aWATTar: Strom zum Börsenpreis für Endkunden

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Re: aWATTar: Strom zum Börsenpreis für Endkunden

Chemiker
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@MaXx.Grr Nein bin kein Kunde von Awattar, sondern bei meinen örtlichen Stadtwerken. Habe bis jetzt noch leider keinen Tag und Nachtstrom Tarif nur ich hoffe das ich ihn überhaupt noch bekommen kann.
Das was du damit meinst ist niemals vergleichbar mit festen Tarifen, sondern meistens willkürliche Zeiten zu Gunsten des Stromanbieters und nie für den Kunden.
Das mag zwar gut funktionieren wenn man eine Wärmepumpe hat mit einem 500 Liter Warmwasserspeicher, aber für Otto normal Verbraucher mit Ölheizung und normalen Heizkörpern leider nicht.
Und ja wir kochen meistens nur abends hin weil es anders nicht möglich ist, die Waschmaschine läuft am Späten Nachmittag inclusive Trockner.
Und über die Wintermonate lade ich zur Zeit mit einem AC Abo von Jucr außer im Notfall über die eigene Wallbox, dann ab Mai wieder zuhause über die Wallbox mit eigener PV Anlage.
Und für mich als Otto Normalverbraucher kommt mir niemals ein Stromzähler rein mit Zeitbasierenden Stromtarifen, warum kann sich jeder denken.
Für manchen Freak den sowas gefällt sich vom Stromanbieter Maßregeln zu lassen ist für mich unvorstellbar;-((
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Re: aWATTar: Strom zum Börsenpreis für Endkunden

hgerhauser
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Ich habe mal geguckt, ob es bei Benzin oder Flügen auch Festpreisangebote gibt. Gleicher Preis egal, wann man tanken oder fliegen möchte.

Bei Benzin habe ich relativ wenig gefunden:
https://www.kfz-auskunft.de/news/15181.html

Fiat hatte bei Neuwagenverkäufen in Italien eine Tankkarte beigelegt "Tanken zum Festpreis von 1 Euro/Liter" (bis zu 2000 Liter, und die Karte gab es 2012 mit Preisgarantie bis 2015)

Bei Flügen habe ich auch wenig gefunden:
https://www.travel-insider.de/mit-dem-l ... s-fliegen/
Die Lufthansa bietet einen Flugpass mit Festpreis pro Flug an. Der hat aber ein Reihe von Haken:
1. Man kauft ein Paket von 10 Flügen in einem Jahr. Braucht man weniger, verfallen die nicht genutzten Flüge. Braucht man mehr, gibt es keinen Festpreis mehr.
2. Will man erst kurz vor dem Abreisedatum buchen können, braucht man einen teureren Pass. Den günstigsten Festpreis gibt es nur, wenn man mindestens 42 Tage im voraus bucht.
3. Peakzeiten sind ausgeschlossen. Interessanterweise sind die ganz ähnlich wie bei Strom. Die ausgeschlossenen Zeiten, zu denen man nicht zum Festpreis fliegen darf, sind 7:00 bis 9:00 und 16:00 bis 19:00
(es gibt noch eine Menge anderer Details, aber die drei Punkte sind die wichtigsten Einschränkungen)

------------------

Natürlich ist es interessant, wenn man immer günstig fliegen/tanken/Strom verbrauchen kann und sich nie Gedanken über den Preis machen muss, gerade und besonders, wenn man den günstigen Preis auch bekommt, obwohl man gerade zu Knappheitszeiten tankt (Beispiel Krieg im Irak) oder fliegt (Beispiel werktags typische Geschäftsreiseroute vor 9:00) oder das Elektroauto lädt (Beispiel wochentags nach der Arbeit um 18:00).

Das Fliegen ist ein besonders relevantes Beispiel, weil die Kostenstrukturen da denen von Strom in einem System mit viel erneuerbarem Strom sehr ähneln.

Ein leerer Sitzplatz ist verloren. Füllt man ihn, gibt es fast keine zusätzlichen Kosten. Die fixen Kosten für Personal und Kapital (Flugzeuganschaffung) dominieren gegenüber der minimalen Kerosinersparnis durch weniger Gewicht.

