles in Ordnung. Du kannst ja gern mal den e-Golf dran hängen und die Daten vergleichen.
Think PIV4 von 2012-2015 || VW e-up! von 2016-2018
seit 2018 mehrere nextmove Fahrzeuge im Wechsel || Opel Ampera-e II Hyundai IONIQ II Hyundai KONA

Batterie Upgrade - ein Praxisbericht || Ladestation am Mehrfamilienhaus

Re: Frage zu P, U und I

ChristianF
  • Beiträge: 594
  • Registriert: Di 2. Feb 2016, 20:01
  • Hat sich bedankt: 3 Mal
  • Danke erhalten: 4 Mal
read
Das war der Plan, aber der ist leider unterwegs :( Wird gemacht sobald er wieder da ist. Hoffentlich ist er dann schön leer ;)
Viele Grüße,
Christian

Seit 2017 elektrisch unterwegs, aktuell mit einem e-Golf 300 und einem Zoe ZE40.
Überschussladung mit Leistungssteuerung an eigener PV-Anlage

Re: Frage zu P, U und I

Benutzeravatar
read
...der im Controller freigegebene Ladestrom ist nur das, was das Fahrzeug maximal abrufen kann....ich habe beim Balancing der zellen trotz freigegebener 32A nur 240W "anliegen".
Ausserdem rechnen/messen die Zähler mir realer Spannung (229-232V) und Stromstärke die Leistung und ich habe den Eindruck, dass das BMS meiner Fahrzeuge meist nur mit "glatten" 220V rechnet.
Outlander PHEV Plus/Intro MY19, seit 10/18
IONIQ Premium MY19, seit 08/19
Anzeige
AntwortenAntworten

Zurück zu „Private Lade-Infrastruktur“

Gehe zu Profile
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag