Das neue Problem der Ladeinfrastruktur

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Re: Das neue Problem der Ladeinfrastruktur

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Ja. Um Cherrypicking auf kosten der Allgemeinheit zu verhindern.

Gruß SRAM
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Schwarzwald gegen Wind: https://www.youtube.com/watch?v=7jEQii_9yWw
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Re: Das neue Problem der Ladeinfrastruktur

hgerhauser
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https://presspage-production-content.s3 ... .pdf?10000

114 (Mini) Ladeparks haben zusammen 2019 knapp 8 Millionen kWh abgesetzt.

8 Millionen kWh durch 114 gibt etwas unter 80000 kWh pro Jahr und Ladepark.

Bei der A4 zwischen Aachen und Köln kenne ich einen kleinen Windpark mit sechs 3,6 MW Windrädern. Der produziert allerdings nichts 80000 kWh pro Jahr, sondern etwa 50 Millionen
http://www.windbranche-nrw.de/news/nach ... le-tagebau
(in 2. Baustufe verdoppelt)

https://www.google.com/maps/@50.8319781 ... a=!3m1!1e3

Das ist schon ein sehr krasses Verhältnis, mehr als ein Faktor 500 dazwischen.

Re: Das neue Problem der Ladeinfrastruktur

ubit
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80000 kWh pro Jahr und Ladeparks (also mehrere Säulen)??? Das zeigt halt ziemlich deutlich wo das Problem liegt... Wenn man von optimistischen 0,10€/kWh Aufpreis auf den Strompreis ausgeht um akzeptable Preise zu erreichen sind das 8000€ pro Ladepark im Jahr für Abschreibung, Wartung, Abrechnung, Hotline, Pacht, Leistungspreise, Gewinn...
Selbst wenn man die Marge verdoppelt wird daraus kein tragfähiges Geschäftsmodell.

BTW: Mit 174000 Ladevorgängen sind das durchschnittliche 46kWh Ladehub pro Ladevorgang. Offenbar haben da fast nur Teslas geladen.... Jedenfalls ein Ladehub der mit 50kWh "Normalautos" unrealistisch hoch ist.

Ciao, Udo
VW e-Up! 2020 teal blue

Re: Das neue Problem der Ladeinfrastruktur

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Fastned kostet aber 59 Cent pro kWh und vermutlich verlangen sie das von Roamingpartnern auch. Die Marge ist also eher 35 Cent pro kWh, also 28.000 Euro im Jahr. Natürlich immer noch viel zu wenig, aber die OPEX dürfte man damit abdecken können. Es war von Anfang an klar, dass am Anfang die Fixkosten nicht gedeckt werden können. Dies ist ein etwas längerfristiges Business.
Ioniq 28 kWh Premium mit Sitzpaket, Intense Blue, Michelin CrossClimate+, Produktionsdatum 16.4.2019 - Abholung in Landsberg am 14.9.2019 (Sangl #588)

Re: Das neue Problem der Ladeinfrastruktur

hgerhauser
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Jupp78 hat geschrieben: Natürlich wäre auch erlaubt es exklusiv ans Windrad zu koppeln und kein Netz in Anspruch zu nehmen. Aber finde dafür mal Windradbetreiber und Ladewillige ... viel Spaß.
Ich bin mir nicht sicher, was da genau erlaubt ist. Sicher um Umlagen etc. rum kommt man wohl nur, wenn man den energieautark, ohne Netzanschluss erzeugten Strom auch selbst verbraucht. Der Solartaschenrechner oder die Solargartenlampe für Dekobeleuchtung ist ok.

Wie das bei einer Ladesäule ohne Netzanschluss aussieht???

viewtopic.php?f=104&t=59848

In der Diskussion geht es um vieles. Aber wie sieht es denn mit Umlagen etc. aus? Kein Wort dadrüber zu finden.