Mit einer hohen Auslastung kann man damit die Kosten pro Sitzplatz und damit den Durchschnittspreis pro Sitzplatz minimieren. Das macht man am ehesten, indem man Sitzplätze, die man sonst nicht füllen kann, billigst an den Mann bringt, und andererseits zu Spitzenzeiten Höchstpreise verlangt,

Mit dem Modell konnte Ryanair 2019 eine Auslastung von deutlich über 90% hinkriegen.

Bietet eine Gesellschaft dagegen einen echten Festpreis wie bei Strom heute üblich an, dann ist dieser Preis superattraktiv in Spitzenzeiten und zieht richtig Reisende an. Dafür ist der Preis in Nebenzeiten nicht konurrenzfähig und niemand fliegt. Als Folge hat man eine Auslastung von 10%.

Mit der Auslastung muss man aber den Durchschnittspreis um einen Faktor 10 steigern und ist damit auch in Spitzenzeiten nicht mehr konkurrenzfähig. Die Gesellschaft geht Pleite.

Das System ließe sich nur ohne Konkurrenz durchsetzen und würde dann trotzdem viel höhere Durchschnittspreise als heute bedeuten.

Bei Strom war es bisher technisch sehr aufwändig, jede einzelne Stunde abzurechnen. Außerdem waren Verbrauch und Erzeugung leicht vorhersagbar und hatten einfache Muster (Standarlastprofil). Von daher war ein einfacher Nachttarif für Verbraucher, die gezielt AKW/Kohlestrom in der Nacht abnehmen, eine gute Lösung.

Bei Elektroautos ist besonders die Spitze um 18:00 bei Festpreisen ein Riesenproblem. Das kann man über Batterien lösen, die der Netzbetreiber vorhält. Im Vergleich zu einem Tariff, wo man zwischen 17:00 und 20:00 Uhr etwas mehr zahlt, ist das aber mit deutlichen Mehrkosten verbunden (Zyklenverbrauch der Batterie, zusätzliche Verluste).

Bei PV ist besonders die Mittagsspitze im Sommer am Wochenende ein Problem. Wohin mit dem Strom, wenn er nicht abgeregelt werden soll?

Da passt ein Angebot (Elektroautofahrer, die den Strom gezielt abnehmen, kriegen ihn praktisch umsonst) richtig gut.
heikoheiko.blogspot.com

aWATTar: Strom zum Börsenpreis für Endkunden

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Eins dürfte klar sein, um den Strom immer zur Verfügung zu haben, werden Speicher gebraucht.
Beim Tarif geht es darum, wer die Kosten für den Speicher trägt.
Bei den aWattar Tarifen liegt die Wertschöpfung bei den Kunden, bei den Tarifen mit konstanten Preisen beim Stromlieferant.

Fehlt nur noch, daß der Gesetzgeber die Nutzung von privaten Speichern von jeglicher Regulierung freistellt.
Fiat 500e seit 2017, zusätzlich VW eGolf. inzwischen auch ein i3s in der Familie; 115 MWh Strom an den Ladesäulen verkauft.
Ladesäule vor der Haustür
#2307 Ladestart um 23:07

Re: aWATTar: Strom zum Börsenpreis für Endkunden

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@Chemiker Zuerst einmal nehme ich den Freak als Kompliment! ;)

Ich kann Dich gut verstehen und sage nicht, dass ich mit allen zukünftigen Veränderungen einverstanden bin, oder sie gut finde.
Ich versuche nur immer die Gegebenheiten zu analysieren und Lösungen bzw. Veränderungen frühzeitig zu erkennen und entsprechend gegenzuwirken, oder mich früher anzupassen, wenn es mir einen Vorteil bietet. Wenn ich dies nicht tun würde, wäre ich ein schlechter Geschäftsmann und würde leichtfertig mit meiner Kostenseite umgehen.

