Zu Hause laden - Ein Ratgeber

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Re: Zu Hause laden - Ein Ratgeber

WentorferStromer
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waytoemobility hat geschrieben: Ich stimme dem Beitrag auch zu. Bei mir war es im Prinzip die selbe Situation. Hab mir alle möglichen Ladelösungen angeguckt und wollte in eine Wallbox investieren. Dann hab ich mich aber entschieden erst mal mit Schuko zu probieren. Und siehe da, es klappt, bei mir, ohne Probleme.
Ich lade noch nicht mal jeden Tag zuhause, manchmal, wenns passt, auch unterwegs. Und einen Fall, dass die Ladeleistung nicht ausreichend gewesen wäre hatte ich noch nicht. Tägliche Pendelstrecke 60 km. Wenn ich weiß, dass ich abends noch was vorhabe wird am Schnelllader gestoppt.

Übrigens teile ich die Meinung, das zuhause Laden an Wichtigkeit verliert, gar nicht. Meiner Meinung nach wird das Gegenteil der Fall sein. Wenn ich mir die Preisentwicklung an den öffentlichen Säulen die letzten Wochen ansehe schwant mir schlimmes. Da wird die eigene Garage vielleicht bald die günstigsted Lademöglichkeit sein.
Genau so ist es auch bei mir.
Aber mal eine Frage:
Sind bei einer (z.B. Heidelberg Wallbox) mit 6,6 KW Ladeleistung (mehr macht mein Leaf nicht auf Typ2) die Ladeverluste höher als beim Ladeziegel mit 2,3 KW?
Das erste mal Stromer seit 14.02.2019
Leaf N-Connecta, Winterpaket, LED, 40 KW, dark Grey
24.11.2021 KIA EV6 bestellt, GT-Line, 77,4 kwH, Auroraschwarz, Paket 5, jetzt heißt es warten.
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Re: Zu Hause laden - Ein Ratgeber

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Der Ratgeber richtet sich an E-Mobilisten, welche sich heute ihr erstes Elektroauto kaufen!

Selbstverständlich war die Situation als meine Renault ZOE 2013 auf den Markt kam eine völlig andere, und wird sich mit der EU weiten Einführung der Smart Meter weiter verändern.

2013 gab es noch kein Gleichstrom-Schnellladenetz und man war froh das ein Auto mit einer Drehstrom-Schnellladefähigkeit auf den Markt kam. Die ZOE mit ihrem Chamäleon-Charger wurde deshalb in Europa das meistverkaufte Elektroauto. Mit Hilfe von goingelectric.de wurden 43kVA-Crowdfunding Ladepunkte errichtet und über drehstromnetz.de konnte man seine eigene 22kVA-Ladestation anderen zugänglich machen. Der Wirkungsgrad des Laders beim Laden an der Steckdose mit 2,3kVA war jedoch katastrophal, so das Renault zur ursprünglichen ZOE Q210 kein Schuko-Ladekabel anbot. Zur ZOE R240 wurde dann nur in Deutschland ein Schuko-Ladekabel mitgeliefert, welches zurecht von Renault als "Notladekabel" bezeichnet wurde. (Wegen hohem Blindleistungsanteil und schlechtem Wirkungsgrad des ZOE-Boardladers bei 2,3kVA verdoppelte sich die Ladedauer im Vergleich zu den anderen Elektroautos.) Heute ist die ZOE meines Wissens das einzige Elektroauto zu dem kein Schuko-Ladekabel mitgeliefert wird. Möchte man die ZOE zu Hause laden muss man sich daher eine zusätzliche Ladelösung kaufen. (Siehe Wiki-Artikel: Wie kann man die ZOE laden?)

Heute gibt es selbst im Leidmarkt Deutschland ein flächendeckendes Gleichstrom-Schnellladenetz entlang der Autobahnen. (Fördergelder wurden zuerst für TEN-T und derzeit für IONITY versenkt. Tesla hat sein Schnellladenetz in Europa ohne Förderungen schneller und günstiger errichtet! ) Die 2019 neu auf den Markt gekommenen Elektroautos haben Akkukapazitäten von >60kWh (Hyundai Kona, Kia e-niro, Audi e-tron, Tesla 3). Daher müssen heutige E-Autos zu Hause nur mehr die täglich gefahrenen Kilometer über Nacht nachladen, was an einer Schukosteckdose mit 2,3kVA oder einer CEE16blau-Steckdose mit 3,7kVA für die Meisten möglich ist. (Glaube für die Meisten würde schon ein 40kWh-Akku reichen.)