Re: Das neue Problem der Ladeinfrastruktur

hgerhauser
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Jupp78 hat geschrieben: Und nein, es ist einfach unwahr, dass ein Windrad abgeschaltet wird, wenn es Verbraucher dafür gibt. Das ist gesetzlich untersagt.
Die Verbraucher finden sich deutlich leichter, wenn man 10 Cent die kWh an der Schnellladestation zahlt (und sei es nur mittags, wenn die Sonne scheint, oder um 3 Uhr nachts, wenn der Wind weht) und nicht 59 oder 74 Cent.

Es könnte auch leichter sein, den PV Strom von aus der EEG Vergütung gefallenen Anlagen zu verkaufen, wenn der Nachbar bei Überschuss und lokal freien Leitungen nicht 30 Cent die kWh fürs Laden zahlen muss, obwohl der Anlagenbetreiber Null Cent bekommt.

Re: Das neue Problem der Ladeinfrastruktur

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phonehoppy hat geschrieben: Außerdem sollte die EEG-Umlage für Ladestrom entfallen, da die E-Mobilität an sich schon den Umstieg auf erneuerbare Energien begünstigt.

So wie ich das sehe könnte man allein durch diese Maßnahmen einerseits die kWh-Preise für Ladevorgänge wieder senken und andererseits auch für Roaminganbieter wieder rentable Geschäftsmodelle ermöglichen.
Der letzt der vergisst den Antrag auf EEG Befreiung zu stellen wird dann die ganze Zeche zahlen? Ich kann verstehen das einige Industrien zur Erhaltung von Arbeitsplätze ausgenommen werden. Ansonsten aber sollte dies weiterhin auf alle Stromkunden umgelegt werden.

Ich sehe auch keine vernünftigen grund Roominganbieter durch irgentwelche Maßnahmen am leben gehalten werden sollten. Zahlungs und abrechnungsdiestleister braucht es Flotten Geschäft ansonsten bin ich bei meine bisherigen Energie Lieferanten die letzten jahre ganz gut mit Giro und Kreditkarten gefahren.
Passivhaus Premium, 18kWp PV, Sole WP mit Kühlung über BKA, KNX, 530e 3.2l/100km ~50% Elektrisch, 2021 EQC, ID.4x, iX3...
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Re: Das neue Problem der Ladeinfrastruktur

tm7
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Man sollte sehen, dass Steuern dafür da sind, das Verhalten in eine gewünschte Richtung zu lenken. Und das erfolgt beim Kraftstoff, so dass Diesel attraktiver als Benzin ist und dass generell ein hoher Kraftstoffverbrauch wegen der hohen Steuern darauf weniger attraktiv ist.

In diesem Sinne sind auch die EEG-Umlage etc. Steuern und nicht nur Abgaben, denn sie dienen dazu, die Investitionen in erneuerbare Energien zu fördern.

Aktuell liegt die politische Ausrichtung darin, die E-Mobilität im Gegensatz zur Verbrennertechnologie zu fördern. Die Verbrenner noch weiter zu verteuern, dürfte politisch wenig opportun sein, also geht die Regierung den Weg, die E-Mobilität zu fördern.

Die kurzfristigen Förderungen (Umweltprämie) haben ihren Sinn darin, den Markt überhaupt erst einmal zu öffnen. Aber wenn der Markt existiert und die E-Mobilität gegenüber der Verbrennertechnologie zu teuer bleibt, wird sie sich schlecht durchsetzen können. Auch dann bleibt die "Steuer" das Lenkungsorgan, mit dem die Richtung der Gesellschaft bestimmt wird.

Also ist es durchaus denkbar, dass sich am Strompreis für Ladesäulen noch etwas ändern wird, und zwar politisch gesteuert.

Natürlich sind Steuern auch Einnahmen, aber wenn man sie auf diesen Aspekt beschränkt, wird man der Politik nicht gerecht, die die Aufgabe hat, das Leben der Gesellschaft konstruktiv weiterzuentwickeln.

Re: Das neue Problem der Ladeinfrastruktur

FSB_1
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hgerhauser hat geschrieben: Braunkohlekraftwerke werden in der Nähe der Tagebaue gebaut, Steinkohlekraftwerke und Gaskraftwerke in der Nähe der Verbraucher. Das liegt an den relativen Transportkosten. Vor einer Unzahl von Reformen waren die ziemlich alle in einem Unternehmen beheimatet und damit herrschte Kostentransparenz.