Selbstverständlich ist ein fester Tarif viel komfortabeler. Nicht nur beim Hausstrom, sondern auch beim Ladestrom unterwegs an der Säule. Leider werden aber diese Tarife, aufgrund des Wagniszuschlages immer teurer werden. Aus diesem und anderen Gründen gehe ich halt davon aus, das zeitvariable Tarife das neue 'Normal' werden - wir sind es beim Strom nur noch nicht gewohnt. In vielen anderen Bereichen des täglichen Lebens, sind sie schon lange Standard - siehe Tankstelle.

Eine kleine Vorstufe haben wir übrigens schon letztes Jahr bekommen:
Viele Stromanbieter haben ihre AGB dahingehend geändert, dass sie die monatliche Preisanpassung/Kündigungsfrist aufgenommen haben. Irgendwann kommt dann vielleicht der Tag bei der Preisanpassung und dann die Stunde.
Die Industrie hat heute schon 15 Minuten Zeiträume.

Vielleicht wird es ja auch vermehrt Tarife wie den Hourly-Cap geben. Eine obere Grenze, die nicht überschritten wird, aber eine anteilige Belohnung, wenn man seinen Strombedarf intelligent verschiebt.

Und: Der Einbau von Smartmetern bis Ende 2030 ist meines Wissen ja schon beschlossen. Lediglich der Datenschutz hat jetzt noch Punkte zu klären.
45 kWp PV
Outlander PHEV 06/17 - 11/18, e-load up! 02/18, Kona 64kWh 11/18 - 09.21, P45 09.21; Sohn Ioniq

Re: aWATTar: Strom zum Börsenpreis für Endkunden

Blueskin
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Tankstelle ist aber ein gutes Beispiel, worauf es am Ende in der Praxis hinauslaufen wird: Die Preise bei ARAL und Co gehen einfach dann hoch, wenn erfahrungsgemäß viele Leute tanken, weil sie eh unterwegs sind (vor "üblichen" Arbeits-/Schul-Beginn, nach Feierabend etc.) Das hat so was von gar nichts damit zu tun, zu welcher Uhrzeit die Förderung oder Raffinierung läuft.

Und der Nachtstrom für Nachtspeicher-Heizungen war nur so lange extrem günstig, wie damit der Einbau dieser Geräte schmackhaft gemacht werden konnte. Als irgendwann niemand mehr auf diesen Zug aufspringen wollte, stiegen die Preise für die vorhandenen Anlagen extrem an und waren nachher nicht mehr weit vom Haushaltsstrom entfernt. (Meine LP hatte das in ihrer früheren Wohnung)
Zuletzt geändert von Blueskin am Sa 15. Jan 2022, 10:50, insgesamt 1-mal geändert.

Re: aWATTar: Strom zum Börsenpreis für Endkunden

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Ich vermute, daß jüngste Capriolen zu immer mehr Stromrebellen und „versteckten“ Stromspeicher führen. Netzunabhängigkeit (Nahrung auch) wird das Ziel fürs Landvolk. Auch werden BHKW eine Renaissance erleben, der Strom muss nur noch ein wenig teuerer werden. Eine Gasheizung, die nur Wärme bereitet gehört eigentlich verboten.

Vertrauen an Börsen habe ich verloren…ehrlicher sind Tauschringe. Da ist Lebenszeit die Währung und frei von Spekulation und Glücksspiel.

Der Rieck hatte ein paar Gedanken zu „grünen“ Gaskraftwerken & Atom. Derzeit sind Sie wohl oder übel notwendig.
https://youtu.be/jRizolftFNc

ganz frisch Greenflation
https://youtu.be/u1ctbQk81tY
LEAF 75000 km <15 kWh Rest Akku-Schäm Dich Nissan....Hand-Made egolf Dresden...Ahk liegt bereit...EV6 FailICCU=noch 0 AWD LR AHK WPnutzlos…Citroen AMI Getriebedefekt 1300km-nie wieder Stellantis = Citroen D:Km=6500

Re: aWATTar: Strom zum Börsenpreis für Endkunden

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Der Prof verteidigt die Börsen und Preise. Sie bilden halt die Erwartung des Marktes ab. Nur hat es an der Strombörse halt noch eine Komponente die noch keiner im Griff hat…und das nennt sich Wetter.