Mit flächendeckender Einführung von Smart Metern werden auch leistungsabhängige Netzgebühren kommen, dann wird keiner mehr zu Hause mit mehr als 11kVA laden wollen. Bzw. können die Netzbetreiber damit auch automatisch überprüfen ob die Schieflastgrenze von 4,6kVA eingehalten wird. Durch Smart Meter ist auch die Einführung von stündlich schwankenden Strompreisen möglich, welche sich am Börsenpreis (EPEX Spot) orientieren, welcher 24 Stunden zuvor bekannt gegeben wird. In Ö ist dies schon 2 Jahre möglich, in D seit einigen Tagen. (Siehe www.awattar.com) Die genannte Ladelösung go-e enthält bereits eine App welche die Ladung automatisch gemäß der 24h-Strompreisvorgabe durchführt. Das ist eine Win-Win-Situation: Der Kunde muss weniger für die elektrische Energie bezahlen, der Netzbetreiber hat keine zusätzlichen Lastspitzen und erspart sich dadurch das Geld für den Netzausbau, und die Ökostromanbieter bekommen einen höheren Preis für den eingespeisten Ökostrom. :D
Zuletzt geändert von JoDa am Do 11. Apr 2019, 07:09, insgesamt 1-mal geändert.

Re: Zu Hause laden - Ein Ratgeber

electic going
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Ich würde jedem heute empfehlen: kauft euch einen zusätzlichen Mobilen Lader und lasst einen dann immer im Auto. Das dümmste was passieren kann wäre ein Ladekabel zuhause und man müsste es unterwegs haben. Das gekaufte sollte passend zu heimischen Steckdose passen, d.h. wenn eine rote CEE verfügbar ist, dazu passend.

Re: Zu Hause laden - Ein Ratgeber

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WentorferStromer hat geschrieben: Sind bei einer (z.B. Heidelberg Wallbox) mit 6,6 KW Ladeleistung (mehr macht mein Leaf nicht auf Typ2) die Ladeverluste höher als beim Ladeziegel mit 2,3 KW?
Der Boardlader des Nissan Leaf kann nur einphasig laden!
Die Heidelberg Wallbox kann dreiphasig mit 3*16A*230V=11kVA laden, einphasig jedoch nur mit 1*16A*230V=3,7kVA.
An einer Schuko-Steckdose kann man über einen "Ladeziegel" (=Schuko-Ladekabel) einphasig mit 1*10A*230V=2,3kVA laden.
Boardlader werden üblicherweise so dimensioniert, dass sie von 25%-100% der Leistung einen nahezu gleich hohen Wirkungsgrad haben.
Habe einfach links oben im Suchfeld "Leaf Ladeverluste" eingeben, und schon fand ich die Effizienze (in%) in Abhängigkeit vom Ladestrom (in A)
AndiH hat geschrieben: Ja und Nein. Zum meinem 3,7kW Schnarchlader passt die Schuko-Ladung, da hat der immer noch >90% Wirkungsgrad. Eine Zoe mit 43kW Lader kommt an Schuko sicher nicht über 80% Wirkungsgrad, da sollte man dann besser mit 11kW/dreiphasig dran.
Richtig. Selbst die aktuelle ZOE R240 und der aktuelle Smart ED4 (jeweils mit 22kW-Chamäleon-Charger von Renault) haben bei Ladung über eine Haushaltssteckdose (mit 2,3kVA) einen inakzeptablen Wirkungsgrad (55% bzw. 75%). Alle anderen Elektroautos haben jedoch einen separaten Boardlader. So hat z.B. der alte Smart ED3 (mit 22kW Boardlader von Brusa) bei dieser Ladung 85% Wirkungsgrad, bei einer Ladung mit 11kVA jedoch seinen max. Wirkungsgrad von 93%.
Quelle: https://www.edpassion.de/Effizienz_und_ ... kung_smart

Re: Zu Hause laden - Ein Ratgeber

fideliovienna
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Ich stehe gerade vor einer ähnlichen Entscheidung.
Model 3 heute bestellt, ich wohne in einer Genossenschaftswohnung und habe dort einen Tiefgaragenparkplatz.
Die Genossenschaft stimmt der Errichtung einer Wallbox o.ä. zu, aber da die Leitungen durch Brandabschnitte müssten würde die Errichtung mehr als 2500€ kosten. (erstes Angebot 3100€, aber da ginge sicher noch was)

Bin derzeit wirklich stark am überlegen überhaupt in eine Lademöglichkeit in der TG zu investieren, für die Investition kann ich lange teurer laden. Muss man dazu sagen dass es eine Mietwohnung ist, die Genossenschaft verzichtet zwar auf einen Rückbau falls ich ausziehe, aber ablösen würden sie mir nichts. Und in Wien gibt es eigentlich ein ganz gutes Destination Charger Netzwerk, mit relativ günstigen Nachtpreisen (Ladestation in Gehreichweite)
Bild

Tesla Model 3 LR AWD
Tesla Referal Link: https://ts.la/michael67593

Re: Zu Hause laden - Ein Ratgeber

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Ouch. €3.100 ist schon heftig. Wenn Du denkst, das Du da noch 20 Jahre wohnst -> kein Thema, einfach machen. Wenn Du eher in 2 Jahren ausziehst -> wahrscheinlich lassen.