Heute sieht das bei den Netzkosten leider anders aus.

Das besonders Perverse: Es ist nicht nur so, dass es egal ist, wo man das Kraftwerk hinsetzt, weil man eh immer den gleichen Strompreis bekommt und die durch die Kraftwerksstandortswahl erhöhten Netzkosten auf den Verbraucher umgelegt werden. Weil die Netzkosten teilweise auf die lokalen Verbraucher umgelegt werden, lohnt es sich für Verbraucher sogar ihre Standortwahl so zu setzen, dass sie möglichst weit weg von den Kraftwerken stehen.
Ja, die gute alte Zeit, als Logik und nicht Emotionen regierte:
Im Dierecke-Atlas (Standorte) habe ich schon gelernt, warum die Braunkohle-Kraftwerke bei den Tagebauen liegen. Spezifischer Heizwert (15 MJ/kg?) ist für den Transport zu niedrig. Wenn man jetzt bedenkt, dass der Heizwert von Biomasse (Holz, 14 MJ/kg?) niedriger liegt, fragt man sich, warum diese Regel heute nicht mehr gelten soll.

Bei manchen "Biomasse"-Kraftwerken liegen die Einzugsgebiete bei 100 km Umkreis, werden als Pellets aus Kanada geliefert oder sie verfeuern gleich Fensterrahmen/Spannplatten (alles öffentlich). Der spezifische Eigenbedarf und die spezifischen Kosten sind bei Biomasse-Kraftwerken höher als bei Braunkohle-Kraftwerken. Braunkohlekraftwerke verfügen auch über eine bessere Rauchasreinigung, weil niedrigere Grenzwerte. Aus ökonomischer und vor allem ökologischer Sicht eines Vaters mit zwei Kindern nicht nachvollziehbar, warum das eine "gut" und das andere "schlecht" ist. Die Quersubventionierung macht es und es geht in Wahrheit nicht um die wirkliche CO2-Reduktion, sondern nur um den Schein. Das gleiche in extremerer Form gilt bei Power-to-Gas-Anlagen.

Gegen den Klimawandel müssen wir etwas machen. Aber dann bitte in die richtige Richtung, mit der Technik/Verstand, frei von Emotionen und global.

Re: Das neue Problem der Ladeinfrastruktur

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kub0815 hat geschrieben: Ich sehe auch keine vernünftigen grund Roominganbieter durch irgentwelche Maßnahmen am leben gehalten werden sollten. Zahlungs und abrechnungsdiestleister braucht es Flotten Geschäft ansonsten bin ich bei meine bisherigen Energie Lieferanten die letzten jahre ganz gut mit Giro und Kreditkarten gefahren.
Gerade die Nebenkosten bei Giro- und Kredikartenzahlungen verteuern den Betrieb von Ladesäulen weiter. Aufgrund gesetzlicher und anderer Bestimmungen sind die Terminals zum Bezahlen mit Giro- Maestro/VPay- oder Kreditkarten teurer, als die RFID-Leser, die die Roaming-Karten akzeptieren, und auch die Kosten pro Bezahlvorgang sind deutlich höher. So etwas lohnt sich darum auch theoretisch (in der Praxis ja ohnehin nicht) nur bei großen Ladeparks, wo ein Zahlterminal mehrere Ladesäulen abdeckt.

Die Zukunft liegt meiner Meinung nach im Roaming, idealerweise ohne Karte, App usw. sondern über Plug&Charge per ISO-15118. Tesla macht es ja vor, dass so etwas durchaus funktioniert, auch wenn dort ein eigenes Protokoll und nicht ISO 15118 zum Einsatz kommt.
Anstatt der umständlichen "Punktuellen Bezahlung", wie sie jetzt in der LSV steht, und die ja auch Zusatzkosten verursacht, sollte dort eine Roaming-Pflicht hinein, d.h. jeder CPO muss sicherstellen, dass sein Säule in ein gängiges Roaming-System eingebunden ist.
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