Er geht übrigens von einer Generationenaufgabe aus. Das bedeutet das wir erst am Anfang eines Zyklus von Irren Preisen stehen.
Leute kauft PV….hier gilt…viel hilft viel. Do it like „Schwani“.

USA erwägen offenbar Notfall-Gaslieferungen nach Europa
https://www.spiegel.de/ausland/russland ... 13405b27f6
LEAF 75000 km <15 kWh Rest Akku-Schäm Dich Nissan....Hand-Made egolf Dresden...Ahk liegt bereit...EV6 FailICCU=noch 0 AWD LR AHK WPnutzlos…Citroen AMI Getriebedefekt 1300km-nie wieder Stellantis = Citroen D:Km=6500

Re: aWATTar: Strom zum Börsenpreis für Endkunden

gekfsns
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Ich bin fest überzeugt, dass variable Strompreise und Netzentgelte kommen müssen. Was mich dann aber doch überrascht hat, dass nur ein Teil der Strommenge auf der Strombörse gehandelt wird und es noch dazu eine Unterscheidung vom Kurzzeitig- und Langzeitmarkt gibt. Da bin ich mir jetzt nicht mehr so sicher wie das funktionieren soll, wenn aWattar seine Verkaufspreise nur anhand dem Kurzzeit-Markt festlegt, wo am Tag vorher der Strom vom Tag danach gehandelt wird. Kann das wirklich funktionieren wenn aWattar die Strommenge vorher einkaufen muss ?
Da müsste ich dann ja als Kunde schon Wochen vorher grob festlegen, wieviel Strom ich zu welcher Zeit gedenke zu verbrauchen und dann das kurz vorher an kurzfristigen Markt dann noch genauer konkretisieren, oder ?
Soweit ich verstanden hab, hat aWattar bisher nicht wirklich den Strom stündlich gekauft, sondern das war nur eine Einführungsphase wo der Strom normal eingekauft wurde wie bei herkömmlichen Stromverkäufern und dann die Abrechnung mit dem Kunden dann stündlich war. Das ist ja OK für den Anfang, aber wie soll das mit dem jetzigen Strommarkt langfristig funktionieren ?

Re: aWATTar: Strom zum Börsenpreis für Endkunden

hgerhauser
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Es ist tatsächlich nicht einfach zu verstehen.

Der day ahead Markt regelt die Einsatzplanung der Kraftwerke nach merit order. Da geht fast der gesamte Strom drüber.

Auch der langfristig von Stadtwerken "eingekaufte" oder von Kraftwerksbetreibern "verkaufte".

Die Anführungszeichen haben einen Grund. Die Absicherung erfolgt über Futures und da erfolgt im Allgemeinen kein Austausch Geld (heute) gegen Strom (irgendwann später).

Ein Kraftwerksbetreiber wie Uniper bekommt beim Verkauf von Futures für z.B. 2023 nicht direkt Geld. Er bekommt eine Preisabsicherung. Erstmal kostet die ihn sogar Geld. Er muss ziemlich eine Sicherheit hinterlegen. Bleibt der Preis der Futures konstant ist die Sicherheitsleistung sehr klein. Bei 5 Cent die kWh reichen dann schon 0,1 Cent pro kWh als Sicherheitsleistung. Ende 2022 wird der Futureskontrakt aufgelöst und finanziell geregelt. Ist der Preis dann immer noch bei 5 Cent die kWh für 2023, wird die Sicherheitsleistung zurückgegeben und das wars (bzw. es wird in Monatsfutures umgeschichtet).

Sackt der Futurespreis unter 5 Cent kann die Sicherheitsleistung für den Kraftwerksbetreiber sogar komplett entfallen, denn er bekommt dann bei Auflösung der Absicherung Geld, z.B. bei 4,5 Cent die kWh bekommt er 0,5 Cent die kWh. Der Gewinn bei den Futures kompensiert den gefallenen Preis beim echten Stromverkauf, so dass man effektiv immer noch 5 Cent die kWh bekommt ist der Gedanke dahinter.