Re: Zu Hause laden - Ein Ratgeber

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Priusfahrer hat geschrieben: In Zukunft wird das Thema zu Hause laden immer weniger von Interesse sein. Bei immer größerer Akkukapazität ist das ohnehin kaum noch nötig. Die öffentliche Ladeinfrastruktur wächst immer schneller.
Das sehe ich nun überhaupt nicht so. Zuhause zu laden ist einfach das bequemste und von Lockangeboten abgesehen auch meistens das günstigste.

Aufgrund großer Akkus wird man fast ausschließlich noch Zuhause laden, und dann noch auf Fernreisen am Schnelllader und im Hotel/bei den Bekannten am Zielort.

Re: Zu Hause laden - Ein Ratgeber

Misterdublex
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Ich stimme dem Threatersteller zu:

Eigentlich ist 1-phasig 10-16 A total ausreichend. Heute bin ich froh, dass ich für unsere beiden E-Autos nicht viel Geld in Ladeinfrastruktur gesteckt habe. Beide Wallboxen (Garage und vor Garage) mittels CEE rot 16 A angeschlossen. Dabei eine nur 1-phasig.
Die Wallbox mit 3 Phasen in der Garage nutzen wir eigentlich nie - daher ist da mittlerweile dauerhaft der Stecker gezogen und bei der anderen Wallbox war es ausreichend diese nur 1-phasig anzubinden (Zuleitung zukunftsgerichtet 3-phasig). Insgesamt fahren wir, verteilt auf 2 Autos, nur ca. 100 km/d. Da können beide dort sogar nacheinander laden.

Gebt bloß nicht mehr als 500 € für die eigentliche Wallbox aus!

Es reicht in 90% der Anwendungsfälle eine CEE blau 16 oder 32 A Steckdose mit entsprechenden ICCB.
VW E-Golf300 als Zweitfahrzeug, mit AHK (Heckträger) von Bosstow nachgerüstet
VW e-Up Aktiv als Erstfahrzeug

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Re: Zu Hause laden - Ein Ratgeber

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Langsam aber stetig hat geschrieben: Das sehe ich nun überhaupt nicht so. Zuhause zu laden ist einfach das bequemste und von Lockangeboten abgesehen auch meistens das günstigste.
Naja günstiger als kostenlos geht ja nicht. Und das trifft zum Glück noch auf so einige öffentliche Lademöglichkeiten zu. Ladung mit ESL oder ehemals Telekom ist günstiger oder preisgleich mit den heimischen Stromkosten. Warum soll ich also zu Hause 30 Cent bezahlen, wenn ich es woanders kostenlos oder für 25-29 Cent bekommen kann?

Ob nun zu Hause 20m Verlängerungskabel über den Fußweg ausrollen, statt beim Einkaufen oder bei der Arbeit an der Ladesäule zu laden, bequemer ist?

Gut wenn man eine eigene Garage oder Carport besitzt und dort eine Wallbox mit festem Kabel angeschlossen hat und den SOC bis zu dem geladen wird auf 80 oder 90% begrenzt, dann ist das schon bequem. Aber diese Möglichkeit haben weniger als 30% der Autofahrer, würde ich schätzen.
Wer eher bremst fährt länger schnell (ohne nachzuladen)
Derzeit im Ioniq unterwegs.

Re: Zu Hause laden - Ein Ratgeber

marcometer
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Ich würde auch insoweit zustimmen, dass ich nicht vor dem Kauf des Fahrzeuges schon irgendwie in Richtung Wallbox denken würde.

Rechnung:
Selbst die günstigste Wallbox kostet mit den Arbeiten drum herum ~1.000€.
Das wäre die Differenz, die man durch das Heimladen erstmal wieder einspielen müsste, gegenüber öffentlichen Säulen.
Selbst wenn wir jetzt mal ganz kühn annehmen, dass man zukünftig zuhause 10 Cent pro kWh günstiger laden wird, als unterwegs, dann wären ja immer noch 10.000 kWh nötig, um überhaupt mal die Investition wieder einzuspielen.
10.000 kWh bei einem Schnitt von 20 kWh pro 100km sind 50.000 km.
Nach 50.000 km zuhause geladener Strecke hätte sich also die Investition in die günstigste Wallbox überhaupt erst gelohnt, wenn der Abstand 10 Cent / kWh wäre.
Ich denke jeder sieht, dass mit realistischen Annahmen das noch sehr viel mehr Strecke wäre.

Ich rate daher auch dazu es erstmal mit Schuko und hier und da günstigst möglich unterwegs laden zu probieren.

Wenn das nicht klappt die Schuko gegen eine CEE blau oder rot (wenn möglich) zu tauschen und einen mobilen Lader zu nutzen, denn den braucht man eigentlich schon immer mal auch sonst.
go-e Lader + das Adapterset bieten sich da an.

Wichtig ist auch den Arbeitgeber mal ein wenig zu nerven ob man da nicht was einrichten kann usw.
Viele spielen da zumindest irgendwie mit.
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