Warum kann Tesla Strom ohne Eichrechtskonformität verkaufen

Warum kann Tesla Strom ohne Eichrechtskonformität verkaufen

Screemer
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Hi

In den letzten Tagen und mit der Diskussion um das öffnen der SUCs für alle, habe ich mir häufiger die Frage gestellt, warum Tesla aktuell überhaupt Fahrstrom anbieten kann ohne sich wie alle anderen an das Eichrecht halten zu müssen.

Da stehen für Ladestellenbetreiber ja einige Hürden im Raum. Die Ladesäulenverordnung hat ja da vieles nicht gerade einfacher gemacht. Eichrechtskonformen Zähler, nachvollziehbare der Abrechnung an den Ladesäulen, etc.

Warum muss das Tesla nicht anbieten? Warum lassen sich Teslafahrer das gefallen und sind bisher nicht dagegen vorgegangen (hab ich evtl. nicht mitbekommen)?

Liegt es am eingeschränkten Kundenkreis der dazu führt, dass das ganze einen nicht öffentlichen Charakter hat?

Eine Öffnung würde in Deutschland dann ja eine Nachrüstung aller Stalls in Deutschland mit eichrechtskonformer Zählertechnik/Anzeige nach sich ziehen. Da können wir in DE dann ewig auf die Öffnung warten.
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Re: Warum kann Tesla Strom ohne Eichrechtskonformität verkaufen

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Das sind Fragen ! Jeder davon Betroffene (sogar auch jeder nicht Betroffene) kann doch unseren Behörden anzeigen was da, seiner Meinung nach, nicht gesetzeskonform sein soll. Dem wird und muss auch dann schon nachgegangen werden. Was nützt es diese Frage jetzt hier zu stellen?
Ist das nicht gut ?
Ja ! Das ist nicht gut !

Re: Warum kann Tesla Strom ohne Eichrechtskonformität verkaufen

Jupp78
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Das sind in der Tat gute Fragen und wenn man die Fragen beantwortet, hat sich die Nummer mit der Anzeige vielleicht ja durchaus erledigt. Denn die Meinung lautet ja nicht, dass sie nicht gesetzeskonform sind, sondern es ist die Frage, ob sie gesetzeskonform sind.

Re: Warum kann Tesla Strom ohne Eichrechtskonformität verkaufen

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Die Eichrecht Konformität beschränkt sich auf öffentliche Ladestellen. Das Thema was langsam eingeklagt wird ist, dass jede Ladestelle die im öffentlichen Raum steht für jeden Barrierefrei zur Verfügung stehen muss.
Das hat aber Tesla noch für heuer angekündigt.

https://ecomento.de/2021/07/21/tesla-oe ... ktroautos/

Dann wäre die Eichrechtekonformität erst gefragt. Auspreisung ist einfach, immer 36ct/kWh und einen Zettel zu Bekanntmachung.

Die Hürde wird aber die Barrierefreiheit, weil eben wie in dem Bericht angegeben die Fahrzeuge "speziell" sein müssen:
Voraussichtlich können in Zukunft nur Elektroautos anderer Hersteller an Superchargern laden, die die spezifischen technischen und organisatorischen Vorgaben Teslas erfüllen und Gebühren entrichten. Der Kreis der Nutzer könnte deshalb vorerst weiter begrenzt bleiben.
Wenn das durchgeht wäre es schon spannend. Es ist ja auch nicht möglich eine alte ZOE an einem HPC barrierefrei zu laden, weil eben die spezifischen technischen Voraussetzungen des CCS nicht erfüllt sind.
Wenn aber CCS als geforderter Standard gilt, kann Tesla nicht etwas dazu fordern... es bleibt spannend.

Aber Preisauszeichnung wenn immer gleich mit einfachen Zettel, das geht, auch die Messung und die Abrechnung ist alles noch geeignet. Nur die Autentifizierung bleibt offen. Solange aber nur Tesla unterwegs sind, ist das alles kein Problem :)
ZOE Live Q210 6/2013 * AHK legal Typisiert 18.07.2017 * 40kWh Batterie 12.03.2019
Aktuell: 115.000 km

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Re: Warum kann Tesla Strom ohne Eichrechtskonformität verkaufen

Screemer
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Hab einmal einen Blick in die LSV geworfen:

Mir wurde neulich nahegelegt, ich solle mich mit der LSV auseinandersetzen, was ich darauf hin abermals tat und den entsprechenden Beleg erbracht habe. Nicht-öffentliches Gelände, eingeschränkter Zugang.

§2 Punkt 9 + Ergänzung.
„Wird der Zugang dagegen nur einer von vorneherein bestimmten oder bestimmbaren
Personengruppe eingeräumt, liegt kein öffentlich zugänglicher Ladepunkt im Sinne dieser
Verordnung vor.“

Würde bedeuten, dass SUCs nicht unter die LSV fallen und damit auch nicht eichrechtskonform sein müssen.