Steigt der Futurespreis aber, muss er mehr Sicherheitsleistung nachschießen. Uniper ist ein Beispiel, weil es die besonders erwischt hat. Die haben viele Futures für 2022 und 2023 zu Größenordnung 5 Cent abgesichert und haben dann auf der Absicherung Riesenverluste, die sie erst wieder reinbekommen, wenn sie dann den Strom wirklich verkaufen im day ahead Markt.

Awattar macht das Umgekehrte, wenn sie das Standardlastprofil absichern. Sie kaufen nicht tatsächlich Strom für 2023 ein. Sie machen ein finanzielles Absicherungsgeschäft. Sichern sie z.B. base 2023 zu 11,49 Cent die kWh ab (ist der settlement price gestern) und der futures Preis steigt auf 61,49 Cent in den nächsten Monaten, bekommen sie aus dem Futuresgeschäft bei Auflösung 50 Cent Gewinn, denn sie dann wieder nutzen können, um den Strom im day ahead Markt für 61,49 Cent zu kaufen und an Endkunden für 11,49 (+ Mehrwertsteuer, Abgaben etc.) zu verkaufen. Der Gewinn auf die Futuresposition kompensiert den Verlust beim eigentlichen Stromhandelsgeschäft genau. Es ist also so, als würde man trotz 61,49 Cent tatsächlichem Preis 2023 doch nur 11,49 Cent zahlen müssen.

Die Sicherheitsleistung wird täglich neu kalkuliert und wenn die Position gegen einen läuft (für Awattar heißt das, der Futurespreis fällt, für Uniper heisst das, der Futurespreis steigt) wird mehr Sicherheitsleistung nachgefordert.

Jetzt mal auf Dich als Endkunden übertragen, wenn die Sicherungsgeschäfte 1:1 zu Dir durchgereicht würden. Du würdest dann ein Paket kaufen, z.B. 4000 kWh im Jahr 2023, auf die Awattar 11,49 Cent (+ Mehrwersteuer, Abgaben etc.) für Baseloadverbrauch garantiert (sprich etwa 0,5 kW über 24*365 = um die 8000 Stunden).

Wir nehmen an, dass nicht täglich nachgefordert wird, sondern monatlich. Also, wenn der Futurespreis steigt, wird gar nichts nachgefordert. Du hast ein steigendes Spekulationsgewinnguthaben bei Awattar. Löst Du das auf, indem Du das Paket zurückgibst, bekommst Du die Differenz ausgezahlt. Also, z.B. der Futurepreis für base 2023 steigt um 10 Cent und Du löst auf und gibst das 4000 kWh Paket zurück, dann bekommst Du 400 Euro bar ausgezahlt.

Jetzt nehmen wir an, dass Du zum 31.12.2022 auflöst und nicht durch Monatspakete ersetzt. Zu dem Zeitpunkt hast Du z.B. 400 Euro Gewinn. Ist dann im Jahr 2023 der tatsächlich im day ahead Markt gezahlte Preis für Deinen Verbrauch von z.B. 4500 kWh bei 25 Cent die kWh (+ Mehrwertsteuer, Abgaben etc.), kannst Du den Spekulationsgewinn gegenrechnen. Dein gemittelter Preis ist nach Einrechnung des Spekulationsgewinns deutlich niedriger.

Ich hoffe, dass das die Zusammenhänge einigermaßen klar erklärt.
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Re: aWATTar: Strom zum Börsenpreis für Endkunden

hgerhauser
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Selbst bei Direktdurchreichung des Absicherungsgeschäfts muss man bei Absicherung über Base 23 nicht einen tatsächlich konstanten Verbrauch haben.

Wenn man 4000 kWh absichert, bekommt man einen Spekulationsgewinn, der völlig unabhängig davon ist, zu welchen Stunden man dann tatsächlich verbraucht. Wichtig ist nur, dass die extra Kosten, die man durch allgemein teurer gewordenen Strom am day ahead Markt hat, genau aufgewogen werden durch die Spekulationsgewinne.

Noch besser, man kann sich so gegen eine allgemeine Preissteigerung absichern und trotzdem von den täglichen Preisschwankungen profitieren, indem man halt nicht so verbraucht, dass man den gleichen Durchschnittspreis wie bei baseload (Grundlast) bekommt, sondern einen niedrigeren Preis.
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