Ob man diese eingeschränkte Personengruppe immer noch annehmen kann, wenn man die App und das laden am SUC darüber jedem zugänglich macht ist dann die Frage.
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Re: Warum kann Tesla Strom ohne Eichrechtskonformität verkaufen

zoppotrump
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Muss Tesla dann nicht auch Ad-Hoc bezahlen ab 2023 mit Kreditkarte anbieten? So, wie alle anderen auch? Oder was wäre der Unterscheidungsgrund?

Re: Warum kann Tesla Strom ohne Eichrechtskonformität verkaufen

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Ob man diese eingeschränkte Personengruppe immer noch annehmen kann, wenn man die App und das laden am SUC darüber jedem zugänglich macht ist dann die Frage.
Vielleicht steht in den AGBs dann drin, dass der Kunde sich mit den Gegebenheiten abzufinden hat. So wie ich Tesla kenne, wird da nicht lange rumgefackelt, entweder du akzeptierst es oder lädst woanders :mrgreen: Der Politik wäre die Öffnung sicher auch sehr willkommen und ich denke, man wird allein deshalb die Hürde nicht zu hoch legen.

Ich glaube nicht, dass es an den bestehenden Ladesäulen zu kostenintensiven Hardwareänderungen kommen wird, bestenfalls an neu errichteten Ladeplätzen.
Muss Tesla dann nicht auch Ad-Hoc bezahlen ab 2023 mit Kreditkarte anbieten?
Wenn es eine öffentliche und geförderte Ladesäule ist, mit Sicherheit. Das trifft für die bestehenden SuC nach meinem Verständnis aber nicht zu.
Golf GTE von 2018 - 2020 / Ex ID.3 1st Reservierer
Tesla M3 SR+ seit 3.2020 /Hyundai Kona 64kWh seit 10.2020

Re: Warum kann Tesla Strom ohne Eichrechtskonformität verkaufen

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Screemer hat geschrieben: „Wird der Zugang dagegen nur einer von vorneherein bestimmten oder bestimmbaren
Personengruppe eingeräumt, liegt kein öffentlich zugänglicher Ladepunkt im Sinne dieser
Verordnung vor.“
Würde bedeuten, dass SUCs nicht unter die LSV fallen
In deiner Schlußfolgerung verwechselst du "bestimmbare Personengruppe" mit "bestimmbaren Fahrzeugtypen".

Außerdem ist im Gesetzestext festgelegt, dass der Ladepunkt (auch) dann als öffentlich gilt, wenn er von einem "von einem nur nach nach allgemeinen Merkmalen bestimmbaren Personenkreis tatsächlich befahren werden kann". Das wären z.B. Rasthofbefahrende.
Schon 12 Jahre lang Kfz-Steuer für meine E-Autos gezahlt - seit 29 Jahren mit eigenem PV-Strom elektromobil unterwegs (CityEL mit 1.8 kWh-Akku, seit '13 Smart ED3). Fahrrad & U-Bahn für die Stadt, Fernreisen mit der Bahn.

Re: Warum kann Tesla Strom ohne Eichrechtskonformität verkaufen

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Ich denke, hier werden zwei Dinge zusammengeworfen:
Das Eine ist die LVO. Die regelt wie öffentliche Ladesäulen gestaltet werden müssen.

Das Andere ist die Eichrechtskonformität. Und ich denke, das betrifft alle, die Strom verkaufen. Und zwar nicht nur Tesla. Mir scheint, dass extrem viele Ladesäulen von den unterschiedlichsten Betreibern nicht dem deutschen Eichrecht entsprechen. Nur scheint da halt niemand so genau hin zu schauen. Frei nach dem Motto: Wo kein Kläger, da kein Richter.

Aber mich verwundert das insgesamt schon sehr, wenn an (übertrieben gesagt) Schätzeisen Energie abgegeben wird, was im Extremfall den Kunden, der da Lädt, ziemlich benachteiligen könnte, weil der halt weniger bekommen könnte, als tatsächlich auf der Rechnung steht.

SüdSchwabe.
--
Kona 64kWh Premium Facelift Acid Yellow GSD - bestellt am 09.September 2019 - abgeholt am 5.Juni 2020

Re: Warum kann Tesla Strom ohne Eichrechtskonformität verkaufen

zoppotrump
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GTE_Ebi hat geschrieben:
Muss Tesla dann nicht auch Ad-Hoc bezahlen ab 2023 mit Kreditkarte anbieten?
Wenn es eine öffentliche und geförderte Ladesäule ist, mit Sicherheit. Das trifft für die bestehenden SuC nach meinem Verständnis aber nicht zu.
Die Ladesäulenverordnung hat nicht als Kriterium, dass die LS gefördert sein muss, sondern, dass sie öffentlich zugänglich sein muss.
Wenn nun alle Autos sie benutzen können, ist sie öffentlich zugänglich und die LSV gilt.
So mein Verständnis.
Demnach müssten ab 2023 auch KK ad-hoc akzeptiert werden.
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